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 THE DEVIL IN ME

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AutorNachricht
Siv
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Weiblich Anzahl der Beiträge : 4213
Alter : 42
Ort : Ba-Wü
Anmeldedatum : 12.09.11

BeitragThema: THE DEVIL IN ME   Do Mai 31, 2012 7:31 pm

>>FF Wunschkonzept<< <-- Hier steht worum es geht!

Habe also Ninas Herausforderung angenommen, und das hier ist das Ergebnis:





Wallpaper von FEVER!
Danke!



>>ANHÖREN UND OHNE UMSCHWEIFE BEGINNEN ZU LESEN!<<


THE DEVIL IN ME


Langsam wurden die Schatten der Nacht kürzer. Bald würde die Dunkelheit von der Dämmerung des nahenden Tages verschluckt. Bald würde das warme Licht der aufgehenden Sonne die kalten Schatten der Nacht vertreiben. Bald hatte er es geschafft- und eine weitere schlaflose Nacht hinter sich gebracht.
Steve lag auf dem Rücken, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und starrte in die Dunkelheit. Er hatte auch in dieser Nacht keinen Schlaf finden können. Wie schon in der letzten Nacht und der Nacht davor…

„Ich liebe dich, Steve! Punkt! Ich liebe dich und möchte gerne mehr Zeit mit dir verbringen. Am liebsten den Rest meines gesamten Lebens. Ich kann fühlen, dass es dir ähnlich geht. Aber ich spüre auch etwas, das ich nicht greifen kann. Etwas, das dich zurückhält, das dich hindert, dich mir ganz zu öffnen. Ich glaube, du hast Angst Steve, und ich weiß nicht wovor. Was kann ich tun, um dir zu helfen? Was muss ich tun, um dir diese Angst zu nehmen?
Denkst du wirklich, ich hätte es nicht bemerkt? Glaubst du, ich hätte nicht bemerkt, dass du kaum eine Nacht richtig schlafen kannst? Dass du oft schreiend und schweißgebadet aufwachst und nicht mehr einschlafen kannst? Dass du das, was dich so quält, nicht loslassen kannst?
Was quält dich? Welche Last trägst du mit dir herum?
Lass mich dir helfen, Steve!
Ich liebe dich und es bricht mir das Herz, dich so zu sehen. Du musst nicht immer stark sein- nicht für mich, nicht für dich und auch nicht für andere. Lass dich fallen! Ich werde da sein und dich auffangen…
… wenn du mich lässt! Doch dazu musst du mir vertrauen, Steve.
Ich weiß, dass ich sehr viel von dir verlange. Aber ich hoffe, du weißt, dass du mir ebenso vertrauen kannst. Ich vertraue dir, Steve! Ich vertraue dir blind, würde mein Leben ohne nachzudenken in deine Hände legen.
Nur, wenn du mir nicht dasselbe entgegenbringen kannst, ist unsere Liebe sinnlos…“


Ihre Worte hallten laut in seinen Ohren. Da war es, dieses Wort. VERTRAUEN! „Ich vertraue dir blind, würde mein Leben ohne nachzudenken in deine Hände legen…!“ Wie sollte sie auch wissen, dass sie damit den größten Fehler ihres Lebens machte?

Sie hatte ihn vor die Wahl gestellt. Obwohl sie gewusst hatte, dass er ihr niemals das würde geben können, was sie sich so sehr wünschte. Sie kannte seine Antwort bereits. Die einzige Antwort, die er in der Lage war zu geben. Und doch blickten ihn ihre großen, dunklen Augen fragend und bittend an. Lange, sehr lange fixierten sie ihn. Versuchten, ihn zu einer Entscheidung zu bewegen, versuchten, eine Gefühlsregung hinter seiner starren Maske auszumachen. Doch wenn er eines beherrschte, dann, sich selbst und seine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Zu verbergen, wie sehr er darunter litt, der Mensch zu sein, der er in den letzten Jahren geworden war.
Die Stille in diesem Moment schien ohrenbetäubend laut.
Und plötzlich, ganz plötzlich war dieser unbehagliche Moment vorbei. Der letzte Schimmer Hoffnung in ihrem Blick erlosch und machte einer tiefen Traurigkeit Platz, die ihre braunen Augen noch dunkler erscheinen ließ. Als sich die ersten Tränen ihren Weg über ihre Wangen suchten, hob sie die Hand um ihn zu berühren. Doch sie erstarrte mitten in der Bewegung, ließ die Hand wieder sinken, wandte sich wortlos ab und verließ das Haus.
Und er- er stand einfach nur da, taub, unfähig zu reagieren, unfähig zu fühlen, unfähig das zu tun, wonach er sich mit seinem ganzen Herzen sehnte…


Er blinzelte, als könne er damit die Erinnerungen an diesen Tag vertreiben. Langsam wandte er seinen Kopf nach links und blickte traurig auf die leere Seite des Bettes. Im fahlen Licht des nahenden Tages glaubte er, die kleine Kuhle zu entdecken, die ihr Körper nach der letzten gemeinsam verbrachten Nacht hinterlassen hatte. Vorsichtig streckte er eine Hand aus, hoffend, noch einen Rest ihrer Körperwärme fühlen zu können. Langsam strich er über das Laken, drehte sich auf die andere Seite hinüber und vergrub seine Nase tief in ihrem Kissen. Kräftig sog er die Luft ein und ganz schwach konnte er ihren Duft riechen. Seine Eingeweide krampften sich schmerzhaft zusammen. Er wollte, dass es aufhörte… Ein verzweifelter Laut drang aus seiner Kehle. Noch tiefer drückte er sein Gesicht in das Kissen, kniff die Augen so fest zusammen, dass kleine Sterne hinter seinen geschlossenen Lidern tanzten.
Und plötzlich waren sie wieder da, ihre Augen, die ihn so voller Schmerz ansahen. Er hielt ihren Blick gefangen, verlor sich darin. Und ganz plötzlich waren es nicht mehr ihre Augen, sondern die Augen dieser Frau, Avas Augen, die ihn bittend und flehend ansahen- damals…
In einem anderen Leben.


Er war mit seiner Einheit in Afghanistan mit dem Ziel, die organisierten Angriffe der Taliban gegen die Zivilbevölkerung einzudämmen und ihre weiteren Machenschaften im Untergrund zu verhindern. Sie waren nördlich der Stadt Kandahar, in Richtung der pakistanischen Grenze stationiert. Die vielen kleinen Bergdörfer waren durch die schlechten Straßen nur schwer zu erreichen und boten den Taliban-Kämpfern aus dem Untergrund viele Möglichkeiten sich zu verstecken.
Direkt nach ihrem Eintreffen in einem kleinen Bergdörfchen, setzte der Beschuss ihres Konvois ein. Sie wurden von den Aufständischen völlig überrascht und mussten erkennen, dass sie in einen Hinterhalt der Taliban geraten waren.
Steve wurde von einem Querschläger an der linken Schulter verletzt und nach einem Schlag mit einem Gewehrkolben gegen seine rechte Schläfe verlor er das Bewusstsein.

Schwerelos trieb er durch die Dunkelheit. Er fühlte keine Schmerzen, war losgelöst von Raum und Zeit. Doch plötzlich erfasste ihn dieser Sog, zog und zerrte an ihm und trieb ihn an die Oberfläche. Augenblicklich kehrten die heftigen Schmerzen in der linken Schulter zurück, fühlte er den Druck auf seinem gesamten Oberkörper und spürte dieses unerträgliche, erbarmungslose Hämmern in seinem Schädel.
Zögernd öffnete er die Augen, blinzelte einmal, blinzelte ein zweites Mal und versuchte, den verschwommenen Bildern Konturen zu geben. Langsam konnte er erkennen, dass er sich in einem alten Stall befand. Er drehte den Kopf und erblickte einige seiner Kameraden. Er zählte acht Männer. Mit ihm waren es neun. Bestürzt stellte er fest, dass nicht einmal die Hälfte seiner Truppe noch am Leben war. Vorsichtig versuchte er eine angenehmere Sitzposition einzunehmen, musste aber schnell erkennen, dass dies unmöglich war. Wie auch seine Kameraden war er mit massiven Eisenketten an Armen und Beinen gefesselt. Diese waren durch eingemauerte Metallringe an den Wänden gezogen.
Panik überfiel ihn und ließ ihn verzweifelt an den Ketten reißen. Ein stechender Schmerz fuhr ihm in die verletzte Schulter. Scharf sog er die Luft in seine Lungen, um nicht laut aufzuschreien. Fest biss Steve die Zähne zusammen und zwang sich, wieder in einem ruhigeren Rhythmus zu atmen. Er würde sich etwas einfallen lassen, er würde seine Männer hier rausholen, aber jetzt wollte er nur eines, schlafen, ausruhen. Müde und erschöpft lehnte er den Kopf an die Wand und ließ sich erneut in die Dunkelheit fallen.

Tief in seinem Unterbewusstsein spürte Steve etwas Nasses, Kaltes, das ihm über das Gesicht fuhr. Er schwitzte und fror zugleich, die Schmerzen in seiner Schulter waren unerträglich und das Dröhnen in seinem Kopf hatte nicht nachgelassen. Ihm war übel und verzweifelt versuchte er, gegen den aufsteigenden Brechreiz anzukämpfen. Er verlor diesen Kampf, schaffte es gerade noch, den Kopf zur Seite zu neigen und sich zu übergeben. Er hustete, würgte, hustete und würgte, auch lange, nachdem sein Magen den gesamten Inhalt von sich gegeben hatte und nur noch Galle kam. Die verkrampften Muskeln schmerzten und Steve stöhnte verzweifelt auf.
Eine Hand legte sich beruhigend auf seine Stirn und erneut fühlte er die angenehme Kühle. Vorsichtig hob er die Lider.

Zwei schwarze Augen musterten ihn besorgt. Er sah nur diese riesigen, dunklen Augen. Der Rest des Gesichts war durch einen schwarzen Schleier verdeckt. An den feinen Fältchen um ihre Augen konnte er erkennen, dass sie lächelte, während sie ihm ein weiteres Mal mit einem kühlen Tuch über die fiebrige Stirn fuhr. Seine rissigen, trockenen Lippen versuchten Worte zu formen, doch aus seinem Mund kam nur ein heißeres Krächzen. Sein Hals war staubtrocken und brannte wie Feuer. Durst, er hatte so schrecklichen Durst! Beruhigend legte ihm die Fremde einen Finger auf die Lippen, schöpfte aus einem Eimer etwas Wasser und gab ihm zu trinken.
Gierig trank er das kühle Wasser, verschluckte sich, hustete. Seine Muskeln verkrampften sich und er konnte nicht aufhören erneut zu husten und zu würgen. Die Unbekannte hatte ihm wieder beruhigend eine Hand auf die Stirn gelegt und hielt ihn einfach nur fest bis der Anfall vorüber war. Dankbar hob er den Blick und presste ein leises „Danke!“ hervor. Sie lächelte und antwortete etwas, dass er nicht verstand. Dann zeigte sie mit dem Finger auf sich und flüsterte: „Ava.“
Steve versuchte zu lächeln. Er fühlte sich in ihrer Nähe nicht unbehaglich- aber schließlich hatte er auch keine andere Wahl, er war ihr und dieser Situation gänzlich ausgeliefert. Erschöpft sank er zurück an die Wand und schloss erneut die Augen.
Jedes Mal wenn er in den nächsten Stunden erwachte, kniete sie vor ihm, wischte ihm den Schweiß aus dem Gesicht, strich ihm beruhigend die verklebten Haare aus der fiebrig glänzenden Stirn, gab ihm Wasser zu trinken, und sprach leise Worte, die er zwar nicht verstand, die ihn aber irgendwie beruhigten. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren und wusste weder, ob es Tag oder Nacht war oder wie lange er schon in diesem Stall gefangen gehalten wurde. Ava war nicht allein. Mindestens vier weitere Frauen kümmerten sich um seine Kameraden. Ab und zu blitzte ein neugieriges Kinderaugenpaar um die Ecke und beobachtete die amerikanischen Soldaten still.

Als er das nächste Mal erwachte war es dunkel, seine Augen brauchten eine Weile, bis sie sich an das schummrige Licht gewöhnt hatten. Zuerst wusste er nicht, was ihn geweckt hatte. Doch dann hörte er eine leise, flehende Frauenstimme, die durch das bösartige, grollende Lachen eines Mannes, in das mehrere andere Stimmen einfielen, übertönt wurde. Steve hörte erneut die Stimme der Frau, die nach einem klatschenden Geräusch jäh verstummte. Er hörte Stoff, der zerriss, er hörte einen Gürtel, der geöffnet wurde, laute Anfeuerungsrufe der anderen Männer und das fiese Grunzen eines Mannes, der sich gerade an einer Frau verging...
Eine ungeheure Wut breitete sich in seinem Inneren aus. Steve zog und zerrte an seinen Fesseln, schrie aus Leibeskräften und versuchte, die Männer so auf sich aufmerksam zu machen.
„Steve verdammt, halt still!“, zischte Pete, einer seiner Kameraden. “Du machst alles nur noch schlimmer!“
Wie konnten die anderen nur zuhören und zusehen, wie sich diese Schweine an unschuldigen Frauen vergingen? Warum tat niemand etwas? Noch während Steve ein weiteres Mal tief Luft holte, um seine Wut herauszuschreien, nahm ihm ein Tritt in die Brust die Luft und ein weiterer gegen den Kopf das Bewusstsein.

Das nächste Mal erwachte Steve von leisem Gesang, der ihn zurück an die Oberfläche holte. Ava saß neben ihm auf dem Boden, hatte sich an ihn gelehnt und wiegte ein weinendes Kind beruhigend in ihren Armen. Vorsichtig öffnete er die Augen und hob den Kopf. Verwundert kniff er ein paar Mal die Augen zusammen, als traute er dem nicht, was er erblickte.
Zum ersten Mal konnte er ihr hübsches Gesicht und ihre langen, dunklen Locken sehen, die voll und schwer über ihre Schultern fielen und die sonst so gut unter ihrem schwarzen Schleier versteckt waren. Doch dieser war zerrissen, hing in Fetzen an ihrem Hals und gab nun den Blick auf eine wunderschöne Frau frei. Selbst die zartlila Färbung ihrer Wange, das zugeschwollene linke Auge und ihre aufgeplatzte Unterlippe, konnten nichts von ihrer natürlichen Schönheit nehmen. Erschrocken wich er zurück. Sie hob zitternd die Hand, strich ihm sanft über die Wange und lächelte ihn beruhigend an. Doch das Lächeln erreichte ihre Augen nicht. Stattdessen blickten diese ihn nur traurig und leer an. Ein heftiger Schmerz durchzuckte ihn. Er war eigentlich hier, um diesen Menschen zu helfen. Nun war er derjenige, der ihre Hilfe benötigte.

Er wusste nicht einmal, wie lange er schon hier war, ob man sie bereits suchte oder ob Hilfe unterwegs war. Zudem hatte er keine Ahnung, wie er sie alle jemals lebend aus dieser Situation retten könnte, keine Idee- und keine Kraft.
Doch eines wollte er nicht, ihr zeigen, wie ausweglos ihre Situation hier war. Wie verschwindend gering die Chance auf Rettung war, je mehr Zeit verging.
Deshalb riss er sich zusammen und versuchte, all seine Kraft in ein warmes Lächeln zu stecken. „Vertrau` mir, unsere Männer sind bestimmt schon auf der Suche nach uns. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie uns finden und hier rausholen!“, flüsterte er sanft. Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, sah er sie eindringlich an und hielt ihren Blick fest. Doch sie senkte nach kurzer Zeit die Augen, stand auf, um einen Lappen und etwas Wasser zu holen. Damit wusch sie ihm mit weiterhin zitternden Fingern das getrocknete Blut aus dem Gesicht. Das Kind, welches immer wieder von heftigen Schluchzern geschüttelt wurde, klammerte sich ängstlich an ihren Kleidern fest.

Nachdem sie sich um Steves Wunden gekümmert hatte, half sie auch die anderen Männer zu versorgen. Steve folgte ihr mit den Augen, beobachtete jeden ihrer Handgriffe, registrierte jedes schmerzvolle Zusammenzucken. Auch sie musste schreckliche Schmerzen haben. Trotz allem lächelte sie jeden seiner Kameraden aufmunternd an, wusch ihre Wunden aus, gab ihnen Wasser zu trinken. Als sie fertig war, nahm sie das immer noch schluchzende Kind behutsam auf den Arm und ließ sich müde neben Steve auf den Boden sinken. Es brach ihm das Herz, dass er nicht einmal einen Arm um sie legen konnte. Die Körperwärme des anderen zu spüren bedeutete den einzigen Trost. Der kleine Junge war erschöpft eingeschlafen und auch Steve fühlte ihren Kopf auf seiner Schulter immer schwerer werden.
Die Nacht senkte sich über den Stall und auch Steves Augenlider wurden schwer. Seine Muskeln entspannten sich und er schlief ein.

Motorengeräusche, die verstummten, weckten ihn aus seinem unruhigen Schlaf. Autotüren knallten, Männerstimmen, die sich Befehle zuriefen hallten durch die Nacht. Er hörte, wie Gewehre entsichert wurden, bevor die Stalltüre mit lautem Krachen gegen die Wand fiel und mehrere vermummte Männer ins Innere des Stalles traten. Das Mondlicht, das durch die Tür hereinfiel, spendete ein fahles Licht.
Die junge Frau klammerte sich ängstlich an Steve. Einer der Männer blieb vor den beiden stehen, holte kurz aus und schlug Steve kalt ins Gesicht. Ein zweiter Schlag traf ihn auf die Nase aus der sofort ein Schwall Blut schoss. Noch fester umschlossen die Arme der Frau Steves Körper. Der Taliban zog sie an den Haaren auf die Beine. Schmerzerfüllt heulte sie auf. Das schreiende Kind zu seinen Füßen trat er achtlos zur Seite und die Schreie des kleinen Jungen verstummten augenblicklich. Die junge Mutter trat und spuckte nach ihrem Widersacher, doch das schien ihn nur noch mehr zu erregen.
Laut lachend warf er sie zu Boden, öffnete seine Hose und vergewaltigte sie.
„Sieh mich an, Ava! Sieh mich an!“, bettelte Steve stumm. Als ob sie ihn gehört hätte, drehte sie den Kopf in seine Richtung. Ihr Blick traf den seinen und hielt ihn fest. Eine Träne rann langsam aus ihrem Augenwinkel, aber sie wandte ihren Blick nicht ab. Auch als sich ihr Peiniger ein zweites und ein drittes Mal an ihr verging, suchte sie Halt bei ihm.
Noch nie in seinem ganzen Leben hatte er sich so hilf- und nutzlos gefühlt.

Der Morgen graute. Das alkoholgeschwängerte Gelage der Rebellen neigte sich dem Ende zu. Der Alkohol forderte seinen Tribut. Der vermeintliche Anführer erhob sich schwankend, zog seinen Gürtel fest und rief seinen Männern Befehle zu. Diese erhoben sich und trieben die geschundenen und weinenden Frauen mit ihren wimmernden Kindern im hinteren Teil des Stalles zusammen. Ava konnte nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen und so schleifte einer der Männer sie achtlos über den Boden. Ihr kleiner Sohn hatte sich seit dem Fußtritt des Taliban nicht mehr gerührt.

Steve wusste, was nun folgen würde.
Zuerst würden sie die Frauen erschießen, dann die Kinder und zum Schluss würden er und seine Männer folgen. Es war vorbei!

Da nahm er aus dem Augenwinkel eine Bewegung vor der Tür des Stalles wahr.
Steve war sich nicht sicher, ob seine Augen ihm nicht doch einen Streich gespielt hatten. Er blickte in Richtung seiner Kameraden und glaubte, ein kurzes Zwinkern in Petes Augen entdeckt zu haben. Er hatte sich also nicht getäuscht. Man hatte sie gefunden.

Die Nerven zum Zerreißen gespannt, wartete Steve ab, was passieren würde. Er kannte das Vorgehen in solchen Fällen und wartete auf den entscheidenden Moment ihrer Rettung.

Einzelne Schüsse fielen. Erstickte Schreie drangen an sein Ohr. Eine gespenstische Stille folgte.
Und ganz plötzlich zerriss Maschinengewehrfeuer die Stille. Schreie gellten durch den Raum. Rauchbomben und Blitzgranaten sorgten für Verwirrung.

Steve schloss ergeben die Augen und versuchte alles auszublenden. Die Schreie, die Schüsse, die verschiedenen Gerüche, die Unruhe- einfach alles.
„Lieutenant McGarrett! Lieutenant McGarrett! Können sie mich hören?“ Jemand rüttelte ihn leicht an der Schulter. Steve zuckte zusammen und öffnete die Augen. Vorsichtig blickte er sich um. Es war vorbei. Die Lage war unter Kontrolle.

Mit einem Bolzenschneider wurden seine Ketten durchtrennt und Steve schrie auf, als seine Arme kraftlos zu Boden fielen.
Zwei Männer halfen ihm auf die Beine, stützten ihn und wollten ihn zur Tür führen.
„Wo sind die Frauen und Kinder?“, fragte Steve heißer.
„Dort hinten!“, kam die knappe Antwort.
„Sind sie alle…?“ Steve stockte. Er erhielt keine Antwort. Sein Gegenüber senkte lediglich den Blick.
„Ich möchte sie sehen!“, sagte Steve bestimmt.
„Lieutenant, ich denke nicht, dass sie…!“
„Bringen sie mich zu ihnen!“, fiel Steve ihm barsch ins Wort.

Im hinteren Teil des Stalles bot sich den Männern ein grauenhafter Anblick. Alle Frauen und Kinder waren tot. Ava lag direkt vor ihm. Ihre toten schwarzen Augen blickten ins Leere. Er ließ sich neben ihr auf die Knie fallen, strich ihr ein letztes Mal sanft über die Wange. Stumm bat er sie um Vergebung. Dass er es nicht geschafft hatte, sie zu retten, dass er es nicht geschafft hatte, sie und ihren Sohn zu beschützen, dass er das Versprechen, das er sich und ihr gegeben hatte, nicht halten konnte.
„Verzeih mir!“, flüsterte er, legte ihr behutsam seine zitternde Hand auf die Augen und schloss ihre Lider.
„Können sie sich bitte darum kümmern, dass die Frauen und ihre Kinder ein angemessenes Begräbnis bekommen? Ohne sie wären wir alle nicht mehr am Leben!“ Steves Stimme war nur mehr ein Flüstern. „Bringen sie mich hier raus!“

Die ersten Tage im Feldlazarett verschlief Steve dank der starken Medikamente. Er wollte nicht darüber nachdenken, wie sie in diesen Hinterhalt geraten konnten, wie er dies alles hätte verhindern können. Er wollte nicht darüber nachdenken, wie viele Menschen noch leben könnten, wenn er nur…

Nachdem alle Männer transportfähig waren, wurden sie aus dem Krisengebiet geflogen und in einem Militärkrankenhaus in den USA weiterbehandelt.
Steves äußere Wunden heilten schnell. Ein paar gebrochene Rippen, eine gebrochene Nase, Prellungen und eine Schusswunde an der Schulter ließen nur äußerlich sichtbare Narben zurück. Niemand konnte jedoch auch nur im Geringsten erahnen, wie tief die Verletzungen in Steves Seele reichten und welche Narben diese auf ihr hinterlassen hatten.

Sobald die Ärzte ihm seine vollständige Genesung attestierten, ließ er sich einen neuen Auftrag zuweisen. Dabei spielte es für ihn keine Rolle, wohin ihn dieser Marschbefehl führte. Er wollte einfach nur beschäftigt sein, gefordert sein, wollte nicht zur Ruhe kommen und sich nicht mit den Erlebnissen in Afghanistan auseinandersetzen. Rast- und ruhelos verbrachte er die folgenden Monate und Jahre, verschrieb sich mit Leib und Seele seiner Arbeit bei der Navy. Ständig bestrebt, keine Fehler zu machen, kein menschliches Versagen zuzulassen.

Er war gut in dem was er tat, sehr gut. Seine Beförderung zum Lieutenant Commander war somit nur Formsache.

Trotz allem wirkte Steve oft verbissen und trieb mit seinem Hang zum Perfektionismus viele seiner Kollegen und Vorgesetzten an den Rand der Verzweiflung. Seiner akribischen Arbeitsweise war es später jedoch zu verdanken, dass sie immer engere Kreise um das Brüderpaar Anton und Victor Hesse ziehen konnten. Beiden war Steve seit fast zwei Jahren um die ganze Welt gefolgt. Es gelang ihm schließlich, den jüngeren der beiden Brüder in Nord- Korea zu fassen. Doch der Gefangenentransport wurde überfallen, während Victor auf O`ahu Steves Vater in seine Gewalt gebracht hatte. Sie hatten eine Patt- Situation. Das Leben seines Vaters gegen das Leben von Anton Hesse.
Im Tumult des Überfalls kam es zu einem Zwischenfall, der Steve keine andere Wahl ließ, als Anton Hesse zu erschießen. Auge um Auge, Zahn um Zahn…

Steve flog zur Beerdigung seines Vaters zurück nach Hawaii. Eigentlich hatte er nie wieder einen Fuß auf dieses Eiland setzen wollen. Seinen Aufenthalt hatte er so knapp wie nur irgend möglich geplant. Zu groß war der innere Wunsch, seiner Vergangenheit erneut zu entfliehen und sich so schnell wie möglich wieder an Victor Hesses Fersen zu heften.
Doch dann kam alles anders. Er nahm das Angebot der Gouverneurin von Hawaii an, die eine Spezialeinheit zum Schutz der hawaiianischen Bevölkerung ins Leben gerufen hatte, deren Chef zu werden.

Eigentlich war er froh darüber, nicht mehr ziellos durch die Welt reisen zu müssen. Das ewige Weglaufen vor sich selbst hatte ihn zermürbt. Irgendwann hatte er eingesehen, dass er sich seiner Vergangenheit stellen musste, dass er seinen Problemen und Ängsten nicht ein Leben lang davonlaufen konnte.

Sein Team, das mit ihm aus 4 wunderbaren Menschen bestand, wuchs ganz allmählich zu so etwas wie seiner zweiten Familie zusammen.
Viel zu früh hatte er seine eigene Familie verloren. Mit 15, als ihn sein Vater nach dem Mord an seiner Mutter auf die Militärakademie auf das Festland schickte. Er trennte ihn von allem, was er liebte und was ihm wichtig war. Von seiner Schwester, seinen Freunden, seiner gewohnten Umgebung- anstatt Zuneigung und Halt zu erfahren, verlor er alles- vor allem das Vertrauen in die Menschen, die ihm nahestanden.
Und nun, nach fast zwei Jahren auf der Insel fühlte er sich langsam wieder zuhause. Verwundert hatte er irgendwann festgestellt, wie eng und tief die Freundschaft zu Kono, Chin, aber vor allem zu Danny geworden war. Wie stark sie zu einer Familie, einer Ohana zusammengewachsen waren. Seine Kollegen und Freunde hatten ihrem Boss stillschweigend ihr Leben anvertraut, es in seine Hände gelegt. Und Steve hatte festgestellt, dass er im Gegenzug dasselbe getan hatte. VERTRAUEN, ein Körnchen, das zu einem zarten Pflänzchen ausgetrieben war und nun zu einem Baum mit kräftigem Stamm heranwuchs. Es war gewachsen, ohne dass er sich dessen bewusst wurde. Und das erste Mal in seinem Leben bemerkte er, wie viel Sicherheit ihm dieses Vertrauen schenkte.

Und dann war SIE in sein Leben getreten. Die Frau bei der er sofort das Gefühl hatte, angekommen zu sein. Er wusste es einfach. Sie fühlte sich an wie eine zweite Haut, die hier und da juckte und zwickte, aber im Grunde mit ihm verschmolz und eine Einheit bildete. Sie war der Mensch, den er bedingungslos lieben konnte und mit dem er den Rest seines weiteren Lebens verbringen und eine Familie gründen wollte. Eine Familie…

Doch die wachsende Liebe ließ auch die Zweifel wieder in ihm erwachen. Die Dämonen seiner Vergangenheit, die er endgültig vertrieben glaubte, kehrten zurück. Langsam und schleichend suchten sie ihn in den Nächten auf, brachten all die grausamen Erinnerungen mit, kratzten an den Narben auf seiner Seele, ließen ihn nicht zur Ruhe kommen.
Wie dumm war er nur gewesen? Zu denken, er könne die Vergangenheit hinter sich lassen, die Dämonen zum Schweigen verdammen und einen Neuanfang beginnen? Er hätte es besser wissen müssen…
Denn erneut hatte ihn dieser Teufel fest im Griff, krallte sich schmerzhaft an ihm fest, machte all seine verzweifelten Versuche, ihn abzuschütteln, zunichte. Er würde wieder gewinnen und Steves Leben ein zweites oder drittes Mal zerstören…




Langsam verblassten die Bilder und Steve kehrte wieder in die Gegenwart zurück. Das Gesicht immer noch tief im Kissen vergraben.
Die Nacht war nun gänzlich dem Tag gewichen. Warme Sonnenstrahlen schickten ihr Licht durch die Jalousien und zeichneten feine Kreise auf Steves nacktem Rücken. Die wärmenden Strahlen taten ihm gut, halfen ihm zu entspannen. Er fühlte sich leer. Die vielen schlaflosen Nächte hatten ihn jeglicher Energien beraubt, ihn ausgesaugt.

Sie liebte ihn, wollte ihn. Sie wollte ihr Leben mit ihm teilen, Kinder…
Wie nur sollte er ihr erklären, dass das nicht ging?
Wie nur sollte er ihr erklären, dass es sinnlos war, ihm zu vertrauen?
Ava hatte ihm vertraut. Es wäre seine Aufgabe gewesen, sie zu beschützen. Doch er hatte sie nicht retten können- sie und ihren Sohn. Auch das Leben seines Vaters hatte in seinen Händen gelegen. Alle waren sie tot!
Wie sollte er dann jemals seine eigene Familie beschützen? Wie konnte er garantieren, dass er immer für sie da sein würde, um dafür Sorge zu tragen, dass nichts und niemand ihnen Leid und Schmerz zufügen konnte?

Sie durfte ihm nicht vertrauen! Er vertraute sich doch nicht einmal mehr selbst!
ER KONNTE ES EINFACH NICHT!

Ein leichtes Zittern durchfuhr ihn und plötzlich verlor er jegliche Kontrolle über sich und seinen Körper. Der ganze Schmerz drängte in Wellen nach oben, wollte heraus. Und Steve ließ es mit sich geschehen, hatte keine Kraft mehr, sich dem entgegenzusetzen.
Ein erster Schluchzer stieg in seiner Kehle auf, drängte nach draußen, viele weitere folgten.
Und Steve weinte- weinte um seine tote Mutter, weinte um seinen Vater und die verlorene Zeit mit ihnen, weinte um Ava, ihren Sohn und die anderen Frauen und Kinder, die damals in Afghanistan ihr Leben lassen mussten. Aber am allermeisten weinte er um sich selbst.
Irgendwann verlor das Zittern an Kraft und ebbte schließlich ganz ab, der Tränenstrom versiegte. Steve drehte sich auf den Rücken und blickte mit roten und verquollenen Augen an die Decke. Er spürte, wie sich der Knoten in seiner Brust langsam zu lösen begann. Erschöpft schloss er die brennenden Augen.

Er liebte diese Frau- liebte sie mehr als sein eigenes Leben. Er durfte nicht noch einmal davonlaufen, musste sich ihr gegenüber öffnen, musste sie ganz in sein Leben lassen. Sofern sie dies- sofern sie IHN noch wollte!

Er war bereit zu leiden, war bereit zu hoffen. Und am meisten war er bereit, den Teufel seiner Vergangenheit endlich abzuschütteln!


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