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 The moment of truth

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Siv
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BeitragThema: The moment of truth   Mo Sep 17, 2012 9:09 pm

Mich hat dieser blöde Cliffhanger der letzten Episode von Staffel 2 einfach nicht losgelassen.
Ein Wallpaper war einfach nicht genug- die Idee musste aus dem Kopf und aufs Papier.
Ein bisschen viel Drama und ich weiß auch ganz genau, dass es soweit niemals kommen würde.
Aber das ist eben Fiktion... Zwinker
Viel Spaß beim Lesen!




The moment of truth

Musikempfehlung: >>Creed- Time<<


Langsam tuckerte der kleine motorbetriebene Kahn durch die Nacht. Es war spät und die Bäume am Ufer warfen in der tiefen Dunkelheit gespenstische Schatten über das Wasser der Suruga Bay an der Sudostküste Honshus. Majestätisch erhob sich der schneebedeckte Gipfel des Mount Fuji in den wolkenverhangenen Nachthimmel.
Als der Kahn die nächste Landzunge umfahren hatte, tauchten aus dem feuchten Dunst die ersten Lichter eines kleinen Dörfchens auf.
Ungeduldig sprang Steve auf als der kleine Anleger in Sichtweite kam. Nichts hielt ihn mehr auf dieser harten, unbequemen Bank.

Seit Joe vor 2 Tagen sein Büro betreten und ihm eröffnet hatte, die Zeit Shelburne zu treffen sei nun gekommen, wurde er das seltsame Gefühl nicht los, das ihn seitdem gefangen hielt. Eine Mischung aus kaum auszuhaltender Anspannung und absoluter und unheimlicher Ruhe.
Es war an der Zeit, dass die Shelburne- Sache ein Ende fand. Viele Wochen und Monate hatte er darauf verwendet, das Phantom SHELBURNE endlich zu finden. Er hatte sich für diesen Moment aufgeopfert, viel Zeit und Arbeit investiert und nicht nur einmal sein Leben dafür riskiert. Er hatte es verdient, endlich Antworten auf seine Fragen zu bekommen.
Die erhoffte, freudige Anspannung stellte sich jedoch nicht ein. Vielmehr machte sich eine unerklärliche Unruhe in ihm breit. Noch bevor der Kahn den Anleger erreicht hatte, sprang Steve auf den hölzernen Steg, stemmte die Hände in die Hüften und sah sich verwundert um.
„Dieses Dörfchen, ich war schon einmal hier!“, murmelte er verwundert.
„Ja, ungefähr 18 Stunden nach mir“, erklärte Joe mit undurchsichtiger Mine.

Erneut keimte diese unbändige Wut in Steve auf, als ihm wieder einmal bewusst wurde, wie sehr ihn Joe White in den letzten Wochen und Monaten an der Nase herumgeführt hatte. Das Katz- und Maus- Spiel war perfekt inszeniert und hatte dabei immer nur ein Ziel gehabt: Ihn niemals auch nur in den Dunstkreis von Shelburne kommen zu lassen.
Die Wut verrauchte dieses Mal nicht, wurde auch nicht weniger, sondern wurde vielmehr verdrängt von einem anderen Gefühl- bitterer Enttäuschung.
Joe und er kannten sich lange, sehr lange. Der ehemalige Navy Seal hatte sie oft besucht und ihn aufwachsen sehen. Er war einer der wenigen Freunde auf der Militärakademie, war immer für Steve da, wenn er ihn brauchte oder in Schwierigkeiten steckte. Später hatte er ihn ausgebildet und einen großen Anteil daran, dass Steve zu dem Menschen wurde, der er heute war. Jederzeit konnte er auf Joes schützende und helfende Hand bauen, konnte ihm vertrauen.
Und genau dieses Wissen hatte Joe White gegen ihn eingesetzt. Eine Tatsache, die so unsagbar schmerzte und ihm beinahe die Luft zum Atmen nahm. War alles- sein ganzes Leben, eine einzige, riesengroße Lüge?
Würde er in diesem Mann jemals wieder etwas anderes sehen können als einen gemeinen, verlogenen Verräter?

„Das ist es“, riss Joe Steve aus seinen dunklen Gedanken.
Sie standen wenige Meter entfernt von einer Reihe kleiner Fischerhütten.
„Du wolltest Antworten? Hier drin wirst du sie bekommen“, sagte Joe und zeigte auf eine der Türen.
„Du kommst nicht mit rein?“, fragte Steve und versuchte, die Unsicherheit zu überspielen und seiner Stimme einen festen Klang zu geben.
„Nein! Ich denke, es ist das Beste, wenn du diesen Schritt alleine gehst.“

Nun war also der große Moment gekommen. Anders als erwartet stellte sich bei Steve nicht das erhoffte Gefühl der Erleichterung ein. Ein anderes Gefühl, das er normalerweise gut unter Kontrolle hatte zog über seinen Körper hinweg, sorgte dafür, dass sich die feinen Härchen in seinem Nacken aufstellten und ihm gleichzeitig kalte Schauer über den Rücken jagten. Ein Gefühl, das er selten zuließ, doch das ihn jetzt übermannte, ohne dass er sich dagegen wehren konnte- ANGST!
Nackte, eiskalte Angst!
Hilflos blickte er sich um. Er war noch nicht bereit. Er konnte nicht, er wollte Shelburne nicht treffen- noch nicht. Steves Blick wanderte an Joes sonst so imposanter und stattlicher Gestalt empor. Der ältere Mann ließ seine Schultern hängen, seine Körperhaltung zeigte Unsicherheit. Doch er lächelte. Allerdings erreichte das Lächeln seine Augen nicht. Etwas anderes war in ihnen zu lesen- Trauer. Bedauern. Reue.
„Es tut mir leid, mein Sohn! ALLES!“

Steve warf ihm einen weiteren beunruhigten Blick zu, die Augenbrauen fest zusammengekniffen, die Stirn gerunzelt. Dann straffte er die Schultern, atmete einmal tief ein und klopfte an der Tür der Hütte. Er sah sich ein letztes Mal um, wollte noch einmal Blickkontakt zu Joe aufnehmen, doch der ältere Mann war verschwunden.

Die Tür öffnete sich und gab langsam den Blick auf die Person frei, die ihn bereits erwartet hatte. In ungläubigem Staunen riss Steve die Augen auf. Groß und dunkel starrten sie in das Innere der Hütte.

`NEIN! Das konnte nicht wahr sein, das DURFTE nicht wahr sein!!`

„Mom?“, flüsterte Steve tonlos und spürte plötzlich, wie ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wurde.

Er fiel. Wie ein Fallschirmspringer ohne Fallschirm raste er hinab in das dunkle Loch. Nichts und niemand hielt seinen freien Fall auf. Dann tauchte er plötzlich ein, in das eiskalte Wasser, das ihm den Brustkorb zusammenpresste und ihm die Luft zum Atmen nahm. Das Blut rauschte in seinen Ohren, die Wellen schlugen über ihm zusammen, machten es ihm unmöglich, aufzutauchen. Er sank, wehrte sich nicht, ließ den unbarmherzigen Schmerz zu, der sich jeder Faser seines Körpers bemächtigte. Er konnte nicht- wollte nicht dagegen ankämpfen. So musste es sich anfühlen, wenn man starb. Schmerzhaft und erlösend zugleich. Er wollte nicht auftauchen. Nie wieder…

„Steve!“ das verzweifelte, leise Flehen in der Stimmer der Frau, seiner Mutter, riss ihn aus dem eisigen Strudel und brachte ihn zurück an die Oberfläche. Gierig sog er die Luft in seine schmerzenden Lungen und blinzelte sich zurück in die Realität. Eine einzelne Träne löste sich aus seinem linken Auge und lief langsam seine Wange hinab.

„Steve, mein Sohn“, flüsterte die Stimme erneut. Vorsichtig löste sich ihre Hand vom Türgriff. Unsicher machte die Frau einen Schritt auf ihn zu, hob langsam eine Hand, um ihn zu berühren.

„NEIN!“, rief Steve heiser und wich reflexartig vor dieser Berührung zurück. Seine Stimme klang eigenartig fremd. Er taumelte einige Schritte rückwärts, drehte sich um und lief los. Seine Beine versagten ihren Dienst, seine Knie gaben unter ihm nach und er fiel der Länge nach hin. Mühsam rappelte er sich auf und lief auf wackeligen Beinen weiter. Ohne Richtung und ohne Ziel- einfach nur weg!
Erst auf dem hölzernen Anleger merkte er, dass es nicht weiterging. Dass es keinen Sinn machte, wegzulaufen. Der Kahn, der sie hergebracht hatte, war verschwunden.

Weg, er wollte hier weg! Konnte ihm denn niemand helfen? Warum war niemand da, der ihn von diesem Ort wegbringen konnte? `Hilfe, ich brauche Hilfe`, schrie alles in ihm.

Verzweifelt und panisch schlug Steve beide Hände vors Gesicht. Kalter Schweiß stand ihm auf der Stirn und er war nicht mehr in der Lage, das heftige Zittern seines gesamten Körpers zu kontrollieren. Er hasste es, die Kontrolle zu verlieren. Er war trainiert und ausgebildet, immer einen kühlen Kopf zu bewahren und Herr jeder Lage zu sein. Mangelnde Kontrolle war ein Zeichen von Schwäche und Schwäche bedeutete Gefahr. Aber hier und jetzt fühlte er sich einfach nur ohnmächtig und absolut hilflos.
Steve sank auf die Knie. Er versuchte zu atmen- ruhig zu atmen, den Schmerz wegzuatmen.

`Beruhige dich! Atme! Ein- aus- ein- aus!`, zwang er sich selbst. `Alles ist in Ordnung!`, fügte er noch hinzu.

Doch nichts war in Ordnung. Gar nichts! Von einer Sekunde auf die andere stand er vor dem Scherbenhaufen seines Lebens. Seine Mutter, die er seit fast 20 Jahren tot glaubte, war am Leben. Sie war es immer gewesen. Sie war der sagenumwobene Shelburne, das Phantom, das er so verzweifelt gesucht hatte.

Musikempfehlung 2: >>Lifehouse- Storm<<

Warum? Warum hatten sie ihn Glauben gemacht, seine Mutter wäre bei einem Autounfall ums Leben gekommen? Warum befanden sich in der Champ Box Beweise dafür, dass seine Mutter durch eine Autobombe getötet wurde? Hatte sein Vater davon gewusst? Warum hatte sie ihn und seine Schwester allein gelassen? Hatte sie ihre Kinder denn nie wirklich geliebt? Warum hatte sie es zugelassen, dass er durch die Hölle und wieder zurück musste?

Der Druck auf seiner Brust verstärkte sich. Ein leises Schluchzen drang aus seiner Kehle. Tränen rollten ihm lautlos über die Wangen. Er wischte sie nicht ab, hielt sie nicht auf- es waren einfach zu viele.
Den Kopf auf die Hände gestützt, saß er auf dem Steg. Seine Beine baumelten kraftlos über dem Wasser. Immer wieder tropfte eine Träne ins Wasser und zog immer größer werdende Kreise auf der dunklen Oberfläche.

Steves Kopf war leer. Er konnte nicht mehr denken, nicht mehr fühlen- er war einfach nur leer, hohl.
Die Lichter der kleinen Siedlung spiegelten sich im dunklen Wasser. Auf der gekräuselten Wasseroberfläche erschienen Bilder. Zuerst ganz verschwommen, dann immer klarer.

Ein kleiner Junge, der mit seinem Vater das Surfen übte. Eine Welle, die ihn mit ihrer geballten Kraft vom Brett riss. Wie er prustend und lachend auftauchte und an den Strand zurückkehrte. Seine Mutter, die ihn lächelnd mit einem Handtuch erwartete und liebevoll darin einwickelte.
Ein Auto, das in die Hofeinfahrt rollte. Ein müder und glücklicher Steve, der mit seinem Vater und seiner Schwester von einem Ausflug aus den Bergen zurückkehrte. Seine Mutter, die lächelnd im Türrahmen stand und ihn freudig umarmte.
Seine Kindheit und Jugend, die so unbeschwert und glücklich gewesen war. Sein Vater, ein Polizist mit Leib und Seele, der seinen Beruf manchmal mehr zu lieben schien, als seine Familie. Er hatte selten Zeit für Steve und Mary, aber die wenigen freien Momente, verbrachte er mit seinen Kindern, nahm sie mit in die Natur und zeigte ihnen, wie viel Schönes es auf der Insel Oahu zu entdecken gab. Er ging mit ihnen schwimmen und lehrte sie das Surfen.
Ganz besonders genoss Steve die Momente, die nur ihm und seinem Vater gehörten. Wenn sie gemeinsam an dem `79er Mercury Marquis herumbastelten. Sie konnten Stunden an diesem alten Auto schrauben, sich dabei angeregt unterhalten, aber auch wunderbar miteinander schweigen.
Die Beziehung zu seiner Mutter war eine andere. Doris McGarrett war temperamentvoll und voller Leben. Sie war immer fröhlich und konnte alle Menschen schon bei ihrer ersten Begegnung für sich einnehmen. Sie sorgte sich um ihre Mitmenschen und war immer um ihr Wohlergehen besorgt. Ihre Familie stand über allem und ihren beiden Kindern ein liebevolles Zuhause zu geben war das, was ihr am wichtigsten war.
Er liebte seinen Vater, sah zu ihm auf. Er genoss die Zeit, die sie gemeinsam verbrachten. Doch er war eben selten zu Hause.
Seine Mutter war die Person, die ihn besser kannte, als irgendein anderer Mensch. Sie wusste, was er dachte, wie er fühlte. Sie konnte in seine Seele blicken. Steve war ihr einfach zu ähnlich.
Er war nie ein Unschuldslamm gewesen. Tat das, was Jungs in seinem Alter eben so tun. Er heckte mit seinen Freunden Streiche aus, sei es, dem alten Willow von nebenan, den geliebten Schaukelstuhl auf der Veranda festzuschrauben oder den familieneigenen Frisörsalon zu eröffnen und der kleinen Schwester, die lästigen Zöpfe abzuschneiden und ihr eine coole Kurzhaarfrisur zu kreieren. Es hagelte stets ein kräftiges Donnerwetter, aber seine Mom konnte ihm nie lange böse sein. Die Mutproben mit seinen Freunden waren oft waghalsig, aber selten wirklich unüberlegt. Doris McGarrett konnte sich jederzeit auf ihren Sohn verlassen. Er zahlte das ihm entgegengebrachte Vertrauen mit barer Münze zurück. Liebe und Vertrauen bildeten die Basis ihrer Erziehung.
Es gab niemanden, der Doris nicht mochte. Die McGarrettsche Tür stand allen Freunden der Familie jederzeit offen. Das gesamte Football- Team der Kukui High School war von Mama McGarrett adoptiert worden. Seine Freunde gingen bei ihm zu Hause aus und ein, ließen sich von Doris verpflegen, genossen ihren berühmten Apfelkuchen und ihre selbstgemachte Zitronenlimonade, die sie immer in rauen Mengen vorrätig hatte.
Als gelernte Krankenschwester ließ sie es sich natürlich nicht nehmen, sich nach den Spielen um die vielen Blessuren und Verletzungen des Teams zu kümmern.
Das Haus war immer voll und niemand schien sich daran zu stören.
So wäre es weitergegangen, wenn nicht, wenn nicht…
Zwei Polizisten erschienen auf der Wasseroberfläche. Mit traurigen Gesichtern überbrachten sie John und seinen Kindern die schreckliche Nachricht, dass Doris McGarrett bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei.

In diesem Moment hatte die Zeit stillgestanden. Und die Erde hatte begonnen, sich in die andere Richtung zu drehen. Sein Leben war komplett aus den Fugen geraten. Der Mensch, der ihm Halt gab, der immer für ihn da war, der Mensch, der ihm so viel Liebe entgegengebracht hatte existierte nicht mehr. Und Steve zog sich zurück. Er zog sich zurück von seinen Schulkameraden, seinem Football- Team, von seiner Familie. Die Besuche seiner Freunde wurden weniger und hörten schließlich ganz auf. Die fröhliche Art und die Wärme der liebevollen Doris fehlten. An diesem Tag waren nicht nur Steves Mutter, sondern auch seine Vertraute und seine beste Freundin gestorben. Und sie hatte einen sehr großen Teil ihres Sohnes mit sich genommen.
An diesem Verlust drohte er zu zerbrechen.


Von heftigen Schluchzern geschüttelt, konnte Steve ihn spüren. Den Schmerz, der tief in seinem Inneren brannte, wie ein Feuer, das niemand zu löschen vermochte. Der mit seinen heißen Krallen sein Herz fest umklammerte. Der ihn an das Ende seiner Kraft trieb. Der ihm die Luft zum Atmen nahm und ihn quälend langsam dem Abgrund entgegentrieb…

Steve spürte das leise Vibrieren der Holzplanken. Spürte die Anwesenheit eines anderen Menschen. Spürte ihre Nähe, die er so viele Jahre vermisst hatte, nach der er sich so lange Zeit gesehnt hatte…
Steve hörte ihren leisen, zitternden Atem, spürte ihre Unsicherheit, ihre Furcht und ihr Zögern. Er konnte sich nicht rühren, war wie gelähmt. Erstarrt, vor Angst und Schmerz. Eine warme Hand strich ihm vorsichtig übers Haar, über den Nacken, bevor sie auf seiner Schulter verharrte. Langsam begann sie, in kleinen Kreisen über seinen Rücken zu streichen. Willenlos ließ er dies mit sich geschehen, schloss die Augen. Er war wieder der kleine Junge, der beim Fahrradfahren hingefallen war und nun bei seiner Mutter Schutz und Trost suchte. Er wurde der beruhigenden Wirkung ihrer Wärme und Nähe gewahr. Langsam spürte er ihre Hand unter seinem Kinn, die ihn mit sanftem Druck zwang, den Kopf zu drehen. Die Augen geschlossen gehorchte er.

„Steve, sieh mich an! Sieh mich an, bitte!“, flüsterte sie kaum hörbar.
Vorsichtig öffnete er die geschwollenen Lider und hob fragend den Blick.

„Warum?“, flehte er gequält. „Warum hast du mich allein gelassen?“
Anstatt einer Antwort zog Doris McGarrett ihren Sohn an ihre Brust. Er ließ sich fallen, ließ einfach los. Sie spürte das heftige Zittern und hörte das verzweifelte Schluchzen, das ihn schüttelte, spürte seine heißen Tränen, die den Stoff ihres T-Shirts durchdrangen.

Steve war nun erwachsen, ein gestandener Mann in den Dreißigern. Doch nicht in diesem Moment. In diesem Moment, war er einfach nur ihr Sohn, den sie zurückgelassen hatte, zurücklassen musste, um sein Leben zu schützen. Ihr kleiner Junge, an dessen Leben sie so wenig Anteil hatte nehmen dürfen. Liebevoll strich sie über seinen bebenden Rücken. Sie wusste nicht, was morgen, was übermorgen geschehen würde und wie ihre Zukunft aussah. Aber sie wusste, dass sie eine Zukunft hatten, eine gemeinsame.



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