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 Ohne Rücksicht (Fertiggestellt)

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dvosen
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BeitragThema: Ohne Rücksicht (Fertiggestellt)   Do Mai 24, 2012 6:37 pm

So hier ist die Fortsetzung meiner allerersten, doch recht holprigen FF "Gefährliche Vergangenheit"
Da diese FF ja bereits seit langem fertig geschrieben ist, werde ich jeweils immer 2 Kapitel updaten. Allerdings auch nur einmal in der Woche.

Diese Geschichte ist von mir persönlich frei erfunden. Bis auf die Einleitung. Diese habe ich mir zum Storyaufbau aus Folge 01.10 geliehen.
Die Charaktere sind leider alle nicht meinem Gehirn entsprungen. Ich habe sie mir lediglich ausgeliehen.
Bis auf eine kleine Ausnahme. Der Charakter der Cathy gehört ausschließlich mir!
Ich verdiene auch mit dieser Geschichte kein Geld.


--------------------------------------------------------



Ohne Rücksicht


Steve stand mit Mrs. Harris vor seinem Büro. Drinnen saß Erika Harris, die Schwiegertochter von Mrs. Harris. Beide mussten einen schweren Verlust verkraften. Die eine hatte ihren Ehemann verloren, die andere ihren Sohn. Mrs. Harris war gegen die Hochzeit mit Erika gewesen. Und nun stand Mrs. Harris neben Steve und sah ihre Schwiegertochter von hinten in einem der Sessel vor Steves Schreibtisch sitzen.
“Ich weiß nicht, ob ich das kann.” Sagte Mrs. Harris mit Blick auf Erika.
“Können sie es sich leisten es nicht zu tun?” Fragte Steve sie und hatte dabei seine Hände in den Hosentaschen. “Sie haben ihrer Schwiegertochter ziemlich schlimme Dinge vorgeworfen, sie hat allen Grund sie zu hassen. Aber sie braucht sie jetzt. - Sie haben ihn beide geliebt - Sie beide sind trotz allem eine Familie und das allein zählt.”
Mrs. Harris sah Steve zweifelnd und auch ängstlich an. “Glauben sie, dass sie mir verzeiht?”
“Das wissen sie erst, wenn sie es versuchen.” Sprach Steve ihr mit einem leichten aufmunternden Lächeln Mut zu, ging zur Tür und hielt ihr diese auf. Mrs. Harris ging an ihm vorbei ins Büro.
“Lassen sie sich ruhig Zeit.“ Sagte er noch und schloss dann die Tür. Er drehte sich um und erblickte Danny, der vor seinem Büro stand und zu ihm hinüber sah.
Steve ging zu Danny, blieb vor ihm stehen und blickte ihn abwartend an. Denn er spürte, dass sein Freund und Partner ihm etwas sagen wollte.
Danny musterte Steve und zeigte dann rüber, wo Steve und Mrs. Harris grade noch gestanden hatten.
“Sie braucht sie jetzt - Sie sind beide trotz allem eine Familie und das allein zählt. - Wirklich gut gesagt. Hätte ich nicht besser gekonnt.” Danny hielt inne und wartete auf eine Reaktion von Steve. Eine Geste, ein Wort, irgendwas, aber von dem kam nichts. Also fuhr Danny fort, denn er erinnerte sich an die vielen Gespräche mit Steve, gerade in den letzten Wochen. “Und wann willst du anfangen, diese Worte bei dir anzuwenden?”
Steve sah Danny mit einem scheinbar abwesenden Blick an. Er wusste, was Danny ihm sagen wollte. Er wusste, dass er selbst etwas tun musste. Er würde etwas tun müssen, bevor es zu spät war und er wusste jetzt auch was. “Wenn ich morgen früh rüber nach Maui fahre, nehm ich Cathy mit.”
Danny nickte zustimmend. Genau so etwas in diese Richtung hatte er von Steve hören wollen. “Ich hoffe für dich, für euch beide, dass es klappt.”
“Das muss es!” Meinte Steve, legte kurz seine rechte Hand an Dannys Oberarm und verließ dann das Five 0 HQ.
Danny sah seinem Boss und Freund hinterher. Steve hatte sich in dem letzten halben Jahr sehr verändert. Er hatte eine Seite an Steve entdeckt, von der er nie gedacht hätte, dass sie existiert. Klar, Steve war noch immer der Cop, der lieber Türen eintrat, anstatt anzuklopfen. Der knallharte Navy Seal, wenn es darum ging, Verbrecher dingfest zu machen. Aber er übertrat nicht mehr so leicht die Grenzen. Er und Steve hatten in letzter Zeit oft zusammengesessen. Und dabei war ihm eines aufgefallen. Steve hatte mit einem Mal erkannt, dass er nicht mehr nur Verantwortung für sein Team hatte, sondern auch für Cathy. Nur leider nahm Steve diese Verantwortung für seinen Geschmack ein wenig zu streng. Denn auch Cathy hatte sich bei ihm mehr als nur einmal ausgesprochen, denn trotz das diese kleine Kratzbürste ihn damals so angeblafft hatte, nachdem er ihr sozusagen das Leben gerettet hatte, mochte er sie.
Wenn Steve eins auf die Palme brachte, dann war es, wenn man in seinem Haus ein Chaos anrichtete. Oder man nicht sofort das tat, was er sagte. Und genau damit hatte Cathy Schwierigkeiten. Cathy war der Meinung, dass Steve ständig etwas zu meckern hätte und wenn einmal nicht, dann suchte er solange, bis er einen Grund fand.
Das allerdings veranlasste Cathy dazu, ihn noch mehr zu provozieren. Und so gab es ständig Krach im Hause McGarrett. Und jedes Mal schüttete Cathy ihm danach ihr Herz aus und Steve saß stundenlang bei ihm und hörte nicht auf zu reden. So langsam kam er sich wie der private Seelsorger der Familie McGarrett vor. Das Schlimmste in seinen Augen war jedoch: Steve liebte seine Tochter über alles. Er würde alles für sie tun, dessen war sich Danny sicher. Und Cathy liebte ihren Dad, auf den sie solange Jahre hatte verzichten müssen. Allerdings verschwieg jeder von beiden dem anderen dies. Cathy aus Sturheit, weil sie auf den ersten Schritt von Steve wartete und Steve, weil es ihm vielleicht selber noch nicht klar war und Cathy ihm wohl auch das Gefühl gab als sei es ihr egal. Er wusste von Steve, dass Cathy ihn immer noch Steve nannte. Das Wort Dad war ihr bisher noch nicht über die Lippen gekommen. Also musste sich einer von beiden jetzt so langsam auf den anderen zu bewegen. Sonst brauchte er, Danny, bald selbst einen Therapeuten.
-
Steve ging über den Parkplatz am Iolani Palace auf seinen Pick up zu. Im Gehen betätigte er die automatische Türöffnung. Ein leises klacken sagte ihm das der Wagen entriegelt war. Er öffnete die Fahrertür, setzte sich hinters Steuer, steckte den Zündschlüssel ein und ließ den Motor an. Gekonnt lenkte er den großen Wagen aus der Parklücke. Während er den Wagen sicher durch den Stadtverkehr von Honolulu bewegte, hing er seinen Gedanken nach.
Inzwischen war ein knappes halbes Jahr vergangen seit Cathy in seinem Büro gestanden hatte. Und nachdem sie ihm das Foto, das sie zu Hause von ihm gefunden hatte, gegeben hatte, beschlich ihn gleich so ein komisches Gefühl. Aber erst, nachdem er dann ein Bild von Cathys Mutter in den Händen hielt, kamen die Erinnerungen zurück. Er hatte damals ein Ziel vor Augen. Er wollte zur Navy und dann zu den Seals. Trotzdem ging er eine Beziehung mit Sarah, Cathys Mutter, ein. Beide wussten, dass sie sich nur selten sehen würden. Aber er war sich sicher, dass ihre Liebe stark genug sei, um die lange Trennung zu überstehen. Dann plötzlich hatte Sarah den Kontakt ohne Erklärung abgebrochen. Er hatte damals geglaubt, dass sie wohl doch eher einen Partner wollte, der regelmäßig am Abend nach Hause kam. Heute wusste er, dass es nicht so war. Hätte Sarah ihm damals mitgeteilt, dass sie schwanger ist, wäre er niemals zu den Seals gegangen. Sein Leben wäre anders verlaufen. Sarah hatte gewusst, dass er seinen Traum sofort aufgegeben hätte. Und genau das hatte sie nicht gewollt. Sie hatte all die Jahre geschwiegen. Selbst ihrer Tochter hatte sie nicht erzählt, wer ihr Vater ist. Erst nach dem gewaltsamen Tod ihrer Mutter hatte Cathy es selbst herausgefunden. Und so stand sie dann zwei Tage nach Sarahs Tod in seinem Büro. Allerdings verschwieg sie ihm, was sie wusste. Sie wollte nur, dass er den Mörder ihrer Mutter fand. Später hatte er sie gefragt, warum sie ihm nicht gleich die Wahrheit gesagt hatte. Ihre Antwort, “ich wollte erst sehen, wer und wie du bist und ich konnte ja nicht wissen, wie du reagieren würdest,” war der Beginn eines langen Gespräches zwischen ihnen beiden, an dessen Ende Cathy sich sicher war, bei Steve leben zu wollen.
Heute, ein halbes Jahr später, wollte Cathy das nicht mehr.
Vor zwei Tagen hatte sie ihm mitgeteilt, das sie zurück nach Baltimore, ihre Heimatstadt wollte. Allerdings gab es da ein Problem. Cathy hatte außer Steve keinerlei Verwandte. Aber das war ihr egal. Sie nahm sogar in Kauf, dass sie in einer Pflegefamilie leben müsste. Sie wollte nur weg. Weg von ihm. Zunächst hatte er ihre Entscheidung auch akzeptiert und ihr zugesagt, sich mit der zuständigen Jugendbehörde in Baltimore in Verbindung zusetzen. Aber bereits eine Stunde später war er sich nicht mehr so sicher, ob er das wirklich wollte.
Er hatte sich zum ersten Mal gefragt, warum es immer wieder zu heftigen Diskussionen zwischen ihnen kam, an dessen Ende Cathy wutentbrannt hoch in ihr Zimmer rannte, die Tür zuknallte und sich, meistens bis zum nächsten Morgen, einschloss. War er wirklich so ein Penetrant was Ordnung betraf? Ein Gesundheitsfanatiker, der jedes Mal einen Anfall bekam, wenn Cathy zum fünften Mal in der Woche das Essen, zugunsten einer ganzen Tüte Malasadas, ausfallen ließ und obendrein noch literweise von diesem widerlichen Ananas-Bananen Sirup in sich hinein schüttete? Schlimmer als ein Sklaventreiber war, nur weil er wollte, dass Cathy, statt mit ihren Freunden abzuhängen, ihren Kopf in die Schulbücher steckte? All das, war allerdings nichts gegen den Krach, den es gab, als er sie beim Rauchen erwischte und er zu allem Überfluss auch noch in die Schule bestellt wurde, da Cathy des Öfteren dort nicht erschien. Das hatte bei ihm das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Folge war, dass Cathy nicht erst um 8.30 abends, sondern schon um 7.00 Uhr Zuhause sein musste. Außerdem kontrollierte er ihre Taschen. Und genau das hatte den Riesenkrach ausgelöst, an dessen Ende Cathy ihm entgegengeschleudert hatte, das sie ihn hassen würde und zurück nach Baltimore wollte, weit weg von ihm. Er hatte sich nichts anmerken lassen, aber dieser Satz hatte ihn getroffen. Mehr als er sich zuerst eingestehen wollte.
Er hatte vorher schon oft mit Danny gesprochen und der hatte ihm dann irgendwann kurz und bündig erklärt, das er, Steve, seine Tochter eines Tages verlieren würde, wenn er nicht endlich etwas tat.
Nun war es soweit. Er hatte den Kampf offenbar verloren.
Er hatte bereits Anfang der Woche ein Boot gemietet, er wollte übers Wochenende rüber nach Maui fahren. Sich den Pazifikwind um die Nase wehen lassen, über Nacht dort bleiben und hoffentlich mit einem klaren Kopf am Sonntag nach Hause zurück fahren.
Cathy wollte das Wochenende bei einer Freundin verbringen. Da er die Eltern des Mädchens kannte, hatte er eingewilligt. Diesen Plan musste er jetzt allerdings durchkreuzen. Er würde Cathy mitnehmen. Ob diese wollte oder nicht. Denn entweder schafften sie es, allein auf dem Boot, wo keiner dem anderen aus dem Weg gehen konnte, endlich vernünftig miteinander zu reden und sie bekamen die Chance doch noch als Familie zusammen zuwachsen. Oder er würde seine Tochter schneller verlieren, als er sie bekommen hatte.


Kapitel2

Cathy saß am Tisch und versuchte sich auf ihre Mathematikaufgaben zu konzentrieren. Bei der lauten Musik, die aus den Boxen der Anlage dröhnte, fiel ihr dies allerdings schwer. Eine aufgerissene Tüte Malasadas lag ebenfalls vor ihr. An den krümeln die auf dem Tisch und den Boden lagen, war ersichtlich, dass sie davon auch schon einige gegessen hatte. Dazu stand eine leere Flasche Ananas-Bananensaft auf dem Tisch.
Durch die laute Musik hörte sie nicht, wie Steve hereinkam. Erst als die Musik plötzlich verstummte, drehte sie den Kopf nach hinten. “Oh Mann...” wollte Cathy grade ansetzen, als sie in Steves Gesicht blickte. Doch er schnitt ihr das Wort ab.
“Kannst du mir mal verraten, wie du dich bei diesem Krach konzentrieren willst?”
Steves Blick fiel auf den Tisch und den Boden. “Und was soll das jetzt wieder?”
Cathy erhob sich vom Stuhl, klappte dabei Heft und Buch zu, nahm beides und drehte sich zu Steve, der nun hinter ihr stand, um. “Bin schon weg!” Cathy war im Begriff das Zimmer zu verlassen, weiter als einen Schritt kam sie jedoch nicht. Steve packte sie am Arm und hinderte sie somit am weg gehen.
“Hey, du tust mir weh!”
Steve, dem es nicht bewusst war, wie hart sein Griff war, ließ sofort los. Das allerdings nutzte Cathy blitz schnell, um das Zimmer zu verlassen.
“Mach ich später - und beruhig dich. Bist mich bald eh los!”
Steve hörte, wie Cathy schon die Treppe rauf ging. Er ging ihr nach und sah zu der Treppe hoch.
“Ich fahr übrigens morgen nach Maui rüber,” hörte er sich sagen, als seine Tochter schon fast oben war.
“Ja, weiß ich. Viel Spaß.” kam es von ihr zurück.
“Oh. Ich fahr nicht allein. - Du kommst mit!”
Cathy blieb abrupt auf der vorletzten Stufe stehen, drehte sich langsam um und schaute zu ihm runter.
“Ich bin von morgen auf Sonntag bei Jasmin.”
“Kleine Planänderung. Ich hab entschieden, dass du mitkommst.”
“Das kannst du nicht machen. Du warst einverstanden, dass ich das Wochenende bei Jasmin verbringe, während du nach Maui fährst.”
“Ja, weiß ich. Aber ich hab inzwischen eben anders entschieden. Du kommst mit, ob du willst oder nicht! Ende der Diskussion!”
“Und wieso? Was soll ich da?”
“Weil ich es so will und den Rest werden wir schon sehen.”
“Tolle Aussage!” Cathy drehte sich um, ging die letzten zwei Stufen hoch und drei Sekunden später knallte ihre Zimmertür zu.
Steve wartete auf das Geräusch, das der Schlüssel im Schloss abgab, wenn er herumgedreht wurde. Aber es blieb ruhig. Cathy hatte diesmal nicht abgeschlossen. Er blieb einen Moment stehen, atmete tief ein und aus und überlegte, ob er hinaufgehen sollte. Er tat einen Schritt auf die Treppe zu, blieb dann aber stehen, drehte sich wieder um und ging zum Tisch um die Sachen wegzuräumen, die Cathy wieder einmal stehen gelassen hatte. Er verschwendete keinen Gedanken daran, dass seine Tochter, oben in ihrem Zimmer, eigentlich nur darauf wartete, dass er hochkommen würde.
Die lag auf dem Rücken auf ihrem Bett und starrte mit leerem Blick zur Decke. Sie weinte. Wie so oft in letzter Zeit. Sie musste an ihre Mutter denken, die vor einem halben Jahr ermordet worden war. Wären sie doch nie hier hergekommen! Ihre Mutter würde noch leben. Alles wäre anders. Sie würde in drei Wochen ihren sechzehnten Geburtstag mit ihrer Mutter und ihren Freunden feiern. Und nicht allein. Denn genau das war sie hier.
Sie hatte zwar inzwischen auch hier Freunde gefunden, aber die hatten nicht immer die gleichen Interessen wie sie. Die gingen am liebsten surfen. Sie ging zwar meistens mit aber sie blieb dann immer am Strand. Sie konnte nicht surfen. Und am Schwimmen im offenen Meer hatte sie auch nicht wirklich Spaß. Sie konnte zwar gut schwimmen, allerdings tat sie das lieber in einem Becken mit vorne und hinten, links und rechts Begrenzungen. Da fühlte sie sich sicher.
Steve hatte sie ein einziges Mal gefragt, ob sie mit ihm zusammen schwimmen wollte, der tat das fast jeden Morgen, denn direkt hinterm Haus befand sich der Pazifik. Sie hatte ab gewunken und ihm erklärt, dass sie das lieber nicht tun wollte. Danach hatte er sie nie wieder gefragt. Ebenso wenig hatte er sie gefragt, ob sie mit nach Maui kommen wollte, als er ihr am Montag sagte, dass er dort hin wollte. Ihr war gleich klar gewesen, dass er sie nicht dabei haben wollte. Deshalb fragte sie sich jetzt um so mehr, warum er seine Meinung so plötzlich geändert hatte. Vermutlich misstraute er ihr nur wieder und dachte wohl, dass sie irgendwas tun könnte, was ihm gegen den Strich ging. Wie eigentlich alles was sie tat.
Anfangs verstanden sie sich eigentlich ganz gut. Sie war stolz so einen Vater zu haben, der so ganz anders war als die Väter ihrer Freunde. Glaubte sie zumindest, als er zum ersten Mal vor ihr stand. Damals, als sie in seinem Büro auf ihn gewartet hatte, nachdem sie das Foto von ihm gefunden hatte und anschließend den USB Stick ihrer Mutter, wo deren Tagebuchdateien drauf waren und der gespeicherte, bis dahin nicht abgeschickte, Brief. Der hatte sie schließlich zu ihm geführt.
Sie war zum HPD gegangen und hatte dort einem Officer erzählt, dass sie etwas von einem gewissen Steve gefunden hätte und ihm das gerne wiedergeben würde. Sie wusste nur seinen Vornamen und das er eine Task Force leitete. Der Officer wusste jedoch sofort, wen sie meinte und ließ sich schließlich von ihr erweichen, sie zu eben dieser Task Force zu bringen.
Sie hatte ihn sich ganz anders vorgestellt. Älter, mit Anzug und Krawatte. So wie die meisten Väter ihrer Freunde unter der Woche eben rum liefen. Aber Steve war jung und er stand da, ganz locker, in T-Shirt mit einem offenen Hemd darüber und - Cargopants! Das war der Oberhammer. Der Typ vor ihr, der ihr Vater sein sollte, sah einfach Cool aus! Allerdings merkte sie schnell, dass er nicht ganz so cool war, weshalb sie ihm auch verschwieg, aus welchem Grund sie eigentlich gekommen war.
Schließlich hatte er es selbst herausgefunden. Sie hatten dann lange, sehr lange geredet und Cathy entschied sich, hier bei ihm zu leben. Sie hatte ja auch niemanden mehr außer ihn. Bei diesem Gedanken flossen ihr die Tränen in Strömen. Denn trotz, dass Steve ihr Vater war, hatte sie niemanden. Sie fühlte sich so unendlich allein und im Stich gelassen. Denn wirklich mit ihm reden, konnte sie nicht.
Ihre Mutter fehlte ihr. Sie vermisste sie so sehr. Mit ihr hatte sie über alles reden können, auch wenn sie nicht viel Zeit gehabt hatte, denn sie war den ganzen Tag arbeiten, aber trotzdem hatte sie immer ein offenes Ohr für sie gehabt. Okay - Sie hatte hin und wieder mit Danny gesprochen. Aber auch ihm konnte sie nicht alles erzählen. Schließlich gehörte er nicht zur Familie. Steve war ihre Familie. Zumindest auf dem Papier. Ansonsten bemerkte sie nicht viel davon. Eigentlich hatte er ihr bisher nie gezeigt, dass sie ihm wirklich etwas bedeutete. Immer nur an ihr rumgemeckert. Ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Von ihr verlangt, dass sie mehr für die Schule tat. Was ihr jedoch schwerfiel. Warum das so war, hatte er allerdings nicht gefragt, denn dann hätte sie ihm sagen können, das sie Hilfe brauchte, weil der Lernstoff hier ganz anderes war, als an ihrer alten Schule in Baltimore, aber anscheinend schien ihn dies nicht zu interessieren, wie alles andere auch nicht, was sie beschäftigte. Lieber gar keinen Vater als so einen. Das hatte sie sich oft gesagt in letzter Zeit.
Sie hatte ihm entgegen geschrien, das sie ihn hassen würde. Doch das war eine Lüge. Sie könnte ihn nie hassen. Denn er war ihr Vater. Sie liebte ihn.
Sie sehnte sich einfach danach, von ihm mal in den Arm genommen zu werden.
Sie sehnte sich danach, einfach ihren Kopf bei ihm anlehnen zu können, wenn ihr danach war.
Sie sehnte sich danach, ihm zu erzählen was sie beschäftigte, was in ihrem Kopf vorging.
Mit diesen Gedanken schlief sie schließlich irgendwann ein.


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Zuletzt von dvosen am Sa Feb 09, 2013 9:32 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Ohne Rücksicht (Fertiggestellt)   Do Mai 31, 2012 5:06 am


Kapitel 3

In der First Hawaiian Bank herrschte reger Betrieb.
Es war Freitag kurz vor vier Uhr nachmittags und alle wollten noch schnell ihre Bankgeschäfte erledigen.
Es herrschte zwar Geschäftiges treiben aber trotzdem war es eher still in der großen Halle. Umso mehr durchschnitt der plötzliche Ruf: “Alles ganz ruhig und rüber auf die andere Seite!” die Ruhe.
Blitz schnell kamen die drei Männer, ganz in schwarz gekleidet, mit Baseballcaps, Weihnachtsmannmasken im Gesicht, Waffen in der Hand und ebenfalls schwarzen Rucksäcken auf den Rücken, in die Schalterhalle gestürmt. Einer von ihnen blieb nahe am Eingang stehen. Der zweite sprang mit einem Satz über den Schaltertresen, schnappte sich eine der Bankangestellten und hielt ihr seine Waffe an den Kopf.
“Wenn auch nur einer von euch eine falsche Bewegung macht, ist die Puppe hier Geschichte!”
Der dritte hielt mit seiner Waffe die Kunden in Schach. Nah von ihm stand eine Frau mittleren Alters. Er griff nach ihr, zog sie barsch zu sich herüber und hielt ihr ebenfalls seine Waffe an den Kopf. “Das gleiche gilt für euch. Damit ja keiner auf den Gedanken kommt, den Helden zu spielen.”
Von den Kunden würde bestimmt keiner auf diesen Gedanken kommen. Die waren alle viel zu verschreckt und verängstigt.
Anders die Angestellten. Einer von ihnen versuchte, an den Alarmknopf zu gelangen. Aber der Bankräuber, der die Angestellte mit der Waffe bedrohte, bemerkte es sofort. “Hey du da! Weg von dem Schalter! Sonst,” er betätigte den Abzug seiner Waffe. Der Angestellten stand die Angst im Gesicht geschrieben und sie blickte voller Panik zu ihrem Kollegen, der auch sofort zurückwich.
Der Bankräuber, der hinter dem Schaltertresen stand und der Angestellten seine Waffe weiterhin an den Kopf hielt, sah sich die restlichen Angestellten kurz an. “Hey du, ”damit meinte er eine sehr junge Frau, die in seiner Nähe stand, “fang an das Geld aus den Kassen einzusammeln. Aber schnell!” Dabei streifte er sich blitz schnell seinen Rucksack von den Schultern und warf ihn der Angestellten zu, die jedoch zu geschockt war, um ihn aufzufangen und so landete er erst einmal vor ihren Füßen.
“Da rein!”
Seine beiden Kumpels taten es ihm gleich. Der, der bisher nah am Eingang gestanden hatte, fing den Rucksack seines Kumpanen auf, der die Kunden in Schach hielt, und warf dann beide über den Tresen, der Angestellten ebenfalls vor die Füße.
“Na los! Beweg dich!” herrschte der hinter den Tresen sie an.
Völlig verängstigt bückte sich die junge Frau und hob alle drei Rucksäcke auf. Der Bankräuber zeigte mit der Waffe nach vorn. “Los fang bei der ersten Kasse an!”
Die Frau ging angstvoll nach vorn zur ersten Kasse. Er folgte ihr mit seiner Geisel. Dabei hielt er die restlichen Angestellten, die alle auf der linken Seite von ihm aus gesehen standen, immer wieder mit der Waffe in Schach.
Als sie bei der ersten Kasse angelangt waren, zog die Angestellte die Kassenschublade auf und holte das Geld heraus. Er sah ihr dabei über die Schulter. “Nur die Scheine!”
Sie tat, was er sagte. Als sie alle Scheine in einen der Rucksäcke gesteckt hatte, war er schon gut gefüllt.
“Los, weiter! Zur nächsten!” Während die Angestellte die Kassen nach und nach leerte, behielt er immer wieder die Angestellten im Auge. Als sie schließlich fertig war, waren alle drei Rucksäcke voll.
“Los, reich sie jetzt rüber.” Dabei zeigte er auf seinen Kumpel, der vor dem Schaltertresen stand und dabei den Eingang im Auge behielt.
Es war zwar inzwischen nach vier Uhr und offiziell war die Bank bereits geschlossen, aber man konnte ja nicht wissen.
Die Frau legte die Rucksäcke auf die Theke. Einen nahm er sofort herunter. Der, der bisher die Kunden in Schach gehalten hatte, ging nun rückwärts zum Schaltertresen und nahm ebenfalls einen Rucksack an sich. Der hinter dem Tresen umklammerte jetzt mit der freien Hand seine Geisel und ging mit ihr um den Tresen herum. Dabei hielt er abwechselnd seine Waffe der Frau an den Kopf und dann in Richtung der restlichen Angestellten. Als er bei seinen beiden Kumpels war, ließ er die Frau los und schnappte sich den letzten Rucksack vom Tresen. Rückwärts gingen sie jetzt Richtung Ausgang. Die Blicke der Kunden und Angestellten folgten ihnen dabei. Aber niemand wagte es, auch nur einen Schritt zu tun. Und doch, als sie schon nah am Ausgang waren, hallten Schüsse durch die Halle. “Nur damit keiner auf die Idee kommt uns zu folgen!!!” waren ihre letzten Worte, bevor sie hinausstürmten.
Draußen wichen, zufällig vorbei kommende Passanten, erschrocken zurück. Die Schüsse drinnen hatte man auch hier gehört.
Sie stürmten zum Parkplatz, wo sie ihren schwarzen Dodge abgestellt hatten und rissen die Türen auf. Doch bevor sie einstiegen, schossen sie auch hier wahllos um sich. Dann sprangen sie förmlich in den Wagen, fuhren rückwärts vom Parkplatz, um schließlich mit quietschenden Reifen auf die Bishop Street einzubiegen und zu verschwinden.

Drinnen sowie draußen vor der Bank hatten sie ein Blutbad angerichtet.
Als sich in der Bank die Schockstarre gelöst hatte, hatte einer der Angestellten endlich den Alarmknopf betätigt. Die anderen waren zu denen geeilt, die von den Kugeln getroffen worden waren.
Zwei waren tödlich getroffen worden. Der dritte durch einen Bauchschuss schwer verletzt.
“Ist zufällig ein Arzt hier?” Rief einer der Angestellten, als er sich neben den schwerverletzten Mann, Anfang dreißig, kniete. Der war zwar bei Bewusstsein aber er stöhnte unter den großen Schmerzen. Doch niemand meldete sich.
“Sie müssen beide Hände fest auf die Wunde pressen,” hörte er eine Frauenstimme sagen. Der Angestellte sah hoch und blickte in das Gesicht der Frau, die der eine während des Überfalls mit der Waffe bedroht hatte. Er nickte und presste dann seine Hände auf die Schusswunde, aus der eine Unmenge an Blut floss, und wartete auf Hilfe.

Draußen auf der Straße sah es nicht anders aus.
Zwei Passanten waren getroffen worden. Ein junges Mädchen hatte, “Gott sei Dank, nur“ einen Schuss in den Oberarm abbekommen. Das würde relativ schnell verheilen. Eine Frau mittleren Alters war jedoch in die Brust getroffen worden. Sie war bewusstlos. Der junge Mann, der neben ihr kniete, überprüfte ihren Herzschlag. Sie war zum Glück am Leben aber ihr Atem ging sehr flach.
“Schnell, wir brauchen hier Hilfe! Sonst stirbt sie!”
“Krankenwagen sind schon unterwegs!” Hörte er von irgendwo her jemanden rufen. Er ließ seinen Blick über den Parkplatz streifen. Die Menschen um ihn herum standen fast alle unter Schock. Manche hockten einfach auf dem Boden und starrten vor sich hin. Mit so etwas hätte heute wohl niemand hier gerechnet.
Er wandte sich wieder der schwerverletzten Frau zu die noch immer bewusstlos war. “Halten sie durch. Hilfe ist schon unterwegs.”

Und dann kamen auch schon die ersten Streifenwagen vom HPD und Krankenwagen.
Kaum waren die Sanitäter und Ärzte ausgestiegen rief er ihnen auch schon zu. “Hier her! Schnell!” Ein Arzt und ein Sani kommen sofort angelaufen. “Machen sie bitte Platz.” Er stand sofort auf, trat zur Seite und ließ den Arzt seine Arbeit tun.
Ein Teil der Polizisten vom HPD stürmte in die Bank. Duke Lukela, der als Erster die Schalterhalle betrat, erfasste schnell die Situation. Sein Blick fiel auf die zwei toten Männer und den Angestellten, der noch immer seine Hände auf die Schusswunde des Schwerverletzten presste.
“Die sind von der ganz gefährlichen Sorte. Die schießen sich rücksichtslos den Weg frei.” Sagte er zu seinem Kollegen. “Wir sollten five 0 verständigen. Das scheint ein Fall für die zu sein.”


Kapitel 4

Steve hatte sich inzwischen unten am Strand in einen Stuhl gesetzt. Nach vorn gebeugt, die Unterarme auf die Oberschenkel liegend und die Handflächen gegeneinander haltend, saß er einfach nur da und sein Blick ging übers Meer.
Er war total in Gedanken versunken, als sein Handy klingelte. Er zog es aus der Hosentasche.
“McGarrett.” Meldete er sich kurz. Er hörte und dann, “bin unterwegs!” Er beendete das Gespräch, stand auf, steckte sein Handy zurück in die Hosentasche und ging dann schnellen Schrittes zurück zum Haus.
Als er drinnen bei der Treppe war, schaute er nach oben. Er überlegte, ob er schnell nach oben gehen sollte, um Cathy bescheid zu sagen, dass er noch einmal weg musste. Entschied sich dann aber dafür, zum Schreibtisch zu gehen. Dort nahm er ein Blatt Papier und einen Stift, schrieb schnell eine Nachricht darauf, legte es dann auf den runden Esstisch und verließ das Haus.

Steve hielt seinen Pick up vor der Absperrung zum Parkplatz der First Hawaiian Bank. Stieg aus und passierte die Absperrung. Seine Dienstmarke war sichtbar am Hosenbund angebracht. Danny kam ihm entgegen.
“Womit haben wir es hier zutun?”
“Womit wir es hier zu tun haben!?” Fragte Danny zurück. “Also ich würde sagen, wir haben es hier mit einer ganz üblen Sorte von Bankräubern zutun.”
Steve ging mit schnellen Schritten über den Parkplatz und sah sich dabei um. Noch immer saßen Passanten einfach am Boden. Polizisten vom HPD knieten bei einigen und befragten sie. Die Leute von der Spurensicherung hatten ihre Arbeit aufgenommen. Steves Blick fiel auf die Blutlache und die Kreideumrisse.
Danny folgte Steves Blick. “Denn obwohl sie das Geld bereits hatten und sich ihnen niemand in den Weg stellte, schossen sie sich förmlich ihren Weg frei.”
Steve sah Danny erstaunt an, während er weiter in Richtung der Bank ging.
“Die haben einfach grundlos um sich geschossen?”
“Ja genau. Einfach ein großes Feuerwerk veranstaltet.”
Sie gingen durch den Eingang und blieben in der Schalterhalle stehen. Steve verschaffte sich einen kurzen Überblick über sie Situation hier drinnen. Er sah die drei Blutlachen auf dem Teppich.
Man hatte einige Stühle herangeschafft, auf denen jetzt Kunden, sowie Angestellte saßen. Der Schock, unter dem sie standen, war ihnen noch immer anzusehen. Einige wurden bereits von Polizisten befragt.
Chin, der bei einem Zeugen in Anzug, stand, erfasste zufällig den Blick von Steve. Er bedankte sich bei dem Mann für seine Aussage und kam dann Steve und Danny entgegen. Er hielt seinen kleinen Notizblock und einen Stift in der Hand. Als er Steve einen kurzen Überblick gab.
“Es waren drei, alle ganz in Schwarz mit Masken im Gesicht.” Chin pausierte kurz, sah dabei abwechselnd zu Steve und Danny. “Weihnachtsmannmasken!”
“Wow“ machte Danny, “das ist mal was Neues. Drei schwarze Weihnachtsmänner überfallen im Februar eine Bank. “
Steve sah Danny etwas schief von der Seite an. Manchmal konnte Dannys trockener Humor echt nerven.
“Wie viel haben sie erbeutet?” Wollte Steve wissen.
“Genau kann man es noch nicht sagen. Aber schätzungsweise 250.000 $.”
Kono kam auf sie zu. Offensichtlich hielt sie etwas in der Hand.
“Was hast du da?” Fragte Steve sie.
“Die Speicherkarten aus den Überwachungskameras.”
Steve nickte: “Gut, die sehen wir uns im Büro an. Was ist mit den Zeugen? Kann einer eine brauchbare Aussage machen?”
Chin schüttelte resigniert den Kopf. “Leider nicht. Aber alle sagen bisher das Gleiche. Es hat nur einer von den Dreien geredet. Und zwar der, der hinter dem Schaltertresen stand und die Kassiererin, die das Geld einsammeln musste, im Auge behielt.“
Steve nickte. “Okay sehen wir uns die Aufzeichnung der Kameras an.”

Kono hatte die Speicherkarten bereits in den Computer eingesteckt. Über das Tastaturfeld öffnete sie die Erste und die Bilder der Kamera am Eingang erschienen auf dem mittleren Wandschirm. Alles war normal.
“Lass vorspulen, Kono.” Der normale Schalterbetrieb interessierte Steve nicht.
Erst als die drei Männer in die Bank stürmten, ließ Kono das Bild wieder in der normalen Geschwindigkeit laufen. Wirklich weiter brachte es sie allerdings nicht. Keiner war durch die komplette schwarze Kleidung und der Masken zu erkennen.
“Okay. Das Einzige was wir damit anfangen können, ist die Größe, das ungefähre Gewicht der Einzelnen und ihre Waffen zu bestimmen.“ Steve rieb sich mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand über die Augen.
“Was ist mit der Kamera draußen?”
“Am vorderen Eingang gibt es keine. Nur für den Geldautomaten, aber die erfasst nicht den Parkplatz.”
“Mist. Gut, das HPD soll sich mit der Auswertung der Zeugenaussagen beeilen. Vielleicht ist ja doch was Brauchbares dabei. Was ist mit dem Fluchtwagen?”
Danny schüttelte den Kopf. “Niemand hat sich das Kennzeichen gemerkt. Nur, dass es ein schwarzer Dodge Journey war. Straßensperrungen sind eingerichtet. Aber eher finden wir eine Nadel im Heuhaufen.”
Steve sah reihum Chin, Kono und Danny an.
“Okay - Kono bring die Speicherkarten zu Charlie. Der soll raus holen, was er kann.” Steve warf einen Blick auf seine Uhr. “Wir treffen uns alle morgen früh hier.”
“Morgen früh?” Danny drehte sich, mit den Händen in den Hosentaschen, zu Steve.
“Ja“ nickte dieser.
“Du fährst morgen früh nach Maui.”
“Nein werde ich nicht.”
“Oh doch. Du wirst!”
“Danny…”
“Nein Steve. Du wirst morgen früh zusammen mit Cathy in deinen Pick up steigen, zum Hafen fahren, dort in das Boot einsteigen und dich auf den Weg nach Maui machen.“
“Danny, wir stecken mitten in einem Fall.“ Wandte Steve ein.
“Wir kommen zwei Tage auch ohne dich zurecht. Wie hast du einmal zu mir gesagt? Family first! Jetzt trifft das eben Mal auf dich zu.”
Steves Blick ging von Danny zu Chin und Kono.
“Danny hat recht. Cathy ist jetzt einfach wichtiger. Wir schaffen das schon und wenn nicht, wir haben ja noch das hier.” Chin zog sein Handy aus der Hosentasche und hielt es hoch.
Steve musste resignieren. “Okay - aber ihr ruft an, wenn was ist.”





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dvosen
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BeitragThema: Re: Ohne Rücksicht (Fertiggestellt)   Do Jun 07, 2012 11:19 am

Kapitel 5


Im Haus war alles dunkel, als Steve die Tür aufschloss.
Er betätigte den Lichtschalter und ging zum Tisch. Der Zettel, den er Cathy geschrieben hatte, lag noch genauso dort, wie er ihn hingelegt hatte. Er sah auf die Uhr. Die Zeit reichte, um sich ins Bett zu legen und noch ein paar Stunden zu schlafen, also ging er nach oben.
Er kam an Cathys Zimmer vorbei und blieb plötzlich stehen. Für einen Moment lauschte er, aber drinnen war alles ruhig. Er überlegte, ob er nicht doch noch einen Blick hin einwerfen sollte, dann drückte er vorsichtig die Klinke herunter. - Cathy hatte tatsächlich nicht abgeschlossen. Vorsichtig und leise öffnete er die Tür. Im Zimmer war alles dunkel, aber durch die Flurbeleuchtung fiel ein schwaches Licht hinein, sodass er Cathy auf dem Bett liegen sehen konnte. Wieder zögerte er für einen Moment, bevor er mit leisen Schritten weiter ins Zimmer hinein ging, vor ihrem Bett stehen blieb und auf sie hinunter sah. Auf der Seite liegend, mit dem Rücken zu ihm, lag sie da. Tief und fest schlafend, zusammengerollt wie ein kleines Kind. Aber sie hatte sich weder ausgezogen noch zugedeckt. Steve blickte sich im Zimmer um. Auch bei dem schwachen Licht, das von der Flurbeleuchtung herein fiel, konnte er die heillose Unordnung im Zimmer sehen. Sein Blick fiel auf einen der Sessel, er ging hin, nahm die Wolldecke herunter, die über der Rückenlehne lag und damit wieder zum Bett. Vorsichtig deckte er Cathy mit der Decke zu. Er blickte noch einmal zu ihr herunter. Sie sah so friedlich, klein und verletzlich aus, wie sie so da lag.
Und dann tat Steve etwas, das er zuvor noch nie getan hatte, er beugte sich zu ihr hinunter und gab ihr vorsichtig und ganz leicht, damit Cathy nicht aufwachte, einen Kuss auf ihren Haarschopf. Er kam wieder hoch, ging zur Tür und schloss diese wieder leise von außen.

Zur gleichen Zeit fuhr ein schwarzer Dodge Journey die Diamond Head Road entlang.
Irgendetwas schien der Fahrer des Wagens zu suchen, denn er fuhr, trotz das die Straße gut einsehbar und leer vor ihm lag, sehr langsam.
Plötzlich schien er gefunden zu haben, was er suchte, denn er hielt an und setze dann ein paar Meter zurück, blieb dann wieder stehen, um auf einen kleinen Seitenstreifenparkplatz zu fahren. Als der Dodge dort zu stehen kam, entstiegen ihm drei komplett schwarz gekleidete Männer. Der, der aus dem hinteren Teil des Wagens gestiegen war, beugte sich auf die Rücksitzbank und holte von dort nach und nach drei Rucksäcke heraus und reichte sie an seine zwei Kumpels weiter.
Es waren die gleichen Männer, die ein paar Stunden zuvor die First Hawaiian Bank überfallen hatten.
Sie blickten sich schnell nach allen Seiten um. Die Gegend war menschenleer. Aber ein paar Meter weiter entfernt, stand ein dunkelblauer Ford Mustang und auf diesen ging einer von ihnen nun zu, die beiden anderen hingegen machten sich am Kofferraum zu schaffen. Während ihr Kumpel auf den Ford zuging und dabei seine Waffe aus dem Hosenbund zog, holten die beiden jeder einen Kanister aus dem Kofferraum und schütteten deren Inhalt über den Dodge.
Der andere stand inzwischen an der Fahrertür des Ford. Der Wagen war leer. Offenbar vergnügte sich der Fahrer grade anderweitig am Strand unterhalb der Road. Schnell schlug er die Scheibe mit dem Lauf seiner Waffe ein. Die Alarmanlage sprang zwar sofort an, aber er war schnell auf dem Fahrersitz, beugte sich nach unten und riss gezielt an einem Kabel, sodass der Alarm sehr schnell wieder verstummte. In der Zwischenzeit waren seine beiden Kumpane auch schon auf dem Weg zu ihm. Der eine warf ein brennendes Feuerzeug auf den Dodge, der darauf hin sofort in Flammen aufging. Schnell stiegen sie in den Wagen, dessen Motor mittlerweile lief, da der eine den Motor bereits kurzgeschlossen hatte.
Mit quietschenden Reifen fuhren sie vom Parkplatz, der von dem brennenden Dodge in gleißendes Flammenlicht getaucht war, herunter und verschwanden in der Dunkelheit.
Unten am Strand waren der Fahrer und dessen Liebschaft inzwischen auf das Geschehen aufmerksam geworden. Bis er jedoch oben an der Road ankam, war von seinem Ford Mustang nichts mehr zu sehen und nur der ausbrennende Dodge Journey blieb zurück. Er nahm sein Handy zur Hand und verständigte die Polizei.

Danny wurde unsanft aus seinem Schlaf gerissen, da sein Handy unbarmherzig klingelte.
Schlaftrunken tastete er danach. “Willams,“ meldete er sich verschlafen.
Aber mit einem Schlag war er wach, als er hörte, was der nächtliche Störenfried ihm am anderen Ende mitteilte. Noch im Zuhören schwang er sich aus dem Bett.
“Wir sind in zehn Minuten da.”
Er legte auf und drückte sofort eine der Kurzwahltasten. Während er darauf wartete, das Chin sich am anderen Ende meldete, klemmte er sich das Handy zwischen linke Schulter und Ohr und schlüpfte bereits in seine Hose.
“Chin - man hat den schwarzen Dodge gefunden. 3305 Diamond Head Road. Wir treffen uns da.”
Er legte auf, ehe Chin antworten konnte. Er steckte das Handy in seine Hosentasche, zog sich Socken und sein Hemd an, schlüpfte in seine Schuhe, schnappte sich den Autoschlüssel und war schon zur Tür raus. Auf seine Krawatte verzichtete er ausnahmsweise. Dafür hatte er jetzt keine Zeit.
Er war froh, dass er dem HPD am Abend noch mitgeteilt hatte, das alle Anrufe, während des gesamten Wochenendes, auf sein Handy gehen sollten. Steve sollte unter keinen Umständen behelligt werden.


Kapitel 6

Die Diamond Head Road war eine sehr lange Straße, die um den gesamten Krater herumführte.
Aber dank der Nummer, die ihm Duke durchgegeben hatte, brauchte er nicht um den gesamten Berg herum fahren. Schon von weiten sah Danny die Stelle. Die Straße war gesperrt und helle gleißende Scheinwerfer erhellten den Fundort. Die Feuerwehrleute waren grade dabei ihren Schlauch wieder einzurollen. Hier gab es jetzt für sie nichts mehr zu tun. Alles Weitere war Sache des HPD und von five 0.
Danny stoppte seinen Camaro am Seitenrand. Direkt hinter ihm hielt Chin und kurze zeit später kam auch Kono in ihrem roten Chevy. Beide kamen auf Danny zu, der auf sie wartete.
“Ist ja wohl nicht mehr viel übrig geblieben für uns.” Zeigte Chin auf das völlig ausgebrannte Auto.
Duke hatte sie bereits gesehen und kam ihnen entgegen, während sie zum Wrack gingen.
“Sieht ganz danach aus, als hätten unsere Bankräuber das Fahrzeug gewechselt. Entkommen sind sie mit einem dunkelblauen Ford Mustang Roadster Baujahr 2009. Nachdem sie den,” Duke zeigte auf das Autowrack, “in Flammen haben aufgehen lassen. Fahndung ist raus.“
Danny blickte sich um. Häuser waren hier nirgends zusehen. “Wo war der Besitzer?” Wollte Danny wissen.
“Der hatte mit seiner Freundin ein Schäferstündchen unten am Strand. Er hörte, wie der Alarm an seinem Wagen ansprang. Aber bis er hier war, war sein Auto bereits weg und der Dodge stand in Flammen.”
“Ich würde sagen das war sein Glück. Wären die beiden im Wagen gewesen, hätten wir jetzt wohl zwei Tote mehr.” Stellte Chin fest. Er besah sich das ausgebrannte Fahrzeug. “Also Fingerabdrücke werden wir hier keine mehr finden. Was ist mit dem Kennzeichen des Dodge, Duke?”
“Haben wir schon sichergestellt. Der Wagen wurde gestern Morgen in Waimalu als gestohlen gemeldet. Wir sind grade dabei, das zu überprüfen.”
Danny blickte sich noch einmal um. Die Sonne begann bereits, aufzugehen. Er zeigte noch mal auf das, was von dem Dodge übrig geblieben war.
“Also hier kommen wir nicht weiter. Duke, ich muss so schnell wie möglich wissen, was die Überprüfung des Halters von dem Dodge ergeben hat.”
Chin und Kono waren inzwischen dabei, den Boden des Parkplatzes abzusuchen. Die Stelle wo der Mustang zuvor gestanden hatte war markiert. Und genau dort waren, zwar nicht besonders deutlich, aber immerhin, Fußabdrücke zu sehen. Kono und Chin holten beide ihre Handys heraus und fotografierten die Abdrücke. Dann gingen sie, ihre Blicke auf den Boden gerichtet, langsam rüber zu dem Dodge.
Aber sie fanden nichts mehr, was sie weitergebracht hätte.

Etwa zur gleichen Zeit war Steve bereits geduscht und angezogen.
Er betrat Cathys Zimmer, sie lag noch in fast der gleichen Position, wie schon am Abend und schlief. Steve berührte leicht ihre Schulter. “Hey Cathy.“ Nichts tat sich.
“Cathy“ versuchte er es erneut. Sie schüttelte leicht mit der Schulter und gab ein nicht zu verstehendes murmelndes Geräusch von sich. Jetzt strich er ihr leicht über ihren Haarschopf. “Hey Kleines.“
“Lass mich“ kam es leise von Cathy zurück und sie wehrte mit der linken Hand seine Berührung ab.
Steve setzte sich auf die Bettkante und sah sie an.
“Hey komm schon. Ich weiß, dass du wach bist.”
“Na und. Lass mich. “
“Komm schon. Steh auf, mach dich fertig und pack deine Sachen ein, die du bis morgen brauchst.” Dabei blieb er ganz ruhig.
“Ich komm nicht mit. Lass mich in ruhe und weiterschlafen,” kam es trotzig von ihr zurück.
Steve stand auf. Seine Augenbrauen zogen sich nach oben. Langsam war er dann doch wieder mit seiner Geduld am ende.
“Oh nein. Du wirst jetzt aufstehen und dich fertigmachen. Ich mach in der Zwischenzeit schon mal Frühstück. Wenn ich damit fertig bin, erwarte ich, dass du unten bist. Wenn nicht - ich kann auch einen Eimer mit Wasser füllen und ihn dann hier über dich ausleeren!” Mit diesen Worten drehte sich Steve herum und ließ Cathy allein.
Die hörte, wie Steve zwar aus dem Zimmer ging, aber die Tür offen stehen ließ. Sie drehte sich auf den Rücken und starrte an die Decke. Sie überlegte kurz, was sie tun sollte. Sie hatte keine Lust auf “Familienausflug”. Es würde sowieso wieder nur in Streit ausarten. Und auf diesem Boot konnte sie Steve noch nicht einmal aus dem Weg gehen. Andererseits hatte sie aber wohl auch keine andere Wahl. Sie wusste, dass Steve seine Drohung mit dem Wassereimer wahr machen würde. Also schwang sie langsam ihre Beine aus dem Bett. Erst da bemerkte sie die Wolldecke, sie konnte sich jedoch nicht daran erinnern, dass sie sich damit zugedeckt hatte.

Als Cathy endlich runter kam, stand bereits alles auf dem Tisch. Steve stellte grade noch die Müslibox dazu und setzte sich dann.
Cathy warf ihre Sporttasche, in die sie die nötigsten Sachen gepackt hatte, achtlos in die Ecke.
Steve registrierte dies zwar mit einem Stirnrunzeln, sagte aber nichts. Cathy sah ihn herausfordernd an, wartete auf seine Reaktion, und als diese ausblieb, ließ sie sich auf dem Stuhl ihm gegenüber nieder. Ihr Blick ging unauffällig über den gedeckten Tisch und fiel dabei auf den noch warmen Toast, den Ahornsirup, die French Toastscheiben und die frischen Pfannkuchen. Sie war überrascht und eigentlich freute sie sich darüber. Doch sie ließ sich nichts anmerken. Zumindest versuchte sie es. Steve jedoch registrierte es mit einem kaum sichtbaren Lächeln. So gut konnte sie sich dann doch nicht verstellen, als das Er die leichte Freude in ihren Augen nicht sah.
“Was ist? Willst du nichts essen?” Fragte er, als er die Müslischale vor sich füllte und dann mit Milch auffüllte.
“Ich hab keinen Hunger!” kam es von Cathy zurück. Sie stützte sich mit den Ellenbogen auf den Tisch auf und wartete darauf, dass Steve fertig wurde. Dieser sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an, verkniff sich aber jeglichen Kommentar.

Dreißig Minuten später bestiegen beide Steves Pick up. Sie fuhren von Aina Haina, wo Steves Haus stand, über den Lunalilo Freeway zum Yachthafen an der Holomoana Street, wo Steve den Wagen auf einem Parkplatz direkt am Pier abstellte.
Er stieg aus, ging nach hinten zur Ladefläche und holte seine und Cathys Tasche herunter. Mit beiden Taschen in den Händen sah er zur Beifahrerseite. Cathy machte keinerlei Anstalten auszusteigen. Also ging er nach vorne, stellte Cathys Tasche auf den Boden und öffnete die Beifahrertür.
Cathy hatte sich noch nicht einmal abgeschnallt. Er stellte nun auch seine Tasche ab, beugte sich über sie, tastete nach dem Anschnaller und löste den Gurt.
“Würdest - du - bitte - aussteigen.” Forderte Steve sie dann langsam auf.
Cathys Blick traf ihn genau in die Augen und dieser sagte ihm, dass dies wohl kein angenehmes Wochenende werden würde.
Steve stellte sich mit dem Rücken gegen die weit geöffnete Tür und wartete darauf, dass Cathy seiner Aufforderung endlich nachkam.
“Was tust du eigentlich, wenn ich nicht aussteige und hier sitzen bleibe?”
Steve legte den Kopf ein wenig zur Seite und zog seine Augenbrauen zusammen und beide sahen sich jetzt direkt in die Augen.
“Okay - Hör zu. Entweder du steigst jetzt aus, oder -,” er ließ dieses oder kurz in der Luft stehen,
“oder ich bringe zuerst unsere Taschen dort auf dieses Boot,“ dabei zeigte er auf die Bayliner Crusier, eine, etwas mehr als zehn Meter lange, Yacht, die direkt vor ihnen am Pier lag, “komme zurück und trage dich rüber! - Du hast also die Wahl, wie du dieses Boot betrittst. - So oder so - du kommst mit!”
Cathy hielt seinem Blick weiterhin stand. Und an diesem Blick konnte sie ablesen, dass er tun würde, was er sagte. Also entschloss sie sich, allerdings nicht ohne einen lang gezogenen Seufzer, der deutlich machte, dass sie dies nicht freiwillig tat, auszusteigen.
“Also gut. Wenn du dir und mir unbedingt das Wochenende versauen willst.”
Steve verzog die Mundwinkel zu einem leichten Lächeln. “Wir werden sehen.” Denn er wusste inzwischen, wie er Cathy erreichen konnte, ohne dass sie sich anschrien.
Er hoffte nur, dass sein Plan auch aufgehen würde, denn dazu brauchte er, von mindestens einem, Hilfe. Die er, allerdings nicht beeinflussen konnte.


Kapitel 7

Der schwarze Ford fuhr zügig über den Kalanianaole Highway.
Noch war es dunkel. Doch in knapp einer Stunde würde die Sonne aufgehen, Bis dahin mussten sie die Insel verlassen haben.
“Hier rein.” Sagte der auf der Beifahrerseite, als sie an eine kleine Straßeneinmündung kamen.
“Bist du sicher?” Wollte der Fahrer wissen.
“Klar bin doch gestern noch hier gewesen.”
Der Fahrer lenkte den Wagen also rechts in die kleine Straßeneinmündung.
“Und jetzt links.”
Sie fuhren nun die Portlock Road entlang. Hier stand kein Haus unter 1 Million Dollar. Als sie an einem sogenannten Wendehammer ankamen, zeigte der Beifahrer nach vorn.
“Da ist es.”
Der Fahrer fuhr rechts an den Seitenstreifen. Als er die Fahrertür öffnete und ausstieg. ließ er den Zündschlüssel einfach stecken.
Auch sein Kumpel auf dem Beifahrersitz stieg aus.
Der Dritte, der auf dem Rücksitz platz genommen hatte, kippte den Sitz nach vorn. “Hier, nimm mir das Mal ab.” Er reichte die Rucksäcke nach draußen und kletterte dann aus dem engen Wagen.
“Also los. Wir sollten langsam zusehen, dass wir von der Insel kommen.”
Sie setzten sich in Bewegung und hielten geradewegs auf das großzügige Anwesen zu. Das Grundstück war von einer weißen Steinmauer umgeben, die allerdings nicht sehr hoch war und somit kein wirkliches Hindernis für die Drei darstellte.
Sie hatten sich jeder einen Rucksack über eine Schulter gehangen und liefen auf das Haus zu, das im Dunkeln lag.
Sie hatten allerdings nicht vor erst um das Haus herum zulaufen, um sich eine geeignete Stelle zu suchen, an der sie ins Haus kamen. Sie nahmen den Vordereingang. Und das auf ziemlich dreiste Art und Weise.
Der, der auch den Wagen gefahren hatte, legte seinen Finger auf den Schellenknopf. Dieses laute DING DING DONG, konnten sie bis vor die Tür hören. Er musste 3-mal auf die Schelle drücken, bis sich im Haus endlich was tat. Da die massive Holztür keine Fenster hatte, konnte von drinnen auch nicht gesehen werden, wer da zu so früher Stunde draußen stand.
Er klopfte jetzt auch noch laut gegen die Tür.
“Hallo, wer ist da?” Kam eine Männerstimme von drinnen.
“Sir entschuldigen sie die Störung. Hier ist das HPD. Wir wurden verständigt, dass ihr Tor offensteht. Ist bei ihnen alles in Ordnung?“
Sie hörten, wie die Tür geöffnet wurde. “Mein Tor steht…“ Weiter kam der offensichtliche Hausherr, der in einem Pyjama, über den er einen Hausmantel trug, in der Tür stand nicht, denn so wie er die Tür öffnete sah er in den Lauf einer Kimber Custom. Er wurde sofort zurückgedrängt. Auch die anderen beiden hielten ihre Waffen in den Händen.
“Wer ist noch im Haus?”
“Niemand. Ich bin allein.” Antwortete der Hausbesitzer voller Angst.
Die Drei Männer glaubten ihm dies jedoch nicht. Der mit der Kimber Custom in der Hand holte mit der Waffe aus und schlug ihm damit ins Gesicht. Er fiel zurück und auf den Boden. Eine hässliche Blutspur zog sich durch sein Gesicht.
“Los geh nachsehen, wer noch im Haus ist.” Forderte der, der den Hausherrn geschlagen hatte, einen seiner Kumpels auf. Und zu dem am Boden liegenden, “Los hoch mit dir!”
Mühsam rappelte sich der Geschlagene hoch.
“Wo sind die Schlüssel für das Boot und das Auto?”
“Was?”
“Hörst du schlecht? Wir wollen die Schlüssel für dein Boot und dein Auto!”
In dem Moment kam der, der zuvor auf dem Beifahrersitz gesessen hatte, mit einer durchaus sehenswerten blonden schlanken Frau zurück. Er hatte sie hart an den Haaren gepackt, sodass sie vor Schmerzen schrie.
“Hier hab ich noch jemanden. Hey die sieht so aus, als hätte sie`s lange nicht mehr besorgt gekriegt. Währ doch nen netter Zeitvertreib.” Dabei grinste er lüstern.
“Lass den Scheiß! Dafür haben wir jetzt keine Zeit.”
Und zu dem Mann: “Los rück endlich die Schlüssel raus, oder ich verpass deiner Frau ne Kugel.”
Das zeigte Wirkung.
“Bitte nein. Ich hole sie.”
“Geh mit. Damit er keine Dummheiten macht.”
Der dritte folgte, ebenfalls bewaffnet, dem Mann und kam wenig später mit ihm und den Schlüsseln zurück.
“Na bitte. Warum nicht gleich so.” “Und jetzt sagt, Leb wohl.”….


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BeitragThema: Re: Ohne Rücksicht (Fertiggestellt)   Mi Jun 13, 2012 11:28 pm

Kapitel 8


Steve stellte seine Tasche in der Kajüte ab. Drehte sich zu Cathy um, die immer noch an der kleinen Küchenzeile stand und ihren Blick durch das Innere der Yacht schweifen ließ.
Es war alles vorhanden. Rechts von ihr eine kleine Küchenzeile mit Spüle, Kühlschrank, einem kleinen Kochfeld, Kaffeemaschine und sogar eine Mikrowelle. Gegenüber eine halbrunde gepolsterte Sitzecke mit einem ovalen Tisch davor. Hinten, oder besser vorne am Bug, befand sich ein Doppelbett, das von einer Seite zur anderen reichte und sich in seiner Form dem Schiffsrumpf anpasste. Um auf die Liegefläche zu gelangen, musste man vom Fußende aus reinkrabbeln.
“Du kannst deine Sachen da rein packen, wenn du willst.” Dabei zeigte er auf einen Schrank, der bis zur halben Höhe der Kajütendecke reichte.
“Und wenn nicht?” Fragte Cathy ziemlich schnippisch. Wenn Steve vorhatte, ihr das Wochenende zuversauen, dann würde auch sie dafür sorgen, dass er es am Ende bereuen würde, sie gezwungen zu haben, mit zu kommen.
Steve allerdings hatte nicht vor sich von Cathy provozieren zu lassen und so zuckte er nur kurz mit den Achseln. Er ging auf sie zu, packte sie leicht bei den Schultern und schob sie sanft zur Seite, um sich an ihr vorbei zuschieben. Bevor er die fünf Stufen nach oben aufs Bootsdeck und zum Steuerstand ging, öffnete er noch die Tür, die sich neben den Stufen und somit direkt vor der kleinen Küchenzeile befand.
“Das Bad ist übrigens hier.” Mit diesen Worten ließ er sie erstmal mit sich allein.
“Wo soll ich eigentlich schlafen?” Drang es von unten an seine Ohren, als er nach vorne zum Bug wollte, um dort die Leine zu lösen und den Anker hoch zuholen. Er beugte sich zum Kajüteneingang runter.
“Ich glaube, da ist genug Platz für uns beide.” Er zeigte auf das Doppelbett, welches wirklich groß genug für zwei war.
Cathy folgte mit ihren Augen seiner Handbewegung. “Na großartig!” war ihr einziger Kommentar.
Sie warf die Tasche am Fußende vom Bett auf den Boden und ließ sich rücklings auf das Nachtlager fallen. Sie könnte die gesamte Zeit einfach hier liegen bleiben überlegte sie, als sie spürte, wie sich das Boot langsam rückwärts bewegte. Dann bemerkte sie, dass sich die Yacht offenbar drehte und einen kurzen Augenblick darauf vorwärts fuhr. Für einige Minuten lief der Schiffsmotor relativ leise, bis sich das Boot in eine links Kurve legte. Der Motor wurde lauter und Steve gab offenbar Speed.
Cathy setzte sich auf, erhob sich dann vom Bett und stellte ihre Tasche darauf. Sie kramte darin herum, bis sie fand, was sie suchte. Sie blickte zur Treppe, die nach oben führte. Da Steve mit dem Steuern des Bootes beschäftigt war, konnte sie davon ausgehen, dass er nicht so plötzlich nach unten kam, also schlüpfte sie aus ihrer Jeans und ihrem T - Shirt und zog sich um.

Steve stand am Ruder, er hatte reichlich Speed drauf und die Küste von Oahu entfernte sich immer mehr.
Er sah runter zum Kajüteneingang, als er Cathy hochkommen hörte. Sie hatte sich umgezogen. Wenigstens etwas dachte er und sah sie von oben bis unten einmal kurz an. Sie trug jetzt eine kurze Jeansshorts und ein knappes graues Oberteil, das ihr, bei weitem, nicht einmal bis zum Bauchnabel reichte. Aber Okay. Hier auf dem Boot hatte er nichts dagegen.
Cathys Blick ging über das Deck. Rechts neben dem Kajüteneingang befand sich eine weiße, gepolsterte zweisitzige Bank. Hinten links am Heck eine ebenfalls weiße gepolsterte Eckbank mit einem kleinen fest verankerten Tisch davor. Daneben in der Mitte des Hecks war eine Klappe, die man öffnen konnte, um von dort aus ins Wasser zu gelangen.
Cathy sah zum Bug. Das Bugdeck war relativ lang gezogen und sie zeigte jetzt nach vorn.
“Kann ich mich da hinlegen?”
Steve folgte ihrem Blick, “klar.” nickte er kurz. “Aber pass auf, dass du nicht ausrutscht.”
Cathy ging, sich an der Reling festhaltend, nach vorn und setzte sich aufs Deck. Sie hatte ihr Handy dabei, an dem sie das Kabel mit den Ohrstöpseln schon eingesteckt hatte. Sie schaltete es ein, steckte sich die Stöpsel in die Ohren und legte sich dann der länge nach mit dem Rücken aufs Deck. Sie verschränkte die Arme unter ihrem Kopf und schloss die Augen.
Steve sah immer wieder zwischendurch zu Cathy nach vorn. Die lag da, auf dem Rücken und rührte sich nicht. Er warf einen Blick auf seine Uhr. Es war jetzt kurz nach halb zehn am Morgen. Er schätzte, dass sie gegen fünf Uhr am Nachmittag in Lahaina auf Maui ankamen. Wenn sein Plan funktionierte. Was er inständig hoffte. Ansonsten würde er sich etwas einfallen lassen müssen, denn das letzte, was er gebrauchen konnte, war, das sein geplantes Gespräch mit Cathy wieder in einem Streit endete.
Er sah immer wieder mal auf den Kompass, nahm das Fernglas, das oben auf dem Armaturenbrett lag, zur Hand und suchte das Wasser ab. Außer ein paar Delfinen konnte er jedoch nichts ausmachen.
Er legte das Fernglas zurück und gab noch ein wenig mehr Speed.

Vorne am Bug hing Cathy ihren Gedanken nach. Sie bekam langsam Hunger. Aber nach hinten gehen und Steve fragen, ob er daran gedacht hatte etwas zu essen an Bord zubringen? Nein. Das verkniff sie sich lieber. Sie konnte sich sein Gesicht vorstellen, wenn sie ihm sagte, dass sie Hunger hätte. Und den Triumph wollte sie ihm nun wirklich nicht gönnen. Andererseits, sie konnte nicht ewig hier liegen bleiben. Sie wusste ja nicht einmal, wie lange die Fahrt nach Maui dauern würde. Sie setzte sich auf und stütze sich mit den Armen nach hinten auf dem Deck ab. Ihr Blick ging dabei übers Meer. Land war nirgends zu sehen. Aber in einiger Entfernung sah sie immer wieder etwas aus dem Wasser springen. Zuerst wusste sie nicht, was sie da sah, doch dann wurde ihr klar, dass dies Delfine sein mussten. Sie hatte noch nie zuvor Delfine gesehen, außer natürlich im Fernseher. Eine Weile sah sie noch gebannt rüber, dort hin, wo die Delfine immer wieder aus dem Wasser sprangen. Dann legte sie sich wieder auf den Rücken, verschränkte erneut die Arme hinter ihren Kopf und schloss die Augen. Sie würde noch eine halbe Stunde warten, bis sie nach hinten gehen würde, um Steve zu fragen, wie es mit etwas zu essen aussah.
Steve hingegen hatte sie beobachtet, als sie zu den Delfinen rüber sah. Ein leichtes Lächeln lag auf seinem Gesicht. Er schien richtig zu liegen mit seinem Plan. Jetzt musste nur noch das auftauchen, wovon er sich erhoffte, dass dieser Anblick Cathy umgänglicher machen würde und er sie somit in ein vernünftiges Gespräch verwickeln konnte. Er nahm sich wiederholt das Fernglas und suchte das Wasser ab.
Und dann entdeckte er es.
Etwa eine dreiviertel Meile vor ihnen sah er die kleine Wasserfontäne, dann noch eine und auch noch eine Dritte. Er drückte den Speedhebel rechts neben sich nach unten und verlangsamte so die Fahrt. Er beobachtete jetzt das Meer sehr genau, denn er musste wissen, ob es sich auf sie zu bewegte oder weiter weg. Aber er hatte Glück. Die nächste Wasserfontäne, die er sah, war schon näher. Er stoppte den Motor komplett, ging nach vorne zum Bug und wollte grade den Anker herunter lassen, als Cathy sich aufrichtete. Sie hatte bemerkt, dass er das Boot gestoppt hatte.
“Was ist los? Warum hältst du mitten auf dem Wasser?” Wollte sie wissen. Aber Steve deutete nur mit der Hand schräg nach vorn.
Cathys Augen folgten und dann sah auch sie die Wasserfontäne und im nächsten Augenblick tat sich, ein Stück davon entfernt, das Wasser auf. “Was ist das?” Fragte sie verwirrt.
“Das sind Buckelwale. Ich hab drei gesehen. Kann aber durchaus sein, dass da noch mehr sind.”
Mit einem lauten Rasseln fiel der Anker an der Kette nach unten und klatschte ins Wasser.
Cathy blieb vor Erstaunen der Mund offenstehen. “Das - das ist ja…“ Mehr brachte sie nicht heraus. Sie war inzwischen auf der Liegefläche ein wenig zur Seite gerutscht. Genau in die Richtung aus der, der riesige Körper des Wals zuvor aus dem Wasser geschossen war. Doch schon im nächsten Augenblick schoss wieder einer dieser gigantischen Walkörper fast senkrecht aus dem Wasser. Drehte sich ein wenig und ließ sich auf dem Rücken wieder auf das Wasser fallen.
Cathy rutschte ganz von der Liegefläche herunter und stand jetzt an der Reling, an der sie sich festhielt.
Steve, der noch vorne am Bug stand, sah sie von der Seite her an und er bemerkte das leuchten in ihren Augen. Er stellte sich neben sie und stützte sich mit den Unterarmen auf die Reling. Auch er schaute aufs Meer, als er erklärte.
“Sie kommen jedes Jahr zwischen Dezember und März. Sie bringen hier ihre Jungen zur Welt, ziehen sie auf, und wenn sie groß genug sind, machen sie sich auf den Rückweg nach Alaska.”
“Warum bleiben sie nicht hier?” Wollte Cathy wissen, als in nur knapp zweihundert Meter Entfernung schon der nächste Wal senkrecht aus dem Wasser in die Höhe schnellte und sich mit einem lauten Knall wieder aufs Wasser fallen ließ.
“Weil die Gewässer hier zu warm sind und sie nur schwer Nahrung finden. Deshalb müssen sie zurück in kältere Gewässer, wo davon reichlich vorhanden ist.”
Das Boot fing plötzlich an, leicht zu schwanken. Cathy sah über die Reling nach unten und wich erschrocken zurück. Grund dafür war der riesige Körper, der ganz dicht am Boot vorbei schwamm.
Steve bemerkte etwas belustigt Cathys weit aufgerissene Augen.
“Du brauchst keine Angst zu haben. Sie werden uns nichts tun. Die Leute von der Whale Foundation auf Maui tauchen sogar mit ihnen.”
“Echt? - Ich glaub dafür, würd ich sogar meine Angst - davor überwinden.” Dabei zeigte sie aufs Meer.
Steve zog erstaunt die Stirn hoch. “Du hast Angst vorm Wasser? - Jetzt sag bloß, du kannst nicht schwimmen?”
“Natürlich kann ich schwimmen.“ Entrüstete Cathy sich und damit sie nicht weiter darauf eingehen musste, “warum heißen sie eigentlich Buckelwale? Ich kann gar keinen Buckel sehen.”
“Dann pass mal auf, wenn sie auf und wieder abtauchen.“
“Da, siehst du es?” zeigte Steve nach vorn, als alle drei Wale auftauchten, ihre Rücken für einen Moment aus dem Wasser zeigten und wieder abtauchten, “wenn sie wieder abtauchen, machen sie einen Buckel, dadurch steht ihre Fluke dann fast senkrecht, bevor sie endgültig untertauchen.”
“Ich hab so was noch nie gesehen.” Cathy schien völlig überwältigt.
“Hm, dürfte auch schwer sein, - in Baltimore.” Steve drehte seinen Kopf zu Cathy.
Sie spürte Steves Blick, vermied es aber ihn anzusehen, sondern starrte krampfhaft aufs Meer hinaus. Dabei versuchte sie verzweifelt, die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken.
Steve wandte seinen Blick jetzt nicht mehr von ihr. Er wusste, dass er sie jetzt da hatte, wo er sie hin haben wollte. Er beugte den Kopf etwas nach vorn, um ihr halbwegs ins Gesicht sehen zu können und sah die Tränen, die ihr jetzt herunterliefen. Er richtete sich auf und drehte sich zu ihr.
“Hey,” sagte er fast liebevoll, fasste sie bei den Schultern, drehte sie zu sich und nahm sie in die Arme. Er spürte dabei, wie sie jetzt hemmungslos weinte. Mit einer Hand strich er ihr langsam über den Kopf.
“Ist ja gut. - Lass es ruhig raus.”
“Ich --- ich --- ich will doch eigentlich gar nicht weg.” kam es tränenerstickt von Cathy.
“Ich weiß.” War alles, was Steve im Moment dazu sagte.


Kapitel 9

Außer Danny waren sie nicht wieder nach Hause gefahren, sondern gleich ins Büro.
Chin hatte inzwischen die Fotos von den Fußabdrücken, die sie an der Diamond Head Road gemacht hatten, ausgewertet.
Kono war bereits bei Charlie Fong, dem Spezialisten vom Kriminal Labor des HPD gewesen, um die Auswertung der Überwachungskamera zu holen, als Danny, geduscht, mit neuer Hose, sauberem Hemd und - Krawatte herein kam.
“Und wie sieht`s aus?”
Chin ließ Kono den Vortritt.
“Also der hier,” damit warf sie das Bild von dem, der am Eingang gestanden hatte, auf den linken Bildschirm. “Ist etwa 1,75 groß und 70 Kilo schwer. - Der etwa 1,80 und 75 Kilo schwer.” damit warf sie das Bild von dem, der hinter dem Tresen stand auf den mittleren Wandschirm. “Und der hier ebenfalls 1,80 und 80 Kilo schwer.” Damit erschien die Aufnahme von dem, der die Kunden in Schach gehalten hatte, auf dem rechten Bildschirm.
Nun war Chin an der Reihe. Doch anstatt sein Ergebnis ebenfalls an die Wandschirme zu werfen, zeigte er sie zunächst auf dem Computertisch.
“Okay dieses Profil gehört zu einem True Religon Bray MID, erkennbar an dem Stempel, der sich in der Fußmitte der Sohle befindet. Größe 44. Der hier ist ein VAN. Absolut typisch für die sind ihre gitterförmigen Sohlen. Nur der Fußballen weißt ein lochförmiges Profil auf. Größe 45 und der letzte ist ein Wolverine Boots. Erkennbar an der äußerst markanten Profilsohle. Ebenfalls Größe 45 -
Dieselben, wie Steve sie trägt.”
“Oh,” Danny, die Hände in den Hosentaschen, reckte den Kopf ein wenig nach oben. “Also, ich denke, den können wir ausschließen.”
“Ja. Das denke ich auch.” Lächelte Kono.
“Das ist nicht viel. Eigentlich gar nichts. Ich hab schon auf den anderen Inseln nachgefragt. Dort sind sie bisher nicht in Erscheinung getreten. Als nächstes...,“ weiter kam Danny nicht denn sein Handy klingelte.
“Detektiv Willams, - Okay. Wir kommen.”Unsere Jungs haben wieder zugeschlagen. Diesmal in Kuapa Pond.”
Alle drei setzten sich schnellstens in Bewegung.

Als sie das Ende der Portlock Road erreicht hatten, sah sich Kono sofort den blauen Ford an, der noch immer an der gleichen Stelle stand an dem die drei Bankräuber ihn abgestellt hatten.
“Wenn wir glück haben, haben sie Fingerabdrücke hinterlassen.” Kono ging zurück zu ihrem Auto, um den Spurensicherungskoffer zu holen.
Chin und Danny sahen zu dem offenen Garagentor.
“Scheint als seien sie wieder umgestiegen.” Meinte Chin.
“Ja. Nur haben sie diesmal das alte Fluchtfahrzeug stehen gelassen und nicht angezündet.” Bemerkte Danny, als sie auf dem Weg durch das offenstehende Tor waren.
“Das wäre hier zu auffällig gewesen.“ Chin deutete dabei in das Rund des Wendehammers, bevor sie endgültig das Grundstück betraten. Die Haustür stand ebenfalls offen.
Danny und Chin betraten das Haus. Die Einrichtung erinnerte Danny sofort an das Haus von Stiefstan und Rachel. Das hier war genauso Protzig und übertrieben. Sein zweiter Blick fiel dann auf die beiden Leichen. Er ging zu der männlichen Leiche und sah das Loch in dessen Kopf. Chin stand vor der Frauenleiche. Auch sie hatte ein Loch im Kopf.
“Die gehen wirklich ohne Rücksicht vor.” Bemerkte Chin
“Ja,“ nickte Danny. “Das war praktisch eine Hinrichtung. Sieht aus als wären die Schüsse aus nächster Nähe abgegeben worden.”
Ein Officer kam die große breite weiße Marmortreppe herunter. “Oben ist der Ankleideraum durchwühlt. Da ist Herrenkleidung die offenbar nicht Mr. Wesley, dem Hausbesitzer, gehört. Sieht so aus, als hätten sie sich andere Kleidung zu gelegt.”
Danny sah auf den Mann, der tot vor ihm lag. “Ja. Die Größe dürfte zumindest bei zwei von ihnen hinkommen. Chin, das sehen wir uns an.”
Er und Chin gingen nach oben.
Das Ankleidezimmer sah wirklich wüst aus. Fast alles war von den Kleiderstangen und Regalen herunter beziehungsweise herausgerissen worden.
Danny und Chin streiften sich schwarze Einmalhandschuhe über, die, sie aus ihren Hosentaschen zogen, und begannen damit die Kleidungsstücke zu untersuchen.
“Dies hier dürfte wohl von einem unserer Gesuchten stammen.” Chin hielt ein schwarzes Sweatshirt hoch. Das so gar nicht zu den anderen Kleidungsstücken passte.
“Ja und diese hier auch.” Danny zeigte auf zwei schwarze Hosen und Sweatshirts.” Das kommt alles mit ins Labor.”
Danny richtete sich auf. Im Zimmer standen zwei Beamte vom HPD. “Packt alles ein und sucht alles, aber auch alles nach Fingerabdrücken ab. Wer hat eigentlich das HPD verständigt?” Wollte er noch wissen.
“Das Hausmädchen.” Kam die Antwort von Duke, der zwischen Herrenschlafzimmer und Ankleideraum stand. “Sie kam heute Morgen, die Haustür stand offen und dann sah sie die beiden Leichen.”
“Kann ich mit ihr reden?”
Duke nickte. “Sie sitzt unten in der Küche.”
Danny ging an Duke vorbei, während Chin bei den Beamten blieb und dabei half die Kleidungsstücke ein zu tüten.
Danny zog sich auf dem Weg in die Küche seine Handschuhe aus. Er drückte die doppelte Schwingtür auf, die, die Küche von dem Rest des unteren Wohnbereiches trennte, und sah dann das Hausmädchen, verheult, am Tisch sitzen. Sie hielt ein zerknülltes Taschentuch in den Händen. Als sie Danny reinkommen hörte, blickte sie auf.
“Detektiv Willams five 0.” stellte er sich vor. Er wartete einen Augenblick, bis er die volle Aufmerksamkeit der jungen Frau hatte. Dann zog er sich einen der Küchenstühle heran und setzte sich neben sie. Er griff nach der Taschentuchpackung, die vor ihm auf dem Tisch lag, und reichte ihr ein Frisches. Ein kleines Lächeln huschte bei dieser Geste über ihr Gesicht.
“Ich muss ihnen leider ein paar Fragen stellen Miss…?”
“Palihana - aber sagen sie ruhig Kahina, so sagen alle,” Sie war Hawaiianerin. Anfang bis Mitte dreißig.
“Wann haben sie die Wesleys gefunden?”
“Ich bin wie jeden Tag um neun Uhr gekommen. Ich hab draußen schon die offene Garage gesehen und mich gewundert. Mister Wesley lässt nie das Garagentor offen, wenn er wegfährt. Ich hab dann vorne das Tor aufgeschlossen und da hab ich schon gesehen, dass auch die Haustür weit offenstand. Ja und dann bin ich vorsichtig reingegangen und hab sie da liegen gesehen.” Sie begann wieder zu schluchzen. “Oh mein Gott. Wer tut nur so etwas Schreckliches?”
Darauf konnte ihr Danny auch nicht antworten.
“Ist ihnen sonst noch etwas aufgefallen? Ich meine, fehlt sonst noch irgendwas, außer dem Wagen von Mr. Wesley?”
“Nein.” schüttelte sie den Kopf. “Jedenfalls nicht so weit ich gesehen habe. Es wurde ja nichts durchwühlt.”
Danny nickte. “Okay. Wenn ihnen doch noch etwas auffällt informieren sie uns bitte sofort. Es wird sie ein Officer vom HPD dann nach Hause fahren.” Danny verabschiedete sich von Kahina und ging wieder durch die Schwingtür nach vorne, wo man grade dabei war, die Leichen der Wesleys abzutransportieren.
Kono kam herein und blickte sich kurz um.
“Und fündig geworden?” Wollte Danny wissen.
“Ja. Der Wagen ist voll mit Fingerabdrücken. Ich muss sie nur noch herausfiltern. - Also die des Besitzers und dessen Freundin. Die restlichen dürften dann von unseren Bankräubern stammen.”
Danny war endlich einigermaßen zufrieden. “Scheint als hätten sie endlich den Fehler gemacht, auf den wir gewartet haben. “
Chin kam mit den Beamten des HPD die Treppe herunter. In den Händen hielten sie jeder einen großen Plastiksack, in dem sie die Kleidungsstücke verstaut hatten. Chin hielt außerdem noch einen kleineren durchsichtigen Beutel in der Hand.
“Die sind von unseren Bankräubern, die sie oben zurückgelassen haben. Denke, dass darauf auch DNA Spuren zu finden sein werden.”
“Gut. Dann an die Arbeit. Ich will die endlich zu fassen kriegen, bevor sie noch weitere Leichen hinterlassen.”
Danny machte sich auf den Weg nach draußen. Hier gab es für sie jetzt nichts mehr zutun.



Kapitel 10

Steve stand, noch immer Cathy in den Armen haltend, an der Reling. Langsam beruhigte sie sich.
Mit der rechten Hand hob er ihr Kinn ein wenig und Cathy sah ihn mit verschwommem Blick an.
“Ich denke, wir sollten reden.” Sagte er ganz ruhig.
“Warum? Warum jetzt?” Leise und noch immer von einem leichten Schluchzen begleitet, kam die Frage über ihre Lippen.
“Weil ich glaube, wenn wir es jetzt nicht tun, werden wir beide es bereuen. - Hör zu. Ich will nicht, dass du nach Baltimore zurückgehst. Noch dazu in eine fremde Familie. Verstehst du? Dein
Zuhause ist hier!”
Steve ließ Cathy los und setzte sich auf die Deckfläche, auf der Cathy zuvor gelegen hatte.
Cathy sah auf ihn hinunter. Diesen nachdenklichen, ja fast sanften liebevollen, Blick hatte sie das letzte Mal vor einem halben Jahr in seinen Augen gesehen.
Es fiel ihr immer noch schwer zu reden und die Worte kamen nur langsam und leise aus ihrem Mund.
“Ich fühl mich aber nicht so, als wenn ich hier Zuhause wär.”
Steves Augenaufschlag ging nach oben und seine Stirn legte sich dabei minimal in Falten. “Und warum nicht?”
“Das fragst du noch?” Cathys Stimme wurde dabei ein wenig lauter, aber sie schrie nicht. “Du gibst mir doch jeden Tag das Gefühl, das ich dir im Weg bin. Egal was ich mache, ich mach es in deinen Augen falsch. Und überhaupt. Es interessiert dich doch auch gar nicht, was ich tue. Das Einzige was du kannst ist, an mir rum meckern, wenn´s nicht so läuft, wie du´s willst. Nach dem Warum fragst du doch gar nicht.” Langsam stiegen ihr erneut die Tränen in die Augen, aber noch konnte sie, sie zurückhalten.
Steve legte den Kopf schief. “Wie kommst du darauf, dass du mir egal bist? Glaubst du, ich würde sonst wollen, dass du hier bleibst?”
Cathy zuckte mit den Schultern. “Keine Ahnung,” sie setzte sich jetzt neben Steve. Ihr Blick ging aufs Meer, die Wale waren nicht mehr zu sehen. “Sag du´s mir, warum ich hier bleiben sollte.”
“Weil, --- weil du meine Tochter bist und auch - wenn ich über fünfzehn Jahre nichts von dir gewusst habe, - bedeutest du mir sehr viel. Wahrscheinlich mehr als du ahnst”
“Und warum merk ich dann nichts davon? Ich meine, warum rastest du immer gleich aus, wenn mal was rum liegt. Was ist daran so verkehrt, das ich lieber Burger, Malasadas und Chicken Nuggets esse, anstatt Putenfleisch, Fisch und Gemüse? Danny isst auch Pizza, Burger und Coco Puffs und gestorben ist er davon auch noch nicht.”
“Oh, Moment. Lass Danny aus dem Spiel, ja. Der ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Wenn der irgendwann an Herzverfettung stirbt, ist das ganz allein seine Schuld. Aber für dich hab ich die Verantwortung. Und was das rum liegen von deinen Sachen betrifft. Warum kann man die Dinge, die man gebraucht hat, nicht wieder wegräumen? Wenn wir beide ständig alles rum liegen lassen, würden wir wahrscheinlich irgendwann nicht mehr zur Tür reinkommen. “
“Siehst du, du siehst das alles viel zu eng. Mom war nie so. Die hat es nie gestört, wenn ich mal ne Stunde später erst alles erledigt habe. Sie hat auch gefragt, warum ich dies oder das nicht konnte und mir dann geholfen. Du fragst ja noch nicht mal.” Jetzt liefen ihr dann doch wieder die Tränen herunter.
Steve kam sich jetzt grade ein wenig ratlos vor. “Wonach frage ich nicht?” Wollte er deshalb wissen.
“Na zum Beispiel, warum ich keinen Bock auf die Schule hier hab. Du verlangst von mir, dass ich mehr lernen soll. Was aber, wenn ich es gar nicht kapier.?Weil hier alles ganz anders ist als in Baltimore. Dich interessiert das doch gar nicht.”
“Stopp. Warum kommst du dann nicht zu mir und sagst was? Denkst du wirklich, ich würde dir nicht helfen? “
“Wann denn? Du bist doch den ganzen Tag nicht da und wenn, dann meckerst du sofort rum oder bist mit anderen Dingen beschäftigt. Du schließt mich doch aus deinem Leben total aus. Oder haben wir in dem halben Jahr auch nur einmal was zusammen unternommen?”
Steve wurde nachdenklich. Er hatte sein Verhalten bisher nie aus Cathys Sicht gesehen. Aber auch Cathy war seiner Meinung nach nicht ganz unschuldig an der ganzen verfahrenen Situation.
“Hey, auch wenn ich den ganzen Tag nicht zu Hause bin, du weißt, wo mein Büro ist. Du kannst jederzeit dort vorbei kommen. Meine Tür wird immer für dich offen stehen. Außerdem hab ich dich gefragt, ob du mit zum Schwimmen kommst. Du warst es, die nicht wollte und auch heute wärst du nicht mitgekommen, wenn ich dich nicht gezwungen hätte.”
“Ja richtig. Ein einziges Mal hast du gefragt. Und nach Maui wolltest du ja ursprünglich auch alleine. Warum hast du mich nicht einfach gefragt, ob ich mitkommen will, statt mich zu zwingen? Ich frag mich immer noch, warum du deine Absicht, allein zu fahren, so plötzlich geändert hast. Aber eigentlich kann ich` s mir denken, wahrscheinlich nur, weil du mir nicht vertraust. Ich könnte ja wieder irgendwo heimlich rauchen oder sonst was anstellen.”
“Meine Einstellung zum Rauchen kennst du, die hab ich dir mehr als deutlich gemacht. Darüber diskutiere ich auch nicht mehr. Trotzdem, ich misstraue dir nicht. Sicher. Zuerst wollte ich alleine fahren, aber auch, weil ich im Glauben war, das du überhaupt kein Interesse hast mit zukommen. Aber dann hab ich mir gedacht, entweder wir können hier auf dem Boot endlich vernünftig miteinander reden oder überhaupt nicht.”
Cathy drehte ihren Kopf zu Steve und ihre Augen füllten sich wieder mit Tränen. “Warum redest du so nicht zu Hause mit mir? Warum kannst du mich nicht einfach mal nur in den Arm nehmen? Mir einfach zeigen, dass ich dir nicht, so wie du sagst, egal bin?“
Steve war wie vor den Kopf geschlagen. Warum nur hatte er nicht gemerkt, dass Cathy sich von ihm zurückgestoßen fühlte? War er wirklich, durch das, was er in den letzten Jahren mitgemacht hatte, so abgestumpft, was seine Gefühle betraf? Dabei war doch das letzte, was er wollte, dass seine Tochter, die er wirklich über alles liebte, das Gefühl hatte, er wolle sie nicht bei sich haben.
Er legte ihr seinen linken Arm um ihre Schultern und zog sie zu sich. “Hey es tut mir leid. Hörst du, es tut mir unendlich leid, wenn ich dir das Gefühl gegeben habe, das ich dich nicht haben will, dass du mir egal bist. Denn das ist nicht wahr. Du bedeutest mir alles. Hörst du, ich würde alles für dich tun.”
“Und warum hast du mir das nicht schon viel früher gesagt oder gezeigt. Warum jetzt erst?”
Steve dachte einen Moment nach.“Vielleicht, weil wir beide uns doch ähnlicher sind, als wir es zugeben wollen, jeder auf seinem Standpunkt beharrt und beide warten wir darauf, dass der andere den ersten Schritt macht. Ich glaube, wir müssen beide lernen aufeinander zu zugehen und auf den anderen Rücksicht zu nehmen - und - ich muss wahrscheinlich auch noch lernen, wie eine
Fünfzehnjährige tickt.” Dabei stupste er ihre Nase leicht mit seinem rechten Zeigefinger an.
“Okay. Ich werde versuchen meine Sachen demnächst schneller weg zuräumen. Dafür musst du mir bei Mathe helfen und in hawaiianischer Geschichte. Davon hab ich nämlich nicht den geringsten Schimmer. Aber Burger und Malasadas ess ich trotzdem weiter.” Grinste Cathy.
“Darüber reden wir dann noch mal.” Entgegnete Steve mit gespieltem Ernst.
“Übrigens,“ fiel Cathy jetzt wieder ein, “hast du eigentlich daran gedacht was Ess - und Trinkbares an Bord zu bringen. Ich hab nämlich schon seit über zwei Stunden Hunger.”
“Du brauchst nur in den Kühlschrank zu gucken. Hab ich alles gestern schon an Bord gebracht.“ Steve stand auf. “ ch glaube wir sollten dann auch langsam weiter. Sonst kommen wir erst Morgen früh auf Maui an.” Er ging zum Bug um den Anker wieder herauf zuholen.
Cathy stand ebenfalls auf und sah zu wie Steve den Anker gekonnt wieder herauf holte. Als er damit fertig war, kam er die paar Schritte zurück, drehte Cathy bei den Schultern um, sodas ssie zum Heck sah und schob sie sanft nach vorn. “Wenn du was essen willst, musst du schon runter in die Kajüte und ich sollte jetzt ans Ruder, damit wir endlich nach Maui kommen.”

-

Sie waren schon ein ganz schönes Stück von Oahu entfernt, als der Motor anfing zu stottern.
“Hey Dex,” rief einer von beiden, die auf der Bank am Heck des Bootes saßen. “Was ist los? Ich dachte, du wüsstest, wie man damit umgeht!?”
Dex, der am Ruder stand rief, durch das noch vorhandene, wenn auch stotternde Motorengeräusch, “Weiß ich auch!” zurück. “Aber der verdammte Motor macht schlapp.”
Einer von beiden stand auf und stellte sich hinter Dex. “Und was jetzt?”
“Hey Rod., geh mir jetzt bloß nicht auf die Nerven!” Gab Dex bissig zurück.
Der, der noch auf der Bank saß, sah sich um. “Ich seh weit und breit kein Land. Ich werde auf keinen Fall schwimmen. Hier soll es Haie geben.”
“Du kannst doch sowieso nicht schwimmen, Lou.” Antwortete Rod mit einem Blick auf seinen Kumpel.
“Ey jetzt macht euch mal nicht ins Hemd. Heute ist Samstag, da sind jede Menge Fuzzis mit ihren Yachten unterwegs. Irgendeiner wird uns schon aufsammeln.” Er hatte das letzte Wort noch nicht ausgesprochen, als der Motor endgültig seinen Geist aufgab.
“Man. Ich hätte doch besser den Wagen nehmen sollen, anstatt auf diesen Kahn hier umzusteigen.” Maulte Lou.
“Ja? Und wie wolltest du von der Insel kommen? Was glaubst du, wie weit du gekommen wärst, wenn wir dich nicht eingesammelt hätten. Die Bullen werden die ganze Insel nach dem Wagen absuchen. Aber von dem Boot wissen sie noch nichts. Sonst wär uns schon längst die Küstenwache auf den Fersen. Also entspann dich und quatsch mir nicht die Ohren voll.”
Dex wurde allmählich sauer auf seinen Kumpel. Wenn es nach Lou gegangen wäre, würden sie noch immer in einem Auto über die Insel fahren. Aber er und Rod hatten ihn schließlich davon überzeugt, dass sie die Polizei in die Irre führen würden, wenn Lou mit dem Auto ein paar Meilen fahren würde und sie ihn dann an einer anderen Stelle einsammeln würden.
Und bisher schien ihr Plan auch aufzugehen. Wenn dieser verdammte Motor nur nicht
schlappmachen würde.
“Und was jetzt?” Wollte Rod so ganz nebenbei wissen.
“Wir warten einfach, bis uns jemand sieht und uns auf seine Yacht einlädt.” Grinste Dex und machte es sich im Fahrersitz bequem. Er nahm das Fernglas zur Hand und hielt Ausschau nach einem anderen Boot.

-

Danny und Chin standen am Computertisch. Inzwischen hatten sie den ballistischen Bericht vor sich liegen.
“Also Mr. Hollister, der aus der Bank, wurde mit einer Kimber Custom -Kaliber 45 erschossen, selbe Waffe und Kaliber wie bei der schwerverletzten Frau draußen. - Mrs. Branton mit einer Beretta 92 -19mm. Die beiden anderen, also Mr. Anderson, der mit dem Bauchschuss und das junge Mädchen, das einen Schuss in den Oberarm abbekommen hat, wurden von einer Ruger SR 9, ebenfalls 19mm, getroffen. Die Wesleys wurden ebenfalls mit einer Custom Kimber erschossen.“ Teilte Chin ausführlich mit.
“Okay,” Danny tippte auf dem Tastaturfeld des Computertisches herum, “dann wollen wir sie mal unseren Weihnachtsmännern zu ordnen.” Er zoomte das Bild auf dem rechten Wandschirm heran. So das man nun ganz gut die Waffe erkennen konnte, die der Bankräuber in der Hand hatte.
“Also der hier, hat eine Ruger SR. Also wurden von ihm Mr. Anderson und das Mädchen getroffen.”
Er tippte erneut auf dem Tastaturfeld herum. Das Bild auf den mittleren Bildschirm wurde herangezoomt. “Der hält eine Custom Kimber, also hat er Mr. Hollister und die schwerletzte Frau von draußen auf dem gewissen. Bleibt nur noch dieser hier, ” damit zoomte er das letzte Bild ganz links heran, “auf sein Konto geht Mrs. Branton.”
Er sah zu Chin, der mit dem Kopf nickte. ”Ich denke er,” damit zeigte er auf den mittleren Wandschirm, “ist der Kopf der Bande. Wenn man nach den Zeugenaussagen geht, hat er als einziger geredet. Und er hat mindestens drei Menschen auf dem gewissen. Ob die Frau mit dem Bauchschuss durchkommt, kann man noch nicht sagen.”
Kono trat zu ihnen. In der Hand hielt sie ein I Pad.
“Die Fingerabdrücke sind ausgewertet. Also hier auf den Inseln sind sie nicht bekannt,“ sie machte eine kurze Pause, “aber - unsere unbekannten haben schon in Kalifornien und New Mexiko die gleiche Nummer abgezogen. Mit derselben brutalen Vorgehensweise wie hier. Und - sie sind keine Unbekannten.”
Danny und Chin sahen sie ungeduldig an.
“Kono, bitte!“ Drängte Chin.
Kono fuhr mit der Hand über ihr I Pad und warf ein Gesicht oben rechts auf den rechten Bildschirm. Das ist Rodney Cunnigam. - Der, Dex Havering.” Auf dem mittleren Schirm erschien, ebenfalls oben rechts das Bild. “Und dieser hier, ist Lou Collister. Alle drei haben zusammen im Ironwood State Prison eingesessen. Und sind vor zwei beziehungsweise vor einem halben Jahr entlassen worden.” Schloss Kono ihren Bericht.
Exakt in diesem Moment klingelte Chins Handy. “Kelly,” meldete er sich. Am anderen war Duke, und das, was Chin von ihm hörte, ließ ihn nicht fröhlich erscheinen. “Danke Duke.” Chin beendete das Gespräch und er sah Danny und Kono an. Deren Blicke ruhten aber sowieso schon auf ihm.
“Die haben nicht nur den Wagen von Mr. Wesley, sondern auch sein Boot. Eine Sessa Marine. Realtiv klein aber äußerst schnell.”
Danny wollte irgendwie nicht glauben, was Chin da gerade von sich gab. “Wieso haben sie dann den Wagen mitgenommen, wenn sie mit dem Boot weg sind?” Diese Frage stellte er eigentlich mehr sich selbst.
“Entweder sie sind getrennt unterwegs, oder…“ Weiter kam Kono nicht, denn sie wurde von Chin unterbrochen. “Oder das mit dem Auto war ein Ablenkungsmanöver. “
Danny griff zu seinem Handy.
“Wen rufst du an?” Wollte Chin wissen.
“Steve. Er und Cathy sind unterwegs nach Maui.”
“Mit dem Boot.” Kono ahnte, was Danny dachte.
Der wartete ungeduldig darauf, dass Steve sich melden würde. Aber es kam nur eine weibliche Stimme, die ihm mitteilte, dass der gewünschte Teilnehmer zurzeit nicht erreichbar sei. Danny hielt sein Handy, nicht glauben wollend, dass Steve sich nicht meldete, in der Hand. “Er geht nicht ran.” War alles, was Danny im Moment sagen konnte.
“Du glaubst doch nicht etwa, dass…“ Kono traute sich nicht, weiter zu reden.
“Chin, ruf die Küstenwache an. Die sollen sofort das letzte GPS Signal von dem Boot, mit dem Steve unterwegs ist, und auch das der Sessa ermitteln.” Danny stützte sich mit den Händen auf den Computertisch. Er hoffte, dass Steve nur vergessen hatte, sein I Phone aufzuladen. Aber wirklich dran glauben konnte er nicht.




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Zuletzt von dvosen am Sa Feb 09, 2013 9:40 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Ohne Rücksicht (Fertiggestellt)   Do Jun 21, 2012 5:27 am

Kapitel 11

Steve stand inzwischen wieder am Steuerstand und hatte den Speedhebel fast bis zum Anschlag geschoben, sodass die Bayliner Cruiser mit fast siebzehn Knoten nur so übers Wasser schoss.
Cathy kam, in der einen Hand eine Flasche ihres heiß geliebten Ananas/Bananensaft, in der anderen ein Sandwich, die Stufen aus der Kajüte hoch.
“Hey, du bist gar nicht so übel.” Sagte sie und hielt die Flasche ein wenig in die Höhe. “Danke“
Steve schaute zu ihr rüber, lächelte und nickte dann kurz. “Ich frag mich wirklich, was an dem Zeug so toll ist und dann dazu noch Sandwich. Wahrscheinlich auch noch mit mindestens einem halben Pfund Mayonnaise drauf.”
Cathy hielt ihm das Sandwich entgegen. “Also da ist auch Salat und Pute drauf. Das muss fürs Gesunde reichen. - Und, ich weiß gar nicht was du an Ananas-Banane auszusetzen hast.”
Steves Blick ging nun wieder nach vorn. “Gegen Ananas und Bananen hab ich auch nichts. Nur wenn´ s zusammengemischt und mit 80% Sirup gepanscht ist. “
“Hast du überhaupt schon mal probiert?” Cathy hielt ihm die Flasche entgegen.
Steve sah zu ihr und wehrte dann ab. “Nein danke. Allein der Geruch reicht mir schon und verursacht bei mir Übelkeit.”
Cathy setzte sich auf die kleine Bank, biss in ihr Sandwich und mit vollem Mund meinte sie: “Du weißt nicht, was dir entgeht.”
Eine Weile schwiegen beide und Cathy genoss ihr Sandwich. Als sie sich den letzten Bissen davon in den Mund gestopft hatte, sah Steve leicht amüsiert zu ihr rüber.
“Hey, willst du auch mal?” Dabei zeigte er auf das Steuerrad.
Cathy sah ihn mit ungläubigen Augen an. “Echt? Du meinst, ob ich fahren will?”
“Ja. Das meinte ich.” Nickte Steve ihr zu.
Cathy stand auf, legte die verschlossene Flasche auf die Bank, strich sich die Krümel von ihrer Shorts und trat zu Steve. Der tat einen Schritt zurück, sodass sich Cathy vor ihn stellen konnte. Behielt aber das Steuerrad noch in der Hand.
“Also, das ist das Steuerrad,” begann er zu erklären.
Cathy drehte den Kopf nach hinten und sah dann hoch zu ihm. “Sag bloß? Wär ich jetzt von alleine gar nicht drauf gekommen,” grinste sie.
Steve zog die Mundwinkel zu einem breiten Grinsen nach oben. “Das hier,” dabei zeigte er auf den Hebel rechts neben dem Steuerrad, “ist der Speedhebel.” Er schob ihn jetzt zurück und nahm so die Geschwindigkeit weg, “damit regulierst du die Geschwindigkeit und hier ist der Kompass.” Er zeigte auf eine Halbkugel oben auf dem Armaturenbrett. “Den sollte man immer im Auge behalten. Wenn nicht, könnte es passieren, das wir vom Kurs abkommen und schlimmstenfalls in Japan landen.”
Cathy lachte jetzt. “Ne. Also da wollte ich nun wirklich nicht hin.“
“Okay. Dann los. Das Steuerrad gehört dir.”
Cathy legte beide Hände ans Steuer. Ihr Blick ging jetzt konzentriert nach vorn. Ein bisschen mulmig war ihr allerdings schon zumute.
Steve behielt den Kompass im Auge und korrigierte leicht das Ruder, indem er mit der rechten Hand Cathy half, das Steuerrad ruhig zu halten.
“Wow, das ist cool.” Cathy strahlte übers ganze Gesicht.
Steve hinter ihr lächelte zufrieden. Er hatte offenbar erreicht, was er wollte. Blieb nur zu hoffen, dass sich diese positive Stimmung zwischen ihnen auch im Alltag fortsetzte. Aber der Anfang war jedenfalls gemacht.
Steve überließ Cathy für eine ganze Zeit lang das Steuer. Nur hin und wieder musste er leicht korrigieren.
Sein Blick ging dabei auch immer wieder über das Meer. Aber außer ihnen und eine große Anzahl von Delfinen schien allerdings niemand unterwegs zu sein.
Bis er auf einmal in knapp einer Meile Entfernung, schräg rechts von ihnen, einen schwachen Punkt wahrnahm. Er griff an Cathy vorbei nach dem Fernglas.
“Was ist?” Wollte Cathy wissen.
“Weiß ich noch nicht.” Erwiderte Steve und setzte das Glas an seine Augen.
Was er sah, war ein kleines Schnellboot, auf dem Wasser treibend. Personen konnte er jedoch keine ausmachen. Er legte das Fernglas wieder zurück auf das Armaturenbrett.
“Geh bitte zur Seite.“ Forderte er Cathy auf, die dem auch sofort nachkam aber trotzdem wissen wollte, “was ist los.”
“Da treibt ein Boot auf dem Wasser.” Antwortete er ihr, als er schon dabei war, die Bayliner nach rechts, zu dem treibenden Boot, zusteuern.
Jetzt sah sie es auch, da sie sich ziemlich schnell näherten.
“Ich seh nur das Boot.” als sie das ausgesprochen hatte, war sie schon dabei zur Reling auf der rechten Seite zu gehen.
Steve, der jetzt nah genug an dem treibenden Boot heran war, rief noch, “nein, bleib hier!” denn im selben Augenblick sah er die drei Gestalten auf dem Schiffsboden liegen.
Aber wie hätte es anders sein sollen. Cathy hörte natürlich nicht auf ihn und so kam es, wie es kommen musste. Die drei Männer kamen mit einem Ruck hoch und zielten mit ihren Waffen auf sie.
Steve drehte sich blitz schnell herum und zog die Schublade, die sich hinter ihm über dem kleinen Deckkühlschrank befand, auf und holte seine SIG heraus. Doch er war nicht so schnell wie die Drei auf dem Boot. Alle drei hatten die Bayliner so schnell geentert, dass er es gar nicht richtig mitbekam. Einer hatte sich sofort Cathy geschnappt und hielt sie jetzt praktisch als Schutzschild vor sich. Die beiden anderen kamen sofort auf ihn zu und bedrohten ihn mit ihren Waffen.
“Los Waffe weg, sonst…“ Rod zeigte auf Dex, der Cathy seine Custom Kimber an den Kopf hielt.
Steves Blick wanderte zu Cathy. Der stand die Angst in den Augen und sie sah nur flehend zu im herüber. Irgendwie musste er zu dem rüberkommen, der Cathy hatte. Er schätzte die Lage ab. Dann senkte er seinen Arm und ließ die Waffe fallen. Auch wenn er für´s Erste unbewaffnet war, sollte es ihm gelingen, mit den Dreien fertig zu werden.
“Los rüber zu der Kleinen.” Wurde er unsanft von Lou aufgefordert. “Und schön die Hände da lassen, wo ich sie sehen kann.”
Steve sah von Lou zu Rod, der ihm bereitwillig Platz machte. Er überlegte einen kurzen Moment ob er die Zwei schon jetzt außer Gefecht setzten sollte, entschied sich dann aber dafür, erst einmal zu dem anderen, der bei Cathy war, zu gehen. Er musste zuerst den ausschalten, dann konnte er sich um die beiden anderen kümmern.
Er war grade dabei mit erhobenen Händen nach vorne zu gehen, als Dex, der auf dem schmalen Deckstreifen hinter der Reling stand, Cathy über eben diese zu sich herüber zog. Cathy schrie dabei auf, denn nicht nur das Geländer, über das sie unsanft gezogen wurde, tat ihr im Rücken weh. Sondern auch Dex ungeheuer harter Griff verursachte ihr Schmerzen in den Armen, Instinktiv versuchte sie mit den Füßen halt auf der Reling zu finden, als sie auch schon von Dex mit einem kräftigen Schubbs rüber auf das andere Boot befördert wurde, wo sie unsanft auf dem Boden landete und dabei noch einmal aufschrie. Sie blieb liegen und heulte vor Schmerzen.
Steve war mit einem Mal klar, was diese drei wollten. Sie wollten die Bayliner. Wahrscheinlich war bei ihrem Schnellboot der Motor ausgefallen, oder sie wollten einfach nur auf was Größeres umsteigen. Und es dämmerte ihm langsam, das er es hier wohl mit den drei Männern zu tun hatte, die gestern die First Hawaiian Bank überfallen hatten.
Was die drei allerdings nicht wussten, war, dass sie es mit einem Navy Seal zu tun hatten.
Lou, der hinter ihm war und seine Beretta auf ihn gerichtet hatte, rechnete nicht damit, dass Steve, plötzlich und völlig unerwartet, seinen rechten Arm nach hinten schnellen ließ und ihm somit die Waffe aus der Hand schlug. Blitz schnell wirbelte Steve herum und ihm nächsten Augenblick traf Steves Faust auf das Kinn von Lou. Dieser war so überrascht, dass er nach hinten taumelte. Steve setzte sofort nach, indem er sein rechtes Bein nach oben und nach vorne stieß und mit seinem Fuß Lou am Brustbein traf und ihn somit vorerst außer Gefecht setzte. Er bückte sich schnell nach der Beretta, die er Lou aus der Hand geschlagen hatte, doch in dem Moment, als er nach der Waffe griff, hörte er einen Schuss durch die Luft peitschen und den entsetzlichen Schrei seiner Tochter.
Er hielt in seiner Bewegung inne und kam hoch. Er wusste sofort, dass der Schuss hinter ihm losgegangen war. Noch bevor er sich umgedreht hatte, kam die barsche Anweisung.
“Los rüber hier!” Steve drehte sich um und sah mit Entsetzen das Dex tatsächlich geschossen hatte. Dieser hielt noch immer seine Waffe in Cathys Richtung auf dem anderen Boot.
Er hatte keine andere Wahl als das zu tun, was Dex von ihm verlangte. Also ging er nach vorn. Die Hände dabei nach oben haltend. Als er bei Dex angekommen war, sah er sich zum Steuerstand um. Da stand Rod und zielte ebenfalls auf ihn. Auch Lou war inzwischen wieder hochgekommen und im Begriff, sich seine Beretta wieder zuholen. Als er sie in seiner Hand hielt, richtete er diese ebenfalls gegen Steve.
“Zeit zum umzusteigen!” Forderte Dex ihn auf und zeigte mit der freien Hand auf das Schnellboot.
Steve hatte keine andere Wahl als das zu tun, was er sagte, denn er zweifelte nicht daran, dass der Kerl noch einen weiteren Schuss auf Cathy abgeben würde und der könnte durchaus tödlich für seine Tochter enden. Doch bevor er auf das andere Boot rüber sprang, wurde er von Dex
zurückgehalten.
“Halt.” Sagte Dex und hielt ihn mit der freien Hand zurück. “Du hast doch sicher ein Handy in der Tasche. Her damit.”
Steve griff in seine Hosentasche und holte sein IPhone heraus.
“Was für ein edles Teil,“ meinte Dex und nahm es ihm ab. Im nächsten Augenblick schleuderte er es im hohen Bogen ins Wasser. “und jetzt rüber.”
Steve sprang rüber ins Schnellboot, wo er sofort nach der schreienden Cathy sah. Er hörte, wie oben am Steuerstand auf irgendetwas, wohl mit dem Griff einer Waffe, eingeschlagen wurde. Er nahm an, dass sie das GPS zerstört hatten. Im nächsten Moment wurde auch schon der Motor angelassen und die Bayliner entfernte sich.



Kapitel 12

In der Halle des Five 0 Hauptquartiers lief Danny unruhig hin und her.
Inzwischen hatte er mehrfach versucht, Steve zu erreichen. Aber er hatte einfach kein Glück. Auch über Cathys Handy hatte er es mehrfach probiert. Aber auch sie ging nicht ran und es kam immer wieder nur der Hinweis, dass der Teilnehmer derzeit nicht erreichbar sei. Für Danny stand damit eigentlich schon fest, dass da irgendetwas nicht stimmte. Denn das beide ihre Handys vergessen hatten aufzuladen, war höchst unwahrscheinlich.
Chin kam zusammen mit Kono aus seinem Büro.
“Und?” Wollte Danny ungeduldig wissen.
“Also das GPS von dem Schnellboot der Wesley sendet kein Signal. Und Steves letzte Position war, 157° West - 22 ° Süd. “
Während dessen tippte Chin bereits auf dem Tastaturfeld herum und warf dann eine Karte des gesamten hawaiianischen Archipels auf den mittleren Wandschirm. “Das ist hier.” Die Stelle leuchtete rot auf. Mitten auf dem Wasser.
“Das ist genau zwischen Molokai und Lanai.” Bemerkte Kono.
“Genau. Zumindest bis dahin haben sie Kurs auf Maui genommen.” Schloss Chin ab.
Danny sah von dem Schirm zu Chin und machte dann eine Handbewegung, die seine nächsten Worte unterstreichen sollte. “Moment. Was soll das heißen - bis dahin -?”
“Das war vor mehr als einer Stunde. Seitdem kam kein Signal mehr rein.”
“Und warum hat dann bisher noch niemand was unternommen? Ich meine, wenn seit über einer Stunde kein Signal mehr gesendet wurde! Wenn ein Flugzeug nicht mehr auf dem Radar ist, schlägt man schließlich auch Alarm.”
“Dass kein Signal mehr eingeht, muss noch lange nicht bedeuten, dass etwas passiert ist. Manchmal fällt so ein GPS auch aus. Ist zwar äußerst selten, aber immerhin möglich.“ Klärte Chin Danny auf.
Und Kono fügte hinzu. “Wenn wir nach dem letzten Signal gehen und die Zeit berechnen, müssten sie in etwa zweieinhalb Stunden in Lahaina festmachen. Also entweder wir warten noch solange und versuchen ihn dann dort über den Hafenmeister zu erreichen oder…“
“Nein. Wir werden hier keine zweieinhalb Stunden tatenlos herumsitzen. Da stimmt was nicht. Das sagt mir mein kaputtes Knie.” Danny hatte schon sein Handy am Ohr. “Ich werde die Küstenwache verständigen. Die sollen einen Suchtrupp los schicken.”


Auf dem kleinen Schnellboot, das zwischen Molokai und Lanai trieb, versuchte Steve Cathy zu beruhigen und untersuchte dabei gleichzeitig vorsichtig ihren rechten Oberschenkel, aus dem eine Menge Blut quoll.
“Okay - dass sieht schlimmer aus, als es ist. Ein glatter Durchschuss.“
Cathy war das egal. Sie heulte und jammerte angesichts der Schmerzen. “Verdammt. Das tut so scheiße weh.”
“Ja ich weiß.“ versuchte Steve sie weiter zu beruhigen und zog dabei seinen Gürtel aus den Schlaufen seiner Cargopants. Vorsichtig zog er dann den Gürtel unter Cathys Oberschenkel durch und zog ihn so fest wie nur eben möglich, oberhalb der Schusswunde, an. Was zur Folge hatte, dass Cathy nur noch mehr aufschrie.
“Was machst du denn da?” Japste sie.
“Ich muss das abbinden, sonst verlierst du zu viel Blut.” Er sah sich kurz auf dem kleinen Boot um. Sein Blick fiel auf eine kleine Tür rechts neben dem Steuerrad. In der Hocke bewegte er sich auf den kleinen Schrank zu, öffnete die Tür und sein Blick fand sofort das, was er brauchte. Er holte einen kleinen Erste Hilfe Kasten heraus und bewegte sich wieder zurück zu Cathy.
Er öffnete den Kasten, schaute hinein und holte mit gezielten Blick Kompressen und eine Verbandrolle hervor. “Okay - Damit geht’s.“
Er ging jetzt auf die Knie und beugte sich zu Cathy herunter, die auf dem Rücken lag und ihn mit schmerzverzehrtem Gesicht ansah. “Hör zu, Schatz. Das wird jetzt ein bisschen weh tun. Aber ich muss dir einen Druckverband anlegen.”
“Was denn, noch mehr weh tun?” Brachte Cathy gequält hervor.
“Tut mir leid. Wenn du schreien willst dann schrei ruhig, ja. - Außer mir hört dich sowieso niemand.”
Steve begann den Druckverband anzulegen, in dem er zuerst die Kompressen auf die Eintritts- und Austrittswunde legte und dann mit schnellen Handgriffen die Verbandrolle um Cathys Oberschenkel abwickelte.
Und Cathy schrie!
Er hätte nie gedacht, dass aus dem Mund eines so kleinen zarten Mädchen so ein Schrei kommen könnte. Er hatte während seiner Zeit als Seal viele Männer vor Schmerzen schreien gehört. Aber die waren nichts gegen seine Tochter. Als er den Verband komplett abgerollt hatte, musste er ihn nur noch fixieren. Er griff neben sich in den Verbandskasten und holte eine kleine Rolle Pflastertape heraus. “Okay. Das Schlimmste ist geschafft. Ich muss jetzt nur noch den Verband festkleben. Kannst du dich ein wenig aufsetzen und das Ende festhalten?”
“NEIN!” Cathy schüttelte im Liegen wild den Kopf. “Das tut so weh!”
“Es wird gleich besser,“ versuchte er sie zu beruhigen. Aber Cathys Blick verriet ihm, dass sie ihm nicht so wirklich glaubte. Er versuchte sich zu beeilen, was allerdings nicht so leicht war, denn da Cathy jegliche Mithilfe angesichts ihrer Schmerzen verweigerte, musste er zusehen, dass er das Tape ohne ihre Hilfe von der Rolle ab bekam. Er fingerte, die Rolle in der rechten Hand, mit der linken hielt er das Ende des Verbands fest, an dem Tape herum, um den Anfang zu finden. Als er ihn ertastete, knibbelte er den Anfang solange ab, bis er sich löste. Er nahm das Anfangsstück des Tape zwischen seine Zähne und zog dann mit der rechten Hand solange an der Rolle, bis er ein genügend langes Stück abgewickelte hatte, das reichte, um den Verband gut zu verkleben. Dann ließ er das Anfangstück los und riss mit den Zähnen das Tape an der Rolle ab. Er ließ die restliche Taperolle fallen und verklebte mit dem Tapestreifen den Verband. Überprüfte noch mal den Sitz des Verbands und war zufrieden.
“Okay. Das wär erst mal geschafft.“
“Und was ist mit meinem Fuß?” Cathy liefen immer noch die Tränen vor Schmerzen.
Steve sah nach unten zu ihrem linken Fuß, der merkwürdig verdreht dalag. Steve wusste, dass das Knöchelgelenk etwas abbekommen hatte, als Dex sie auf das Boot geschubbst, eigentlich schon mehr geschleudert, hatte. “Hey, tut mir leid. Aber dagegen kann ich nichts machen. Wir können nur warten bis Hilfe kommt,” denn er selbst konnte keinen Notruf absetzen. Die drei hatten nicht nur das GPS, sondern auch den Funk auf dem Boot zerstört. Cathys Handy befand sich auf der Bayliner Cruiser und der Tank hier war leer. Es blieb ihnen also nichts anderes übrig, als zu warten und zu hoffen das irgendwann ein anderes Boot vorbei kommen würde.


Danny stand relativ weit vorne am Bug des Küstenwachen Bootes. Neben ihm Chin und genau wie Danny hatte auch er eine leuchtend rote Schwimmweste an. Kono hatten sie im Büro gelassen. Falls irgendeine weitere Meldung, was die drei Bankräuber betraf, reinkommen sollte, musste jemand vor Ort im Hauptquartier zu erreichen sein.
Über sich hörten sie ein Motorengeräusch. Die Küstenwache hatte zusätzlich auch noch einen Helikopter eingesetzt. Dadurch würden sie das Boot schneller ausmachen können. Der Hubschrauber drehte in südwestlicher Richtung ab. Schnell wurde aus ihm nur noch ein kleiner Punkt am Horizont. Danny hielt weiter nach vorne hin Ausschau. Doch nirgends war etwas zu sehen.
“Ich weiß schon, warum ich das Meer hasse.” Danny ging die Ungewissheit was Steve und Cathy betraf an die Nieren. “Wie soll man denn hier ein Boot, das grade mal so groß, wie eine Nussschale ist, finden? Ich seh nur blau. Über mir, neben mir, vorne, hinten. Nichts als Wasser und blauer Himmel.”
“Hey Brah. Entspann dich. Wir werden sie finden!” Dessen war sich Chin sicher.


Auf dem kleinen Schnellboot, das nicht einmal einen Anker hatte, sodass es nun im Wasser trieb, war die Stimmung bei Cathy ungefähr dieselbe wie bei Danny auf dem Boot der Küstenwache.
“Wie soll uns denn hier jemand finden. Hier ist doch weit und breit nichts als Wasser.” Cathy weinte. Vor Schmerzen und aus Verzweiflung
Steve, der sich inzwischen, zwischen Steuerstand und der Sitzband am Heck, so auf den Boden gesetzt hatte, dass Cathy zwischen seine ausgestreckten Beine saß und dadurch ihren Rücken und ihren Kopf gegen seinen Oberkörper lehnen konnte, versuchte beruhigend auf sie einzuwirken.
“Es wird alles gut. Ich versprechs dir,” dabei strich er ihr über ihre Haare und gab ihr leicht einen Kuss auf den Kopf.
”Mein Fuß ist mit Sicherheit mehrfach gebrochen. In meinem Oberschenkel klafft ein Loch. Wir sitzen hier auf diesem scheiß Boot fest. Keiner weiß, wo wir sind und du sagst, es wird alles gut.” Cathys Stimme war anzumerken, dass sie Angst hatte.
Doch Steve ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, obwohl er wusste, dass Cathy zumindest in einem Punkt recht hatte. Denn auch er war sich nicht sicher, ob das HPD oder seine Leute bereits wussten, dass die drei Bankräuber inzwischen mit einem Boot auf der Flucht waren. Wenn nicht, bestand kein Grund die Küstenwache zu verständigen und einen Suchtrupp los zuschicken.
Aber er war auch zu sehr ein Seal, als das Er deswegen in Panik verfallen würde. Da hatte er schon weitaus schlimmere Situationen überstanden. Allerdings war ihm auch bewusst, das, je länger sie auf diesem Boot festsaßen, die Gefahr stieg, dass sich Cathys Schusswunde entzündete. Diese Sorge ließ er sich jedoch nicht anmerken, also versuchte er, Cathy abzulenken.
“Hey, weißt du, dass du in drei Wochen Geburtstag hast?”
“Na klar. Ich war schließlich bei meiner Geburt dabei.” Kam ihre Antwort jetzt doch ein wenig keck.
Steve war von ihrer Schlagfertigkeit, angesichts ihrer Lage, leicht überrascht und konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. “Ja, davon ist auszugehen, dass du dabei warst, meine ich. Aber hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, was du an dem Tag machen willst oder was du dir wünscht?”
Cathy war mehr als überrascht. Mit dieser Frage hätte sie, nach allem, was in letzter Zeit vorgefallen war und so wie Steve sich ihr gegenüber benahm, am allerwenigsten gerechnet. Sie hätte ja noch nicht einmal sagen können, ob Steve überhaupt an ihren Geburtstag denken würde. Deshalb konnte sie auch nur mit dem Kopf schütteln. “Nein.”
“Dann solltest du anfangen, dir was zu überlegen.”
“Wenn wir jemals von diesem Kahn runterkommen, werde ich es tun.”
“Hey Kleines, ich hab dir versprochen, dass alles gut wird. Und ich pflege in der Regel meine Versprechen zu halten.” erwiderte Steve.
Für einen Moment schwiegen beide und Steve versuchte sich umzusehen, was allerdings nicht so einfach war. Zum einen, weil er Cathy vor sich sitzen hatte, zum anderen, weil er zu weit unten im Boot saß, als das Er wirklich etwas sehen konnte.
“Ich hab gesehen was du mit dem einen Typ gemacht hast. Man warst du schnell. Ich wusste gar nicht, dass man sich wirklich so schnell bewegen kann. Ich dachte immer, wenn sie so was im Film zeigen, ist das getrickst. Hast du das als Seal gelernt oder wo?” Unterbrach Cathy das Schweigen.
Steve war ein wenig überrascht, dass sie so plötzlich darauf kam. “Ja. Das ist Teil der Ausbildung.“
“Was hast du eigentlich während deiner Zeit bei den Seals getan?“
“Ich war in verschiedenen Ländern unterwegs.“ Kam es jetzt etwas knapp von Steve zurück.
Aber Cathy war mit dieser Antwort noch nicht zufrieden. “In welchen Ländern?“
“Afghanistan, Irak, Korea.“
“Und was genau hast du da gemacht?“ Bohrte Cathy weiter. Sie konnte Steves Gesicht nicht sehen. Dessen Blick verriet, dass er darüber nicht reden wollte. Aber er wollte Cathy jetzt auch nicht vor den Kopf stoßen.
“Hör zu. Du kannst mich alles fragen und ich werde dir mit Sicherheit antworten so gut ich kann. Aber ich werde dir keine Antwort über meine Zeit bei den Seals geben.“ Er hatte die letzten Worte noch nicht ganz ausgesprochen, als er über sich, zwar noch in einiger Entfernung, ein Rotorengeräusch vernahm. Sein Blick ging nach oben. “Siehst du. Ich hab doch gesagt, Hilfe ist unterwegs.” Er zeigte nach oben, wo jetzt auch Cathy deutlich den Hubschrauber der Küstenwache sehen konnte.


“Detektive Willams!”
Danny drehte sich herum und sah den Lieuteant auf der Brücke stehen.
“Wir haben sie! Der Hubschrauber hat sie entdeckt und kreist über ihnen.”
“Wen?” Rief Danny zurück, denn es konnte sich, sowohl um Steve als auch, um die drei flüchtigen handeln, und war schon auf dem Weg zur Brücke. Gefolgt von Chin.
“Der Pilot sagt, dass es sich wohl um Lt. Commander McGarrett und seine Tochter handelt. Er sagt aber auch, dass es sich bei der Yacht nicht um eine Bayliner Cruiser handelt, sondern um ein Schnellboot der Marke Sessa Marine.”
Danny und Chin waren inzwischen auf der Brücke angekommen.
“Das muss das Boot von den Wesleys sein. Dann sind sie tatsächlich unseren drei Gesuchten begegnet.“ Bemerkte Chin.
Danny konnte nur stumm nicken. Das hatte er befürchtet. Er hoffte jetzt nur, dass Steve und Cathy diese Begegnung unbeschadet überstanden hatten, als er auch schon den Funkkontakt zwischen dem Master Chief und dem Hubschrauberpiloten hörte.
“Könnt ihr sie aufnehmen?”
“Negativ. Scheint als wäre mindestens eine Person verletzt. Sieht aus als würde es sich um die weibliche Person handeln.”
“Alles klar. Wir sind unterwegs. Bleiben sie vor Ort, bis wir eintreffen.”


Kapitel 13

Dex, Rod und Lou entstiegen der Bayliner im Hafen von Manele Bay auf Lanai.
Ihre schwarzen Rucksäcke hatten sie auf der Yacht zurückgelassen. Stattdessen hatten sie jetzt die Sporttaschen von Steve und Cathy dabei. Den Inhalt hatten sie einfach auf den Boden der Kajüte ausgeleert. Dabei war ihnen auch Cathys Handy in die Hände gefallen. Rod hatte es kurzerhand ebenfalls, wie Dex schon zuvor mit dem IPhone von Steve verfahren war, über Bord geworfen. Kein Wunder also, dass Danny kein Freizeichen auf Cathys Handy hörte.
Die drei sahen sich kurz an dem kleinen Hafen um. Lou entdeckte das Telefon am Ende des Piers.
“Da,” zeigte er rüber. Sie setzen sich in Bewegung.
Dex übernahm, wie immer das Kommando in dem der den Hörer von der Gabel nahm. Er wählte eine der wenigen Nummern, die auf einer Tafel neben dem Telefonhörer stand und wartete. Dann meldete sich am anderen Ende jemand.
“Ja hallo. Wir sind grade mit unserem Boot an der Manele Bay angekommen und würden gerne eine Nacht in ihrem Hotel verbringen.”
Eine Pause entstand. Offenbar sah man grade nach, ob ein Zimmer frei sei. “Ja, oh ja das ist ja großartig. - Ja also wir sind zu dritt. Eine Männergruppe, die sich ein paar Tage freigenommen hat vom Alltagstreß. - Ja wir wollen morgen früh weiter fahren. - Reservieren sie es auf den Namen Cory Brewster. - Ach ja und können sie uns einen Wagen schicken? Okay danke. Wir warten hier.“ Damit hängte er den Hörer zurück auf die Gabel.
“In zehn Minuten ist jemand hier, der uns abholt.“
“Und was ist mit dem Boot?” Lou zeigte rüber zu der Bayliner. “Was ist, wenn die Küstenwache die Yacht hier ausfindig macht. Auf dieser Insel werden sie uns im Nu aufspüren.”
“Jetzt mach dir mal nicht in die Hose.“ Langsam ging Lou Rod auf die Nerven. “Bis der Kerl und die Kleine gefunden werden, können noch Stunden vergehen. Und dann müssen die erstmal die Küstenwache verständigen. Und bis die den Kahn hier gefunden haben, kann es noch eine Ewigkeit dauern. Bis dahin haben wir uns längst mit einem dieser kleinen Propellerflieger von hier ausfliegen lassen. Rüber auf die große Insel und von dort ab in den Flieger zurück aufs Festland. Also entspann dich.”
Wenig später hielt ein Jepp am Pier. Ein junger Hawaiianer stieg aus und kam freundlich lächelnd auf sie zu.
“Mr. Brewster?”
“Das bin ich.” Antwortete Dex.
“Ich begrüße zu auf Lanai und hoffe sie werden einen angenehmen Aufenthalt haben.” Er nahm ihnen die beiden Taschen ab und verstaute sie hinten im Kofferraum. Dex, Rod und Lou stiegen inzwischen in den Jepp.


Steve hielt unterdessen Cathy, zwischen seinen Beinen sitzend, in seinen Armen. Sie lehnte müde mit dem Kopf gegen seine Brust. Sie hatte aufgehört zu weinen. Anscheinend waren die Schmerzen inzwischen erträglicher geworden, da sie ruhig saß.
Der Hubschrauber kreiste weiterhin über ihnen. Da er zu weit unten saß, konnte er nicht sehen, ob das Boot der Küstenwache schon in Sichtweite war, denn er wusste, dass der Hubschrauber so lange über ihnen bleiben würde, bis das Boot der Küstenwache da war.
Cathy war seit einer geraumen Zeit sehr still geworden doch plötzlich fing sie an zu zittern und sie begann auch wieder, vor Schmerzen zu weinen.
“Hey Schatz was ist?”
“Es tut so weh.” Schluchzte sie. “Mir ist so kalt.“
Steve wurde hellhörig. Er fühlte nach Cathys Stirn. Die war glühend heiß. Ihm war sofort klar, das Cathy eine Bakterielle Infektion durch die Schusswunde hatte. Verdammt, wo blieb nur die Küstenwache!?
Er sah nach oben und wartete, bis der Hubschrauber fast über ihnen war, dann streckte er beide Arme nach oben und winkte damit. Er hoffte, dass der Pilot oder sein Co, das Zeichen sahen und dies weitergaben. Denn all zulange durfte es jetzt nicht mehr dauern. Und so wie es aussah, hatte der Pilot sein Zeichen tatsächlich gesehen denn er kam sofort zurück und blieb dann über ihm stehen. Steve wiederholte sein Zeichen, in dem er seine Arme erneut nach oben streckte und winkte.
“Mir ist so kalt.” Winselte Cathy vor ihm.
Steve nahm die Arme runter, zog sich sein Hemd aus und legte es Cathy über. Dann schlang er seine Arme um sie, um sie so noch ein bisschen mehr zu wärmen. Denn obwohl sie inzwischen am ganzen Körper vor Fieber glühte, hatte sie ein Schüttelfrost überkommen.
“Es dauert nicht mehr lange. Halt durch Schatz.” Redete er beruhigend auf sie ein.
Danny und Chin standen mit dem Lieutenant vorne am Bug. Der Lieutenant hatte ein Fernglas in den Händen, durch das er Ausschau nach der Sessa Marine hielt, als der Ruf des Master Chief sie von der Brücke erreichte.
“Lieutenant. Da scheint was nicht zu stimmen. Der Commander hat soeben Handzeichen gegeben.”
“Was heißt das, er hat Handzeichen gegeben?” Wollte Danny jetzt ungeduldig wissen. Er hasste es, wenn er nicht sofort wusste, was vorging.
“Das werden wir gleich wissen. Da vorne sind sie.” Der Lieutenant zeigte mit der Hand nach vorn.
Jetzt konnten Danny und Chin auch das kleine Schnellboot erkennen, dem sie sich rasch näherten. Sie klopften sich beide gegenseitig auf die Schultern.
“Gott sei Dank.” Gab Chin erleichtert von sich.
“Das sag ich erst, wenn ich weiß, was da los ist.” Dämpfte Danny.
Das Boot der Küstenwache kam jetzt von der Steuerbord Seite an die Sessa heran. Dannys und Chins Blicke gingen nach unten, wo sie Steve mit Cathy im Arm sitzen sahen. Sobald sie nah genug heran waren, sprangen Danny und Chin fast gleichzeitig rüber. Dadurch kam die Sessa ganz gut ins Schwanken, was bei Cathy sofort einen heftigen Schmerzensschrei auslöste.
“Hey Leute, langsam.” Tadelte Steve. Was ihm jedoch einen verächtlichen Blick von Danny einbrachte.
“Typisch McGarrett. Vater wie Tochter. Kommt man, um ihnen das Leben zu retten, wird man angepflaumt.”
Chin war inzwischen bei Steve und Cathy in die Hocke gegangen. “Hey Danny, Cathy scheint es wirklich nicht gut zu gehen!” Funkte er dazwischen.
Jetzt kam auch Danny näher und ging neben Chin in die Hocke. Er sah den blutdurchtränkten Verband um Cathys Oberschenkel und das sie zitterte. “Scheiße was ist passiert?”
“Die drei die gestern die First Hawaiin Bank überfallen haben…“
“Ja das wissen wir bereits. Sie haben dein Boot geentert. Soweit klar. Aber was ist mit ihr?” Unterbrach Danny Steve.
“Ich hatte einen von ihnen bereits ausgeschaltet, als das andere Schwein, auf Cathy schoss.”

Inzwischen hatte man eine Übergangstreppe von dem Boot der Küstenwache auf die Sessa herunter gelassen. Man hatte auch schon vorsorglich einen Arzt mit an Bord genommen, der jetzt herunterkam. Ihm folgten zwei weitere Besatzungsmitglieder mit einer Notfalltrage.
“Lassen sie mich mal sehen.” Forderte der Arzt, Danny und Chin auf beiseite zutreten.
Die beiden standen auch sofort auf und machten ihm Platz. Er tastete als Erstes nach Cathys Puls.
Danny sah zu Steve hinunter. “Was ist mit euren Handys passiert. “
“Meins hat der, der auf Cathy geschossen hat, mir abgenommen und über Bord geworfen. Cathy ihres ist auf dem Boot.”
Danny schüttelte den Kopf. “Aber offenbar ausgeschaltet oder die haben es gefunden und ebenfalls über Bord geworfen. Aber…“
“Um was für eine Schussverletzung handelt es sich?” Wurde Danny von dem Arzt unterbrochen.
“Glatter Durchschuss.“ Gab Steve zur Antwort.
Der Arzt nickte. “Da scheint sich eine Bakterielle Infektion gebildet zu haben,” sagte er, während er Cathy kurz untersuchte und ihr dabei in die Augen leuchtete. “Folgen sie mit den Augen bitte dem Licht,” gab er Cathy die Anweisung.
Deren Pupillen folgten zwar dem Licht seiner kleinen Stablampe, aber nur sehr langsam. Offenbar war sie mit ihren Kräften am Ende. Der Arzt berührte ihre Stirn und nickte nur wieder. Er sah kurz runter zu ihrem verdrehten Fuß und dann, “wir sollten sie jetzt schleunigst in ein Krankenhaus bringen.”
Er stand auf. “Legt sie vorsichtig auf die Trage. Und dann rauf mit ihr. Jetzt muss es schnell gehen.“
Der Arzt trat zur Seite, so gut das eben ging, denn es war inzwischen, durch die ganzen anwesenden Personen, verdammt eng auf dem kleinen Stück zwischen Steuerstand und dem Heck.
Die beiden Besatzungsmitglieder legten die Trage direkt neben Steve und Cathy ab.
Einer ging hinter das Kopfende und beugte sich so an Steve vorbei, dass er Cathy unter die Arme greifen konnte. Der andere stand am Fußende der Trage und war bereit ihre Beine zu fassen.
“Kann sein das, dass jetzt ein bisschen weh tut, Ms. McGarrett.” Sagte der, der jetzt Cathys Beine nahm und auf drei hoben sie Cathy mit relativer Leichtigkeit auf die Trage.
Danny und Chin sahen überrascht aus, als sie hörten, wie der eine Cathy angeredet hatte. Eigentlich warteten Danny und wohl auch Steve, auf Cathys Protest, denn sie hieß ja nicht McGarrett, sondern Atkins. Aber anscheinend hatte Cathy grade ganz andere Sorgen als sich darüber aufzuregen, denn sie schrie laut auf, als die beiden sie auf die Trage hoben und sie dort ablegten. Sie zogen schnell die Gurte fest mit der sie Cathy auf der Trage fixierten und hoben dann auch schon diese an. Mit geübten Bewegungen drehten sie sich und brachten sie sicher die Übergangstreppe hoch auf das Boot der Küstenwache.
Steve war bereits aufgestanden. “Das Boot muss schnellstens in den Hafen gebracht werden. Es müssen haufenweise Fingerabdrücke vorhanden sein. Die hatten keine Handschuhe an.”
“Die Fingerabdrücke haben wir bereits.“ Klärte Danny ihn auf.
“Und ebenso ihre Namen.” Ergänzte Chin.
Steve sah beide anerkennend an. Sah ganz danach aus, als wären seine Leute wirklich ohne ihn ganz gut zurechtgekommen. “Okay. Ihr könnt mir alles erzählen, während wir auf dem Weg zurück sind.” Steve war schon dabei, auf das Boot der Küstenwache umzusteigen.
Der Arzt war schon unmittelbar nach den beiden Besatzungsmitgliedern und Cathy zurück auf das Boot gegangen. So das auch Danny und Chin Steve nun folgten.
Die Übergangstreppe wurde heraufgeholt. Um die Sessa würde sich ein anderes Boot der Küstenwache kümmern, das der Lieutenant schon verständigt hatte. Sie mussten jetzt möglichst schnell zurück, damit Cathy in ein Krankenhaus kam.



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Zuletzt von dvosen am Sa Feb 09, 2013 9:43 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Ohne Rücksicht (Fertiggestellt)   Mi Jun 27, 2012 10:29 pm

Kapitel 14


Im Four Season Resort auf Lanai hatten es sich Rod und Dex inzwischen in ihrer geräumigen und sehr komfortablen Suite gemütlich gemacht. Sie saßen, mit den Füßen auf dem Tisch, auf dem äußerst gemütlichen, mit großen Kissen ausgestatteten, Sofa. Sie hatten sich den Fernseher eingeschaltet. Aber interessieren tat sie das Programm nicht wirklich, weshalb Rod, relativ gelangweilt, mit der Fernbedienung in der Hand, durch die Programme zappte.
“Hoffentlich baut Lou keinen Mist.” Meinte Dex, als er gelangweilt auf den Fernseher schaute.
“Ach lass ihn doch. Der wird irgendwo versuchen, ne Braut aufzureißen.” Sah Rod das eher gelassen.
Nicht so Dex. “Eben. Der mit seiner Geilheit wird uns noch irgendwann in ernsthafte Schwierigkeiten bringen. Wir hätten ihn diesmal da raushalten sollen. Drei Wochen ohne Schnalle, bringen ihn um den Verstand.”
Und als wenn man vom Teufel spricht, kam Lou über die Galerie, die draußen an ihrer Suite vorbei führte, herein geschlendert.
“Hey. Ich sag euch. Hier laufen die geilsten Bräute herum. Die warten nur darauf, einem richtigen Kerl zu begegnen. Hier könnt ich es für ein paar Wochen aushalten.”
“Vergiss es. Morgen früh hauen wir hier ab. Und vielleicht kannst du dich bis dahin mal ein bisschen zügeln. Dir kommt, wenn wir wieder auf dem Festland sind, noch früh genug was vor die Flinte.”
Dex war aufgestanden und öffnete den Barkühlschrank. Er holte sich eine Coke heraus, öffnete diese, in dem er die Flasche an die Kante des Kühlschranks hielt und mit einem Hieb auf den Kronkorken, die Flasche öffnete. Mit der offenen Flasche in der Hand trat er nach draußen auf die Galerie. Es war ein traumhafter Ausblick auf die Anlage und den Golfplatz, der oberhalb der Klippen lag. Lou hatte recht. Hier ließ es sich wirklich ein paar Wochen aushalten. Aber sie mussten sehen, dass sie morgen früh endlich hier wegkamen.
Er hatte für morgen in aller Frühe schon ein Privatflugzeug gemietet. Der Pilot würde sie auf die große Insel fliegen, von wo aus sie zwei Stunden später den Flieger nach San Francisco besteigen würden. Er leerte die Coke in einem Zug und ging dann wieder hinein.
“Also was ist? Gehen wir was Essen? Ich hab einen Bärenhunger.” sah er seine beiden Kumpels an.
Rod schaltete sofort den Fernseher aus. “Da bin ich dabei. Was ist mit dir?” Stellte er die Frage an Lou, der sich inzwischen neben ihn gesetzt hatte.
“Klar. Und anschließend in die Bar. Mal so einen richtig draufmachen.”
“Hör zu. Keinen Tropfen Alkohol war ausgemacht. Saufen kannst du, wenn wir wieder auf dem Festland sind.“ Belehrte Dex ihn.
“Hey, behandel mich nicht immer wie einen kleinen Jungen ja? Ich bin alt genug und weiß, was für mich gut ist.” Wehrte Lou sich gegen Dex.
“Hey, können wir die Diskussion vielleicht später weiterführen.“ Fuhr Rod dazwischen. “Lasst uns jetzt was essen und dann sehen wir weiter.”
Mit diesen Worten setzte er sich in Bewegung. Dex schloss die Tür zu der Galerie und folgte Rod und auch Lou. Sie benutzten den Suite Eingang, der zu dem inneren Flur des Hotels führte.


Im Honolulu Medical Center stand Steve im Krankenzimmer, mit den Händen in den Hosentaschen, am Fenster und sah hinaus. Hinter ihm im Bett lag Cathy. Sie war noch nicht aus der Narkose aufgewacht. Auf der Wachstation war sie nach der Operation zwar kurz ansprechbar gewesen, weshalb man sie auch schon auf ihr Zimmer gebracht hatte, aber nun schlief sie wieder.
Ihr linkes Bein war erhöht gelagert. Sie hatte sich bei dem Sturz den linken Außenknöchel gebrochen und zwar so, dass der Chirurg die Knochen mit zwei Schrauben fixieren musste. Was bedeutete, dass Cathy die nächsten Wochen auf keinen Fall den Fuß belasten durfte. Die Schusswunde und die Infektion hingegen würden sie relativ schnell in den Griff bekommen, hatte der Arzt ihm mitgeteilt.
Steve hing seinen Gedanken nach, als er so aus dem Fenster starrte.
Seine Leute hatten bisher verdammt gute Arbeit geleistet. Die Drei, die, die First Hawaiian Bank überfallen hatten, waren inzwischen nicht mehr ohne Gesicht. Sie konnten jetzt ganz gezielt nach ihnen fahnden. Und das taten sie auch. Die Küstenwache suchte inzwischen das gesamte Gebiet rund um Lanai, Molokai und Maui ab. Dass sie nach Oahu zurückgefahren waren, hielt Steve für unwahrscheinlich. Und weiter würden sie auch mit der Bayliner nicht kommen. Denn Steve wusste, dass die Tankfüllung nicht weiter reichen würde. Außerdem hatten sie an alle Fernsehstationen im Land Fahndungsfotos herausgegeben. Sie würden sie kriegen. Da war Steve sich ganz sicher. Er hatte auch nicht vor diesen Dreckskerl entwischen zu lassen, der seiner Kleinen das angetan hatte.
“Dad“ kam es plötzlich leise hinter ihm von Cathy.
Hätte er nicht gewusst, dass nur er damit gemeint sein konnte, hätte er wahrscheinlich gar nicht darauf reagiert, so überrascht war er, so aber drehte er sich herum und sah, wie seine Tochter mit müden Augen zu ihm herüber sah. Mit zwei schnellen Schritten war er bei ihr.
Er setzte sich auf die Bettkante und strich sanft über ihre Haare. “Wie fühlst du dich meine Kleine?”
“Ich hab Durst.” kam es schwach von ihr zurück.
Steves Blick fiel auf den Nachttisch. Er nahm die Flasche und das Glas und schenkte ihr ein bisschen Wasser ein. Vorsichtig nahm er ihren Kopf und hob ihn ein wenig an, damit Cathy trinken konnte. Als sie fertig war, ließ er ihren Kopf wieder vorsichtig auf das Kissen zurückgleiten. Er stellte das Glas zurück und sah sie an.
“Was ist mit meinem Fuß und meinem Bein?” Wollte sie wissen.
“Dein Bein wird wieder vollkommen in Ordnung kommen. Für die Infektion bekommst du Antibiotika, damit wird das schnell vergessen sein. Und dein Fuß wird auch wieder der alte. Du darfst ihn nur ein paar Wochen nicht belasten.” Erzählte Steve ihr.
“Ein paar Wochen???” Fragte Cathy entsetzt.
“He, das kriegen wir schon hin.” Beruhigte Steve sie.
Cathy sah allerdings nicht sehr überzeugt bei seinen Worten aus. Aber sie war einfach zu müde, um näher darauf einzugehen. Stattdessen wollte sie wissen: “Habt ihr sie schon gefunden?”
“Nein noch nicht. Aber das werden wir.” Versicherte Steve ihr glaubhaft. “Hey, meinst du ich kann dich für ein oder zwei Stunden allein lassen. Ich müsste im Büro vorbeischauen. “
Cathy nickte. “Geh ruhig. Ich bin sowieso müde. Ich will nur noch schlafen.”
“Okay Schatz. Ich bin nachher wieder da. Soll ich dir was mitbringen?”
“Mein Handy.”
Steve war sich nicht sicher, ob er diesem Wunsch nachkommen konnte. Denn dazu müssten sie zumindest die Bayliner erst einmal finden. “Okay. Ich seh zu, was sich machen lässt.” Er gab ihr noch einen Kuss auf die Stirn und stand dann auf, um das Zimmer zu verlassen.
Als er schon fast die Türklinke in der Hand hatte, hielt ihn Cathy noch einmal auf.
“Dad.”
Steve drehte sich noch einmal herum. “Ja.”
“Wenn du den Kerl findest, - brech ihm bitte sämtliche Knochen, ja.”
Steves Mundwinkel zogen sich zu einem Grinsen nach oben. “Dazu müssen wir ihn erst einmal haben und selbst dann wäre es gegen die Dienstvorschrift.”
“Mir egal.”
Steve drehte sich mit dem Gedanken um, dass seine Tochter, die da grad so hilflos wirkte, wohl doch mehr von ihm hatte, als er bisher geglaubt hatte.

Danny hielt seinen Camaro grade auf dem Parkplatz vor dem Medical Center, als er Steve sah.
Er stieg aus und rief zu ihm herüber “Steve!”
Der hörte ihn und ging auf ihn zu. “Ich wollte grade anrufen und wissen, ob die Küstenwache schon das Boot gefunden hat. “
“Ja das haben sie, des wegen bin ich hier. Ich dachte, du hast heute schon genug durchgemacht und musst dir nicht noch ein Taxi nehmen, um zur Küstenwache zu gelangen. Dort wartet man nämlich schon auf uns. Chin und Kono sind vermutlich schon da.”
“Auf was warten wir dann noch?”
“Willst du fahr´n?” Danny hielt ihm die Schlüssel hin.
Steve sah Danny kurz mit einem Kopfschütteln an. “Ob ich fahr´n will. Du fragst mich, ob ich fahren will?”
“Ja. Ich dachte du willst möglichst schnell zur Küstenwache kommen. Und ich fahr dir ja immer nicht schnell genug.”
“Das ist war.” Stimmte ihm Steve, mit einem leichten Grinsen um die Mundwinkel, zu und nahm Danny die Autoschlüssel ab.

Als Steve den Camaro bei der Küstenwache abstellte, wurden sie schon sehnlichst erwartet.
Sobald er und Danny an Bord waren, fuhr das Schiff der Küstenwache auch schon los. Mit ihnen an Bord waren auch zehn Beamte des Sondereinsatzkommandos vom HPD.
Da es in Lanai nur eine kleine Polizeistation, mit gerade mal zwei Beamten gab, musste das SWAT Team von Honolulu mit. Denn angesichts der skrupellosen Vorgehensweise der drei Gesuchten, war es selbst für vier von Five 0 etwas zu brenzlig, allein gegen sie vorzugehen. Dafür brauchten sie definitiv die Unterstützung des Einsatzkommandos.
Da sie mit einem Hochleistungsgeschwindigkeits Schiff unterwegs waren, würden sie nicht allzu lange brauchen, bis sie Lanai erreichten.
Wieder trugen alle diese orangeroten Schwimmwesten der Küstenwache. Danny hatte sich damit auch noch immer nicht angefreundet. “Warum konnten wir eigentlich nicht einfach mit dem Hubschrauber rüber fliegen? Ich komm mir langsam vor, als wär ich nicht bei der Polizei, sondern bei der Küstenwache. Nur dass ich mich dazu nie freiwillig gemeldet hätte. Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich das Meer hasse?”
“Ja hast du. Mehrfach!” Steve verdrehte die Augen. “Wie hätten wir alle in einen Hubschrauber kriegen sollen? Außerdem ist der Überraschungsmoment, wenn unsere drei noch auf dem Boot sind, vom Wasser aus wesentlich größer.”
“Wie geht es Cathy?” Wollte Kono wissen und lenkte damit das Gespräch bewusst in eine andere Richtung.
“Steve soll dem Kerl alle Knochen brechen, wenn er ihn kriegt.” Antwortete Danny an Steves Stelle. Steve hatte ihm auf dem Weg vom Medial Center schon erzählt, wie es Cathy geht und was sie zu ihm gesagt hatte, bevor er gegangen war.
“Und was hast du darauf gesagt?” Kono sah ihren Boss gespannt an.
“Dass es gegen die Dienstvorschrift ist.” Steve zog die Mundwinkel zu einem Grinsen nach oben.
“Ich werd ich dran erinnern, wenn´s soweit ist,” bemerkte Danny trocken.
“Der Kerl hat auf Cathy geschossen, Danny! Was würdest du tun, wenn das einer bei Grace machen würde?” Fragte Steve etwas aufgebracht.
Danny überlegte einen kurzen Moment. “Also, ich - würde ihn zuerst von einem Dach hängen und ihn anschließend in einen Haikäfig werfen. - Allerdings, würde ich vorher die Gitterstäbe entfernen lassen.”
Jetzt mussten dann doch alle vier lachen.
Steve sah nach vorn. “Wir sind da. Da vorn ist Manele Bay. Der Hafen von Lanai. “
Steve nahm das Fernglas zur Hand und sah hindurch. “Ich sehe die Bayliner. Sieht aus, als wäre niemand mehr an Bord. Trotzdem Leute, Vorsicht! Ihr wisst, die kennen keine Rücksicht.”
Sie tauschten jetzt, kurz bevor das Schiff der Küstenwache in dem kleinen Hafen festmachte, die roten Rettungswesten gegen ihre schwarzen Schusssicheren Westen.
Sie standen vorne am Bug und warteten nur darauf an Land gehen zu können. Die Beamten des Einsatzkommandos standen ebenfalls bereit. Bewaffnet bis an die Zähne, stürmten sie los, sobald sie nah genug am Pier waren und noch bevor das Boot festgemacht wurde.
In Windeseile waren sie an die Bayliner heran. Die Männer des Einsatzkommandos stürmten das Boot zuerst. Doch in wenigen Sekunden war klar, dass die Bayliner verlassen, am Pier lag.
Steve kletterte als Erster vor Chin, Kono und Danny auf das Boot. Sie steckten ihre Waffen wieder weg, als Steve runter in die Kajüte ging. Chin ging zum Steuerstand und zeigte auf das zerstörte GPS und den Funk. “Jetzt wissen wir, warum kein Signal mehr einging. Genau wie bei der Sessa Marine von den Wesleys.”
Steve kam wieder aus der Kajüte hoch. “Sie haben die Rucksäcke zurückgelassen. Dafür haben sie meine und Cathys Taschen mit genommen. Den Inhalt haben sie auf den Boden gekippt. Cathys Handy ist auch nicht mehr da.”
“Dann werden sie das wohl auch über Bord geworfen haben.” Schloss Chin daraus.
Steve nickte. “Weit können sie noch nicht gekommen sein. Hier auf der Insel gibt es nur drei befestigte Straßen. Zwei Hotels und einen kleinen Flugplatz. Wenn sie sich keinen Geländewagen beschafft haben, dürfte es ihnen schwerfallen sich hier auf der Insel fort zubewegen.”
“Okay. Was jetzt? Hier warten, ob sie zurückkommen oder die Insel durchforsten?” Diese Frage hatte Danny grade gestellt, als sein Handy klingelte. Es war das HPD, denn die Anrufe wurden noch immer direkt an Danny weitergeleitet.
“Okay. Lodge at Koele - Keomoku Highway.“ Danny legte auf. “Unsere drei Freunde haben sich im Lodge at Koele einquartiert.“


Kapitel 15

Sie hatten sich unten am Hafen drei Geländewagen, von dem einzigen Autovermieter auf Lanai geben lassen. Steve hatte ihm lediglich seine Dienstmarke gezeigt und ohne weitere Probleme hatte man ihnen die Wagen zur Verfügung gestellt.
Sie hätten auch die relativ kurze Strecke zwischen dem Manele Bay Hafen und dem Hotel zu Fuß zurücklegen können. Aber das wäre in ihrer vollen Kampfausrüstung selbst hier bei nur 2500 Einwohnern zu auffällig gewesen.
So hielten sie keine fünf Minuten später etwas weiter weg vom Eingang zum Hotel.
Als alle ausgestiegen waren, versammelte Steve alle um sich.
“Wir müssen zuerst dafür sorgen, dass sich möglichst alle Hotelgäste sofort auf ihre Zimmer begeben. Ich will niemanden außer unseren Leuten auf den Fluren sehen.” Er blickte in die Runde.
“Alles klar? - Dann los!”
Sie legten die gut hundert Meter bis zum Eingang in Windeseile zurück. Als sie durch das große Eingangsportal liefen, blickten sich alle rasch in der imposanten Halle um. Von den Hotelgästen wurden sie erschrocken angesehen. Einige zuckten auch eingeschüchtert zusammen. Sie sahen aber auch wirklich aus, als wollten sie in den Krieg ziehen.
Steve ging sofort auf die große Rezeption zu, holte seinen Dienstausweis hervor und zeigte ihn den beiden Damen, die hinter der Theke standen. “Lt. Commander McGarrett. Five 0. Einer von ihnen hat beim HPD angerufen, das die gesuchten Bankräuber von Honolulu sich hier bei ihnen einquartiert haben.”
“Ja, das war ich.” Sagte die eine der beiden jungen Damen. “Ich hab es in den Nachrichten gesehen. Und den einen sofort erkannt.”
Danny holte die Fotos aus seiner hinteren Hosentasche und zeigte sie den beiden Damen. “Welchen von denen haben sie erkannt?”
Sie schaute kurz auf die Fotos und zeigte dann auf Dexter Haverty. “Der, der war´s. Er hat das Zimmer reserviert. Zumindest hat er sich eingetragen.”
Steve nickte: “Okay, was ist mit den anderen beiden?”
“Die hab ich nicht gesehen. Aber er sagte, dass sie zu dritt seien. Auf einem Männertrip.”
“Welche Zimmernummer Miss?” Wollte Steve nur noch kurz wissen.
“Zimmer 2065 “Das können sie sowohl vom Korridor erreichen, als auch von der Galerie.”
“Haben sie einen Plan, wo sie mir zeigen können, wie wir da hinkommen?”
“Ja natürlich. Einen Moment bitte.“ Sie ging durch eine Tür hinter der Theke und kam kurze Zeit später mit einem Hotelplan wieder. Sie breitete diesen auf dem Tresen aus und zeigte Steve und Danny dann den Weg zu Zimmer 2065.
“Danke Ma `am“ Steve tippte kurz mit seinem Finger an die Stirn und drehte sich dann zu seinen Leuten um. Die Männer vom Einsatzkommando und Chin und Kono hatten bereits alle Hotelgäste aufgefordert, unverzüglich ihre Zimmer aufzusuchen. Sodass die Halle sich jetzt schnell leerte.
“Okay Leute, alle mal herhören.” Rief Steve alle auf.
Danny, Chin ihr geht über den Flur rein. Ihr geht mit ihnen.“ Wies er 4 Männer vom Einsatzkommando an. Ihr zwei bleibt hier in der Halle. Ihr sichert den Parkplatz ab. Falls sie uns entwischen sollten.” Wies er zwei weitere Beamte ein. “Kono, du und ihr zwei kommt mit mir. - Und - ich will sie lebend! Nur im äußersten Notfall wird geschossen!”
Damit setzte sich der gesamte Trupp in Bewegung.

Danny, der sich den Weg auf dem Plan zu Zimmer 2065 gut eingeprägt hatte, führte seinen Trupp an. Schnell liefen sie durch die Gänge des Hotels. Das Zimmer befand sich Gott sei dank im Erdgeschoss. Sodass sie nicht auch noch die Treppen rauf laufen mussten. Ihre Waffen hielten sie dabei vor sich, immer bereit direkt zu schießen, sollten sie dazu gezwungen sein.
Chin, der neben Danny lief, sah beim vorbei laufen an den einzelnen Zimmertüren auf die Nummern.
Er hatte die Seite mit den ungraden Nummern, also musste Zimmer 2065 auf seiner Seite sein.
2049 - 2051 -2053 - 2055 - 2057 - 2059 - 2061 Chin blieb stehen.
“Danny,” flüsterte er fast und zeigte dabei zwei Türen weiter.
Danny verstand sofort und gab dem Trupp das Handzeichen, das sie ihr Ziel erreicht hatten. Über sein kleines Mikro, das ihn mit Steve verband, gab er diesem Bescheid. “Wir sind da.”
Er bedeutete den Beamten vom HPD, das sich zwei von ihnen jeweils rechts und links von der Tür aufstellen sollten. Zwei stellten sich direkt vor die Tür. Er und Chin stellten sich ebenfalls rechts und links von der Tür, hinter den Beamten auf.

Draußen auf der Galerie suchte Steve ebenfalls nach der richtigen Zimmernummer. Nur, dass sie hier nicht auf den Türen angebracht waren, denn hier handelte es sich um Glasschiebetüren, die bis auf den Boden reichten, sondern an der Wand. Auch sie hatten ihre Waffen im Anschlag. Als sie so über die Galerie liefen, stießen sie auf ein Ehepaar, das es sich vor seinem Zimmer, in zwei Korbstühlen, gemütlich gemacht hatte. Steve beugte sich fast im Laufen zu den beiden, die sie erstaunt anblickten, kurz hinunter: “Gehen sie rein und schließen die Tür.” Dabei lief er auch schon weiter. Immer den Blick zur Wand gerichtet.
2053 - 2055 -2057 - Er gab Handzeichen und verlangsamte seinen Schritt. Er setzte jetzt äußerst leise einen Fuß vor den anderen. Kono und die beiden anderen taten es ihm gleich.
2059 -2061 Steve ging noch an Zimmer 2063 vorbei und blieb dann stehen. Er konnte von hier aus sehen, dass in Zimmer 2065 die Schiebetür offenstand, als er auch schon Dannys Stimme in seinem Ohr vernahm.
“Okay. Wir auch.” Flüsterte er, als er schon dabei war eine kleine Dose aus seiner Hosentasche hervor zuholen. Er wickelte schnell den Klebestreifen, welcher sich um den Verschluss herum befand, ab und sagte dann nur “jetzt!” Im selben Moment kickte er den Verschluss mit dem Finger ab und warf die Dose durch die offene Schiebetür ins Zimmer. Der Rauch, der entstand, hielt sich in Grenzen. Er diente lediglich zur Ablenkung.
Von draußen hörte er, wie drinnen im Zimmer ein ziemlicher Tumult entstand. Die Zimmertür vorne wurde eingetreten und Danny, Chin und die anderen vier verschafften sich so Zutritt. Im gleichen Moment stürmten Steve, Kono und die anderen beiden von der Galerie aus das Zimmer.
Rod und Lou, die auf dem noch nicht abgedeckten Bett gelegen hatten und dabei auf den Fernseher geschauten, waren, als die Rauchdose durch die offene Tür geworfen wurde, aufgesprungen. Ihre Waffen hatten sie auf den beiden Nachttischen liegen. Beide versuchten sie, danach zu greifen. Aber nur Rod gelang es, da er anders als Lou, bisher keinen Tropfen Alkohol getrunken hatte. Auf dem Nachttisch auf Lous Seite standen drei leere Bierflaschen. Das verlangsamte seine Reaktion im Gegensatz zu Rod.
Einer der Beamten vom HPD war blitz schnell bei ihm und hielt ihm sein Maschinengewehr vor die Nase. Lou hob darauf hin sofort seine Hände. Dagegen hätte er sowieso keine Chance mehr gehabt.
Anders Rod. Er griff in Windeseile nach seiner Waffe und zielte auf den Trupp, der durch die Vordertür gestürmt war. Einen den Beamten traf ein Streifschuss in den Arm, bevor Chin, Rod traf. Rod kippte zurück aufs Bett und blieb dort regungslos liegen. Seine Ruger SR hielt er dabei noch immer in der Hand. Schnell ging Danny hin und nahm ihm die Waffe aus der Hand, erst dann sah er nach ob Rod noch am Leben war. Doch Chin hatte gut gezielt, er hatte Rod tödlich getroffen.
Steve war inzwischen im Bad gewesen und hatte dort nachgesehen. Denn im Zimmer waren nur zwei der Bankräuber, von dem dritten, der auch auf Cathy geschossen hatte, war nichts zu sehen.
“Der der auf Cathy geschossen hat, fehlt.” Sagte er deshalb zu Danny. Danny nickte und ging dann auf Lou zu, dem Kono inzwischen schon Handschellen verpasst hatte.
“Hey wo ist euer Kumpel?” Doch Lou antwortete nicht.
Danny baute sich vor ihm auf. “Hey, verstehst du meine Sprache oder muss ich einen Dolmetscher holen? - WO - ist dein - Kumpel?”
Doch Lou schwieg weiter.
Danny versuchte es noch einmal. “Pass auf. Wir können das hier, jetzt auf die angenehme Art und Weise regeln oder…“ Danny wartete.
Lou sah an ihm vorbei zu Steve, der neben Danny stand. Er erkannte Steve. “Scheiße, du bist ein Bulle!”
“Richtig erkannt.” Steve packte Lou kurzerhand und schleifte ihn zum Bad rüber. Dort blieb er mit ihm in der Tür stehen und sah sich kurz um.
“Was hast du vor?” Hörte er hinter sich Danny fragen, als er mit Lou zum Toilettenbecken ging, ihn kurzerhand mit dem Kopf nach unten in die Schüssel drückte und mit der anderen Hand die Spülung betätigte. Nach etwa zehn Sekunden stoppte er und holte Lous Kopf hoch.
“WO IST DER ANDERE?” Doch wieder kam keine Antwort. Und so wiederholte Steve das Spiel.
Danny, der im Zimmer mitbekam, was Steve da abzog, wollte ins Bad und dem ein Ende setzen, doch Chin, der wusste, dass sie Steve nicht aufhalten konnten, hielt ihn zurück. “Lass ihn Danny. Du würdest dasselbe tun, wenn es sich um Grace handeln würde.”
Als Steve das nächste Mal stoppte und Lou hochholte, prustete dieser schon ganz schön. “Man hörn sie auf. Das dürfen sie gar nicht.”
“Falsche Antwort.” Steve drückte ihn erneut nach unten und betätigte ein drittes Mal die Spülung.
Diesmal länger als nur zehn Sekunden. Das zeigte Wirkung bei Lou. Als Steve hin hochholte. japste und prustete er. “Okay, okay. Er wollte sich draußen die Beine vertreten und sich ein bisschen umsehen.“
“Warum nicht gleich.” Sagte Steve nur und ließ Lou fallen. Der konnte sich grade so eben noch halten, sonst wäre er wieder Kopf über in der Toilettenschüssel gelandet.
Steve stand in der Tür zwischen Bad und Zimmer und blickte in Dannys Augen. “WAS?”
Doch Danny hob beide Hände und schüttelte nur den Kopf, was so viel wie > ich sag nichts< bedeuten sollte.
“Ihr könnt ihn wegbringen.” Sagte Steve zu den Beamten des HPD und sah dann wieder zu Danny, als er plötzlich, sich schnell entfernende Laufschritte vernahm. Er sah Danny und Chin mit offenem Mund an, lief im nächsten Moment an ihnen vorbei zur Schiebetür und sah nach rechts.
Er sah nur noch wie eine männliche Person, 1,80m groß über die Galerie lief und im nächsten Moment über die Treppenstufen, die zum Gartengelände führten, flüchtete. Er setzte sofort hinterher.
Der andere hatte schon einen beachtlichen Vorsprung, darum nahm Steve die Abkürzung über das Galeriegeländer. Allerdings befand sich unterhalb des Geländers eine etwa ein Meter breite und 1,50m hohe Hecke. Als sich Steve über das Geländer nach unten schwang, streifte er diese. Aber er rollte sich gekonnt ab, bevor er der Länge nach auf dem Rasen landete, stand ebenso schnell wieder auf und lief weiter.
Dex Haverty hatte einen guten Vorsprung, er lief auf den Golfplatz zu. Doch Steve holte auf. Im Gegensatz zu Haverty war er ein durchtrainierter Seal.
Er hatte ihn bereits über das gesamte Gartengelände gejagt und es schien als ging Haverty langsam die Puste aus. Aber noch gab dieser nicht auf. Er hatte den Golfplatz erreicht. Hier fiel ihm, durch den ganz kurz geschnittenen Rasen, das Laufen etwas leichter und er glaubte, dass er seinen Vorsprung wieder ausbauen konnte. Er drehte sich kurz um und sah, dass Steve doch schon näher an ihn heran war, als er gedachte hatte. Er legte noch einmal zu, aber der kurze Blick über seine Schulter hatte ihm letztendlich doch zu viel Zeit gekostet.
Steve brauchte noch drei große Schritte dann hatte er ihn. Als er endlich nah genug an Haverty heran war, machte er einen Hechtsprung nach vorne und warf sich in den Rücken von Haverty. Er landete mit ihm zusammen auf dem Boden. Aber blitz schnell kam Steve wieder hoch, während Haverty noch versuchte sich auf zurappeln. Doch bevor dieser hochkam, traf ihn auch schon Steves Fuß mit voller Wucht in den Magen. Er krümmte sich vor Schmerz, doch Steve nahm darauf keine Rücksicht. Er zog Haverty an den Haaren hoch und verpasste ihm einen Fausthieb punktgenau auf das Nasenbein. Steve spürte unter seiner Faust, dass dieses grade zu Bruch gegangen war. Haverty kippte nach hinten und landete auf dem Rücken.
Über den Golfplatz kamen Chin und Danny angelaufen. In drei Meter Entfernung blieben sie stehen und sahen, wie Steve sich jetzt über Haverty kniete und dessen Gesicht weiter mit seinen Fäusten bearbeitete.
Als Haverty keinen Ton mehr von sich gab und nur noch das Geräusch zu hören war, das Steves Fäuste abgaben, wenn sie ins Ziel trafen, sah Chin zu Danny. “Ich denke das reicht.“ Beide gingen schnell die paar Schritte und Danny zog Steve von Haverty weg. “Steve, das reicht.”
Chin sah sich Haverty an. Der sah äußerst übel zugerichtet aus, die Nase saß ziemlich schief, beide Augen begannen zu zuschwellen und überhaupt war das gesamte Gesicht blutverschmiert und fing an sich zu verfärben, aber er lebte und stöhnte. Chin zog ihn ohne Rücksicht auf die Beine und drehte ihm die Arme auf den Rücken, wo er seine Handschellen klicken ließ.
“Ich geh dann schon mal.” Sagte Chin und führte Haverty ab.
Steve stand gebeugt, mit den Händen sich abstützend auf seine Oberschenkel, sah zu Chin hoch und nickte. Er musste erst einmal Luft holen. Danny stand neben ihm und sah auf ihn hinunter.
“Und, geht es dir jetzt besser?” Fragte er.
Steve sah zu ihm hoch. “ Nein.”
“Dann ist ja alles in Ordnung.”
Steve kam hoch, sah Danny mit hochgezogenen Augenbrauen an, sagte aber nichts, sondern ging den Weg, den er zuvor hinter Haverty hinter hergerannt war, zurück.


Im Medical Center war Cathy inzwischen hellwach.
Der Arzt war bereits bei ihr gewesen und hatte ihr genau erklärt, wie die weitere Behandlung aussehen würde.
Sobald die bakterielle Infektion abgeklungen und auch die Schusswunde so gut wie verheilt war, konnte sie das Krankenhaus verlassen. Aber sie durfte für mindestens sechs Wochen den gebrochenen Fuß nicht belasten. Auch musste sie sich später erneut einer OP unterziehen, da die
Schrauben aus ihrem Fuß wieder entfernt werden mussten. Dies würde aber lediglich ein Routineeingriff sein und sie brauchte dafür auch nicht lange im Krankenhaus bleiben müssen. Danach konnte sie langsam beginnen, ihren Fuß wieder vollständig zu belasten.
Cathy hatte sich ihrem Schicksal ergeben. Sie konnte sowieso nichts daran ändern.
Eine Schwester hatte ihr das Kopfteil vom Bett etwas höher gestellt und sie hatte sich den Fernseher eingeschaltet. Anfangs hatte sie durch das Programm gezappt und war schließlich bei einem Musiksender hängen geblieben. Nun dröhnte >Little bad Girl Trotz der Lautstärke, ein Wunder, das sich die anderen Patienten in den Nachbarzimmern noch nicht beschwert hatten, hörte sie wie die Tür geöffnet wurde. Da sie nicht sehen konnte, wer hereinkam, da ein kleiner Gang vom Zimmer zur Tür führte, dachte sie, dass es wohl eine der Schwestern war, die sie auffordern wollte, den Ton leiser zu stellen. “Okay, ich mach ja schon leiser,” rief sie und betätigte die Fernbedienung, die neben ihr auf dem Bett lag. Augenblicklich wurde die Lautstärke geringer. Aber es war keine der Schwestern die hereinkam, sondern Steve, begleitet von Danny.
Als Cathy den Kopf zur Seite drehte und Steve erblickte, zog sich ein Lächeln auf ihr Gesicht.
“Hey, das waren aber zwei lange Stunden,” beschwerte sie sich gleich, aber nicht wirklich ernsthaft. Und als sie Danny erblickte: “Hi Danny “
“Hey, dir scheint es ja schon wieder besser zu gehen.” Erwiderte Danny und sah dann rüber zum Fernseher. “Wirklich schön. Ihr McGarretts scheint alle so einen eigenartigen Musikgeschmack zu haben.“ Er stellte sich am Fußende des Bettes und stützte sich dann mit den Ellenbogen auf das Bettgestell.
“Was hast du gegen David Guetta?”
“Nichts, solange ich es mir nicht anhören muss. Das ist ja beinahe noch schlimmer als das, was er im Auto hört.” Dabei zeigte er auf Steve.
Steve hatte sich mit den Händen inzwischen auf die Bettkante neben Cathy gestützt. “Hör nicht auf ihn. Dafür wird er immer ein Haole mit Krawatte bleiben. Aber dir scheint es wirklich schon wieder viel besser zu gehen. Die Musik jedenfalls ist über die gesamte Etage zu hören.”
“Ja, bis auf, das ich nicht aufstehen darf. Jedenfalls noch nicht. Und essen hab ich auch schon bekommen.“ Bei den letzten Worten verzog sie dann allerdings das Gesicht.
Steve bemerkte ihren leicht angewiderten Gesichtsausdruck. “Wieso, was gab’s denn?”
“Irgend so was undefinierbares. Ich glaub war was mit Hähnchen in so ner komischen Soße, Reis und gemischtes Gemüse. Kann mir nicht einer Pizza, Burger, Nuggets oder Pommes bringen?”
Steve musste grinsen. “Ich denke, die paar Tage wirst du schon ohne dieses Fast Food zeug überstehen.“
“Aber wenn ich, wegen dem Fraß hier, schlechte Laune hab, ist es deine Schuld.”
Steve nickte mit einem Lächeln. “Ich glaube, das werd ich dann auch noch überstehen,“
Cathy sah von Steve zu Danny und dann wieder zu Steve. “Hat man das Boot schon gefunden?”
“Ja.” Nickte Steve
“Und die drei, die es sich ausgeliehen hatten, haben wir auch bereits aufgespürt.” Vollendete Danny.
“Ich hoffe ihr habt sie nicht nur aufgespürt?” Fragte Cathy hoffnungsvoll.
“Sie sind bereits auf dem Weg ins Halawa Gefängnis.” Konnte Steve ihr mitteilen.
“Wobei einer von ihnen wohl die nächsten Wochen dort erst mal auf der Krankenstation verbringen dürfte.” Setzte Danny hinterher.
Steve sah zu ihm rüber und deutete ihn mit den Augen an, dass er den Mund halten sollte. Er wollte nicht, dass Cathy erfuhr, wie er Haverty zugerichtet hatte.
Doch Cathy war natürlich hellhörig geworden bei Dannys Worten, “Toll. Dann hast du ihm also doch alle Knochen gebrochen.” Meinte sie mit Blick auf Steve.
Der allerdings schüttelte leicht mit dem Kopf. “Nein hab ich nicht. Ich hab dir gesagt, dass dies gegen die Vorschrift ist.”
“Schade und was ist mit meinem Handy?” Cathy brannte darauf es wieder zubekommen.
“Tut mir leid, Schatz, aber das ist weg.” Musste Steve ihr mitteilen.
“Damit telefonieren jetzt die Fische.” Fügte Danny trocken hinzu.
“Scheiße.“ Rutsche es Cathy raus. Dann sah sie wieder zu Steve. “Du wolltest doch wissen, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Jetzt weißt du es. Ein neues Handy.”
Steve richtete sich auf und mit einem schmunzeln auf den Lippen und die Mundwinkel leicht nach oben gezogen, holte er ein Nagelneues IPhone aus seiner Hosentasche und reichte es Cathy. Er setzte sich jetzt auf die Bettkante und wartete auf ihre Reaktion.
Die war für einen kurzen Moment sprachlos und starrte nur auf das Gerät in ihrer Hand. Ihre Augen strahlten. “Boah, was ist das für ein geiles Teil. So eins wie deins.”
Steve holte jetzt sein neues IPhone heraus und hielt es kurz hoch. “Ja, aber das ist hier.”
Cathy sah zu ihm und fiel ihm dann um den Hals. “Danke Dad.”
Danny am Fußende des Bettes richtete sich jetzt auf. Es schien, als hätten Steve und Cathy sich tatsächlich auf dem Boot ausgesprochen. Anderes war diese Reaktion und das Wort Dad nicht zu erklären. Er entschloss sich die beiden allein zulassen. Er klopfte Steve von hinten kurz auf die Schulter. “Hey, ich geh schon mal. Wir sehen uns später im Büro.” Und zu Cathy. “Machs gut. Ich komm dann noch mal vorbei. Und wenn du schön lieb bist, bring ich dir auch was zu essen mit,”
Grinste er und verließ das Zimmer.
Steve schaute ihm noch nach und drehte sein Gesicht dann wieder zu Cathy.
“Ich fürchte, du wirst dir was Neues überlegen müssen, was dein Geburtstagswunsch angeht.”
Cathy sah auf das IPhone in ihrer Hand. “Ich wüsste da was.”
“Na dann raus damit.”
Leise begann Cathy. “Eigentlich sind es ja zwei Wünsche.”
“Dann lass hör´n.”
“Ich werd ja erst sechzehn. Also brauch ich deine Zustimmung.” Sie vermied es Steve an zusehen, denn sie hatte Angst, dass er gleich Nein sagen würde.
“Wozu brauchst du meine Zustimmung?” Wollte er wissen.
“Ich möchte ein Tattoo.” Cathy sah immer noch auf das IPhone in ihrer Hand.
“Du möchtest was?” Steve war mehr als nur überrascht.
“Du hast es schon verstanden.” Gab Cathy leise zur Antwort.
“Also, ich glaube nicht, das du in deinem Alter…“
Weiter kam er nicht, denn Cathy sah ihn jetzt mit einem mehr als bittenden Blick an.
“Nur ein ganz Kleines auf dem Oberarm. Nicht so groß wie deine. Bitte.”
Steve fiel es sichtlich schwer diesem Dackelblick, den Cathy grade aufsetzte, zu widerstehen.
“Ich überlegs mir.”
“Dann sagst du sowieso Nein.” Wusste Cathy es enttäuscht im vor raus.
“Hey, ich hab gesagt ich überlegs mir. Okay? Und der zweite?”
“Ja also - ich weiß nicht - wie ich es sagen soll.” Begann Cathy stockend und drehte dabei nervös ihr IPhone in der Hand.
Steve nahm es ihr kurzerhand ab und legte es auf den Nachttisch. “Na komm schon. Raus mit der Sprache. Was wird es mich kosten?”
“Nichts - Gar nichts. Glaub ich zumindest.”



Drei Wochen später.
Cathy Schusswunde war gut verheilt und auch von der bakteriellen Infektion war nichts mehr zu spüren. Allerdings war ihr linkes unteres Bein vollständig in einen Gips gepackt. Da Cathy sich offenbar nicht daran halten konnte, oder wollte, den gebrochenen Fuß nicht zu belasten, hatte der Arzt kurzerhand entschieden, ihr einen Gips zu verpassen.
Als Steve und Cathy, mit Gips und auf Krücken, an der Poolterrasse des Hilton ankamen, saßen Danny, Chin, Kono und auch Kamekona bereits am Tisch, den Steve für diesen Abend für sie alle reserviert hatte.
Es war Cathys Wunsch gewesen, das sie an ihrem Geburtstag den Abend mit dem Team ihres Vaters zusammen verbringen wollte. Denn irgendwie waren sie alle eine Familie. Eine Feier mit ihren Freunden war auf später verschoben worden, da sie durch die Krücken eh keinen richtigen Spaß daran gehabt hätte,
Und auch Kamekona wollte sie unbedingt dabei haben. Schließlich hatte er sie in den anderthalben Wochen, wo sie im Krankenhaus lag, fast täglich mit den leckersten Dingen versorgt. Denn das Krankenhausessen hatte sie bereits am zweiten Tag verweigert.
Danny hatte Kamekona ganz zufällig davon erzählt und der sah es als seine selbstverständliche Pflicht an “Steves Kleine” mit allem Notwendigen zu versorgen. Sehr zum Leidwesen von Steve.
Denn Chin und Danny versorgten Cathy obendrein auch noch mit Malasadas und Coco Puffs.
Steve wunderte sich nur, dass Cathy bei dem ganzen Übergenuss an fettigen und süßen Kram nicht auseinanderging wie ein Pfannkuchen.
“Da sind sie ja.“ Stellte Chin fest, als er in Steves und Cathys Richtung blickte. Danny folgte seinem Blick und glaubte nicht richtig zu sehen. Denn was er sah, verschlug ihm glatt die Sprache.
Da kam Cathy auf Krücken, im dunkelblauen T - Shirt und Cargopants!
Als sie endlich am Tisch angelangt waren, sah Steve Dannys verwunderten Blick. “Sie kann derzeit keine anderen Hosen tragen. Über den Gips passt keine Jeans.” Dannys verwunderter Blick blieb trotzdem und er war einfach nicht in der Lage etwas zu antworten.
Kamekona dagegen stand sofort auf und rückte am Kopfende des Tisches, für Cathy einen Stuhl zurecht. Sodass sie durch den hinderlichen Gips keine Probleme hatte, sich hin zusetzen. Steve nahm gegenüber von Kamekona, an der Ecke zum Kopfende des Tisches, Platz.
Steve sah sich auf dem Tisch um. “Wieso habt ihr alle noch nichts zu trinken?”
“Wir wollten nicht ohne euch anfangen. Schließlich ist es Cathys Geburtstag.“ Erklärte Kono für alle.
Steve sah sich nach einer der Bedienungen um und winkte sie dann heran. Er gab erstmal die Getränkebestellung auf, nachdem alle ihren Wunsch geäußert hatten. Essen würden sie später.
Während sie auf die Getränke warteten, holte Cathy etwas aus ihrer hinteren Hosentasche heraus und hielt die kleine Ausweiskarte stolz in die Höhe.
“Hey, seht mal. Seit gestern ist es amtlich und ganz offiziell. Da steht es!”
Kamekona konnte zuerst einen Blick auf den Ausweis werfen, da er am nächsten saß. Mit einem Blick auf Danny sagte er. “Also Brah, ich an deiner Stelle würde in Zukunft vorsichtig sein, mit dem, was du sagst. Ab heute hast du es offiziell mit zwei McGarretts zutun. Hier steht es, Cathy Atkins-McGarrett.”
Chin nickte anerkennend. “Dann habt ihr ja nun wirklich auch den letzten Schritt getan. Und du bist endlich ganz auf Hawaii angekommen. “
Cathy nickte stolz. “Ja, den Wunsch konnte und wollte Dad mir nicht abschlagen. Dazu brauchte ich ihn nicht mal zu überreden. - Hier drüber - musste er allerdings zwei volle Tage nachdenken.“
Cathy schob den Ärmel ihres T - Shirts hoch, hielt ihren rechten Oberarm ein Stück nach vorn und drehte sich leicht, sodass es jetzt alle sehen konnten. Da prangte das Konterfei von Steve auf Cathys Oberarm und darum herum der Schriftzug > I love you Dad forever <
Kamekona, Chin und Kono fanden es gut und nickten nur zustimmend. Danny war einfach nur sprachlos. Inzwischen waren die Getränke gekommen und er nahm erst einmal einen großen Schluck von seinem Bier. Dann ging sein Blick zu Steve und Cathy rüber.
“Ich fasse mal zusammen,” ganz in Detektiv Willams Manier. “Cargopants - Namensänderung und jetzt auch noch ein Tattoo. Was kommt als Nächstes? Die Navy? Five 0? “
Chin und Kono mussten lachen. “Hey Danny entspann dich.” Sagte Kono, als sie aufgehört hatte zu lachen.
“Nein ich will es ja nur wissen, denn sollte sich Cathy irgendwann entschließen zu Five 0 zugehen, möchte ich es nur früh genug wissen, damit ich rechtzeitig meine Versetzung beantragen kann. Zwei McGarrett auf einer Dienststelle!? Das überleb ich nicht!”
Jetzt mussten auch die anderen lachen. Danny hingegen nahm erneut einen großen Schluck von seinem Bier. Mit diesem Zug war es allerdings dann auch leer. Er winkte die Bedienung zu sich heran und bestellte sich ein Neues.
Cathy beugte sich zu Steve herüber. “Darf ich einen Blue Hawaii?”
Steve zog die Augenbrauen angesichts dieser frage zusammen. “Hey, du bist sechzehn und noch keine einundzwanzig.”
“Bitte. Nur einen.” Cathy setzte wieder ihren flehenden Dackelblick auf. Denn inzwischen wusste sie, wie sie ihren Dad zu fast allem überreden konnte. Und auch diesmal gelang es ihr. Steve gab nach.
“Okay. Aber nur einen und mit ganz wenig Rum.” Steve bestellte bei der Bedienung Cathys Blue Hawaii mit wenig Rum. Danny, der dies mitbekommen hatte, wollte Cathy warnen.
“Ich würde den nicht trinken. Davon kriegst du eine ganz fürchterlich blaue Zunge.”
“Na solange sie nicht, die Farbe deiner Krawatte annimmt, bin ich beruhigt.” Konterte Cathy und alle, aber wirklich alle, brachen in schallendes Gelächter aus. Bis auf Danny. Der nahm seine Krawatte in die Hand und betrachtete sie sich genauestens.
Es versprach, noch ein lustiger Abend zu werden.



Ende




































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