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 Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)

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dvosen
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BeitragThema: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Di Feb 05, 2013 1:20 pm

Es ist soweit.
In ein bis zwei Wochen startet das erste Kapitel meiner neuen H50 FF.
Allerdings schreibe ich die Story nicht alleine, sondern habe mir hilfe von einer anderen Schreiberin geholt.
Es ist also eine Gemeinschafts FF von walking_whale (FF.de und AOL Rooms) und mir.
Wir haben einen kleinen Trailer zusammen gestellt, der den Prolog ersetzt und hoffen das er euch gefällt und Lust auf die FF macht.
Wir lesen und schreiben uns dann in etwa einer Woche.

Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, das diese FF sich nahtlos in meine bisherigen H50FFs einfügt.
Wer also meine bereits veröffentlichten FFs noch nicht kennt, kann sie bis dahin ja event. noch nachlesen.


______________________________________________



Zuletzt von dvosen am Do Okt 24, 2013 10:34 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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dvosen
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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Feb 18, 2013 12:38 pm

Es ist soweit.
Ab heute geht es los.
Nach dem Trailer sind eure Erwartungen natürlich ziemlich hoch und wir hoffen jetzt einfach, das wir diesen gerecht werden können.
Wir wünschen euch in den nächsten Wochen viel Lesevergnügen und Spannung.
Natürlich wäre es wie immer schön, wenn ihr nicht nur lest, sondern uns nach den jeweiligen Kapiteln auch eure Meinung dazu mitteilt.

_________________

Disclaimer:
Dies ist eine Hawaii Five-0 Fan Fiction
Autoren: dvosen und walking_whale(AlexO´Loughlin Rooms)
Wir besitzen weder die Rechte an der Serie noch an den Charakteren: Steve McGarrett, Danny Williams, Chin Ho Kelly, Kono Kalakaua, Wo Fat, Joe White, Catherine Rollins, Kamekona.
Diese liegen allein und ausschließlich bei CBS.
Alle anderen Charaktere sind frei erfunden und unser geistiges Eigentum.
Die Geschichte ist frei erfunden, bis auf die Passagen, die besonders gekennzeichnet sind und auf die am Ende des entsprechenden Kapitels hingewiesen wird.
Wir verdienen mit dieser Geschichte kein Geld.


“Ungewisse Zukunft“ schließt unmittelbar an die FF “Verschleppt“ an.







Steve und Cathy saßen nebeneinander unten am Strand. Sie taten dies oft in den letzten Wochen.
So langsam kam wieder Leben in Cathy. Sie erholte sich zwar immer noch von den Folgen der Verschleppung, hinter der die Yakuza und somit Wo Fat steckte und dem, was die Besatzung des japanischen Tankers ihr angetan hatte, aber es ging ihr von Tag zu Tag besser. Ganz würden die seelischen Wunden, die sie durch die Brutalität der Schiffsbesatzung erfahren hatte, zwar nie wieder verblassen, aber sie war auf einem guten Weg damit leben zu können. Psychologische Hilfe hatte sie allerdings bis heute abgelehnt. Sie hatte sich ihrem Dad anvertraut. Ihm alles, jede Einzelheit, erzählt. Jeden Tag ein bisschen mehr, bis alles heraus war. Jemand anderem wollte und konnte sie es nicht sagen. Auch Mary gegenüber hatte sie geschwiegen. Diese war vor einer Woche zurück nach Los Angeles geflogen, sodass sie nun Tags über allein zu Hause war.
Anfangs hatte sie davor Angst gehabt, aber sie hatte sich dieser Angst gestellt und vor zwei Tagen war sie sogar zum ersten Mal wieder allein nach draußen gegangen. Sie hatte sich zwar nicht allzu weit vom Haus entfernt, aber jeder Schritt bedeutete für sie ein Schritt näher zurück in ihr altes Leben. Inzwischen überlegte sie sogar, in der nächsten Woche wieder zur Schule zu gehen. Aber ganz sicher war sie sich noch nicht. Steve drängte sie auch nicht dazu, denn sie hatten mit der Schule vereinbart, dass diese ihr den gesamten Unterrichtsstoff via Internet zukommen ließen. So konnte Cathy vorerst von zuhause aus, dem Stoff folgen.
Sie saßen bereits seit einigen Minuten schweigend im Sand. Normalerweise redeten sie über alles Mögliche, aber irgendwie schien Cathy heute ganz weit weg zu sein. Sie hatte ihren Blick aufs Meer gerichtet. Steve sah sie von der Seite an und folgte dann ihrem Blick.
„Was ist? Gibt´s da draußen irgendwas Interessantes zu sehen?” Fragte er und riss sie somit aus ihren Gedanken.
„Was? Wie?“ Fragte sie irritiert und sah jetzt in das Gesicht ihres Dads.
Steve sah mit einem Blick, das irgendetwas seine Tochter beschäftigte, darum fragte er jetzt auch geradewegs heraus: „Hey, was ist los? Irgendwas beschäftigt dich doch grade.“
„Was machst du eigentlich morgen früh?“ Fragte Cathy zurück.
Steve zog die Stirn hoch. Das war alles? „Was ich morgen früh mache?”
„Ja. Gehst du schwimmen oder laufen?”
Steve war mehr als überrascht. So ganz wusste er nicht, was diese Frage jetzt sollte. Denn eigentlich hatte Cathy bisher nie danach gefragt. „Ob ich morgen schwimme oder laufe?“ Er überlegte kurz. „Eigentlich wollte ich morgen früh laufen.” Antwortete er schließlich.
Cathy sah jetzt wieder aufs Meer. „Was dagegen, wenn ich mitkomme?”
Jetzt war Steve vollends verblüfft und für einen Moment verschlug es ihm glattweg die Sprache. Denn das war etwas ganz Neues für ihn. Bisher hatte Cathy eigentlich immer über seine sportlichen Aktivitäten nur die Nase gerümpft.
„Du willst mit mir zusammen, laufen?” Fragte er deshalb noch einmal nach.
Doch Cathy blieb dabei und nickte. „Ja. “
Steve war zwar immer noch überrascht, aber er freute sich auch, denn es zeigte ihm, dass Cathy wirklich dabei war, wieder ins Leben zurückzufinden. Aber vor allem bekam er so langsam das Gefühl, das sie als Vater und Tochter immer näher zusammenrückten.
„Klar. Ich freu mich, wenn du mitkommst. Aber bist du dir auch sicher, dass du durchhältst?”
„Wieso?“ Cathy bekam einen leichten Schreck. Hoffentlich war sie nicht doch zu vorschnell. Aber wenn sie das durchziehen wollte, was sie sich in den letzten Tagen immer wieder durch den Kopf hatte gehen lassen, musste sie da jetzt wohl durch. „Wie viel Kilometer läufst du denn normalerweise?” Fragte sie jetzt doch etwas vorsichtig, in der Hoffnung, dass es nicht zu viele waren.
„Zehn manchmal auch zwölf.” Kam prompt Steves Antwort.
Cathy blies die Backen auf und staunte nicht schlecht. „Is nich dein Ernst?”
Doch Steve grinste nur. „Doch.” Er hatte allerdings befürchtet, dass Cathy sich dadurch sofort abgeschreckt vorkommen musste, darum schob er schnell hinterher, „aber morgen laufen wir dann weniger. Bei der vollen Strecke müsste ich dich wohl die Hälfte davon tragen.”
Cathy war die Erleichterung anzusehen und sie erwiderte sein grinsen jetzt auch. „Ja. Das könnte gut sein.”
Steve wollte jetzt allerdings doch wissen, was Cathys Sinneswandel bezüglich der sportlichen Aktivitäten ausgelöst hatte. „Hey, nicht dass ich mich nicht wirklich darüber freue, dass du mit zum Laufen kommen willst, aber warum so plötzlich?”
„Weil ich glaube, für das, was ich will, muss ich wohl ziemlich fit sein. Kann ich mir zumindest vorstellen.” Cathy sah dabei immer noch auf s Meer hinaus.
Steve legte den Kopf jetzt ein wenig vor. Er versuchte seiner Tochter in die Augen zu sehen, denn irgendwie wurde er gerade nicht so richtig schlau aus ihr. „Wozu musst du fit sein?“
Jetzt drehte sie ihm doch ihr Gesicht zu und hielt auch seinem fragenden Blick stand. „Ich will so werden wie du! Ich will mich so verteidigen können, wie du es kannst.“
Steve war sprachlos und ihm schoss plötzlich Dannys Satz in den Kopf, als dieser Cathys Passwort für diese Foto Website geknackt hatte. > Sie ist verdammt stolz auf dich. < Und trotzdem wollte er es genau wissen. „Werden wie ich? Was meinst du damit?”
„Ich will mich selbst verteidigen können. Mich so bewegen können, wie du es damals auf dem Boot getan hast. Denn würde ich das können, wäre ich gar nicht erst in diese Lage gekommen und du hättest mich nicht zusammen, mit den anderen SEALs von dem Tanker holen müssen.”
Steve wurde zunehmend sprachloser. Seine Tochter überraschte ihn grade immer wieder aufs Neue. Denn bisher hatte er angenommen, dass sie auf dem Tanker, in diesem Loch, nicht wirklich mitbekommen hatte, dass es SEALs waren die, die Mädchen dort herausgeholt hatten. „Woher weißt du…?” Weiter kam er nicht denn Cathy unterbrach ihn. „Woher ich weiß, dass es SEALs waren? “
„Ja.” Nickte Steve.
„Ich hab dich gesehen. Wie du aussahst, was du anhattest. Ich hab Bilder im Internet gesehen. Und ich weiß, dass es die Ausstattung der SEALs ist, die du und die anderen anhatten. Und ich hab die Hubschrauber wegfliegen hören, als du mich nach draußen gebracht hast. So laut, wie es war, waren das große Kampfhubschrauber. Das weiß sogar ich. Dass Einzige was ich nicht weiß, ist, wie ihr auf dieses Schiff gekommen seid.“
Steve saß mit angezogenen Beinen im Sand. Er legte seine zusammengefalteten Hände jetzt auf seine Knie. Eigentlich hatte er irgendwann mit der Frage, wie er sie vom Schiff gebracht hatte und wie er dort hinaufgekommen war, gerechnet. Aber nicht jetzt und nicht so direkt. Aber antworten musste er ihr. Sie würde sich wohl nicht vertrösten oder mit Ausflüchten abspeisen lassen. Sie würde nicht aufhören zu fragen. Dazu war sie zu hartnäckig. Noch etwas, dass sie von ihm haben musste. Also sagte er kurz und bündig. „Mit dem Hubschrauber. Genauer gesagt mit einem Seahawk.”
Cathy bekam große Augen. „Ihr seid mit einem Seahawk auf diesem Schiff gelandet?” Denn natürlich wusste sie, was ein Seahawk war. Sie hatte sich schließlich im Internet schlaugemacht, nachdem ihr Dad es zweimal abgelehnt hatte, ihr etwas über die SEALs zu sagen.
Steve lächelte jetzt leicht und schüttelte dabei den Kopf. „Nein. Gelandet nicht. Das hätte das Deck des Tankers nicht ausgehalten. Wir haben uns abgeseilt.”
Cathys Augen wurden immer größer. Man hätte auch sagen können sie staunte Bauklötze. Klar, sie hatte Bilder im Netz gesehen, wo drauf zu erkennen war, das SEALs sich abseilten, aber die Vorstellung, dass IHR Dad das ebenfalls getan hatte, war für sie gerade nur schwer vorstellbar. Sie konnte sich überhaupt kein Bild davon machen, wie so etwas ablief. „Ihr habt euch abgeseilt? Wie?”
Und Steve begann nach einem kurzen Moment, ihr zu erzählen, wie alles abgelaufen war. Dass zwei Seahawks in gut 30 Meter Höhe praktisch über dem Tanker, fast am Heckende, verharrt hatten und sich aus ihnen sechs Männer der Navy SEALs abgeseilt hatten, während sie Feuerschutz von zwei weiteren aus den Seahawks erhalten hatten, da die Besatzung des Tankers erheblichen Widerstand geleistet hatte und diese, sofort das Feuer auf sie eröffnet, hatten. Wie sie sich dann zur Brücke vorgearbeitet hatten. Wie die Besatzung der Brücke vom Schiff der Küstenwache ausgeschaltet wurde und wie sie schließlich, ganz oben auf dem dritten Deck, sie und die anderen Mädchen gefunden hatten.
Mehr konnte und wollte Steve ihr nicht erzählen, nämlich, das selbst die SEALs geschockt waren, als sie den ersten Blick in den Raum taten und das sie alle im nachhinein wussten, dass sie das richtige getan hatten, als sie fast die gesamte Mannschaft des Tankers ausgeschaltet hatten.
Cathy hatte ihn die ganze Zeit, während er sprach, beobachtet. Sie wusste genau das ihr Vater ihr nicht alles erzählt hatte. Sie sah kurz aufs Meer hinaus und dann wieder zu ihm. „Wenn du schon einmal dabei bist, erzählst du mir auch, was du als SEAL getan hast, als du noch bei der Navy warst?“
Steve strich sich mit den Händen über sein Gesicht. Genau das hatte er im Geheimen befürchtet. Dass Cathy nicht locker lassen würde, wenn er nur einmal anfing. Aber er würde ihr nichts sagen. Dass, was er erlebt und getan hatte, war für die Ohren einer Sechszehnjährigen nicht bestimmt. Deshalb sah er ihr jetzt auch fest in die Augen. „Cathy. Ich hab dir schon zweimal gesagt, dass ich darüber nicht spreche. Und da wird sich auch in Zukunft nichts dran ändern. Also bitte. Hör endlich auf mich danach zu fragen!”
Cathy war sichtlich enttäuscht. Sie hätte jetzt eher damit gerechnet, dass ihr Dad ihr zumindest ein bisschen was erzählte. Er musste ja nicht jedes Detail preisgeben. „Wirst du es mir überhaupt jemals erzählen?”
Steve wiegte den Kopf ein wenig hin und her. „Vielleicht. Wenn du älter bist.“
„Wie viel älter?”
Steve überlegte kurz, „So in etwa dreißig Jahren vielleicht.” Allerdings konnte er sich ein leichtes Grinsen dabei nicht verkneifen.
„Na toll.“ War alles, was Cathy darauf noch erwidern konnte, denn sie wusste es hatte jetzt keinen Sinn weiterzubohren. Aber sie war sich sicher, eines Tages würde sie ihren Dad schon dazu bringen, ihr zu erzählen, was er als SEAL getan hatte.


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Zuletzt von dvosen am Di Feb 19, 2013 8:02 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet (Grund : Peinlich wenn man SEAL verkehrt schreibt. :ups:)
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dvosen
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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Feb 25, 2013 11:47 am

Kapitel 2

Steve und Cathy näherten sich dem Pick up, den Steve auf dem Parkplatz des Bellow Field Park abgestellt hatte. Steve sah nicht so aus, als wäre er großartig ins Schwitzen gekommen. Anders verhielt es sich bei Cathy. Sie hatte nicht gewusst, wie lang vier Kilometer waren, wenn man diese im Lauftempo hinter sich brachte.
Sie waren noch etwa zehn Schritte vom Auto entfernt, als Steve stehen blieb und sich nach Cathy umdrehte, die ein paar Schritte hinter ihm war. „Was ist? Schaffst du den Rest noch oder soll ich dich tragen?” Steve konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, auch wenn ihm das einen bitterbösen Blick seiner Tochter einbrachte.
„Sehr witzig, aber ich hab`s ja gesagt. Sport ist Mord. „Cathy hatte sichtlich Mühe beim Sprechen, sie musste erst einmal wieder zu Atem kommen. So hart hätte sie es sich doch nicht vorgestellt. Und das sollte erst der Anfang sein?
„Du bist freiwillig hier. Schon vergessen?” Steve ging jetzt neben ihr. Drei Schritte noch und sie waren beim Auto.
„Und wann fängst du an, mir die Nahkampftechnik und die Selbstverteidigung beizubringen?”
„Mal sehen. Wenn du in zwei Wochen die vollen zehn Kilometer schaffst, können wir noch mal drüber… re - den.“
Steve stand jetzt neben der Fahrertür, als sein Blick auf die Windschutzscheibe fiel. Verdammt das konnte doch nicht wahr sein.(1)Da steckte ein großer brauner Umschlag unter dem Scheibenwischer. Steve griff nach dem Umschlag und sah sich gleichzeitig auf dem Parkplatz um.
Cathy hatte bemerkt, dass er abrupt seinen Redefluss unterbrochen hatte. Sie wollte gerade zur Beifahrerseite gehen, als Steve den Umschlag von der Windschutzscheibe nahm. Sie drehte sich zu ihm um und sah, dass er etwas in der Hand hielt, das ihn scheinbar ziemlich aus der Fassung brachte.
Cathy stand jetzt neben Steve, als dieser etwas aus dem Umschlag heraus holte. Sie sah auf den kleinen Schlüssel in seiner Hand und wollte natürlich sofort wissen, „was ist das? “
Steve starrte auf den kleinen Schlüssel, der scheinbar zu irgendeinem Schließfach gehörte und dann irritiert zu Cathy. „Was?”
„Was ist das?” Wiederholte Cathy und zeigte auf den Schlüssel, den Steve gerade wieder in den Umschlag steckte.
„Nichts.“ Wehrte dieser ab, ging einen Schritt zurück und öffnete die Fahrertür.
Cathy stand nur da und sah fragend zu ihrem Vater, der jetzt bereits dabei war einzusteigen.
„Steig bitte ein.” Drehte sich Steve noch mal kurz zu ihr um, bevor er endgültig einstieg und die Fahrertür schloss.
Cathy schüttelte kurz den Kopf. Irgendetwas stimmte hier grade nicht und sie wollte wissen was.
Sie ging um den Pick up herum und stieg dann auf der Beifahrerseite ein. Sie schnallte sich an, als Steve bereits losfuhr.
„Wieso steckt ein Umschlag mit einem Schlüssel darin an deiner Windschutzscheibe?” Doch von Steve kam keine Antwort. „Hey Dad. Ich hab dich was gefragt!” Beharrte Cathy auf einer Antwort.
„Geht dich nichts an.” Kam es kurz von Steve zurück.
„Hat das, was mit einem Fall zutun?” Cathy ließ nicht locker.
Oh man. Seine Tochter konnte wirklich verdammt hartnäckig sein. Steve hatte im Augenblick allerdings wirklich nicht die Ruhe ihr das zu erklären, außerdem hielt er es sowieso für besser, die ganze Geschichte von ihr fernzuhalten. „Ich hab doch grade gesagt, dass es dich nichts angeht! ”
Sein Tonfall war barscher, als er es eigentlich wollte. Aber dieser Umschlag hatte ihn doch gerade ein wenig aus der Fassung gebracht. Bisher waren die Umschläge immer bei ihm zu Hause unter der Tür durchgeschoben oder im Büro abgegeben worden. Dies war das erste Mal, das einer an seine Windschutzscheibe geklemmt wurde. Sein Blick ging kurz zu Cathy rüber, die ihn erstaunt ansah. „Hey, tut mir leid. Ich wollte nicht laut werden.“ Entschuldigte er sich und glaubte das die Sache damit erledigt sei. Allerdings sah seine Tochter dies ganz anders.
„Wieso schließt du mich eigentlich ständig von allem aus?” Auch Cathys Stimme wurde jetzt schärfer.
„Das tu ich doch gar nicht!”
„Doch genau das tust du. Frag ich dich nach deiner Zeit bei den SEALs krieg ich keine Antwort. Pappt ein Umschlag mit einem Schlüssel darin, an deiner Autoscheibe, heißt es, das geht mich nichts an. Dabei hab ich doch gesehen, dass du total durcheinander gewesen bist, als du den Schlüssel herausgeholt hast.”
„Cathy - Bitte!“ Steve merkte, dass er dabei war, wieder lauter zu werden, als er es wollte.
„Ich war nicht durcheinander. Nur überrascht, dass ein Umschlag unter dem Scheibenwischer klemmt und ich mit dem Inhalt nichts anfangen kann.“
„DAS glaub ich dir nicht!” Cathy wandte ihren Blick nun zum Fenster.
Steve gab es auf, Cathy vom Gegenteil zu überzeugen. Er war eigentlich schon immer ein schlechter Lügner und mit jedem weiteren Wort, würde er sich nur noch mehr in Ausflüchte verstricken, die ihm seine Tochter noch weniger abnehmen würde.
Zehn Minuten später hielt er vor ihrem Haus. Noch bevor er den Zündschlüssel abgezogen hatte, sprang Cathy förmlich aus dem Wagen und knallte die Beifahrertür mit einem heftigen Schlag zu.
„Hey. Die Autotür kann nichts dafür!“ Rief Steve ihr noch nach, aber Cathy, interessierte dies überhaupt nicht. Sie war im Augenblick einfach nur wütend. Als er an der Haustür ankam, wartete Cathy, dass er endlich aufschloss. „Hey, hör zu…“ Doch weiter kam er nicht, als er die Haustür aufgeschlossen hatte, den großen Umschlag in seiner Hand haltend.
„Weißt du was!? Lass mich einfach in Ruhe!” Cathy verschwand sofort nach oben. Auch da knallte wenig später eine Tür zu.
Steve ging nach oben. Er wollte sich vor dem Frühstück noch duschen. Als er grade an Cathys Zimmertür vorbei kam, ging diese auf und Cathy rauschte an ihm vorbei ins Bad. Zack knallte auch diese Tür hinter ihr zu. Steve stand für einen Moment wie angewurzelt da und schaute auf die geschlossene Badezimmertür, dann beschloss er, wieder nach unten zu gehen. Würde er eben zuerst Frühstück machen und dann duschen.

Als Steve eine Stunde später im HQ eintraf, wurde er schon von Chin erwartet. Von Danny und Kono war noch nichts zu sehen.
„Hey, schon so früh hier?” Fragte Steve dann auch gleich.
„Ja. Kamekona hat mich gestern noch angerufen. Man hat ihm Kokain zum Kauf angeboten.”
„Und warum verständigt er dann nicht das HPD?”
„Weil er der Meinung ist, dass es sich wohl um eine größere Menge handeln muss. Jedenfalls haben die sofort wissen wollen, wie viel er unter die Leute bringen kann.”
Steve nickte. „Also gut. Ruf Kamekona an. Er soll sie zu sich bestellen. Wir werden dann dort auf die Lieferanten warten.”
Chin zückte sein Handy, um Kamekona bescheid zu geben. Steve ging derweil in sein Büro, um den kleinen Schlüssel aus dem Umschlag von heute Morgen in eine seiner Schreibtischschubladen zu deponieren.

Danny und Steve saßen bei Kamekona im hinteren Bereich von dessen Shave Ice Bude und warteten, während dessen erzählte Steve ihm von dem Umschlag heute Morgen und dem anschließenden Dialog mit Cathy.
Danny konnte Steve zwar verstehen, das dieser die ganze Geschichte von Cathy fernhalten wollte aber trotzdem war er der Meinung, „du wirst es nicht ewig vor ihr geheim halten können. Was wenn sie zufällig einen dieser Umschläge in die Hand bekommt? “
„Weiß ich noch nicht. Aber solange es geht, werde ich ihr nichts davon erzählen. Du weißt, was mit Mary damals passiert ist.“
Danny konnte nur nicken, als sie auch schon Besuch von Kamekona bekamen. Ihm folgten zwei Hawaiianer. Als Steve und Danny von diesen erblickt wurden, wollten sie sofort das Weite suchen, allerdings hatten sie nicht mit Chin und Kono hinter ihnen gerechnet. Die standen mit gezogenen Waffen vor ihnen und Chin fragte sie höflich. „Ihr wollt doch nicht etwa schon gehen? Wir hätten uns zuerst noch gerne mit euch unterhalten.”
Steve und Danny standen jetzt fast gleichzeitig auf. „Ja bitte. Nehmt doch Platz.” Zeigte Danny ebenfalls äußerst höflich auf die beiden nun freien Stühle. Durch sein, immer etwas überheblich wirkendes Grinsen und einem leichten Kopfnicken, unterstrich er seine Worte.
Die beiden Hawaiianer sahen auf ihre Dienstmarken, die wie immer am Hosenbund gut sichtbar befestigt waren. Mist sie waren in eine Falle getappt. Und sie hatten Kamekona vertraut. Er war schließlich genau wie sie Einheimischer und nicht so wie diese beiden hier. Haoles! Der eine ein richtiges Weißbrot, noch dazu mit Krawatte. Der andere zwar nicht ganz so weiß aber trotzdem ein Haole. Aber dennoch taten sie, wie man ihnen gesagt und setzten sich. Immerhin hielten die beiden anderen noch immer ihre Waffen auf sie gerichtet.
Danny und Steve sahen auf sie hinunter während Chin und Kono sich etwas an die Seite stellten.
„Also, woher habt ihr den Stoff?” Wollte Steve direkt wissen.
„Welchen Stoff?” Stellten sich die beiden dumm.
Danny begann zu grinsen und sah dann zu Steve. „Sie wissen nicht, wovon du redest.”
Steve grinste zurück und nickte dann. „Okay. Versuch du es.” Mit einer Handbewegung überließ Steve Danny die Befragung.
„Gut. Ihr habt Kamekona Kokain angeboten. Sogar eine größere Menge. Alles, was wir von euch wissen wollen ist, wo habt ihr das Zeug her? “
„Wir reden nicht mit Haoles.”
Steve sah bei einem der beiden ein Tattoo unter dem T-Shirt Arm hervor blitzen. Er schob kurzer Hand den Ärmel ganz zurück. Zum Vorschein kam ein Dreieck, in dem mehrere kleine Dreiecke eintätowiert waren. Dann nickte er und zückte sein IPhone.
„Okay ich glaub ich kenn jemanden mit dem werdet ihr ganz bestimmt reden.“ Er ging zum Telefonieren nach draußen. Kurze Zeit später war er wieder da.
„Warten wir auf euren Freund. Mit dem werdet ihr ganz sicher reden.”
Danny sah ihn verständnislos an, seine Hand zeigte dabei auf die beiden Hawaiianer.
Doch Steve machte nur eine abwartende Handbewegung und sein kurzes Kopfnicken sagte Danny, dass er sich einfach gedulden sollte.

(1) Staffel 01/Folge 22

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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo März 04, 2013 7:10 am

Kapitel 3



Die beiden Hawaiianer waren mehr als nur überrascht, als sie Kawika erblickten.
Wie zum Teufel kam der denn jetzt hier her? Und sie sahen ihm an, das er wenig erfreut war, sie hier zu sehen.
Und das war Kawika auch nicht. Als Steve ihn angerufen hatte und ihm mitteilte, dass wohl zwei seiner Kapumitglieder in Schwierigkeiten seien, hatte er sich eigentlich denken können, dass es sich um diese beiden handelte. „Maleko, Kekoa. Ihr sagt jetzt sofort was die beiden wissen wollen.“
Und Kawikas Worte und sein Gesichtsausdruck zeigten bei Maleko und Kekoa Wirkung. Immerhin war Kawika ihr Anführer, und wenn sie nicht taten, was er sagte, konnte er ihnen hier auf der Insel das Leben zur Hölle machen.
„Ein Haole hat uns angequatscht. Ob wir nicht Stoff kaufen wollen.“
„Wie viel von dem Zeug?” Steves Frage war kurz und knapp.
„Zwanzig Kilo“
„Wow” machte Danny nur, während Steve entsetzt guckte und Chin und Kono nur die Backen aufbliesen.
„Und wie viel habt ihr dafür hingelegt? “
„Zwei Millionen.”
„Woher hattet ihr soviel Geld?“ mischte sich Danny ein. „Ich meine, ihr seht nicht so aus, als hättet ihr die mal so eben in der Teekanne versteckt.”
Maleka und Kekoa sahen sich an. Sie hätten diese Antwort gerne für sich behalten, doch Kawika entging dieser Blick nicht. „Hey der Detektiv hat euch was gefragt, also antwortet gefälligst!”
Die beiden wussten, dass mit Kawika nicht zu spaßen war. Den zwei Haoles konnten sie ja vielleicht noch etwas vormachen, doch mit Kawika sah das schon anders aus. Er würde ihnen die Hölle heißmachen, wenn er das nicht sowieso schon tat.
„Also gut. Wir haben den größten Teil schon im voraus verkauft und kassiert. Damit haben wir dann den Stoff bezahlt. Den Rest wollten wir dann später an den Mann bringen.”
Steve nickte. Gut das war geklärt. „Wer hat euch den Stoff verkauft? An wen habt ihr alles schon verscherbelt und wo habt ihr den Rest versteckt?“
„Also wer uns den Stoff verkauft hat, können wir nicht sagen. War nich von hier der Typ. Ein Haole. Glaube der war nich mal Amerikaner. Und den Rest haben wir bei mir in der Garage im Werkzeugschrank.”
„Wie originell.” Merkte Danny an.
Steve nickte nur. „Ja. Okay. Fahren wir zu dir und holen das Zeug mal ab und dann dürft ihr unserem Polizeizeichner eine genaue Beschreibung des Verkäufers geben.”
Bevor er ging, wandte er sich jedoch an Kawika. „Mahalo Kawika, dass du hergekommen bist. Hat uns die Sache erleichtert.“
„Kein Problem Brah. Wie geht es Cathy? Würde mich freuen, wenn sie mal wieder zum Strand kommt und wieder aufs Brett steigt. Sie hatte wirklich gute Fortschritte gemacht.“
„Es geht ihr besser und ich werde es ihr ausrichten.“
Chin und Kono warteten bereits draußen vor Kamekonas Shave Ice Bude. Und auch Steve, Kawika und Danny kamen jetzt heraus. Maleka und Kekoa ließen sie vor sich hergehen. Auf Handschellen hatten sie bisher verzichtet. Sie wussten, unter Kawikas Augen würden die beiden es nicht wagen abzuhauen oder sonst welche Schwierigkeiten zumachen. Kono und Chin nahmen die beiden jetzt in Empfang und verfrachteten sie in Chins Auto. Dann stiegen sie selbst ein, bereit loszufahren sobald auch Steve und Danny im Camaro saßen.

Sie hatten das restliche Kokain bei Maleka aus der Garage geholt.
Die Käufer und Dealer, denen die beiden bereits den Stoff verkauft hatten, waren durch das HPD aufgespürt und verhaftet worden. Sodass von den zwanzig Kilo fast alles bereits in der Asservatenkammer des HPD lagerte. Den Rest, ein knappes Pfund, konnten sie nicht mehr zurück verfolgen. Diese Menge war bereits unbekannterweise in Umlauf gebracht worden.
Steve saß in seinem Büro und wartete darauf, das Kono mit dem Phantombild, das der Erkennungsdienst mit Hilfe von Maleka und Keoka gerade anfertigte, kam. Mit etwas Glück konnten sie dann den Verkäufer ausfindig machen.
Chin und Danny waren jedoch davon überzeugt, dass dieser sich bereits mit den zwei Millionen abgesetzt hatte. Auch Steve ging davon aus, aber trotzdem wollte er nichts unversucht lassen, den Kerl dingfest zumachen. Denn er befürchtete, wenn einmal so eine große Menge Stoff verkauft wurde und somit auf den Markt gebracht worden war, es auch wieder gelingen konnte. Und solch eine Schwemme von Kokain auf der Insel musste auf jeden Fall verhindert werden. Dieses Mal hatten sie Glück gehabt. Ein zweites Mal würde ihnen dieses Glück jedoch wohl nicht beschert sein.
Aber Steve beschäftigte gerade auch noch etwas anderes.
Als sie zurück ins Hauptquartier kamen, hatten sie die Post von der zentralen Verteilungsstelle abgeholt, und diese Post enthielt einen anonymen Umschlag, der an Steve adressiert war. Er hatte den Umschlag erst in seinem Büro geöffnet und was er dann herausholte, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren.
In den Händen hielt er drei Fotos, die alle Cathy zeigten. Das Erste war bei Kamekona an dessen Shave Ice Bude aufgenommen, das zweite vor ihrem Haus in Aina Haina und das Dritte sogar auf dem Gelände der Kalani Highschool und es lag ein Zettel dabei. > Sie sollten auf ihre Tochter aufpassen! <
Steve war der Schock an zusehen. Da hatte jemand vor, ihn einzuschüchtern und er konnte sich fast denken, wer dahinter steckte. Aber eigentlich war dies nicht Wo Fats Art. Der warnte nicht vorher. Wo Fat handelte, sofort. So wie damals, als die Autobombe hochging und dadurch seine Mutter ums Leben kam.
Steve hatte nicht lange überlegt. Denn er würde auf keinen Fall Cathys Leben aufs Spiel setzen. Und so hatte er schließlich einen Anruf getätigt und um Hilfe gebeten. Er musste jetzt das tun, was sein Vater getan hatte als er, Steve, mal gerade so alt war wie Cathy jetzt. Er musste seine Tochter von der Insel schaffen. Allerdings würde dies nicht von heute auf morgen gehen. Dazu brauchte man etwas Zeit, damit alles in die Wege geleitet, und die entsprechenden Vorbereitungen getroffen werden konnten. Das hatte ihm sein ehemaliger Ausbilder Commander Joe White ganz klar am Telefon wissen lassen. Bis dahin musste Steve sehen, dass seine Tochter bestmöglich geschützt war. Also hatte er bereits veranlasst, dass ein HPD-Team vor seinem Haus Posten bezogen hatte und Cathy ab sofort auf Schritt und Tritt folgte.
Fast zwei Stunden waren inzwischen vergangen, in denen Steve allein in seinem Büro saß, als Danny den Kopf zur Tür hereinsteckte. „Kono ist mit dem Phantombild zurück", vermeldete er und stutzte auch sofort, als er Steve sah. Denn Danny wusste in diesem Moment gleich das etwas nicht stimmte. Er tat einen Schritt in Steves Büro und schloss die Tür hinter sich. „Hey was ist los?” Wollte er dann auch sofort wissen. Er wartete noch auf eine Antwort, als Steve sich schon erhob und auf ihn zukam.
„Erzähl ich dir später.“ War Steves knappe Antwort, als er auch schon an ihm vorbei ging. Danny blieb vorerst nichts anderes übrig, als seinen Partner und Freund verwundert hinterher zublicken und ihm in die Halle zu folgen, wo Chin und Kono schon am Computertisch warteten. Kono hatte die Zeichnung bereits durch den internationalen Datenspeicher laufen lassen. Und tatsächlich. Der Mann, der Maleka und Kekoa die zwanzig Kilo Kokain verkauft hatte, bekam jetzt nicht nur ein Gesicht, sondern auch einen Namen und sogar noch mehr.
Steve trat an den Computertisch. „Also Kono was hast du?”
Kono ließ ihre Finger über das Tableau gleiten und schon erschien ein fast vollständiger Lebenslauf plus Porträtaufnahme eines blonden Mannes. „Martin Mac Grath - irischer Staatsbürger und ranghohes Mitglied einer irischen Terrororganisation Namens Red Hand Defenders. Er wird international gesucht. Interpol war vor zwei Jahren wohl ziemlich nah an ihm dran. In letzter Minute flog jedoch ihr Kontaktmann auf und man fand ihn später mit aufgeschnittener Kehle in einem Hotelzimmer in Belfast.“
„Red Hand Defenders ? Wer ist das? Ich kenne bisher nur die IRA.“
„Die RHD hat sich 1998 aus gleich gesinnten gegründet, die nicht der Belfaster Abmachung und der loyalistischen Waffenruhe zustimmten. Nach eigenen Angaben gehen inzwischen elf Morde auf ihr Konto.”
Danny sah Steve von der Seite an. „Warum wundert es mich nicht, das du darüber bescheid weißt?”
Steve zuckte die Schultern. „Vielleicht weil ich auch den restlichen Teil der Zeitung lese und nicht nur den Sportteil.“
„Ja das wird’s sein.” Meinte Danny leicht ironisch. „Aber wieso verkauft ein irischer Terrorist hier auf Hawaii zwanzig Kilo Kokain? “
„Ja das wüsste ich auch gerne.“ Chin war ebenso ratlos.
„Was hat er mit den zwei Millionen Dollar vor? Das ist die richtige Frage.“ Steves Gesicht war anzusehen, das sein Gehirn fieberhaft arbeitete.
Nach einem kurzen Moment kam ihm dann der Gedankenblitz. „Ich muss noch mal mit Maleka und Kekao sprechen.“



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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo März 11, 2013 12:38 pm

4 Kapitel

Am nächsten Morgen drehte und wendete sich Danny in einem ungewohnt schicken Anzug vor dem Spiegel im Herrenbekleidungsgeschäft. Sie hatten Maleka und Kekoa gestern noch dazu bringen können, nochmals Kontakt mit dem Iren aufzunehmen und ein Treffen mit einem von ihnen zu arrangieren. Sie hatten dem Iren gesagt, dass es sich um einen potenziellen Käufer handeln würde, der gerne mit ihm ins Geschäft kommen würde. Mc Grath hatte zwar noch nicht zu gesagt, aber wenn dieses Treffen zustande kommen sollte, mussten sie womöglich schnell reagieren und dann blieb keine Zeit mehr, einen von ihnen in ein passendes Outfit zu stecken. Sie hatten dann entschieden, dass Danny zu diesem Treffen erscheinen würde. In Begleitung von Kono. Und nur aus diesem Grund waren sie jetzt hier. Danny brauchte einen entsprechend teuren Anzug.
Steve, der mit seinen Cargopants und dem Poloshirt leicht underdressed wirkte in diesem noblen Geschäft, stand mit verschränkten Armen daneben und grinste von einem Ohr zum anderen.
„Du bist schlimmer als jede Frau, Danno. Entscheide dich endlich, das ist doch bloß ein Anzug!”
„Bloß ein Anzug? Ist es denn zu fassen? Du hast wirklich von nichts eine Ahnung!” Danny drehte sich zum Verkäufer, der dem Dialog zwischen Danny und Steve schon eine Weile mit verborgenem Amüsement gefolgt war. „Er hat keine Ahnung!”
Steve grinste weiter. „Danno du gehst nicht zu einer Oscar-Verleihung! Du brauchst einen angemessenen Geschäftsanzug und da hängen jetzt acht, die alle infrage kommen. Also entscheide dich endlich!”
Ergeben seufzte Danny auf und zeigte auf einen dezenten dunklen Anzug, zu dem ein tiefblaues Hemd gehörte. „Ich nehme diesen“, sagte er zu dem Verkäufer und fügte hinzu, „können sie mir noch die Krawatten zeigen, die dazu passen?“ Er hörte, wie Steve neben ihm hörbar die Luft anhielt. „Was?” Blaffte er seinen Partner an.
„Eine Krawatte? Danny! Wir - sind - auf - HAWAII. “
„Wir sind auf Hawaii,” äffte Danny ihn nach. Auch auf Hawaii kann man sich ordentlich kleiden. Du solltest dich mal bei einer Stilberatung anmelden. Ein Make Over wie in diesen Talkshows würde dir echt gut tun, Steven!”
Unterdessen hatte der Verkäufer eine Auswahl an Krawatten gebracht und wartete geduldig, dass seine Kundschaft ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn richtete.
„Vergiss nicht Danno, ein Make Over macht mich zu James Bond und dich zum Kellner!” Steve grinste vergnügt vor sich hin und genoss die Erinnerung an diesen längst abgeschlossenen Fall.
Danny fand dieselbe Erinnerung nicht so prickelnd. „Dann behalt doch deine Cargopants", murmelte er und sah sich die Krawatten kritisch an. Schließlich entschied er sich für eine Dunkelblaue.
Der Verkäufer hängte die Krawatte zu Anzug und Hemd und bat die Herren dann zur Kasse.
Der Preis des Anzugs ließ Danny tief durchatmen. „Den behalte ich dann aber!", meinte er bestimmt.
Steve zuckte bloß mit den Schultern. „Das kannst du mit der Gouverneurin klären. Sie bestimmt unser Budget.”
Der Verkäufer lenkte höflich die Aufmerksamkeit für kurze Zeit auf sich. „Sie können den Anzug heute Nachmittag ab drei Uhr abholen. Unser Änderungsatelier hat bis dahin die erforderlichen Änderungen ausgeführt. “



Unterdessen saßen sich mitten auf dem Pazifik außer Sichtweite aller hawaiianischen Inseln zwei Männer auf einer äußerst großzügigen Yacht gegenüber. Die beiden hätten unterschiedlicher nicht sein können, doch schienen sie sich ganz gut zu verstehen. Bis sie auf die Finanzen zu sprechen kamen.
„Sie müssen verstehen, Mr. Mac Grath, dass zwei Millionen Dollar für einen Wurfspeer nicht ausreichend sind. Die Beschaffung eines Mittleren Panzerabwehr Systems, wie sie es wünschen, ist sehr aufwendig und mit einigen Risiken verbunden. Ich muss daher darauf bestehen, dass sie eine Million Dollar im Voraus bezahlen, die restlichen zwei Millionen Dollar werden dann bei Lieferung fällig. Wenn sie diese Bedingungen nicht erfüllen können oder wollen, werde ich gezwungen sein, einen anderen Käufer zu berücksichtigen. Interessenten gibt es genug. “
Mac Grath überdachte blitzschnell seine Möglichkeiten. Dann nickte er langsam. „Ich werde noch zwei oder drei Tage Zeit brauchen, um die fehlende Million aufzutreiben. Das sollte aber prinzipiell kein Problem sein.“
Der Mann, mit den kurzen schwarzen Haaren, ihm gegenüber nickte. „Dann lassen sie uns jetzt unser Dinner genießen. “
Während beide an ihrem Drink nippten, ging Mac Grath noch einmal in Gedanken seine Möglichkeiten durch.
Die beiden Hawaiianer, die ihm die ersten zwanzig Kilo Kokain abgekauft hatten, waren, kurz bevor er zu diesem Treffen aufgebrochen war, mit ihm in Kontakt getreten. Geschäftspartner von ihnen, hätten Interesse an weiteren zwanzig Kilo, ob er an diesem Zusatzgeschäft interessiert sei, hatten sie ihn gefragt. Er hatte sich eine Bedenkzeit ausgebeten. Denn normalerweise holte er immer zuerst umfangreiche Informationen über potenzielle Kunden ein, doch diesmal fehlte ihm die Zeit dazu. Er würde das Risiko eingehen müssen. Diese benötigten zwanzig Kilo würde er schnell besorgen können.
Inzwischen war das Dinner von einem Besatzungsmitglied der Yacht serviert.
„Es ist mir eine Freude mit ihnen Geschäfte zumachen, Mr. Mac Grath.”
Der blonde Ire nickte seinem gegenüber zu. „Die Freude ist ganz meinerseits, Mr. Wo Fat.”


Im Hause McGarrett braute sich indes etwas zusammen, das Steve heute noch in arge Bedrängnis bringen sollte.
Sie, Steve und Cathy, hatten gestern kein Wort mehr miteinander gewechselt. Und auch heute Morgen, als sie zusammen schwimmen gewesen waren, schwiegen sie sich aus. In puncto Sturheit konnte ihnen beiden so schnell keiner das Wasser reichen.
Als Steve schließlich ins Büro gefahren war, hatte sich Cathy zunächst mit ihrem Laptop beschäftigt. Hatte einige Hausaufgaben erledigt und diese an die Schule zurück geschickt. Danach hatte sie sich mit ein paar Online Spielen abgelenkt. Aber wirklich Spaß hatte sie daran nicht, deswegen sie dann auch den Laptop ausgeschaltet hatte. Sie war in die Küche gegangen und hatte sich ein Glas Saft geholt, war damit ins Esszimmer gegangen und hatte dort zum Fenster hinausgesehen. Und was sie dann sah, wollte sie zuerst gar nicht glauben. Das konnte doch nicht wahr sein. Da stand tatsächlich ein Wagen des HPD vor dem Haus auf der anderen Seite. Die beiden Polizisten darin sahen immer wieder herüber zum Haus oder in die Seitenspiegel. „Was zum Teufel geht hier eigentlich vor?” Fragte sie laut sich selbst. Sie überlegte kurz, ob sie einfach nach draußen gehen sollte, um die beiden Polizisten zufragen, was sie hier wollten. Aber eigentlich konnte sie es sich denken. Es musste etwas mit dem Umschlag zutun haben, den ihr Dad gestern Morgen an der Windschutzscheibe vorgefunden hatte und über den er nicht reden wollte.
Mit dem Glas in der Hand ging sie ins Arbeitszimmer und sah sich dort kurz um. Wo würde ihr Dad Dinge aufbewahren, von denen er nicht wollte, dass sie diese zu Gesicht bekam. Ihr Blick fiel auf den Schreibtisch. Klar.
Zielstrebig ging Cathy zum Schreibtisch, ließ ihren Blick darüber schweifen. Aber hier lag nichts rum also wollte sie die oberste Schublade aufziehen. Doch diese war abgeschlossen. Cathy sah sich nur kurz auf dem Schreibtisch um, bis ein Brieföffner ihre Aufmerksamkeit erregte. Sie griff danach und machte sich dann an der Schublade zuschaffen. Ein paar Mal fluchte sie leise, bis die Schublade der Hebelwirkung des Brieföffners nachgab und aufsprang.
Hier lagen jede Menge Papiere drin. Sie setzte sich in den Drehstuhl und hob die Papiere nacheinander heraus. Sie hatte mittlerweile fast den gesamten Inhalt der Schublade auf dem Schreibtisch liegen, als sie endlich fand, wonach sie suchte.
Genau denselben großen braunen Umschlag wie der von gestern. Sie nahm den Umschlag heraus. Per Hand stand dort der Name ihres Dads drauf geschrieben. > Steve McGarrett< Cathy griff in den Umschlag und holte einen Stapel Fotos heraus. Sie besah sich die Bilder. Was in aller Welt hatte das zu bedeuten? Auf allen Bildern war so etwas wie ein Tatort zusehen. Das konnte sie daran erkennen das teilweise das Absperrband des HPD auf den Fotografien zusehen war. Offenbar handelte es sich dabei um ein Auto, das ausgebrannt war. Cathy sah auf die Bilder, die sie in der Hand hielt. Sie überlegte, was sie machen sollte. Irgendetwas mussten diese Bilder zu bedeuten haben. Und es musste was Persönliches sein. Sonst würde ihr Dad diese Bilder nicht hier zu Hause aufbewahren.
Sie steckte die Bilder zurück in den Umschlag, stand auf und mit dem Umschlag in der Hand ging sie zielstrebig zur Haustür.
Draußen auf der Straße steuerte sie dann direkt auf den Streifenwagen zu. Die beiden Polizisten schauten sich an. Anscheinend überlegten sie sich gerade eine Antwort, als sie Cathy auf sich zukommen sahen. Aber die wusste ohnehin, wer sie hier hergeschickt hatte. „Okay. Da sie schon mal hier sind und sie ja wohl auf Anweisung meines Vaters unser Haus oder auch mich bewachen, können sie mich dann auch gleich zum Iolani Palace fahren.“
Die beiden Beamten waren mehr als überrascht. Aber der, der auf dem Beifahrersitz saß stieg schließlich aus. „Steigen sie bitte auf dieser Seite ein.“ Sagte er, als er auch schon die hintere Autotür aufhielt.
Cathy ging um den Wagen herum und stieg ein. Der Beamte schloss die Tür und setzte sich ebenfalls wieder ins Auto. „Also. Du hast es gehört. Fahren wir zu Five-0.“



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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   So März 17, 2013 11:25 pm

Kapitel 5


Steve stand zusammen mit Danny, Chin und Kono am Computertisch.
Mc Grath hatte sich bei Maleka gemeldet. Per SMS von einem Wegwerfhandy aus, das sie also auch nicht zurück verfolgen konnten.
Sie waren gerade dabei ihre Vorgehensweise für das bevorstehende Treffen mit Mac Grath durchzusprechen, als Cathy, mit dem Umschlag in der Hand, die Halle betrat.
Alle vier sahen, wie Cathy mit relativ schnellen Schritten bei ihnen war.
„Was machst du denn hier?” Mehr fiel Steve nicht ein, als sein Blick auf den Umschlag in Cathys Hand fiel. - Und er ahnte nichts Gutes bei diesem Anblick.
„Deine Wachhunde waren so nett mich her zufahren.“ Sagte Cathy ziemlich spitz, bevor sie den Umschlag hochhielt und Steve dabei fest in die Augen sah. „WAS - IST - DAS???“ Ihre Frage kam so, dass im Grunde genommen jeder wusste, dass Steve jetzt wohl oder übel mit der Wahrheit herausrücken musste, denn sie alle konnten sich denken, was in diesem Umschlag war. Ein weiteres Beweisstück aus dem gestohlenen Werkzeugkoffer.
Steve zog die Augenbrauen nach unten, neigte den Kopf zur Seite und sah erst auf den Umschlag und dann Cathy in die Augen. „Wo hast du das her?” Doch diese Frage hätte er sich sparen können, denn Cathy wusste genau, das ihr Vater gerade im Begriff war wieder vom Thema abzulenken.
„Das weißt du doch ganz genau. Also verkauf mich nicht für dumm,“ dabei lehrte Cathy den Inhalt des Umschlags auf den Computertisch aus. „Warum liegen diese Fotos in deinem Schreibtisch?”
Die Blicke von Chin, Kono und Danny gingen von den Fotos zu Steve. Die Unterhaltung zwischen ihrem Boss und seiner Tochter versprach, interessant zu werden. Deshalb kam auch keiner von ihnen auf die Idee die Halle zu verlassen und die beiden allein zulassen.
„Und wieso kramst du in meinem Schreibtisch herum? Der Umschlag hat ganz unten gelegen. Außerdem war die Schublade abgeschlossen. Also musst du sie aufgebrochen und durchwühlt haben.“ Steve wehrte sich wirklich mit allen Mitteln dagegen, Cathy die Wahrheit über diese Bilder, die Beweisstücke seines Vaters gewesen waren, zu sagen.
„Verdammt Dad! Erst der Umschlag an deiner Windschutzscheibe und jetzt das hier. Ich will endlich wissen, was das alles zu bedeuten hat!”
Steve merkte so langsam das seine Tochter sich wohl nicht so leicht abschütteln lassen würde. Er schob die Fotos zusammen, nahm sie in die Hand und ging ohne ein weiteres Wort zu seinem Büro. Dort drückte er die Tür auf, blieb stehen und sah zu seiner Tochter.
Cathy verstand und ging auf Steve zu, blieb kurz vor ihm stehen und dann an ihm vorbei in dessen Büro.
Steve schloss hinter ihnen die Tür, trat vor seinen Schreibtisch und setzte sich dann auf die Tischkante. Mit den Fotos in der Hand sah er zu Cathy, die immer noch nah an der Tür stand und auf eine Erklärung wartete. Krampfhaft überlegte er, wie er ihr zwar eine zufriedenstellende Erklärung geben konnte, dabei aber trotzdem nicht allzu viel verriet.
„Also gut", begann er, „Die Fotos hier und auch der Schlüssel sind Beweisstücke.“
„Was für Beweisstücke? “
„Beweisstücke, die meinem Vater, also deinem Großvater gehörten.“
Cathy konnte damit nun überhaupt nichts anfangen. „Wieso kriegst du die dann in einem Umschlag an deine Windschutzscheibe geklemmt?“
„Weil sie vor über einem Jahr gestohlen wurden.“
„Wie gestohlen? Wo wurden sie gestohlen? Aus dem Police Department?“ Cathy kam jetzt näher, blieb aber vorerst neben dem Ledersessel vor dem Schreibtisch stehen.
Steve holte hörbar Luft. „Nein. Bei mir zu Hause. “
„Du meinst bei uns zu Hause.” Verbesserte Cathy ihn.
„Ja.“ Seufzte Steve. “Aber damals wusste weder ich noch sonst jemand etwas von dir.”
„Und warum darf ich von all dem nichts wissen? “
„Mary hat damals auch keine Ruhe gegeben, als sie die Beweisstücke fand, nichts damit anfangen konnte und begann Nachforschungen anzustellen. Darauf hin wurde eines Nachts bei uns eingebrochen und die Werkzeugkiste, in dem sich die Beweisstücke befanden gestohlen. Und man - hat Mary entführt.“
Cathy war jetzt doch entsetzt. „Was? Warum? Was ist an dem Schlüssel und den Bildern so wichtig?”
„Es sind nicht nur der Schlüssel und die Bilder. Da war noch mehr drin. Nach und nach tauchen all diese Dinge wieder auf ...“
„Immer in einem Umschlag mit deinem Namen drauf und ohne Absender!” Stellte Cathy fest und unterbrach damit Steve.
„Ja.“ Mehr konnte er im Moment nicht erwidern. Steve musste auf Cathys Fragen warten, um dann für sich zu entscheiden, wie viel er seiner Tochter gegenüber preisgeben konnte und wollte.
Cathy setzte sich jetzt doch vor ihm in den Sessel und blickte zu ihm hoch. „Hast du eine Idee, wer dir diese Umschläge schickt und warum? Ich meine, wenn sie doch gestohlen wurden, warum schickt man sie dir dann stückchenweise zurück und was soll das für einen Grund haben?”
Steve zuckte leicht mit den Schultern „Ich weiß es nicht.“
Cathy schaute ihn einen Moment forschend an. “Ist das der Grund, warum plötzlich HPD Leute vor unserem Haus positioniert sind?”
Steve holte einmal tief Luft. Cathy entging dies natürlich nicht. „Was? Dad, was ist da noch? - Es ist nicht wegen der Umschläge? Stimmts?”
Steves Augenaufschlag ging kurz nach unten, er legte die Bilder, die er noch immer in der Hand hielt, zur Seite. „Nein. Nicht wegen der Umschläge. Die bekomm ich schon seit ein paar Wochen.“ Steve griff hinter sich auf den Schreibtisch, wo der Umschlag den er gestern Morgen erhalten hatte, lag und reichte ihn seiner Tochter.
Cathy sah ihn verwundert an und holte dann den Inhalt heraus. Sie hielt die Bilder von sich in den Händen, sah darauf und dann fragend zu Steve. „Was soll das?”
„Da ist noch ein Zettel drin.“ Zeigte Steve auf den Umschlag.
Cathy drückte den Umschlag ein wenig auseinander und sah dann hinein. Sie fischte den Zettel heraus und lass. „Ich versteh das nicht. Was hab ich damit zutun?”
„Gar nichts. Man will MICH damit einschüchtern.“
„Was heißt das? Ermittelst du etwa da weiter, wo dein Vater aufgehört hat?”
„Ja,“
„Warum Dad? Was ist daran so wichtig, dass du an einem Fall weitermachst, den dein Vater bearbeitet hat?” Für Cathy blieb das alles immer noch ein Rätsel.
Steve strich sich mit beiden Händen über die Augen. Irgendwie hatte es ihn immer vor diesem Moment gegraut. Er hatte gehofft, das alles von seiner Tochter fernhalten zu können. “Weil das der Grund war, weshalb meine Mutter gestorben ist und warum mein Vater mich und Mary auf´s Festland geschickt hat. Mary nach Los Angeles und mich nach Baltimore. Er wollte, dass wir in Sicherheit waren. Aus diesem Grund habe ich ihn auch viele Jahre nicht gesehen. Er wollte nicht, dass Mary oder ich zurückkamen.“
Cathy saß da, den Umschlag und die Bilder noch in den Händen haltend, sah sie mit Unverständnis zu Steve hoch. Es dauerte einen Moment bis sie ihre Gedanken, die gerade durch ihren Kopf zu rasen schienen, in Worte fassen konnte. „Moment. - Das heißt - du bist damals nur in Baltimore gewesen, weil dein Vater dich weggeschickt hat?“
Steve nickte. „Ja. Ich hätte sonst Hawaii wohl nie verlassen.“
„Du bist also gar nicht aus freien Stücken in Baltimore gewesen. Und hättest du zurück gekonnt, hättest du damals auch nicht deinen Urlaub, als du bei der Navy warst, bei deinem Onkel und deiner Tante verbracht. Du wärst nie freiwillig nach Baltimore zurückgekehrt. - Du bist nur zurückgekommen, weil du nicht nach Hause konntest.“
Wiederum konnte Steve nur nicken. “Ja, richtig.“
Cathy wurde für einen Augenblick merkwürdig still. Ihre Gedanken rasten und ihr Blick ging zu Boden. Dieses Gespräch nahm gerade eine ganz andere Richtung.
Steve entging nicht, dass seine Tochter gerade fieberhaft nachdachte. „Hey, was ist?” Fragte er deshalb auch.
Den Blick zu Boden gesenkt kam es ziemlich leise, „du hast Mom kennengelernt, weil dein Vater dich wegschickte und du hast sie nur wieder gesehen, weil du nicht hier her zurück konntest!”
Steve dämmerte es langsam, auf, was Cathy hinaus wollte und was sie sich da anscheinend versuchte zusammen zureimen. Aber das konnte und wollte er so nicht stehen lassen. Da Cathy ihren Blick noch immer gesenkt hatte, beugte er sich jetzt zu ihr vor und hob ihr Kinn an. „Hey, was geht dir gerade durch den Kopf?”
„Ich überlege grade, dass ich eigentlich nie geboren worden wäre, wenn es für dich eine andere Möglichkeit als Baltimore gegeben hätte. Dass du wahrscheinlich nur aus einem einzigen Grund Mom wieder gesehen hast.“ Ihre Augen blickten ihn traurig an und es brach Steve fast das Herz, das Cathy auf solch einen Gedanken kam.
„Hey, komm her.“ Er zog seine Tochter kurzerhand hoch und schloss sie in seine Arme. “Du bist das Großartigste, was mir je passiert ist und ich habe deine Mom wirklich geliebt. Das ist die Wahrheit, hörst du?“ Steve hielt sie jetzt ein Stück von sich entfernt und sah ihr fest in die Augen. „Ich liebe dich und du bist das beste, das ich je zustande gebracht habe. Das musst du mir einfach glauben.“
Cathy nickte langsam, aber sie hatte auch Tränen in den Augen. Sie glaubte Steve schon das, was er sagte, trotzdem musste sie das, was sie soeben erfahren hatte, erst einmal verdauen. Außerdem schwirrten ihr immer noch etliche ungestellte Fragen durch den Kopf. Cathy hatte gerade ihren Kopf an Steves Schulter gelegt, als Chin seinen Kopf zur Tür hinein steckte.
„Tut mir leid, dass ich euch stören muss. Aber wir müssen los. Sonst platzt das Treffen.“
Steve nickte. „Hey Schatz. Es tut mir leid aber ich muss jetzt los. Die Beamten des HPD werden dich nach Hause fahren. Okay?”
„Kann ich nicht hier auf dich warten?”
„Das halte ich für keine gute Idee. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird. Könnte sein, dass du die halbe Nacht hier warten musst.”
„Das macht mir nichts. Wenn du nichts dagegen hast, kann ich an deinem Laptop ein paar Spiele machen und Musik hören, bis du wieder zurück bist. Bitte. Ich will nicht allein zu Hause sitzen.“
Steve wurde bei ihrem letzten Satz bewusst, dass es Cathy noch immer schwerfiel, besonders abends, allein zu Hause zu sein. Also willigte er schließlich doch ein.
„In Ordnung. Wenn du müde wirst, da unten im Schrank ist eine Decke. Leg dich einfach auf die Couch, ich mach dich dann wach. - Und nur Spiele und Musikseiten. Finger weg von allem anderen.“ Dabei zeigte er auf seinen Laptop, der aufgeklappt auf seinem Schreibtisch stand.
Cathy nickte. „Versprochen.“
Steve gab ihr noch einen Kuss auf die Stirn bevor er sein Büro und damit Cathy alleine ließ.


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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   So März 24, 2013 11:45 pm

Kapitel 6


Danny war inzwischen nach Hause gefahren um sich umzuziehen und auch Kono richtete sich zu Hause her. Danny würde sie dann mit seinem Camaro abholen, während Chin zusammen mit Steve in seinem Chevy zum Treffpunkt, dem “Top of Waikiki“ fuhren. Er und Steve würden dort vor Danny und Kono eintreffen und sich unauffällig unter die Gäste mischen.
Mc Grath hatte den Treffpunkt geschickt gewählt. Das Restaurant Top of Waikiki war übersichtlich, aber immer gut besucht und vermutlich hatte er einen Angestellten geschmiert, damit er eine Platzreservierung im einzigen drehbaren Restaurant von Hawaii bekommen hatte.

Danny und Kono trafen pünktlich im Restaurant ein und wurden zuvorkommend an einen Tisch direkt an der Fensterfront geführt, der auf den Namen Patrick reserviert worden war.
„Möchte die Herrschaften schon etwas bestellen?” Wurden sie äußerst höflich von der weiblichen Bedienung gefragt.
„Ein Wasser für die Lady bitte", antwortete Danny, dessen Anzug nun perfekt saß. „Wir warten bis Mr. Patrick ebenfalls eingetroffen ist.“
Kono schaute während, sie auf ihr bestelltes Wasser wartete ungeduldig auf ihre Uhr. „Wann kommt dieser Mr. Patrick endlich?”
Danny schaute sich im Lokal um. Es war, wie von einem drehenden Restaurant erwartet, rund. In der Mitte auf der obersten ringförmigen Ebene befand sich die Bar. Mc Grath konnte er an der Bar nicht entdecken, dafür aber Steve, der sich so gesetzt hatte, dass er Dannys Tisch im Blick hatte. Die Tische auf der zweiten und dritten Ebene waren genau wie die Bar, mehr oder weniger voll besetzt. Unterhalb der dritten Ebene, wo sich auch ihr Tisch befand, gab es nur noch eine letzte schmale Ebene, die ausschließlich als Durchgang benutzt wurde und gegen außen durch die großen Fenster abgegrenzt war. Dannys Blick schweifte an der Küche, die im nicht drehenden Teil des Gebäudes war, vorbei, zur sich ebenfalls nicht drehenden, Lounge, wo Chin es sich in einem weichen Sessel hinter einer Zeitung bequem gemacht hatte. Nur von Mc Garth war weit und breit nichts zu sehen.
„Vermutlich checkt er uns erst ab. Irgendwo ist er, das spüre ich. Wir müssen einfach warten, bis er aufkreuzt.“
„Ich hasse warten.“ Sagte Kono, als die Bedienung das bestellte Wasser servierte. Auch sie ließ nun immer wieder unauffällig ihren Blick umherschweifen.
Nach scheinbar endlosen zwanzig Minuten trat endlich ein blonder Mann an ihren Tisch und setzte sich neben Kono. „Mr. und Mrs. Neal.“
Danny schaute ihn kritisch an, dann antworte er genauso tonlos, wie Mc Garth zuvor gesprochen hatte. „Mr. Patrick.“
Mc Garth nickte kurz. „Sie haben das Geld?”
Danny nickte und gab Kono ein Zeichen, die darauf hin den mitgebrachten Aktenkoffer auf den Tisch legte und ihn so zu Mc Garth drehte, das dieser die Schlösser öffnen konnte. Die Schlösser klickten und Mc Garth hob den Deckel nur soweit an, dass er einen Blick auf die Geldbündel werfen konnte. Auf den ersten Blick schien alles in Ordnung zu sein. Er klappte den Deckel wieder zu. „ich nehme nicht an, dass sie mich linken wollen Mr. Neal und es sich bei dem Geld um Echtes handelt. Wenn nicht werde ich sie ausfindig machen.“ Er sah Danny aus kalten Augen an.
Danny hatte jedoch alles unter Kontrolle und blieb ganz entspannt. Denn natürlich befand sich in dem Koffer Falschgeld. Ziemlich Schlechtes sogar. “Mr. Patrick. Ich bin Geschäftsmann. Genau wie sie. Auch ich muss ihnen schließlich vertrauen, dass es sich bei der Ware um erste Qualität handelt.”
Mc Garth nahm darauf hin den Aktenkoffer vom Tisch und stellte ihn neben seinen Stuhl auf den Boden. Im Gegenzug stellte er eine Sporttasche vor Danny auf den Tisch. Danny zog den Reißverschluss ein wenig zurück und schaute kurz hinein. Dann nestelte er in der Tasche herum und steckte sich schließlich den kleinen Finger in den Mund. Nach einem kurzen Moment nickte er nur, schloss die Tasche und stellte diese dann auch auf den Boden. In diesem Moment piepste Mac Graths Handy in seiner Brusttasche.
Er holte das Handy heraus. „Sie entschuldigen", sagte er, als er auf das Display sah. Die SMS war eindeutig und von WO Fat. „Ich wusste nicht, dass sie auch im Viehhandel tätig sind. Viel spaß beim Handel mit Bullen.“
Mac Graths Mine verdüsterte sich. Er sah zu Danny, als er sein Handy langsam wieder in die Tasche steckte.
McGarrett war die Veränderung im Gesicht von Mac Grath nicht entgangen, als er unauffällig an der Bar aufgestanden war und nun langsam näher kam. „Zugriff!” Flüsterte er ins Mikrofon, „wir sind aufgeflogen!”
Doch Mac Grath hatte schon reagiert. Der Lauf seiner Waffe bohrte sich in Konos Seite.
„Ihr seid Bullen!” Zischte er erbost. „Du”, er nickte Danny zu, „bleibst schön ruhig sitzen, sonst ist die Maus hier mal gewesen! Und du kommst mit! Und keine Mätzchen, ich habe einen sehr nervösen Zeigefinger!”
Langsam stand Kono mit Mac Grath auf, der geschickt sein Jackett über die Waffe gelegt hatte.
Danny, der sah, dass sich Steve vorsichtig näherte, sprach den Iren jetzt an. „Hey hast du nicht etwas vergessen?”
Irritiert sah Mac Grath ihn an. „Was?”
Danny hielt grinsend den Aktenkoffer und die Sporttasche hoch. „Das hier!”
Der kleine Moment der Unaufmerksamkeit reichte Kono, um sich blitz schnell zu drehen, den Lauf der Waffe zu ergreifen und in Richtung Boden zu drücken. Ein Schuss löste sich, der glücklicherweise nur ein Loch in den teuren Teppich riss.
Allerdings löste er auch unter den Gästen und dem Personal eine Panik aus. Schreie halten durch das Restaurant und die Menschen duckten sich unter die Tische oder versuchten den Ausgang oder die Küche zu erreichen.
Mit einem gezielten Schlag in den Magen streckte der Ire Kono zu Boden, wo sie nach Luft ringend liegen blieb.
Danny hatte nun seinerseits seine Waffe gezogen, doch traf ihn der Schuss des Iren in den rechten Arm, bevor er selbst abdrücken konnte. Der plötzliche Schmerz war so stark, dass er seine Waffe fallen ließ.
Wäre in diesem Moment nicht Steve über das Geländer der zweiten und dritten Ebene gehechtet, hätte der Ire mit seinem nächsten Schuss Danny wohl in die ewigen Jagdgründe befördert.
McGarrett schlug ihm die Waffe aus der Hand, landete selbst aber halb auf einem Stuhl und ging zu Boden, sodass Mac Grath genug Zeit hatte, sich dem neuen Gegner zu zuwenden. Mit einem Kick gegen Steves Brust, als dieser eben wieder auf die Füße kam, schleuderte der Ire ihn über das Geländer auf den schmalen Gang und gegen die Fensterfront. Noch bevor Steve reagieren konnte, hatte Mac Grath sich wieder seine Waffe geschnappt und zielte auf den SEAL, der sich blitzartig duckte. Der Ire hatte nicht schnell genug abgedrückt und schoss bloß ein paar Löcher in die Scheibe.
Kono, die sich wieder halbwegs erholt hatte, tastete nach ihrer Waffe und zielte nun auf den Iren. Doch dieser zerrte einen Gast unter einem der Tische hervor und benutzte diesen als menschliches Schutzschild.
„Mac Grath, runter mit der Waffe!” Schrie nun Chin und der Ire schaute finster in vier Waffenläufe. Kono und Danny, der seine Waffe in der linken Hand hielt, zielten vorne auf ihn, während Steve und Chin ihn von schräg unten in Schach hielten.
„Niemals!” Fauchte er und mit einem „Eire gor deo“, dem inoffiziellen irischen Motto “Ireland forever“ schleuderte er die Geisel in Richtung von Kono und Danny, die den Mann auffingen und sofort unter dem Tisch in Sicherheit brachten.
Mac Grath sprang über das Geländer und erwischte Steve erneut mit einem wuchtigen Kick gegen die Brust, sodass dieser mit voller Wucht nach hinten gegen die zerschossene Scheibe prallte, die dieser Belastung nicht mehr standhielt und zerbarst. Steve wurde durch die Scheibe geschleudert und verschwand aus dem Blickfeld.
„Steve!” Brüllten Danny, Chin und Kono gleichzeitig und diesen Schreckensmoment nutzte Mac Grath, um an Chin vorbei zu kommen, nicht, ohne auch ihm noch eins mit der Waffe drüber zuziehen.
Chin taumelte zu der zerbrochenen Scheibe und sah, dass sich Steve, über den Dächern von Honolulu baumelnd, mit einer Hand an das Geländer des kleinen Stegs klammerte, der wohl den Fensterputzern als Arbeitsbühne diente. Schnell war er bei seinem Boss und zog ihn langsam hoch über das Geländer.
„Danke Chin,“ keuchte Steve, als er auf dem kleinen Steg kniete. Er sah neben sich seine Waffe liegen und nahm diese wieder an sich.
„Keine Ursache Brah,“ grinste ihn Chin an.
Dann stiegen beide vorsichtig durch die zerbrochene Scheibe wieder in das Restaurant und nahmen die Verfolgung des flüchtigen Iren auf.
Als sie die Aufzüge erreichten, sahen sie gerade noch, wie sich eine der Aufzugstüren hinter Danny und Kono schloss.
„Chin du beobachtest die Aufzüge, sag mir, wo der hier anhält,” er zeigte auf einen zweiten Aufzug, der in Betrieb war und vermutlich Mac Grath nach unten beförderte. „Ich nehme die Treppe.“
Schnell hatte er die Tür zum Treppenhaus erreicht und öffnete sie vorsichtig aber niemand war zusehen. Er begann die Treppen hinunter zulaufen. Immer zwei, drei Stufen auf einmal nehmend. Doch plötzlich musste er in Deckung gehen. Eine Salve an Kugeln wurde unterhalb von ihm abgefeuert. Schnell presste er sich gegen die Wand, wo die Kugeln knapp neben ihm einschlugen.
„Mac Grath. Das Gebäude ist umstellt, sie kommen hier nicht raus!“ Rief Steve nach unten doch die einzige Antwort, die er bekam, war ein höhnisches Gelächter, als er auch schon wieder schnelle Schritte auf den Treppenstufen vernahm. Steve rannte jetzt ebenfalls wieder weiter nach unten die Treppe hinunter, doch jedes Mal wenn er ihm ein Treppenabsatz näher gekommen war, warfen ihn ein paar Salven zurück und zwangen ihn in Deckung zu gehen. Schließlich hatte Mac Grath das Erdgeschoss und den Ausgang erreicht. Einige Sekunden später trat auch Steve vorsichtig mit der Waffe im Anschlag ins Freie. Er sah Mac Grath gerade noch um die Ecke in die Kalakaua Avenue einbiegen. Schnell erreichte auch er die Ecke, doch von dem Iren war keine Spur mehr zu sehen.
Am anderen Ende des Waikiki Business Plaza tauchten Danny und Kono auf, doch auch sie konnten Mac Grath nirgends entdecken.
Bald wimmelte es vor dem Plaza von Polizisten, die die Gegend absuchten und die Zeugen aus dem Restaurant zu beruhigen und vernehmen versuchten.
Steve, Danny, Kono und Chin wurden von einem Team von Sanitätern untersucht.
Der Tritt in den Magen hatte Kono zwar kurzfristig außer Gefecht gesetzt, doch blieb sie als einzige des Teams soweit unverletzt.
Chin hatte eine Platzwunde an der rechten Schläfe, die von dem Schlag mit Mac Graths Waffe herrührte.
Steve hatte ein paar blaue Flecke auf der Brust und viele kleine Schnittwunden am ganzen Körper vom Sturz durch die Fensterscheibe.
Danny hatte es am schlimmsten erwischt. Aber das hinderte ihn natürlich nicht daran, noch ein paar heftige Schimpfkanonaden in Richtung Steve loszulassen.
„Siehst du das, Steve? Siehst du das? In meinem Oberarm klafft schon wieder ein Loch. Das ist das zweite mal innerhalb weniger Wochen. Seitdem du mein Partner bist, werde ich ständig angeschossen.”
„Ständig angeschossen? Du wirst nicht ständig angeschossen. Und solange du rum meckern kannst, scheint es dir doch ganz gut zu gehen.“
„Ja aber, wenn das in dem Tempo weitergeht, werden die mir sofort wieder die Versicherung aufkündigen, die ich erst gerade abgeschlossen habe. Dann verlange ich eine gewaltige Gehaltszulage.“
Steve hatte genug. Danny war nicht wirklich lebensgefährlich verletzt. Kono und Chin ebenfalls nicht. Wozu sich also weiter Dannys weibisches Gezeter anhören? Schließlich wartete Cathy nun schon seit einigen Stunden in seinem Büro.
„Klär das mit der Gouverneurin. Sie ist für dein Gehalt zuständig“ drehte sich rum und ließ Danny, den man nun gerade auf einer Transportliege in den Krankenwagen schob, allein.



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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   So März 31, 2013 10:00 pm

Kapitel 7


Als Steve im Hauptquartier ankam, war es bereits nach zehn Uhr abends. Er ging geradewegs in sein Büro. Schon bevor er die Tür öffnete, sah er Cathy mit der Decke auf der Couch liegen. Seinen Laptop auf dem Tisch davor. Er ging zur Couch, blickte zu Cathy hinunter und dann zu dem aufgeklappten Laptop. Sie hatte sich wohl darauf einen Film angesehen und war darüber eingeschlafen. Er schaltete das Gerät aus und klappte den Deckel dann herunter, dann ging er in die Hocke und berührte Cathy vorsichtig an der Schulter. „Hey Kleine, aufwachen.“
Cathy rührte sich leicht. „Ich bin müde", murmelte sie nur.
„Ich weiß mein Schatz. Komm wach auf. Wir fahren nach Hause.“
Doch Cathy machte keine Anstalten die Augen aufzuschlagen, stattdessen murmelte sie nur wieder, „ich bin so müde.”
Steve gab es auf. Es hatte keinen Zweck weiter zu versuchen Cathy wach zu bekommen. Wenn seine Tochter einmal schlief, konnte neben ihr eine Bombe fallen und sie bekam es nicht mit.
Er kam aus der Hocke hoch, nahm den Laptop und ging damit rüber zu seinem Schreibtisch. Er stellte ihn auf den Tisch, setzte sich dann in seinen Lederdrehstuhl, klappte den Deckel hoch und schaltete das Gerät wieder ein. Einen kurzen Moment später begann er damit, den Bericht über das Treffen mit Mac Grath und die weiteren Geschehnisse des heutigen Abends einzutippen.
Während er seinen Bericht schrieb, schaute er immer wieder mal zu seiner Tochter rüber. Sie schlief weiterhin tief und fest. Als er schließlich mit dem Bericht fertig war, nahm er sein IPhone zur Hand. Er wollte im Krankenhaus anrufen und sich nach Dannys Befinden erkundigen. Cathy würde es wohl gar nicht mitbekommen, wenn er hier an seinem Schreibtisch sitzend das Telefonat führen würde, trotzdem stand er auf und verließ das Büro, um in der Halle ungestört telefonieren zu können.


Mc Grath betrat die Halle des Aston Centre Hotels. Niemand der ihm begegnete, hätte vermutet, dass er vor zwanzig Minuten noch mit einer Waffe in der Hand auf jemanden geschossen hatte.
Er war diesen Bullen entkommen und das eigentlich ohne große Mühe. Was hatten die gedacht, wen sie vor sich hatten? Einen Anfänger? Nein, er war mit Nichten ein Anfänger. Um ihn zu fassen, mussten die schon schärfere Geschütze auffahren, als diesen blonden angeblichen Geschäftsmann und diese kleine dünne Einheimische. Mit einem einzigen Schlag hatte er sie vorerst außer Gefecht gesetzt. Glaubten die Bullen hier wirklich, er würde sich von einer Frau festnehmen lassen? Einzig allein der Große von ihnen, schien ein härterer Brocken zu sein. Der Sturz durch die Scheibe schien ihm jedenfalls nicht viel ausgemacht zuhaben, so wie er ihm durch das Treppenhaus gefolgt war. Aber auch er konnte ihm letztendlich nicht gefährlich werden.
Mc Grath entstieg dem Fahrstuhl und steuerte, ohne sich umzusehen auf seine Zimmertür zu. Schnell hatte er diese mithilfe der Keycard geöffnet. Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, und seine Hand schon auf dem Lichtschalter lag wurde die Stehlampe, welche am Fenster stand, entzündet.
Mc Grath griff sofort nach seiner Waffe und schnell hatte er diese auf die Person, die neben der Stehlampe im Sessel saß, gerichtet.
Er blickte in das starre Gesicht von Wo Fat.
„Wie ich sehe, sind sie ihnen entkommen.” Hörte Mc Grath ihn, ohne jegliches Gefühl in der Stimme, sagen.
Mc Garth steckte vorerst die Waffe zurück in den Hosenbund. „Ja. War nicht besonders schwer. Danke, dass sie mich rechtzeitig gewarnt haben.”
„Oh das war keine Warnung. Ich sehe es nur nicht gerne, wenn meine Geschäftspartner zweigleisig fahren.” Wo Fats Augen blickten, Mc Grath dabei kalt an.
„Hören sie. Ich hatte keine Ahnung, dass es sich um Bullen handelt. Sie wollen eine Million Dollar mehr. Irgendwo her muss ich diese ja beschaffen. Und da bot sich eben diese Gelegenheit nahezu an. Woher sollte ich wissen, dass es Cops waren?”
„Oh das waren keine gewöhnlichen Cops. Das war das Team von Five-0. Der Task-Force hier auf Hawaii. Sie hätten sich eben vorher erkundigen sollen, mit wem sie Geschäfte machen.”
„Dazu war keine Zeit!” Versuchte Mc Grath sich für seinen Fehler zu rechtfertigen.
„Das mein Lieber ist jetzt ihr Problem, unsere Zusammenarbeit jedenfalls ist damit beendet. Ich kann es mir nicht leisten, Five-0 im Nacken zu haben.” Wo Fat war, im Begriff aufzustehen, doch er wurde von Mc Grath vorerst aufgehalten.
„Nein, das können sie nicht machen, wir haben eine Vereinbarung.”
„Ja, die da lautet, bringen sie mir eine weitere Million. Ich nehme an, dass sie die nach dem heutigen Abend nicht haben.”
„Ich werde sie beschaffen. Noch habe ich einen Tag zeit.”
Wo Fat jedoch schüttelte, nur leicht mit dem Kopf. „Sie wissen nicht mit wem sie sich da angelegt haben. McGarrett wird keine Ruhe geben, bis er ihren Kopf hat. Hier auf Hawaii können sie keinen Schritt mehr tun.”
„Lassen sie das meine Sorge sein, was glauben sie, wie ich bisher Interpol entkommen bin?”
Über Wo Fats Gesicht, huschte ein kaltes Lächeln und er nickte. „Ich weiß.” Er ließ sich wieder in dem Sessel nieder, aus dem er sich inzwischen erhoben hatte. „Gut. Ich werde ihnen eine letzte Chance einräumen, um unser Geschäft zu unserer beider Zufriedenheit abzuwickeln.”
Mc Grath Körperhaltung entspannte sich jetzt ein wenig. „Ich werde ihnen morgen die fehlende Million bringen.”
Doch Wo Fat lächelte, ihm kalt und kopfschüttelnd entgegen. „Nein. Ich hab es mir anders überlegt. Ich will keine weitere Million.”
Mc Garth konnte ihm nicht folgen und war mehr als erstaunt. „Was wollen sie dann?”
„Etwas viel Wertvolleres.”
„Und das wäre?”
„Den Kopf von McGarrett!”

Am nächsten Morgen kamen Chin und Kono gleichzeitig im HQ an.
Es war noch relativ früh und sie wunderten sich schon, das Steve bereits da war. Allerdings fiel Chin auch sofort auf, das Steve die gleichen Kleidungsstücke wie am Abend zuvor trug.
Steve saß am Tisch in der Halle des HQ. Er hatte eine Akte vor sich, in die er vertieft war, als Chin und Kono näher traten.
„Hey Boss. Was machst du denn schon so früh hier?” Fragte Kono denn auch gleich, während Chin sich denken konnte, das Steve noch gar nicht zu Hause gewesen war. „Hast du etwa die ganze Nacht hier verbracht?” kam deshalb auch gleich die nächste Frage von ihm.
Steve hatte von der Akte hochgesehen, als Chin und Kono an den Tisch getreten waren. „Cathy ist gestern Abend auf der Couch eingeschlafen,“ dabei zeigte er rüber zu seinem Büro, wo seine Tochter noch immer schlief, „ich habe sie nicht wach bekommen, also hab ich die Nacht damit verbracht den Bericht zuschreiben, im Krankenhaus anzurufen, Danny geht es übrigens so weit ganz gut. Sie haben die Kugel herausoperiert und er liegt noch auf der Wachstation. Und dann hab ich mir die Akte von Mac Grath vorgenommen, die Interpol von ihm angelegt hat.”
Chin nickte nur. Es war für ihn nichts Neues, dass Steve sich die Nacht um die Ohren schlug, um an einem Fall weiter zuarbeiten.
Kono hingegen staunte nicht schlecht. „Wie kommst du so schnell an eine Akte von Interpol?”
Doch statt zu antworten, grinste Steve nur.
Chin und Kono wussten, dass ihr Boss ihnen nicht verraten würde, wie er zu der Akte gekommen war. Also ging Chin jetzt auch zum wichtigeren Teil über. „Und hast du schon etwas entdeckt das uns näher an Mac Grath bringt?”
„Nicht wirklich. Mac Grath ist wie eine Katze. Er bewegt sich so unauffällig wie möglich, und wenn er zuschlägt, geschieht dies still und ziemlich schnell. Mehrere Bombenattentate in Belfast gehen auf sein Konto. Immer war ein Fernzünder im Spiel.“
„Scheint als würde er etwas Größeres planen. Mit zwei Millionen Dollar kann man ne Menge Sprengstoff kaufen.“ bemerkte Chin.
Steve nickte. „Ja und ich denke er wird sich noch irgendwo hier verstecken. Wir müssen herausfinden, wer seine Kontaktleute hier auf der Insel sind. - Ich werde jetzt erst mal Cathy wecken, mit ihr nach Hause fahren, duschen und mich umziehen.“
„Kono und ich werden inzwischen unsere Datenbank nach möglichen Kontakten durchsuchen.“
Steve nickte und ging dann in sein Büro. Cathy schlief immer noch. Aber Steve musste sie jetzt wecken, denn er wollte endlich aus seinen Klamotten raus und eine Dusche brauchte er auch dringend.
Er ging neben der Couch in die Hocke und fuhr Cathy leicht mit der Hand über die Stirn. „Hey Schatz. Aufwachen.“
Cathy streckte sich. Im Unterbewusstsein hatte sie wohl doch etwas mitbekommen, denn sie schlug jetzt doch, für ihre Verhältnisse schnell, die Augen auf. Ihr Blick fiel auf Steve und dann auf ihre Umgebung.
„Hab ich etwa die ganze Nacht hier gelegen?”
Steve konnte nur nicken und leicht grinsen. „Ich hab versucht, dich zu wecken. Nach dem zweiten Mal hab ich es allerdings aufgegeben. Aber jetzt sollten wir nach Hause fahren.”
Cathy streckte sich ein weiteres Mal. „Okay.“ Sie richtete sich dann auf, schlug die Decke zurück und stand auf. Zusammen mit Steve verließ sie das Büro.

Als Steve und Cathy kurze Zeit später zusammen aus dem Gebäude des Iolani Palace traten, steuerte Steve geradewegs auf den Parkplatz zu, wo er am Tag zuvor seinen Pick up abgestellt hatte.
Noch im Gehen betätigte er mit der Fernbedienung die automatische Türöffnung. Ein Kurzes klack signalisierte ihm, das die Türen entriegelt waren.
Während dessen war Cathy mit ihrem IPhone beschäftigt. Sie wollte auf der Fahrt nach Hause Musik hören. Dazu musste sie allerdings erst einmal ihre Ohrstöpsel an das Gerät anschließen. Das IPhone in der rechten Hand haltend, versuchte sie mit der linken Hand ihre Ohrstöpsel aus der rechten Hosentasche herauszufingern.
Steve besah sich das ganze Spiel belustigt. „Was hältst du davon, wenn du das Handy einfach in die andere Hand nimmst? Dann geht’s mit Sicherheit leichter.”
„Einfach kann jeder.“ Entgegnete Cathy gerade, als sie am Auto angekommen waren. Allerdings fiel ihr genau in dem Moment ihr IPhone aus der Hand. „Scheiße“ rutschte es ihr heraus und Steve verdrehte dabei die Augen. „Jetzt kannst du nur noch hoffen, dass es nicht kaputt ist. Ein Neues gibt es jedenfalls vorläufig nicht!”
Cathy war schon dabei sich zu bücken, um das Handy auf zuheben. Allerdings kickte sie es, durch eine ungeschickte Bewegung mit ihrem Fuß, dabei auch noch unter den Wagen. „Oh man", fluchte sie, ging auf die Knie und beugte ihren Oberkörper nach unten, um zu sehen, wo das IPhone lag.
„Was machst du da eigentlich?” Fragte Steve ein wenig genervt und auch ungeduldig. Er wollte endlich nach Hause und unter die Dusche.
Für einen kurzen Moment blieb alles still.
„Dad!?”
„Was?“ Steve war jetzt doch genervt und verdrehte die Augen, denn er befürchtete, das Cathys IPhone wohl doch zu Bruch gegangen war. Cathys Antwort sollte ihn jedoch sofort aufhorchen lassen und in Alarmbereitschaft versetzen.
„Da blinkt ein rotes Licht unterm Auto.“
Steves sämtliche Alarmglocken begannen zu schrillen. „Komm sofort hoch und geh rüber zur anderen Seite des Parkplatzes.“ Wies er Cathy ruhig aber bestimmt an. „Beeil dich!” schob er dann allerdings doch hinterher und sah sich dabei unauffällig um. Entdecken konnte er jedoch niemanden.
Cathy merkte an Steves Tonfall, dass etwas nicht stimmte. Trotzdem fragte sie nach, als sie wieder hochgekommen war. „Was ist denn?”
„Tu was ich dir sage!” war Steves knappe Antwort, der nur darauf wartete, dass seine Tochter sich endlich vom Wagen entfernte.
Als Cathy endlich seiner Aufforderung nachkam und sich schon ein paar Meter vom Fahrzeug entfernt hatte, sprintete auch Steve los. Im Laufen riss er Cathy mit sich.
Aber noch während er versuchte sich und Cathy in Sicherheit zubringen, gab es eine gewaltige Explosion. Dadurch wurde Steve förmlich nach vorne geschleudert. Mit beiden Händen packte er seine Tochter instinktiv, und als er auf der gegenüberliegenden Rasenfläche aufschlug, begrub er mit seinem Körper Cathy unter sich. Sofort legte er beide Arme schützend über ihren Kopf und drückte diesen somit nach unten.

Oben im HQ von Five-0 zersprangen durch die Druckwelle der Explosion die Scheiben und etliche leichtere Gegenstände flogen ebenfalls durch die Büros und die Halle.
Und auch Chin und Kono warfen sich instinktiv zu Boden, als sie die Explosion hörten und Bruchteile von Sekunden später die dadurch ausgelöste Druckwelle spürten.
Als Chin und Kono wieder aus ihrer Deckung hochkamen sahen sie sich in der Halle um.
Überall lagen Glassplitter, Papiere und andere Gegenstände herum.
Beide sahen sich für eine Sekunde lang ratlos an. Dann stürmten sie nach draußen. Denn ihnen war sofort klar, dass diese Druckwelle nur durch eine Explosion unmittelbar vor dem Gebäude ausgelöst worden sein konnte.



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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Apr 08, 2013 4:16 am

Kapitel 8


Die Explosion auf dem Parkplatz hatte für Aufsehen gesorgt. Aus allen Richtungen kamen Leute angelaufen, um zu sehen, was passiert war.
Unter ihnen jetzt auch Chin und Kono.
Kono, die sofort erkannte, dass es sich bei dem immer noch brennenden Fahrzeug um Steves Pick up handelte, hielt sich für einen kurzen Moment entsetzt die Hand vor den Mund. Chin hingegen suchte mit seinen Augen aus sicherer Entfernung die Umgebung ab. Die Erleichterung war ihm anzusehen, als sein Blick auf die gegenüberliegende Rasenfläche ging und er dort sah, wie Steve sich soeben aufrappelte und gleich darauf Cathy half auf die Beine zukommen.
„Da drüben sind sie!” zeigte Chin dann auch gleich rüber und zusammen mit Kono war er dann schnell bei den beiden.
Als sie bei Steve ankamen, hörten sie gerade noch wie Cathy, „ich bin okay,” sagte.
„Ist alles in Ordnung?” Wollte Kono aber doch wissen, als sie neben Steve zum Stehen kamen.
„Ja, uns ist nichts passiert. Aber es war verdammt knapp.” Entgegnete Steve ihnen und sah dabei rüber zu dem, was einmal sein Auto war.
„Was denkst du, wer dafür verantwortlich ist?” Zeigte Chin zum Autowrack, dessen Flammen jetzt so langsam erloschen.
„Das da,“ Steve zeigte rüber, „geht auf das Konto von Wo Fat. Da bin ich mir sicher.”
„Du glaubst er ist wieder auf der Insel?” Wollte Kono wissen, obwohl sie sich, genau wie Chin, sicher war, dass Steve recht hatte und Wo Fat dahinter steckte.
Steve nickte. „Ja, das glaube ich nicht nur, ich bin mir sicher.” Er richtete seinen Blick auf Cathy, die immer noch vollkommen erschrocken und ungläubig auf den ausgebrannten Wagen starrte.
„Wirklich alles in Ordnung mit dir?” Vergewisserte er sich noch einmal, bevor er beschloss, zunächst wieder das HQ aufzusuchen. Er legte einen Arm um Cathys Schulter, als diese nur nickte.
„Gut. Gehen wir erstmal wieder nach oben. Ich will, dass alles bis auf Kleinste untersucht wird. Ich muss wissen, was für eine Bombe das war.”
Kono verstand sofort. „Alles klar Boss.“ Sie würde sofort alles in die Wege leiten, damit das Autowrack nach Spuren abgesucht werden konnte, sobald der Rest des Wagens abgekühlt war.
Zusammen machten sie sich dann aber erst einmal auf den Weg zurück in das Innere des Iolani Palace.
Den blonden Mann, der etwa hundert Meter von ihnen entfernt hinter einer Baumgruppe stand und sie die gesamte Zeit über beobachtet hatte, sahen sie dabei natürlich nicht.
Mc Grath war anzusehen, das er mit dem Ausgang seines kleinen Feuerwerks nicht zufrieden war.
Er hatte warten wollen, bis dieser McGarrett im Wagen saß, um sicher zugehen, dass er ihn auf jeden Fall erwischen würde. Er war zwar erstaunt, dass ein junges Mädchen in seiner Begleitung war, aber das hatte ihn von seinem Plan nicht abgehalten. Ihm war es egal, ob es Unschuldige traf, wenn er sein Hauptaugenmerk auf die Zielperson gerichtet hatte. Auf einen Toten mehr oder weniger war es ihm bisher nie angekommen. Bisher war ihm jeder Anschlag auf Anhieb geglückt. Um so mehr ärgerte es ihn, das die Zielperson davon gekommen war. Er hatte nicht mehr viel Zeit. In zwei Tagen wollte er dieser Insel den Rücken kehren, zusammen mit der Ware, die er bis dahin von Wo Fat erworben hatte. Er würde sich also schnell überlegen müssen, wie er diesen McGarrett zur Strecke brachte.
Als Mc Grath nun sah, wie McGarrett, zusammen mit dem jungen Mädchen und den beiden anderen wieder im Gebäude verschwand, drehte auch er sich um und verließ unbemerkt den Schauplatz.

Oben in Steves Büro kam Kono gerade mit einer Tasse herein, ging zu Cathy, die in einem der beiden Sessel vor dem Schreibtisch saß, und reichte ihr diese.
„Hier dein Tee. Wenn du doch noch etwas zu essen möchtest, hole ich es dir.”
„Nein danke, aber essen kann ich jetzt nichts. Tee reicht mir.” Cathy nahm zum Dank nickend die Tasse entgegen und trank auch sofort einen Schluck.
Steve, der hinter seinem Schreibtisch saß, hatte den Telefonhörer in der Hand. Offenbar sprach er mit einem Beamten des HPD. „Ich brauche sechs Leute. Zwei drinnen. Zwei vorne und zwei hinter meinem Haus.”
Er wartete einen kurzen Moment. „Gut, dann schicken sie einen Wagen zu uns ins Hauptquartier. Ihre Leute werden dann meine Tochter nach Hause bringen.”
Als er den Hörer zurücklegte, ruhte Cathys Blick auf ihm.
„Ich will nicht nach Hause. Kann ich nicht hier bleiben? Ich bin auch still. Du wirst überhaupt nicht bemerken, dass ich hier bin.”
„Nein. Du fährst nach Hause und wirst dort bleiben, bis ich da bin. Ich will auch nicht, dass du nach draußen gehst. Du bleibst IM Haus.” Schüttelte Steve leicht den Kopf. Er wusste, dass Cathy dies nicht passte, aber im Augenblick hatte er keine andere Wahl. Auf der einen Seite wäre sie hier zwar sicher, aber er musste jetzt einen Anruf tätigen und Druck machen. Es musste jetzt schneller gehen, als es Joe White wohl lieb war und er wollte nicht das Cathy, bevor es soweit war, etwas mit bekam. Dieser Schritt würde ihm ohnehin schwer genug fallen, aber ihm blieb keine andere Wahl, wenn er Cathy schützen wollte.
Doch vorher zog er noch die Schublade vom Schreibtisch auf und holte ein Handy heraus. Er hielt es seiner Tochter hin. „ Hier, nimm das solange. Wenn nirgendwas ist, kannst du mich anrufen.“

Mc Grath hatte gerade sein Zimmer im Hotel betreten, als sein Handy klingelte.
Am anderen Ende hörte er Wo Fat. „Ihre kleine Aktion hatte leider nicht den gewünschten Erfolg.”
„Sie sind schnell informiert.” Erwiderte Mc Grath, „sie können sich darauf verlassen, das ich McGarrett erwische.“
„Sie haben noch genau vierundzwanzig Stunden. Danach können sie unser kleines Geschäft als gescheitert ansehen.”
Noch ehe Mc Grath darauf antworten konnte, war die Leitung unterbrochen. Wo Fat hatte, das Gespräch beendet. Der Ire steckte sein Handy unbeirrt dessen in seine Hosentasche, schloss den Koffer, der auf der Kofferbank lag, auf und holte dort wiederum einen Koffer heraus. Auch diesen schloss er auf, klappte den Deckel auf und sah auf das auseinandergenommene Gewehr.

Eine halbe Stunde später saß Steve allein in seinem Büro. Zwei Beamte des HPD hatten Cathy nach Hause gefahren.
„Ich weiß, das es knapp ist Joe, aber wir haben keine Zeit mehr,” drängte Steve jetzt am Telefon.
Er lauschte dann angespannt, um schlussendlich nur, „okay. Wir treffen uns dann bei mir zu Hause!“ zu erwidern. Er legte auf und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Für einen kurzen Moment hielt er seine Hände vor das Gesicht. Die Luft zog er dabei hörbar ein und stieß sie auch genauso wieder aus.
Etwas erschrocken sah er auf, als plötzlich Chin in der Tür stand.
„Alles in Ordnung?” Chin sah Steve an, das irgendetwas nicht stimmte. Und das hing nicht nur mit dem Anschlag auf sein Leben zusammen. Denn das diese Autobombe Steve galt, lag auf der Hand. Warum sonst hätte jemand eine Bombe unter den Pick up anbringen sollen?
Chin trat jetzt auch unaufgefordert vor Steves Schreibtisch.
„Ja alles Okay. Oder auch nicht.” Steve rieb sich mit dem Finger an der Stirn entlang.
„Ich habe gerade Joe White, meinen ehemaligen Ausbilder angerufen. Ein SEAL Team wird Cathy noch heute Nacht von der Insel bringen.”
Chin starrte Steve mit offenem Mund und großen Augen an. Er konnte einen Moment lang nichts sagen, so überrascht war er, von dem, was sein Boss ihm soeben mitgeteilt hatte.
„Weiß Cathy davon?” Fragte er dann, immer noch völlig überrascht.
Steve schüttelte langsam den Kopf. „Nein noch nicht. Und ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wie ich es ihr beibringen soll.”
Chin nickte. Ja das würde in der Tat ein schwerer Gang für Steve werden. Denn er tat jetzt das, was er seinem Vater bis heute nicht verziehen hatte.
„Wann genau wird man sie wegbringen?”
„Keine Ahnung. Ich treffe mich mit Joe bei mir Zuhause.”
„Dann solltest du jetzt genau dort hinfahren und mit Cathy reden und versuchen es ihr schonend bei zubringen.” Chin machte eine kurze Pause bevor er Steve dann anbot, „wenn du willst, kommen Kono und ich mit.”
Steve überlegte zunächst. Er war eigentlich der Meinung, dass er dies alleine Regeln musste, aber vielleicht war es ganz gut, wenn Chin und auch Kono mitkamen. Kono würde Cathy eventuell beruhigen können, wenn diese sich zu sehr aufregte und sträubte.
„Ja, ich glaube das wäre ganz gut.” Sagte er dann auch nur und stand auf. Es gab wirklich Zeit, das er nach Hause fuhr.

Dreißig Minuten später hielt Chin seinen Chevy vor Steves Haus. Gleich dahinter kam Kono am Straßenrand zum Stehen.
Zusammen gingen sie dann den kurzen Weg bis zum Haus. Natürlich bemerkten sie die beiden HPD-Beamten, die im Streifenwagen auf der anderen Straßenseite saßen.
Als Steve die Haustür öffnete, fiel ihr Blick auch hier sofort auf die Polizisten. Einer hatte sich direkt an der Tür positioniert. Ein weiterer Beamte behielt die Terrassentür im Auge.
Cathy hatte sich vor den Fernseher gesetzt und schaute sich irgendeine Musiksendung an. Sie grüßte Chin und Kono nur kurz und ließ sich dann nicht weiter stören. Erst als Steve die Fernbedienung nahm und das Gerät ausschaltete, kam Protest von ihr.
„Hey, was machst du denn?”
„Ich muss mit dir reden.” Sagte Steve nur kurz. Sein Gesichtsausdruck war dabei Ernst aber auch eine Spur Trauer lag darin.
Cathy seufzte. „Was gibt es denn so Wichtiges, dass es bis morgen früh nicht warten kann. Oder zumindest, bis die Sendung zu Ende ist?” Man merkte ihr an, dass sie trotz des Schocks durch die Explosion genervt war, das ihr Vater einfach den Apparat ausgeschaltet hatte. Sie hatte sich einigermaßen erfolgreich von den Geschehnissen heute Morgen abgelenkt und wollte dies auch weiterhin tun.
Steve setzte sich jetzt neben seine Tochter. Leicht fiel ihm dieses Gespräch nicht. Das sah man ihm an, trotzdem kam er sofort auf den Punkt. Lange drum herum reden würde die ganze Sache nur schwieriger machen.
„Hör zu Kleines. Ich habe veranlasst, dass du noch heute Nacht die Insel verlassen wirst.”
Cathy Gesicht war anzusehen, das sie dies wohl für einen schlechten Scherz hielt. Ihre Augen wurden groß und für einen Moment blieb ihr auch der Mund offenstehen. Dann begriff sie, dass ihr Dad sich keinen Scherz mit ihr erlaubt hatte.
„Aber warum denn? Wegen dem, was heute passiert ist? Ich kann damit umgehen. Ich werde bestimmt nicht in Angst und Schrecken verfallen.”
„Nein es ist nicht nur wegen heute. Ich hab dir doch gestern erst die Fotos gezeigt, die mir jemand geschickt hat. Ich kann einfach für deine Sicherheit hier nicht mehr garantieren. Du wirst also jetzt nach oben gehen und deine Sachen packen. Sobald Joe White hier ist, werdet ihr aufbrechen.”
Steve blieb bei all dem, was er sagte völlig ruhig. Ein Außenstehender hätte sogar annehmen können, dass er emotionslos war. Nur wer ihn gut genug kannte, wusste, das dies Steves äußere Schutzhülle war. Er hatte sich einfach nur verdammt gut unter Kontrolle und konnte somit seine wahren Gefühle verbergen.
„Nein das werde ich nicht! Ich werde weder meine Sachen packen, noch werde ich dieses Haus oder die Insel verlassen. Du kannst mich nicht zwingen! Ich bin deine Tochter. Du kannst mich nicht einfach wegschicken!”
Cathy schüttelte wild entschlossen den Kopf. Fest davon überzeugt sich notfalls mit Händen und Füßen gegen den einsamen Entschluss ihres Vaters zur Wehr zusetzen. Der aber ließ ihr keine Chance, sondern wurde jetzt noch ernster und auch seine Worte klangen jetzt hart und duldeten keinen Widerspruch.
„Oh doch. Du wirst deine Sachen packen und ich kann dich zwingen. Und das werde ich auch. Also mach es mir nicht noch schwerer.”
Steve wollte seinen Arm um Cathy legen, doch diese wehrte ihn entschieden ab.
„Dann sag mir wenigstens den wahren Grund. Wer sind diese Leute, die es auf dich und auch auf mich abgesehen haben? Ist es nur die Sache in der Großvater ermittelt hat? Dann lass einfach die Finger davon. Hör auf in der Vergangenheit zu wühlen!”
Steve seufzte. Er hatte sich das einfacher vorgestellt. Und doch musste er sich jetzt eingestehen, dass Cathy ihm sehr ähnlich war. Nicht viel anders hatte er damals reagiert, als sein Dad ihn und Mary weggeschickt hatte. Er wünschte er hätte eine andere Wahl, aber die blieb ihm nicht. Und er wusste, wenn er jetzt nachgab, würde seine Tochter ihn am Ende umstimmen und er alles rückgängig machen. Aber das konnte er nicht. Er musste wenigstens sie schützen. Sie hatte noch das ganze Leben vor sich und er würde alles daran setzen, dass dies auch so blieb.
„Das kann ich nicht. Und du wirst verdammt noch mal jetzt genau das tun, was ich sage. Also geh nach oben und pack deine Sachen!”
Cathy sprang wutentbrannt auf.
„Nein! DASS werde ich nicht tun!” Sie ließ Steve sitzen, wandte sich von ihm ab und rannte die Treppe nach oben hoch. Kurz darauf schlug eine Tür zu.
Steve zog hörbar die Luft ein und sah zu Chin und Kono, die noch immer regungslos da standen und die Szene beobachtet hatten.
„Du solltest ihr die Wahrheit sagen. Vielleicht versteht sie es dann.” Mischte sich jetzt Chin vorsichtig ein.
„Das kann ich nicht. Je weniger sie weiß desto besser für sie. Ich habe ihr ohnehin schon viel zu viel erzählt.” Erwiderte Steve entschieden, als er kurz zur Treppe blickte und dann seiner Tochter folgte, indem er jeweils gleich zwei Stufen auf einmal nahm.
Oben angekommen drückte er die Türklinke nach unten. Gott sei Dank hatte Cathy nicht abgeschlossen, sonst hätte er noch die Tür eintreten müssen, um hineinzugelangen.
Seine Tochter kauerte auf dem Bett. Die Knie angezogen, mit den Händen umschlossen und den Kopf gesenkt.
„Hör zu! Du kannst mir glauben, dass mir dieser Schritt nicht leicht fällt. Aber ich hab keine andere Wahl.”
Cathy jedoch wollte ihm nicht zuhören. Sie hielt sich jetzt einfach die Ohren zu.
Einen Augenblick blieb Steves Blick noch auf ihr haften, dann drehte er sich um, ging auf den Schrank zu, öffnete ihn und nahm die Reisetasche heraus, die unten auf dem Boden stand.
Wütend auf die Umstände, auf seine Tochter, und wenn er ganz ehrlich war, auch auf sich selbst, stopfte er wahllos Kleidungsstücke hinein.
Nach einem weiteren Blick auf seine schmollende Tochter zog er die Schublade mit ihrer Unterwäsche auf und leerte den Inhalt ungesehen in die Tasche. Noch ein paar Shirts hinterher und die Tasche war voll.
Steve drehte sich im Zimmer und sah sich um, was er noch für Cathy einpacken sollte. Die zwei Fotos auf dem Tisch neben ihrem Bett sprangen ihm ins Auge. Er nahm sie in die Hand und betrachtete sie einen Moment lang. Cathys Mom und er selbst lächelten ihm entgegen, bevor auch sie in der Seitentasche verschwanden.
-
Mc Grath's Position auf dem Dach war absolut unbequem. Trotzdem bewegte er sich nicht. Er wusste, dass er nur eine Chance haben würde. Sein Gegner war zu gut, um ihm noch eine zweite zugeben.
Es hatte eine Weile gedauert, bis er den dunklen Schopf seiner Zielperson im Fadenkreuz hatte. Doch er war das Warten gewöhnt und nun würde es nur mehr Sekunden dauern, bis zum perfekten Schuss. Wo Fat würde zufrieden mit ihm sein und er würde endlich seinen Wurfspeer bekommen. Das war das Wichtigste.
Die Zielperson bewegte sich im Zimmer, jetzt! Genau jetzt hatte er die perfekte Schusslinie.
Mc Grath drückte ab.



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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Apr 15, 2013 6:40 am

Kapitel 9

Gibst du mir mal ...” Steve zeigte auf das kleine Kuschelkissen, das auf Cathys Bett lag. Wortlos nahm sie es und warf es ihrem Dad vor die Füße.
„Cathy!", wies er sie scharf zurecht, etwas zu scharf, wie er gleich darauf dachte. Seufzend bückte er sich, um das Kissen aufzuheben.
Die Fensterscheibe zersprang und kleine Stücke Verputz der Wand, wo sich ein hässliches kleines Loch gebildet hatte, flogen durch die Luft.
Mit einem Satz war Steve bei seiner Tochter und riss sie vom Bett herunter auf den Boden. Zum zweiten Mal heute versuchte er sie mit seinem eigenen Körper zu schützen, doch es folgten keine weiteren Schüsse.
„Scharfschütze!” Brüllte er dann den HPD-Beamten und auch Chin und Kono zu, die sich unten in seinem Wohnzimmer aufhielten. Dann angelte er mit dem Fuß die Tasche, schob seine Tochter aus der Tür in den Gang und kroch ihr hinterher.
„Nach unten!” Befahl er ihr und nun voller Angst, gehorchte sie aufs Wort.
-
Verärgert zerlegte Mc Grath sein Gewehr, packte es in den Koffer und machte sich schnellstmöglich aus dem Staub. Er verfluchte das sprichwörtliche “Glück der Iren,“ was nichts anderes war als abonniertes Pech, das seit Jahrhunderten ihn und alle Iren zu verfolgen schien.
Dieser McGarrett hingegen, dessen Name doch auch auf irische Wurzeln schließen ließ, hatte ständig mehr Glück als Verstand.
Unbehelligt erreichte er sein Auto, verstaute den Koffer mit dem Gewehr unter dem Beifahrersitz und fuhr zum Highway. Hier würde er auf McGarrett warten. Irgendwann würde er hier vorbei kommen müssen und dann würde er sich an ihn hängen, bis er ihn erledigt hatte.
-
Als Steve mit Cathy unten ankam, kamen auch gerade Chin und Kono wieder zur Tür herein. Sie hatten den Schuss hier unten ebenfalls gehört und waren, zusammen mit Joe White, der inzwischen schon eingetroffen war, sofort nach draußen gestürmt. Sie alle drei konnten den Schützen jedoch nicht ausfindig machen, und nachdem keine weiteren Schüsse fielen, war Joe in sein Auto gesprungen, während Chin und Kono zurück ins Haus liefen.
„Joe White ist hier. Er wartet draußen im Wagen.” Teilte Chin nur kurz mit. Für lange Fragen und Antworten war jetzt keine Zeit, das wussten sie alle.
Also packte Steve, Cathy kurzerhand am Arm und eilte mit ihr nach draußen, wo Joe inzwischen den Wagen direkt vor den Eingang gefahren hatte.
Steve stieß Cathy jetzt einfach auf den Rücksitz, warf die Tasche hinterher und setzte sich dann selbst daneben. Als Cathy versuchte sich aufzusetzen, wurde sie von Joe und ihrem Dad gleichzeitig angeherrscht: „Unten bleiben!”
Mit Vollgas preschte Joe dann davon. Gefolgt von Chin in seinem Chevy und Kono in ihrem roten Flitzer.
Das HPD würde sich um den Scharfschützen kümmern. Für Steve zählte nun nur eines: Seine Tochter in Sicherheit zu bringen.
Mit leicht geröteten Augen sah er auf seine Kleine nieder, die ihm die Welt bedeutete. Dass er ihr nun das Gleiche antun musste, dass sein Vater mit Mary und ihm getan hatte, brach ihm das Herz. Er musste sie wegschaffen, weg von dieser Insel, wo sie in höchster Gefahr schwebte. Weg von ihm, der er sie nur in Schwierigkeiten zu bringen schien.
Sanft strich er ihr über die Wange. Als sie hochkam, mit angsterfüllten Augen, konnte er nur ein heiseres, „es tut mir so leid,” hervor stoßen. Er merkte, wie sich ihre Erstarrung unter seiner Berührung langsam löste. Sie kroch in seine Arme und er hielt sie fest. Zum letzten Mal für eine sehr, sehr lange Zeit.

Ohne Zwischenfall erreichten sie schließlich die Hinkam Air Field Base, wo bereits eine Maschine des Typ Boing 737-700 der US Navy bereitstand. Davor wartete das SEAL-Team, welches Cathy außer Landes bringen würde.
Es waren dieselben Männer, von einem der zwei Teams, mit denen Steve zusammen die Mädchen von dem japanischen Tanker befreit hatte.
Steve stieg aus und winkte auch Cathy aus dem Auto. Noch einmal nahm er sie in seine Arme.
„Vergiss nicht, dass ich dich liebe und dass du, das aller, aller Wichtigste, in meinem Leben bist.”
Er hob ihr Gesicht hoch, sodass sie ihn anschauen musste. Angst, Wut und Trotz mischten sich in ihre Augen, als sie realisierte, dass er sich von ihr verabschiedete. Dass er sie wirklich alleine wegschicken wollte.
„Nein, bitte das darfst du nicht tun. Bitte, Dad! Schick mich nicht weg.” Bettelte sie jetzt unter Tränen.
„Es tut mir leid, Schatz. Aber ich hab keine andere Wahl.”
Steve war jetzt schon fast selbst den Tränen nah. Etwas hilflos sah er zu Joe, der zwei Schritte von ihnen entfernt darauf wartete, dass er Cathy an das wartende SEAL-Team übergeben konnte. Joe zeigte dann auf sein Handy und bedeutete Steve damit, dass er seiner Tochter ihres abnehmen musste. Cathy durfte keinerlei Kontakt zu ihrem Vater halten. Die Gefahr, dass man sie dadurch aufspürte, war einfach zu groß.
Steve verstand Joes Hinweis und forderte seine Tochter auf ihm ihr Handy, das er ihr heute Morgen erst gegeben hatte, auszuhändigen.
„Aber - dann - kann - ich ja gar nicht mehr mit dir reden.” Stellte sie entsetzt fest. Sie war einfach nur noch geschockt, was hier gerade ablief.
„Bitte Cathy. Es muss sein. Also gibt mir jetzt dein Handy,” musste Steve jedoch darauf bestehen. Als seine Tochter sich weigerte, griff er kurzerhand in ihre Hosentasche und zog das Gerät heraus.
Cathy klammerte sich an ihm fest. Ihr zierlicher Körper zitterte jetzt, als sie immer wieder schluchzend darum bat, sie nicht fort zuschicken.
„Werde ich dich jemals wiedersehen?”, kam schließlich die ängstliche Frage von ihr.
Genau dies war der Moment, den Steve am meisten gefürchtet hatte. Gefürchtet deshalb, weil er wusste, dass er ihr diese Frage nicht beantworten konnte. Er sah zu Joe und dann zu einem der SEALs und gab diesem mit den Augen und einem leichten Kopfnicken zu verstehen, das es Zeit war, Cathy von ihm weg zubringen.
Es war Mike, der mit Steve zusammen, damals als Erster den Raum auf dem Tanker betreten hatte, der jetzt auf sie zukam, Cathy am Arm packte und ohne ein einziges Wort zu verlieren, sie von ihm wegzog.
Ein Letztes, „ich liebe dich.” Dann musste Steve sich wegdrehen. Er sah nicht, wie Cathy sich nach ihm, mit tränenüberströmtem Gesicht immer wieder umdrehte und dadurch mehr stolperte, als dass sie ging. Mike nahm sie deshalb hoch, und da Cathy nach ihm trat, warf er sie kurzerhand über die Schulter und lief mit ihr die restlichen Meter über das Rollfeld auf die Maschine zu.
Steve hörte seine Tochter schreien: „NEIN! NEIN! NEIN!“ Er hatte sich mit den Ellenbogen auf das Autodach gestützt und sein Gesicht in den Händen vergraben. Er sah nicht, wie Mike die Stufen der kleinen Gangway nahm und mit seiner schreienden Tochter im Inneren der Maschine verschwand. Schnell waren die anderen fünf des Teams ebenfalls hinter Mike in das Flugzeug gestiegen. Die Gangway wurde weggeschoben und die Tür schloss sich. Kurz darauf rollte die Boing zur Startbahn.
-
Es war einfach gewesen, den drei Autos zu folgen, unbemerkt auf die Air Force Base zu gelangen hatte ihn allerdings Zeit gekostet. Doch diesmal hatte er Glück gehabt. Als er sich nun hinter einem Fahrzeug in Schussposition legte, wusste er, dass dies der letzte Versuch war.
Offensichtlich dachte McGarrett, dass er ihn abgehängt hatte, so sorglos, wie er jetzt da stand mit dem Mädchen im Arm. Als einer der Soldaten das Mädchen zum Flugzeug gezerrt hatte, verstärkte Mc Grath den Druck auf den Abzug. Noch ein bisschen nach links und dann war der Schuss perfekt.

Kono hatte sich, genau wie Chin, etwas abseits gehalten, um Steve die Möglichkeit zu geben, sich in Ruhe von Cathy zu verabschieden.
Nur das der Abschied ganz und gar nicht ruhig verlief. Typisch Cathy. Kono verspürte großes Mitleid mit Vater und Tochter, diese Situation war für keinen der beiden leicht.
Eine winzige Bewegung erregte ihr Aufmerksamkeit. Dort hinter diesem Laster, da guckte etwas hervor.
Ein Fuß. Daran hing ein Bein, ein Mann und dieser Mann, hatte ein Gewehr im Anschlag.
„Waffe!” Schrie Kono, so laut sie konnte und feuerte in die Richtung des Unbekannten, während sie auf Steve zu rannte, der sie beim Dröhnen der Flugzeugmotoren nicht gehört hatte.
Die Schüsse allerdings hallten jetzt bis zu ihm durch und er drehte sich um.
Er sah Kono auf sich zu rennen, er sah ihr Mündungsfeuer und wie sie plötzlich taumelte und fiel.
„Kono!”, brüllte er, warf sich zu Boden und sah den Lauf des Gewehrs unter einem Fahrzeug. Er sah auch den Körper des Mannes, der auf sie geschossen hatte und zwei Füße, die danebenstanden. Der Kopf des Mannes fiel unnatürlich neben dem Gewehr zu Boden. Er war offensichtlich tot.
Steve wälzte sich herum, schaute dem davon rollenden Flugzeug hinterher, das seine Tochter an Bord hatte. Er wusste bis jetzt nicht einmal, wohin man sie brachte.
„Cathy", flüsterte er leise. Von ihr war nichts mehr zu sehen. Scheinbar hatten die Jungs sie auch im Flugzeug gleich in Sicherheit gebracht und weg von den Fenstern.
Er sah kurz zu Joe, der sich ebenfalls sehr schnell zu Boden geworfen hatte und jetzt wieder langsam hochkam, dann galt seine Aufmerksamkeit seiner Kollegin.
„Kono!”
Während die Boing weiter langsam zur Startbahn rollte, beugte sich Steve über seine Mitarbeiterin.
„Kono hörst du mich?” Er sah die Blutlache neben ihr, was ihn nur noch mehr entsetzte.
Sie schlug die Augen auf und nickte mit schmerzverzerrter Miene.
„Es ist nur die Schulter", flüsterte sie tapfer.
„Kono!”, kniete sich jetzt auch Chin neben seine Cousine. Steve überließ es ihm, sich um sie zu kümmern und schaute sich suchend um. Aber niemand war zu sehen.
Er gab Joe ein Zeichen, das sie sich nun von zwei Seiten dem Laster nähern würden. Joe, im Tarnanzug der Navy, hatte seine Waffe bereits gezogen und während Steve sich dem Laster von vorn, mit vorgehaltener Waffe näherte, pirschte sich Joe von hinten an das Fahrzeug heran.
Ein Mann lag am Boden, das Einschussloch in seinem Hinterkopf war nicht zu übersehen. Vom Besitzer der Füße, die er zuvor noch gesehen hatte, war jedoch nichts zu sehen. Steve drehte den Toten zur Seite, sodass er sein Gesicht sehen konnte.
„Mc Grath,” kam es erstaunt über seine Lippen.
Joe trat jetzt neben ihn und sah auf den Toten. „Du kennst ihn?”
Steve nickte. „Ja.”
-
Ein unauffälliger, grauer Wagen passierte ohne Probleme den Checkpoint auf dem 0`Malley Boulevard. Mit den richtigen Papieren war es kein Kunststück auf, egal welche, Base zu kommen, oder wie in diesem Fall, wieder zu verlassen.
Die Waffe, mit der er Mc Grath eben erst erschossen hatte, lag zu unterst in einem Müllcontainer in der Apollo Avenue. Wer auch immer Mc Grath einen Profi genannt hatte, hatte sich geirrt. Bei diesem Auftrag hatte er sich wie ein Stümper aufgeführt. Und für Stümper hatte er keine Verwendung. Also hatte er Mc Grath eliminiert, bevor er zu einer Gefahr für ihn geworden war.
Jeder sollte wissen, dass mit Wo Fat nicht zu spaßen war.

Auf der Air Base hatte inzwischen die Dunkelheit eingesetzt. Scheinwerfer erhellten jedoch den Platz, wo Max gerade dabei war, die Leiche von Mc Grath zu untersuchen.
„Gezielter Kopfschuss aus nächster Nähe. Sieht wie eine Hinrichtung aus. Über das Projektil und Waffenart kann ich erst nach der Laboruntersuchung etwas sagen. Damit wäre meine Arbeit hier erledigt. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Abend.” Damit erhob Max sich und schritt davon. Zurück blieben Steve und Joe. Steve sah sich auf dem Boden um.
„Was suchst du?” Wollte Joe wissen und beobachtete Steve dabei, wie er im Gehen den Boden absuchte.
„Hier hat eine zweite Person gestanden. Ich hab ein zweites Paar Füße gesehen. Und diese Person muss ziemlich schnell von hier weg gekommen sein. Aber auf dem Asphalt sind weder Fußabdrücke noch Reifenspuren zu erkennen.”
Inzwischen hatte Steve Joe bereits erzählt, woher er Mc Grath kannte.
„Glaubst du, dass er der Scharfschütze von vorhin war und der auch für die Autobombe heute Morgen verantwortlich ist?”
Steve nickte. „Ja. Aber ich glaube kaum, dass er auf eigene Rechnung gehandelt hat. Das war ein Auftrag. Und wer immer Mc Grath den Auftrag gegeben hat, hat ihn auch hier erschossen.”
„Weil er sein Ziel dreimal verfehlt hat.” Schlussfolgerte Joe nickend. Er schaute zu, wie zwei Beamte die Leiche von Mc Grath jetzt in einen Plastiksack hoben und diesen verschlossen.
„Hast du eine Ahnung, wer dieser Auftraggeber sein könnte?”
Steve nickte langsam, als er sich umdrehte und zurück zu Joes Wagen gehen wollte.
„Ich muss dir was zeigen. In meinem Büro.” Sagte er dann nur und ging mit Joe zu dessen Auto.
Der Krankenwagen mit Kono verließ gerade den Platz. Chin wartete noch auf Steve.
„Ich fahr zum Krankenhaus.” Teilte er ihm dann auch nur kurz mit, ging zu seinem schwarzen Chevy und stieg ein. Im nächsten Moment folgte er auch schon dem Krankenwagen.
Steve sah sich noch einmal kurz um und sein Blick blieb auf Konos Wagen hängen. Er schritt darauf zu und sah das Kono die Schlüssel im Zündschloss stecken lassen hatte.
„Wir treffen uns bei mir im Büro. Ich werde Konos Wagen zurückfahren.” Entschied er dann.
Joe tippte kurz mit dem Finger an seine Stirn und stieg dann in seinen Wagen.
Fast gleichzeitig verließen die beiden Fahrzeuge das Gelände der Air Base.

Joe und Steve saßen sich in dessen Büro gegenüber. Joe auf der Couch, Steve in einem der Sessel.
Vor ihnen auf dem Tisch lagen die Beweisstücke, die Steve bereits aus dem gestohlenen Werkzeugkoffer zurück erhalten hatte. Joe hielt gerade die Fotos in der Hand, auf denen dass ausgebrannte, Autowrack zu sehen war.
„Das war der Grund, warum dein Vater dich damals fortgeschickt hat. Dieser Anschlag galt nicht deiner Mutter, sondern ihm. Er wusste das ihr, du und deine Schwester hier auf der Insel nicht mehr sicher seid. Alles, was er getan hat, war euch zu beschützen, aber das konnte er nur, indem er euch fortgeschickt hat.”
Steve hatte die Hände zusammengefaltet auf dem Schoss liegen. In seiner Haltung nach vorn gebeugt sah er Joe jetzt an.
„Aber warum hat er mir den wahren Grund all die Jahre verschwiegen? Er hätte mit mir darüber reden müssen. Aber das hat er nie getan. Selbst später, als ich schon lange bei den SEALs war, hat er weiter geschwiegen. Er hätte verdammt noch mal die Pflicht gehabt, mir die Wahrheit zu sagen.”
In Steves Stimme klang noch immer Verbitterung mit. Auch, ohne, dass er es wollte. Kurz bevor sein Vater damals erschossen wurde, hatte er ihm zwar gesagt, wie sehr er darunter gelitten hatte, ihn und seine Schwester fort geschickt zuhaben aber da war es zu spät. Er konnte nichts mehr an ihnen gutmachen.
Joe sah Steve jetzt mit direktem Blick tief in die Augen. Nur ganz leicht bewegte sich sein Kopf zu einer nickenden Bewegung.
„Hast du deiner Tochter heute die Wahrheit gesagt?”, fragte er dann direkt.
Genau in diesem Moment wurde die Bürotür geöffnet und Chin trat zu ihnen, dass ersparte Steve fürs Erste eine Antwort.
„Was ist mit Kono? Wie geht es ihr?” Wollte er zugleich wissen, noch bevor Chin die Möglichkeit hatte, sich ebenfalls zu setzen.
„Es ist nicht ganz so schlimm. Allerdings hat es das Schulterbein erwischt. Sie wird für mehrere Wochen nicht einsatzfähig sein. Aber sonst geht es dir ganz gut.”
Steve nickte erleichtert und stieß kurz die Luft aus, als Chin sich auch schon eines der Fotos vom Tisch nahm, kurz darauf blickte und dann Steve ansah.
„Glaubst du, das Mc Grath damit,” er hielt eines der Fotos, die Cathy zeigten, ein Stück in die Höhe, „zu tun hat? Ich dachte er sei ein irischer Terrorist, der hier irgendein Geschäft abwickeln wollte.”
„Chin, er muss einen Auftraggeber für die Anschläge gehabt haben. Vielleicht war dies ein Teil des Geschäftes, wegen dem er hier auf der Insel war. Überleg doch mal! Mc Grath fliegt nicht über 11000 km, nur um hier Kokain an den Mann zu bringen. Das hätte er auch in Europa tun können. Nein da steckt noch etwas anderes hinter.”
Steve war sich inzwischen sicher, dass er wusste, wer, Mc Grath den Auftrag für seine Eliminierung gegeben hatte. Nämlich derselbe Mann der damals für die Autobombe, bei der seine Mutter ums Leben gekommen war, verantwortlich war. Er sah von Chin zu Joe und wieder zu Chin.
„Du meinst ...?”, Chin sah Steve mit großen Augen an.
Doch Steve nickte nur. „Wo Fat. Er ist zurück!”




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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   So Apr 21, 2013 10:00 pm

Kapitel 10


Am nächsten Morgen trafen sie sich im Hauptquartier.
Sie hatten gestern noch eine geraume Zeit in seinem Büro gesessen und waren noch einmal alles durchgegangen.
Aber wirklich weiter waren sie nicht gekommen.
Chin und Steve waren dann noch einmal ins Medical Center gefahren, um nach Danny und Kono zu schauen.
Danny ging es, wie zu erwarten, schon wieder recht gut. Jedenfalls so gut, dass er Steve einen Vortrag halten konnte, dass man sein Kind zwar beschützte aber nicht so einfach fortschickte. Obendrein ohne selber zu wissen, wohin seine Tochter gebracht wurde. Steve hatte sich damit gerechtfertigt, dass er keine andere Wahl hatte, erst recht nicht, nach dem auf ihn in seinem eigenen Haus geschossen worden war. Aber er musste sehr schnell, wie so oft feststellen, dass man mit Danny selten vernünftig diskutieren konnte und so hatte er es aufgegeben, seinem Freund und Partner seine Gründe näher zu erläutern.
Danach hatte er noch kurz bei Kono vorbei geschaut. Aber sie war nur kurz wach gewesen und bald wieder eingeschlafen, sodass er und Chin jeder nach Hause fuhren.

Nun standen Steve, Chin und auch Joe am Surftable und sahen sich das Ergebnis an, das sie über Mc Grath beisammenhatten.
Anhand der Flughafenvideoüberwachung hatten sie in Erfahrung gebracht, wann und mit welchem Namen der Ire eingereist war. Auch den Mietwagen, mit dem er in Honolulu unterwegs war, hatte man sichergestellt.
Mc Grath hatte sowohl bei der Einreise einen falschen Pass benutzt, wie auch bei der Autovermietung.
„Ein Chamäleon,“ zeigte Joe auf den großen Wandschirm.
„Ja.“ Steve konnte nur zustimmend nicken. „Er hat niemals den gleichen Namen zweimal benutzt.
Bei der Einreise war der Pass auf einen James Payne ausgestellt. Bei der Autovermietung nannte er sich David Edgecomb. Er wird also weitere Namen benutzt haben, mit denen er sich hier auf der Insel bewegt hat.
„Ein Profi. Es dürfte schwer sein, seinen Weg zurück zu verfolgen und somit in Erfahrung zubringen, wie er in Verbindung mit Wo Fat gestanden hat. Wenn du recht hast.“
Chin sah bei seinem letzten Satz zu Steve. So ganz konnte er nicht glauben, dass Wo Fat wirklich hinter den Anschlägen auf Steve stand und auch, dass er Mc Grath am Hickam Air Field erschossen hatte. Andererseits: Irgendwo mussten sie ansetzen. Denn eines stand fest, dieser irische Terrorist war nicht umsonst, ausgerechnet den weiten Weg von Europa nach Hawaii geflogen. Wenn Steve also recht hatte, mussten sie heraus finden wann und wo Mc Grath mit Wo Fat Kontakt aufgenommen hatte.
„Wo Fat wird, nicht in irgendeinem Hotel abgestiegen sein. Ich bin sicher, er hat hier einen Unterschlupf. Den müssen wir finden.“ Brachte Steve es auf den Punkt.
Doch bevor Chin oder Joe darauf etwas erwidern konnten, meldete sich Steves IPhone. Nach einem kurzen Blick auf das Display nahm Steve das Gespräch entgegen.
„Gouverneur.“
„Ja Ma´ am, das ist richtig. Es gab eine Schießerei auf der Hickam Air Base.“
„Ja. Officer Kalakaua wurde dabei verletzt. Es geht ihr aber soweit gut.“
„Ja Ma´ am, ich bin mir bewusst das, das alles ein bisschen viel seit gestern war. Aber weder der Vorfall im Top of Waikiki noch die Schießerei auf dem Air Field ist ein verschulden meines Teams.
Wir sind nur unserer Arbeit nachgegangen.“
„Nein Ma´ am, ich habe meine Tochter nach Hickam gebracht. Sie wurde von der Insel geflogen.“
„Nein das kann ich ihnen nicht sagen, da ich es selbst nicht weiß.“
Steve wurde von Chin und Joe beobachtet und anhand seiner Antworten konnten sie sich die Fragen der Gouverneurin zusammenreimen.
„Nein wir wissen bisher nicht, warum dieser Mc Grath hier auf der Insel war. Wir wissen nur, dass er eine große Menge Kokain hier verkauft hat. Aber das war mit Sicherheit nicht der einzige Grund seines Aufenthaltes. Aber ich bin mir sicher, dass er mit Wo Fat zusammengearbeitet hat.“
„Nein bisher nicht. Aber ich werde nach Halawa fahren und dort mit Dearing ein paar Worte wechseln.“
Joe sah Chin jetzt fragend an.
„Senator Dearing war der Hintermann, den wir verhaften konnten, nachdem seine Tochter ihn als den Mann identifiziert hat, der im Hafen dabei war, als man die Mädchen auf diesen japanischen Tanker gebracht hat.“ erklärte Chin ihm und Joe nickte nur kurz.
„Ja Ma´ am. Ich werde sie auf dem Laufenden halten.“
Steve beendete das Gespräch und steckte sein IPhone zurück in die Hosentasche, dann sah er abwechselnd zu Chin und Joe. Er wusste, dass die beiden Fragen an ihn hatten.
„Glaubst du dieser Dearing, sagt dir auch nur ein Wort von dem, was er weiß? Er hat bis jetzt nicht geredet. Warum sollte er es also nun doch tun?“
„Weil ich ihn dazu bringen werde, mit mir zureden. Er ist der Einzige, den wir haben und der, mit Wo Fat, hier auf der Insel, in Kontakt gestanden hat.“
„Bist du sicher, dass du mit ihm reden solltest?“ Chin konnte sich nur zu gut daran erinnern, was im Verhörraum vorgefallen war und wie Steve fast besinnungslos auf den ehemaligen Senator eingeschlagen hatte. Was wenn Steve erneut die Kontrolle verlor? Immerhin würde er dem Mann gegenüberstehen, der es zu verantworten hatte, was diese Kerle seiner Tochter auf dem Tanker angetan hatten.

Steve hatte sich weder von Chin noch von Joe davon abbringen lassen, nach Halawa zufahren und Dearing ein paar Fragen zustellen.
Ohne Schwierigkeiten konnte er auf das Gefängnisgelände fahren und den Camaro auf dem Besucherparkplatz abstellen.
Er hatte seinen Ausweis vorgezeigt und gesagt, wen er zu sprechen wünschte.
Er war sofort durch die Sicherheitsschleuse gelassen worden. Der Beamte würde die Wärter im betreffenden Zellentrakt informieren und Dearing dann in einen Besucherraum führen, wo Steve auf ihn warten würde.
Als Steve vor der Sicherheitsschleuse des betreffenden Traktes stand und ihm ein Wärter in Empfang nahm, musste er allerdings erfahren, das Dearing nicht mehr zu sprechen war.
Man hatte ihn, als man Dearing aus seiner Zelle holen wollte, nur noch tot aufgefunden.
Steve folgte dem Wärter zu Dearing's Zelle, wo weiteres Wachpersonal stand und auf den Abtransport der Leiche wartete.
Auf den ersten Blick sah Steve, dass dem ehemaligen Senator die Kehle durchgeschnitten worden war. Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, lag auf dem Boden neben der Pritsche, auf der Dearing in einer Blutlache lag.
„Sieht so aus als hätte der Senator sich dem kommenden Prozess auf seine ganz eigene Art entzogen.“ Bemerkte einer der beiden Wärter mehr beiläufig.
Steve, der gerade dabei war, seine schwarzen Handschuhe aus der Hosentasche heraus zuziehen, sah ihn mit gerunzelter Stirn an.
„Sie glauben ernsthaft das hier war Selbstmord?“ Er streifte sich seine Handschuhe über, ging in die Hocke und hob zuerst das Messer auf. Er betrachtete es genauer. Es handelte sich um ein kleines Messer, das üblicherweise zum Kartoffelschälen benutzt wurde. Es musste aus der Gefängnisküche stammen. „Oder hat Dearing in der Küche gearbeitet, um daran zukommen und es in die Zelle zuschmuggeln?“ Sein Tonfall dabei ließ keinen Zweifel zu, dass er nicht an Selbstmord glaubte.
Die beiden Wärter an der Tür schauten sich kurz an, dann schüttelten beide mit dem Kopf.
„Also wie konnte jemand ungehindert in diese Zelle hier gelangen und dann auch noch an ein Messer kommen?“
„Keine Ahnung Sir.“ Bedauerte einer der beiden.
„Dann verdammt noch mal finden sie es heraus!“ Steve musste sich beherrschen, nicht laut zu werden.
Steve legte das Messer zurück, zog sich die Handschuhe aus und holte sein IPhone hervor.
Gleich darauf hatte er Chin in der Leitung.
„Chin schick die Jungs von der Kriminaltechnik her. Und Max soll ebenfalls nach Halawa kommen. Es gibt Arbeit.“
„Was hast du angestellt?“ Wurde er von Chin gefragt.
Überrascht und mit hochgezogenen Augenbrauen, zeigte er mit der freien Hand auf sich.
„Ich? Wieso ich? Chin du hörst dich schon wie Danny an. Dearing liegt mit durchtrennter Kehle in seiner Zelle.“ Klärte er Chin dann auf.
„Also konntest du mit ihm nicht mehr sprechen?“ Wurde er von Chin weiter gefragt.
„Nein. Er war bereits tot, als ich hier eintraf. Ich warte noch auf die Spurensicherung und Max und komm dann zurück. Chin irgendwas stimmt hier nicht.“
„Was meinst du damit?“
„Sag ich dir, wenn ich wieder im Büro bin.“ Damit beendete er das Gespräch. Er würde vorsichtshalber auf die Spurensicherung warten, denn er war sicher, das hier irgendjemand eventuell noch vorhandene Spuren beseitigen würde.

Eine Stunde später betrat er die Halle des Hauptquartiers. Chin fand er in dessen Büro, über die Akte gebeugt, die er von Interpol über Mc Grath erhalten hatte.
„Suchst du was Bestimmtes?“ Wollte er wissen, als er in der Tür stehen blieb.
Chin sah zu ihm auf und schüttelte den Kopf. „Nein eigentlich nicht. Ich habe nur nach seinen Aufenthalten außerhalb Irlands geschaut. Es war das erste Mal, das er Europa verlassen hat. Also zumindest steht hier nichts darüber, das er schon vorher in die Saaten eingereist ist.“
Steve konnte nur nicken. „Ja ich weiß. Ich hab mir die Akte vergangene Nacht genau durchgelesen. Ich hatte schließlich genug Zeit.“
Chin klappte die Akte zu und beobachtete Steve für einen kurzen Moment.
„Warum hast du die Gouverneurin vorhin angelogen?“
Die Augenbrauen nach innen gezogen, kaum sichtbar mit dem Kopf schütteln, blickte Steve zu Chin. „Ich hab keine Ahnung, wo von du sprichst.“
„Als du ihr gesagt hast, du wüsstest nicht, wo man Cathy hingebracht hat.“
Steve Kopfschütteln war jetzt deutlich vernehmbar. „Nein. Ich habe sie nicht angelogen, denn ich weiß es wirklich nicht. Ich hab Joe gefragt aber er meinte, dass es am sichersten ist, wenn selbst ich ihren Aufenthaltsort nicht kenne.“
Chin konnte nur stumm nicken. Er wusste, was in seinem Boss gerade vorging.
Trotzdem hatten sie hier einen Fall, der bereits zwei ihrer Leute ins Krankenhaus befördert hatte. Zwar war dieser Mc Grath inzwischen ebenfalls tot, aber sie mussten wissen, was er wirklich hier gewollt hatte. Vor allem mussten sie in Erfahrung bringen, wer hier auf der Insel sein Kontaktmann gewesen war. Das alles würde Steve wohl vorerst genug Ablenkung verschaffen.
„Was ist mit Dearing? Wie konnte er in seiner Zelle umgebracht werden? Und warum ausgerechnet heute?“
„Ja die Frage stelle ich mir auch. Chin, das war kein Zufall. Da hat jemand nachgeholfen. Da wollte jemand verhindern, dass ich mit ihm rede!“
„Aber wer. Und vor allem, woher wusste derjenige, das du ausgerechnet heute mit ihm reden wolltest?“
„Eben. Irgendwo muss ein Leck sein. Und wir sollten schnellstens herausfinden, wo es sich befindet.“
Chin brauchte einen Augenblick, um nachzudenken. Dann beugte er sich nach vorne und legte seine Unterarme auf die Schreibtischplatte. „Wäre es nicht denkbar, das es nur ein unglücklicher Zufall gewesen ist und Dearing getötet wurde, kurz bevor du den Zellentrakt erreicht hast?“
„Nein. Das Blut an seiner durchtrennten Kehle begann bereits zutrocknen. Irgendjemand dort hatte den Auftrag erhalten Dearing zu töten, bevor ich in Halawa eintraf.“
„Das würde bedeuten, dass es höchstwahrscheinlich einer der Wärter sein muss. Wer sonst hätte unbemerkt in seine Zelle gelangen sollen?“
„Richtig,“ konnte Steve wiederum nur nicken. „Nimm dir den vor, der ihn angeblich in seiner Zelle gefunden hat. Ich muss zur Gouverneurin. Sie will von mir einen ausführlichen Bericht. Vor allem jetzt wo auch Dearing tot ist.“
Jetzt erst fiel ihm auf, das Joe nirgends zusehen war. „Wo ist Joe eigentlich?“
„Keine Ahnung. Er sagte nur, dass er weg müsse.“
Steve quittierte Chins Antwort mit einem leichten Kopfnicken, dann standen beide auf und verließen das Büro.




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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   So Apr 28, 2013 11:07 pm

Kapitel 11


Cathy konnte sich einfach nicht damit abfinden, dass sie die nächste Zeit auf dieser Insel verbringen sollte. Sie wollte es auch gar nicht. Das Einzige, was sie wollte, war nach Hause. Zurück nach Oahu. Nach Honolulu und zu ihrem Dad.
Aber je länger sie darüber nachdachte desto wütender und enttäuschter wurde sie.
Cathy hatte ihn angefleht, er möge sie nicht fortschicken. Sie hätte alles getan, was er von ihr verlangt hätte, nur damit sie bei ihm bleiben konnte. Für einen Augenblick hatte sie in seine Augen gesehen, als er sich von ihr verabschiedet hatte. Sie hatte gesehen, dass er zweifelte, dass Richtige zutun und doch wurde sie von ihm fortgerissen.
Immer wieder hatte sie sich nach ihrem Dad umgedreht, als dieser Soldat sie zu der grauen Militärmaschine geschleift hatte. Plötzlich verlor sie den Boden unter den Füßen, als sie hochgehoben wurde. Verzweifelt hatte sie sich gewehrt, geschrien und getreten. Letztlich hatte es ihr nicht geholfen und sie fand sich im Inneren des Flugzeuges wieder.
Irgendwann war einer der sechs Männer, die sich mit an Bord des Flugzeuges befanden, zu ihr gekommen und hatte versucht, mit ihr zu reden. Aber sie wollte mit niemandem reden. Sie hatte nicht einmal zugehört, was er sagte.
Nach Stunden hatte die Maschine dann zur Landung angesetzt aber sie waren nicht ausgestiegen, sondern nach einiger Zeit hob das Flugzeug erneut ab.
Cathy hatte gefragt, wo sie hinflogen. Eine Antwort hatte sie allerdings von keinem der SEALs erhalten. Dass es sich bei den Männern um SEALs handelte, hatte sie an den Abzeichen an ihren Kampfanzügen gesehen.
Stattdessen hatte ihr einer von ihnen einen Becher mit einer Flüssigkeit hingehalten und sie aufgefordert, dies zutrinken. Sie hatte sich geweigert und als ihr dieser SEAL nochmals nahelegte den Becher zu leeren, hatte sie ihm diesen voller Wut aus der Hand geschlagen. Danach hatte man sie in Ruhe gelassen.
Irgendwann war sie dann eingeschlafen.
Als Cathy wieder aufwachte, lag sie etwas zusammengerollt über zwei Sitze und jemand hatte eine Decke über sie ausgebreitet. In der Maschine war es ziemlich ruhig. Außer dem stetigen Summen, das von den Triebwerken kam, vernahm sie keinerlei Geräusche. Sie richtete sich etwas auf und sah wie die Männer sich ebenfalls so gut es ging ausgestreckt hatten und schliefen.
Sie legte die Decke neben sich auf den Sitz und stand auf.
Trotz das die Männer tief und fest zu schlafen schienen, blieb ihre Aktion nicht unbemerkt.
„Wo willst du hin?“ Wurde sie aufgehalten. Als sie sich zu der Stimme umdrehte, sah sie in die braunen Augen des Mannes, der ihr schon den Becher hingehalten hatte.
„Wo soll ich schon hin wollen?“ Gab sie ihm schnippisch zur Antwort.
Der Mann nickte. „Die Toilette ist da vorne. Aber mach keine Dummheiten!“ Gab er ihr noch mit auf den Weg.
Als sie fünf Minuten später an seinem Sitz wieder vorbei kam, ignorierte sie ihn. Auch als er sie fragte, ob sie Hunger oder Durst hätte, hatte sie nicht reagiert. Cathy hatte sich auf ihren Sitz zurückgezogen und dabei so klein wie nur möglich gemacht. Später war noch mal einer der SEALs bei ihr gewesen und hatte ihr einen Tee gebracht. Den sie aber erst trank, als sie sich unbeobachtet fühlte. Das Sandwich hatte sie allerdings nicht angerührt.
Sie hatte keinen blassen Schimmer, wie lange sie schon in der Luft waren. Cathy war jegliches Zeitgefühl abhandengekommen. Sie bemerkte nicht, wie die Männer sie immer wieder unauffällig beobachteten, als sie aus dem kleinen Fenster in die Dunkelheit starrte. Schließlich musste sie auch wieder eingeschlafen sein, denn plötzlich stand der Mann an ihrem Sitz, der sie in dieses Flugzeug gebracht hatte, und berührte sie leicht an ihrem Arm.
„Hey. Wir sind gelandet und steigen jetzt aus.“
Cathy sah durch das Fenster nach draußen auf eine Landebahn und eine Anzahl von Hangars. An der Gangway standen zwei Militärjeeps.
„Es ist zwar Sommer, aber draußen ist es trotzdem ziemlich kühl. Zieh dir die Jacke an.“ Er hielt ihr eine Jacke in Tarnfarbe hin.
Doch Cathy schüttelte entschlossen den Kopf. „Ich brauch die verdammte Jacke nicht!“
„Es ist besser, wenn du sie anziehst. Du wirst sonst ziemlich frieren.“
Immerhin trug sie nur ein T-Shirt und eine Jeans. Trotzdem wollte sie diese Jacke nicht. Auch wenn dieser SEAL ziemlich freundlich zu ihr war. Es brauchte keiner freundlich sein. Schließlich hatte sie es ja auch nicht vor.
Cathy war aufgestanden und er machte ihr, bereitwillig Platz, damit sie vor ihm gehen konnte.
„Wo sind wir überhaupt?“ Fragte sie dann aber doch. Dass sie auf einem Militärflughafen waren, konnte sie sich ja noch selbst zusammen reimen, nicht aber wo. Allerdings hatte sie angenommen, dass sie sich noch immer auf amerikanischen Boden befanden. Um so entsetzter war sie über die Antwort, die sie erhielt.
„In Ramstein. Deutschland.“ Dieser SEAL sagte dies, als wäre es das Normalste auf der Welt, aber Cathy stockte in diesem Augenblick der Atem. Das durfte nicht wahr sein. Deutschland lag in Europa. Am anderen Ende der Welt. Tausende Meilen von ihrem Zuhause entfernt.

Als sie die ersten Schritte die Gangway herunter trat, spürte sie den kühlen Wind und es fröstelte ihr leicht. Mike ging hinter ihr. Immer noch die Jacke in der Hand haltend. Aber sie würde einen Teufel tun und dieses Teil anziehen. Lieber fror sie. Sie konnte nicht sehen, dass Mike die Mundwinkel zu einem Grinsen leicht nach oben zog.
Als er sie schließlich zu einem der beiden Jeeps dirigierte, musste sie wissen, wie lange sie hier bleiben sollte.
„Wir bleiben nicht hier.“ War seine knappe Antwort, als sie auch schon im Jeep saß und sich Mike neben sie setzte.
Ihre Flucht sollte noch immer nicht beendet sein? Denn mittlerweile kam sie sich wirklich wie auf der Flucht vor. Und ihre Wut auf ihren Vater wuchs noch mehr. Sie konnte ja nicht wissen, dass dieser selber nicht wusste, wo man seine Tochter hingebracht hatte. Selbst das SEAL-Team hatte bis vor ein paar Minuten nicht gewusst, wohin ihre Reise ging. Mike war der einzige der alle nötigen Informationen von Commander Joe White erhalten hatte. Er allein kannte ihr endgültiges Ziel. Er hatte denselben Dienstgrad wie Steve und führte somit sein Team an.
„In zwei Stunden fliegen wir weiter.“ Hörte sie ihn sagen, als der Jeep losfuhr.
Über das Gelände, das riesig zu sein schien. Vor einem lang gezogenen Gebäude stoppten sie schließlich und stiegen aus. Sie betraten das Gebäude, das die ziemlich große Kasernenkantine beherbergte.
Die Männer stellten ihre Taschen ab und schritten zielstrebig auf die Essensausgabe zu. Cathys Tasche hielt Mike in der Hand. Zusätzlich zu seiner Eigenen. Beides stellte er jetzt auf den Boden und deutete Cathy an sich zusetzen. Bevor auch er seinen Kameraden folgte, fragte er sie noch, ob sie auch etwas essen wolle. Aber Cathy verspürte keinerlei Hunger. Im Gegenteil: Sie fühlte sich hundeelend. Der Magen wie zugeschnürt.

Nachdem die Männer gegessen hatten, nahmen sie ihre Taschen auf und verschwanden. Mike blieb bei ihr. Erst als die anderen wieder zurück waren, sie hatten sich umgezogen und ihre Kampfanzüge gegen schwarze Cargohosen,T-Shirts und darüber Hemden, ebenfalls in Schwarz, getauscht, forderte er sie auf, ihre Tasche zunehmen und ihm zu folgen. Sie traten wieder ins Freie und sofort überkam sie eine Gänsehaut. Der Wind war verdammt kühl. Sie mussten einige Meter zu Fuß zurücklegen, bis sie an ein anderes Gebäude kamen und hinein gingen. Am gegenüberliegenden Ende des Raumes befand sich ein großer Tresen, auf den sie nun zuhielten. Mike nannte, dem Mann dahinter, seine Dienstnummer und das für ihn etwas bereitliegen würde. Der Soldat sah in seinen Computer und nickte dann. „Kleinen Moment, bitte.“ Dann ging er nach hinten und kam wenig später mit einem Packen zurück, den er Mike reichte. Dieser gab ihn an Cathy mit den Worten, „das ist deine Kleidung. Bitte zieh sie an.“
Cathy konnte es nicht glauben, als sie auf den Packen Kleidung starrte. Es schien sich um dieselben Kleidungsstücke zu handeln, die bereits die anderen Männer des SEAL-Teams trugen.
Sie sollte allen Ernstes, schwarze Cargohosen, Hemd und Boots anziehen? Das konnte nicht sein Ernst sein.
Zum ersten Mal sah sie ihn genauer an. Er war in etwa so groß wie ihr Vater. Wohl auch im gleichen Alter. Nicht ganz so muskulös aber wohl doch ziemlich durchtrainiert. Seine hellbraunen Haare kurz geschnitten und am linken Ohrläppchen konnte sie ein Ohrloch erkennen, das wohl von einem Ohrring stammte. Seine grünen Augen beobachteten sie genau. Ansonsten verzog er keine Mine, als er ihr jetzt, „da drüben befinden sich Umkleideräume. Du kannst dich in einem von ihnen umziehen.“ erklärte und auf die andere Seite hinter ihr zeigte.
„Ich werd das auf keinen Fall anziehen!“ machte Cathy ihm unmissverständlich klar. Man hatte sie hier her verschleppt aber sie dachte nicht im Traum daran, irgendwelche Anweisungen zu befolgen.
Diesen Männern würde es sehr bald leidtun das man, sie hier hergebracht hatte.
Mike verschränkte die Arme vor der Brust, als er auf sie hinunter sah.
„Gut. Es gibt zwei Möglichkeiten. Die Erste ist, dass du jetzt dort rüber gehst, hinter einer der Türen verschwindest und umgezogen wieder hier her zurückkommst. Die zweite ist, ich werde dich in eine der Umkleideräume tragen und dich eigenhändig umziehen. Du hast die Wahl.“
Im ersten Moment war Cathy verblüfft und ihr fehlten die Worte, doch dann fasste sie sich. Dieser Kerl wollte Krieg? Den sollte er haben. Sie baute sich regelrecht vor ihm auf.
„Das wagen Sie nicht! Was glauben Sie, würde mein Vater mit Ihnen machen? Außerdem garantiere ich Ihnen, dass ich hier alles zusammenschreien werde.“
„Du kannst mir glauben, dass mir das so ziemlich egal ist. Ich habe einen Auftrag. Und den werde ich ausführen. Ob es dir nun passt oder nicht.“
Mike wunderte sich selbst, woher er die Geduld mit ihr nahm. Insgeheim fluchte er jetzt schon. Auf was hatten sie sich da eingelassen? Sie waren SEALs und keine Kindermädchen. Aber genau darauf schien es hinaus zulaufen. Diese kleine Kratzbürste würde es ihnen jedenfalls nicht einfach machen. Soviel stand fest. Er hoffte wirklich, dass dieser Auftrag sich nicht allzu lange hinzog.
Die Blicke, die sie austauschten, sprühten vor Feindseligkeit, aber schließlich erkannte Cathy, dass dieser SEAL sein Ziel erreichen würde. Egal wie und so drehte sie sich auf dem Absatz herum und schritt auf eine der Türen zu.
Als sie einige Minuten später die Tür öffnete und wieder hinaustrat, in schwarzer Cargohose mit passendem T-Shirt und Hemd drüber und den Boots an den Füßen, wartete Mike bereits auf sie. Er war fertig umgezogen und trug, genau wie seine Kameraden, jetzt ebenfalls schwarze Kleidung. Außerdem hatte er ein, Schwarzes, Basecap aufgesetzt.
Wie zum Teufel hatte er das so schnell geschafft? Na klar. Er war ein SEAL. Genau wie ihr Vater. Der konnte das auch und brauchte zum Duschen nur drei Minuten, wenn es darauf ankam.
„Bitte zieh die Mütze auf und steck deine Haare darunter.“
Kam es aus seinem Mund, als sich ein leicht zufriedenes Lächeln um seine Mundwinkel zog und er dabei auf die ebenfalls schwarze Mütze in ihrer Hand zeigte.
Cathy besah sich die Mütze in ihrer Hand, dann schaute sie herausfordernd zu Mike hoch.
„Warum?“
Ihr entging nicht, dass er leicht die Augen verdrehte. Scheinbar war er es nicht gewohnt, lange Erklärungen abzugeben. Na dann würde er sich in nächster Zeit wohl daran gewöhnen müssen. Denn sie hatte nicht die Absicht, einfach zu tun, was man ihr sagte.
„Ganz einfach, weil ich es so will!“ Damit machte er deutlich, dass er keinerlei Widerspruch zuließ.
Also setzte Cathy widerwillig die Mütze auf und steckte ihre langen Haare dann darunter. Was sich allerdings gar nicht als so leicht herausstellte.
Mike sah ihr eine Weile zu, wie sie sich abmühte, aber etliche widerspenstige Haarsträhnen unter der Mütze hervor lugten. Schließlich war er bereit, ihr zu helfen.
„Darf ich mal?“ Und schnell hatte er ihre Haare hinten zusammengefasst, sie zu einem Pferdeschwanz zusammengedreht und nach oben gesteckt. Mit der einen Hand hielt er dann die Haare am Oberkopf fest und mit der anderen setzte er ihr die Mütze auf.

Eine Stunde später waren sie in einen Hubschrauber gestiegen. Der Pilot hatte Mike einen Umschlag gegeben. Dann begannen die Rotoren sich zudrehen und wenig später waren sie in der Luft.
Sie hätte nicht sagen können, wie lange sie in der Luft waren, als der Helikopter plötzlich tiefer ging. Bisher hatte sie kaum nach draußen gesehen, jetzt aber sah sie genauer hin und konnte nur Wasser ausmachen. Bis sie den kleinen Flughafen erkannte, auf den der Pilot zuhielt und kurze Zeit später setzte er auch schon auf. Sofort standen alle auf und kletterten aus dem Hubschrauber. Mike wartete, bis auch sie ausgestiegen war und blieb hinter ihr.
Zielstrebig schritt die kleine Gruppe, sie alle trugen dieselbe Kleidung und hatten auch jeder ein Schwarzes Basecap auf, auf die gegenüberliegende Seite und ging durch ein Tor aus Gitterstäben hindurch. Sie blieben stehen und schauten sich kurz um, dann zeigte Mike auch schon auf zwei schwarze Ford Explorer SUV Fahrzeuge. Er hielt den Umschlag, den ihm der Pilot gegeben hatte, in der Hand und holte jetzt zwei Autoschlüssel heraus. Einen behielt er selber, den anderen gab er einem seiner Kameraden.
„Keine Angst. Wir sind fast da. Nur noch eine kurze Strecke mit dem Auto,“ erklärte Mike ihr jetzt in einem freundlichen und auch irgendwie mitfühlenden Ton.
„Wo sind wir hier? Etwa auf einer Insel?“
„Ja. Wir sind auf Sylt. Eine deutsche Insel in der Nordsee. Also nicht so sehr viel anders als auf Hawaii.“
Nicht viel anders als Hawaii? Wenn ihr nicht so zum Heulen gewesen wäre, hätte sie laut aufgelacht.

Nach fünfzehn Minuten waren sie endlich an ihrem Ziel angekommen. Die Autos hielten vor einem Haus, das Cathy bisher noch nicht einmal aus Filmen kannte. Es hatte ein Unter- und ein Obergeschoss. War mit roten kleinen Steinen verklinkert und das Dach sah aus, als wäre es mit Stroh gedeckt.
Umgeben war das Haus mit einer etwa fünfzig Zentimeter hohen Steinmauer. Dahinter erstreckte sich bis zum Hauseingang ein gepflegter Vorgarten.
Abermals griff Mike in den Umschlag und holte einen Schlüssel heraus. Dann ging er allen voran auf das Haus zu und schloss die Tür auf. Das Team folgte ihm. Cathy setzte sich nur zögernd in Bewegung. Zwei der Männer gingen dabei hinter ihr.
Ihr Blick schweifte umher. In einiger Entfernung konnte sie zu ihrer rechten Seite ein weiteres Haus ausmachen. Links war weit und breit nichts zu sehen.
Als sie ins Haus ging, blieb sie zunächst in einem Flur stehen. Links von ihr führte eine Holztreppe nach oben. Vom Flur aus gingen drei Türen ab. Mike stieß die Erste auf und trat in den Wohnbereich. Einer der Männer öffnete die Tür zu ihrer rechten und gab den Blick in die große Küche frei. Neben der Treppe befand sich die dritte Tür, welche in ein kleines Badezimmer führte.

Die beiden Männer, die noch immer hinter ihr standen, warteten nun darauf, dass sie ebenfalls entweder die Küche oder das Wohnzimmer betrat. Cathy warf nur einen kurzen Blick in die Küche, die wirklich ziemlich groß war. Die weißen Einbauschränke im Landhausstil erstreckten sich in L Form über zwei Seiten.
In der Mitte stand ein großer Tisch mit acht Stühlen.
Da die Männer sich jetzt alle im Wohnzimmer versammelten, das noch größer als die Küche war und aus mehreren Einheiten bestand, in der Mitte standen sich zwei große schwere Couchen gegenüber, in einer Ecke war eine Leseecke mit zwei großen Sesseln eingerichtet und am Fenster standen auch noch einmal zwei Sessel mit einem kleinen Tisch dazwischen, betrat auch Cathy das Wohnzimmer.
Mike sah sich kurz in der Runde um.
„Okay. Wir haben insgesamt fünf Schlafzimmer zur Verfügung. Drei Doppelzimmer und zwei Einzelzimmer. Ich würde sagen, wir überlassen ihr eines der beiden Einzelzimmer und teilen die anderen Zimmer unter uns auf.“
Die Fünf Männer nickten zustimmend.
Sie hatte keine andere Wahl als sich zufügen.
Aber Cathy wusste, als Mike zuerst mit ihr ins obere Stockwerk ging und dort nach einem der beiden Einzelzimmer schaute, dass sie wohl die meiste Zeit auf ihrem Zimmer allein verbringen würde.
Sie wollte keinen Kontakt mit diesen SEALs.
Sie wollte mit der Wut auf ihren Vater, allein sein.

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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Mai 06, 2013 4:29 am

Kapitel 12

Steve trat aus der Gouverneurs Residenz ins Freie.
Sehr erfreut sah er nicht aus.
Gouverneurin Jameson war nicht sonderlich erfreut darüber, dass sie keinerlei Anhaltspunkte hatten, mit wem Mc Grath hier in Kontakt gestanden hatte. Einzig und allein die Tatsache das Five-0 eine Drogenschwemme hatte verhindern können, stimmte sie ein wenig milde.
Aber sie zeigte sich auch darüber, dass der ehemalige Senator in Halawa den Tod gefunden hatte und Steve ihn nicht mehr befragen konnte, geschockt. Sie sicherte Five 0 weiterhin volle Immunität und Freiheiten zu, um Wo Fat endlich festzusetzen.
Gerade als er die wenigen Schritte zum Parkplatz ging, klingelte sein Handy. Nach einem flüchtigen Blick auf das Display meldete er sich. „Chin. Sag mir, dass du Officer Bryce zum Reden gebracht hast.“
„Tut mir leid. Bisher noch nicht. Er hat sich für heute beurlauben lassen. Aber ich hab seine Adresse und bin jetzt auf dem Weg zu ihm.“
„Gut. Gib sie mir durch. Ich komme hin.“
Chin teilte ihm die Adresse mit und Steve beendete das Gespräch. Inzwischen war er am Camaro angekommen. Als sein Blick, auf die Windschutzscheibe fiel, stutzte er. Etwas klemmte unter dem Scheibenwischer. Aber diesmal war es kein Umschlag, sondern ein zusammengefalteter Zettel.
Während er das Stück Papier nahm, schaute er sich um. Außer ihm war niemand auf dem Parkplatz zusehen. >> 8:00 pm, 2761 Kehuanoni Street.<< Dass war alles. Noch einmal schaute Steve sich um. Dann stieg er in Dannys Camaro und machte sich auf den Weg zu der Adresse, die Chin ihm gerade durchgegeben hatte.
Dort angekommen wurde er bereits von Chin erwartet.
Es handelte sich um einen Apartmentkomplex.
Chin hatte bereits in Erfahrung gebracht, dass Officer Bryce allein ein Apartment im ersten Stock bewohnte.
Sie mussten durch eine Art Eingangshalle gehen, um von dort aus in den Innenhof zu gelangen.
Von hier aus gelangten sie über Treppen zu den Apartments.
„Da oben müsste es sein,“ zeigte Chin auf die ihnen gegenüberliegende Seite.
Einigermaßen gemütlich nahmen sie die Treppe nach oben, gingen dort über einen offenen Gang bis zur Apartmenttür mit der Nummer 75.
Steve klopfte und sie warteten. Vergeblich.
Es öffnete niemand und es war von drinnen auch kein Laut zu vernehmen.
„Was jetzt?“ Fragte Chin mit einem prüfenden Blick auf Steve.
Dieser zuckte nur kurz mit den Schultern. „Gefahr im Verzug?“
Diese Antwort hatte Chin erwartet. Was dies für seinen Boss bedeutete, wusste er. Steve würde einen Schritt zurücktreten und dann einfach die Tür mit einem Fußtritt öffnen. So aber holte er jetzt eine kleine Scheckkarte aus seiner Hosentasche hervor. Schnell und gekonnt schob Chin diese zwischen Rahmen und Türblatt und zog sie dann langsam nach unten.
Plötzlich gab es einen leisen Klacklaut und die Tür sprang auf.
Zufrieden lächelte Chin und steckte die Karte wieder zurück.
Ein kurzes Anerkennendes, Kopfnicken von Steve und er trat ein.
Was ihnen sofort auffiel, waren die gepackten Koffer, die im Eingangsbereich standen.
Als sie weiter hineingingen, sahen sie die Reiseunterlagen auf dem runden Esstisch liegen.
Steve nahm nur kurz das Flugticket in die Hand und schaute drauf.
„Mexiko.“
Chin, neben ihm nickte. „Scheint als will Bryce die Insel verlassen.“
„Ja, sieht ganz so aus.“ Steve legte das Ticket wieder hin und besah sich dann die anderen Unterlagen. Pass und eine Geldkarte. „Ich möchte wetten, wenn wir dieses Konto überprüfen, das dort eine Menge Geld drauf ist.“
„Denke ich auch,“ nickte Chin und sah sich in dem kleinen Apartment weiter um. Während Steve das Schlafzimmer aufsuchte, öffnete er die Tür, die scheinbar ins Bad führte.
„Steve!?“ Hörte man ihn gleich darauf.
Steve, der gerade die Schranktür aufgemacht hatte, als er seinen Namen hörte, ging sofort zu seinem Kollegen. „Was ist?“ Fragte er noch, bevor er einen Blick in das Bad geworfen hatte. Chin stand an der Duschtasse und hielt den Duschvorhang zur Seite.
Steves Blick fiel auf Bryce, der nackt und in einer Blutlache zusammengekrümmt auf dem Boden der Duschtasse lag. Jemand hatte ihm die Kehle durchgeschnitten.

Während sie auf die Spurensicherung und auf Max warteten, überprüfte Chin das Konto von Bryce. Steve sah sich derweil im Apartment um. Natürlich hatte er sich dabei Handschuhe übergezogen,
um keine Spuren mit seinen eigenen Fingerabdrücken zu verfälschen.
Allerdings fand er nichts, was einen Hinweis darauf gegeben hätte, mit wem Bryce da zwielichtige Geschäfte getätigt hatte.
Die Spurensicherung und auch Max hatten gerade ihre Arbeit aufgenommen, als Chin zurückkam.
„Also auf seinem Bankkonto sind vor zwei Tagen exakt 100.000 Dollar eingegangen.“
Steve pfiff leise durch die Zähne. „Eine mehr als gute Bezahlung. Wissen wir auch vorher das Geld kam?“
„Noch nicht genau. Es wurde von einem Konto auf Maui überwiesen. Allerdings scheint es sich dabei um ein Scheinkonto zuhandeln. Es ist nicht wirklich erkennbar, wessen Konto es ist. Die Bank ist dabei, es zu überprüfen.“
„Gut.“
Just in dem Moment trat Max zu ihnen. „Das Opfer ist erst vor kurzen dem Tod erlegen. Ich würde sagen nicht länger als eine Stunde. Die Durchtrennung der Halsschlagader erfolgte mit einem scharfen glatten Gegenstand.“
Damit war für Max seine Arbeit vorerst beendet und er verabschiedete sich von Chin und Steve.

Chin und Steve hatten dann auch den Rückzug angetreten und waren zum Hauptquartier
zurückgekehrt.
Sie hatten sich die Akte von Bryce angesehen. Er war nicht verheiratet und lebte, soweit man das sagen konnte in bescheidenen Verhältnissen. Seit sechs Jahren war er Wärter in Halawa gewesen und sein Ruf war tadellos. Er hatte sich nie etwas zuschulden kommen lassen.
„Ja, bis er mit den falschen Leuten in Kontakt kam.“ Schloss Steve.
Genau in dem Augenblick bekam Chin einen Anruf. Er hörte nur kurz und bedankte sich dann.
„Also die Überprüfung des Bankkontos auf Maui ergab, das dorthin lediglich Geld von einer Bank auf dem Festland transferiert wurde. Dieses Konto wurde wiederum von einer Bank auf den Kaimaninseln bedient. Wenn wir dort nachfragen, erhalten wir mit Sicherheit die Auskunft, dass dort Geld nur bar eingezahlt wurde.“
„Ja, vermutlich.“
Steve strich sich mit den Fingern an den Nasenflügeln entlang. Eigentlich war er müde. Aber er wusste, das er wohl kaum schlafen würde können. Seine Gedanken gingen zu seiner Tochter und wo sie wohl grad sein mochte. Außerdem hatte er noch etwas anderes vor. Er würde zu der Adresse fahren, die auf dem Zettel stand, der an der Windschutzscheibe des Camaro gesteckt worden war. Inzwischen wusste er, wer dort wohnte, denn natürlich hatte er die Adresse sofort überprüft, nachdem sie zurück im Hauptquartier waren.
Sie wollten auch gerade die Halle des Hauptquartiers verlassen, als Joe hereinkam.
„Hey Steve. Ich wollte dich gerade auf ein Bier einladen. Sie sind natürlich auch eingeladen Chin.“
„Tut mir leid Joe. Aber ich hab noch eine Verabredung, die ich nicht absagen kann. Ein andermal gerne.“
Chin musste ebenfalls passen. „Ich muss noch ins Krankenhaus. Nach Kono und Danny schauen.“
Joe nickte leicht. „Okay, dann ein andermal.“
Aber irgendetwas sagte ihm, das Steve etwas verheimlichte. Er kannte ihn schließlich lange genug.
Sie verließen dann zusammen den Iolani Palace und gingen zum Parkplatz. Von Steves ausgebranntem Pick up war nichts mehr zusehen. Der war bereits abtransportiert und zur Untersuchung zum HPD gebracht worden.
Sie verabschiedeten sich und Steve stieg in den Camaro.

Die Adresse lag nicht allzu weit vom Iolani Palace entfernt, sodass er einigermaßen schnell dort ankam.
Steve parkte den Camaro gegenüber dem Haus mit der Nummer 2761, stieg aus und blickte sich nur kurz um. Es handelte sich um eine Wohngegend der mittleren Arbeitsklasse. Zumeist kleine Einfamilienhäuser mit gepflegten Vorgärten. Er ging auf die andere Straßenseite und besah sich das Haus zunächst etwas genauer. Irgendetwas Auffälliges konnte er jedoch nicht ausmachen. Also schritt er jetzt die Treppe hoch, die zur Haustür führte. Eine Schelle fand er nicht vor also klopfte er. Es vergingen ein paar Sekunden, in denen sich nichts tat. Er versuchte es erneut. Nach einer weiteren Minute des Wartens drückte er die Klinke hinunter und die Tür sprang auf. Sofort war Steve in Alarmbereitschaft und zog seine Waffe. Er setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Er kam zunächst in einen kleinen Flur, bevor er einen Blick auf das Wohnzimmer hatte. Alles war äußerst ordentlich und sauber. Er setzte langsam einen Fuß vor den anderen. Das Haus schien verlassen und Steve fragte sich bereits, was dies alles zu bedeuten hatte. Warum hatte man ihn hierher gelockt?
Er ließ seinen Blick umherschweifen und lauschte genau, ob irgendwo etwas zu hören war. Aber es blieb alles still. Trotzdem machte er sich daran, das Haus zu durchsuchen. Mit vorgehaltener Waffe bewegte er sich möglichst lautlos vorwärts. Er hatte nur einen kurzen Blick durch das Wohnzimmer getan. Von dem kleinen Flur aus gelangte man gegenüber der Haustür in die kleine Küche. Schnell hatte er den gesamten Raum überblickt. Das Fenster auf der gegenüberliegenden Seite war geschlossen. Hier gab es keinen Winkel, wo sich jemand hätte verstecken können. Also ging er den einen Schritt wieder rückwärts, um die Tür, die sich gleich links von der Küche befand, zuöffnen und schnell einen Blick in das sich dahinter befindliche Bad zuwerfen. Der Raum war so klein, dass er gerade mal Platz für eine Dusche, ein Waschbecken und die Toilette bot. Er schloss die Tür wieder und ging nun in den Wohnbereich. Hier führte am hinteren Ende ein kleiner offener Durchgang anscheinend zu weiteren Zimmern. Schnell durchquerte Steve den Wohnraum. Der Durchgang war kleiner als er gedacht hatte. Nur zwei Schritt tief. Die Tür, die sich ihm gegenüber befand, stand leicht offen. Er stieß sie schnell aber lautlos auf, die Waffe weiterhin im Anschlag, blickte er rasch nach links und rechts. Er sah auf das Doppelbett, welches unbenutzt war. Dann auf den aus hellem Holz gefertigten Kleiderschrank. Auch hier war das Fenster geschlossen.
Es hielt sich wirklich niemand außer ihm hier auf.
Er steckte schließlich seine Waffe zurück ins Holster und zog seine dünnen schwarzen Handschuhe aus der hinteren Hosentasche und streifte sie sich über, als er sich auch schon herumdrehte und zurück ins Wohnzimmer ging. Er nahm mehr nebenbei einige Zeitschriften hoch, die auf dem kleinen weißen Wohnzimmertisch lagen. Nur kurz warf er einen Blick darauf, dann sah er sich weiter um.
Weiter hinten im Wohnzimmer wurde seine Aufmerksamkeit auf einen Schrank aus Kiefernholz gelenkt. Es war mehr ein Regal. Im unteren Teil befanden sich jedoch Schubladen und diese waren allesamt aufgezogen. Als er davor stand und auf den Inhalt hinunter sah, stachen ihm sofort die großen braunen Umschläge ins Auge. Er kniete davor nieder und griff nach den Umschlägen. Es waren dieselben, die er erhalten hatte.
Sein Blick fiel auf eine kleine Fototasche. Als er sie aufklappte, sah er sofort, dass es sich um die gleichen Bilder von Cathy handelte, die er vor drei Tagen anonym erhalten hatte. Trotzdem holte er sie heraus und schaute darauf. Was zum Teufel ging hier vor? Er steckte die Fotos zurück und hob einige weiße Din A4 Blätter heraus. Darunter lag noch ein Umschlag auf dem bereits “Steve McGarrett“ geschrieben stand. Auch wenn er noch rätselte, warum man ihn hier hergelockt hatte, so wusste er jetzt, wer ihm die Umschläge und somit die gestohlenen Beweisstücke geschickt hatte.
Steve schaute sich den Rest des Schubladeninhaltes an, als er plötzlich aus dem Augenwinkel eine Bewegung links hinter ihm wahrnahm. Er reagierte Blitz schnell, als er aus der Hocke hochkam und sich fast in der gleichen Sekunde herumdrehte und den Angreifer mit einer schnellen Armbewegung abwehrte. Dadurch war er jedoch abgelenkt und bemerkte nicht, wie sich ein zweiter Angreifer an ihn herangeschlichen hatte. Als Steve ihn bemerkte, war es bereits zu spät. Er spürte nur noch einen Stromschlag an seinem Hals dann brach er bewusstlos zusammen.

Ein kleines Stück entfernt, saß Joe in seinem schwarzen Jeep Commander und behielt den Hauseingang im Auge.
Er war Steve gefolgt, weil er ihm sofort angemerkt hatte, das sein ehemaliger Schützling ihm etwas verheimlichte.
Steve war jetzt bereits seit einer halben Stunde in dem Haus verschwunden. Was wollte er hier und warum hatte er daraus ein Geheimnis gemacht? Hatte er einen Hinweis auf die Anschläge erhalten und wollte den Fall jetzt im Alleingang klären? Möglich war es. Immerhin war Steve persönlich betroffen. Dass es sich hier um ein Date handelte, schloss er aus. Das würde Steve absolut nicht ähnlich sehen. Nicht nachdem er gestern seine Tochter außer Landes hatte bringen lassen.
Er hatte gesehen, wie schwer ihm diese Entscheidung gefallen war. Auch wenn sie gleich darauf durch die Schüsse abgelenkt gewesen waren. Später dann in seinem Büro, als Steve ihn aufklärte, was es mit diesem Fall auf sich hatte und wen er dahinter vermutete, hatte er ihn zuerst fragen wollen, was und wie viel er von diesem Wo Fat wusste. Aber letztlich hielt er es für klüger die Frage vorerst zurück zuhalten. Er würde Steve danach fragen, wenn sich alles ein wenig beruhigt hatte.
Sein ehemaliger Schützling handelte zwar im allgemeinen sehr besonnen, schließlich hatte man ihm das beigebracht, aber Joe wusste auch, dass Steve äußerst hitzköpfig sein konnte. Schließlich kannte er ihn lange genug. Er hatte ihn damals, nachdem sein alter Freund John McGarrett seine Kinder von hier fortschickte, unter seine Fittiche genommen, als er alt genug war, um in die Navy eintreten zukönnen. Er war nicht nur sein Ausbilder, er war so etwas wie ein Freund, Vaterersatz, wenn man so wollte. Steve war ihm wie ein eigener Sohn, den er nie hatte, weil seine Ehen, drei an der Zahl, alle vor dem Scheidungsrichter endeten, bevor sie Kinder hatten.
Er hatte ihn nie aus den Augen verloren. Egal, in welchem Land Steve sich gerade im Einsatz befand. Joe war immer gut informiert gewesen. Auch als Steve vor zwei Jahren hierher zurückkehrte. Joe hatte seine Quellen. Und er hatte erfahren, dass Steve immer noch seine Nase zu tief in Angelegenheit steckte, aus die er sich besser heraus hielt. Also hatte er sich nicht nur wegen dem Aloha Spirit hierher versetzen lassen. Er wollte sich in Steves Nähe wissen und ihm möglicherweise zur Seite stehen, wenn dieser Hilfe brauchte, die er sich hier aus dem Polizeirevier nicht holen konnte. Dass man dort im HPD nicht jedem Cop trauen konnte, diese Erfahrung hatte schon sein Freund und Steves Vater machen müssen.
Joe schaute immer noch auf das Haus, aber dort rührte sich nichts. Er wollte schon seinen Sitz etwas weiter nach hinten verstellen und es sich somit bequemer machen, als er plötzlich einen hellen Schein hinter dem Fenster bemerkte. Noch ehe er realisieren konnte, um was es sich da handelte, zerbarst die Fensterscheibe und Flammen schlugen hoch.
Joe war mit einem Satz aus dem Auto heraus und rannte quer über die Straße auf das Haus zu. Er musste einige Treppenstufen überwinden, bis er die Haustür erreichte. Er wollte den Türknauf herumdrehen, aber er zuckte kurz zurück. Dieser war glühend heiß. Er versuchte es ein zweites mal, ignorierte den Schmerz und stieß die Tür auf. Er musste allerdings sofort zurück weichen denn die Flammen schlugen ihm unbarmherzig entgegen. Hier gab es kein durchkommen.
Mit einer raschen Bewegung zog er sein Handy aus der Brusttasche seines Hemdes und alarmierte die Feuerwehr. Währenddessen lief er um das Haus herum. Es musste doch eine Möglichkeit geben um hinein zugelangen.
„Steve! Steve!“, rief er immer wieder aber es war schwer durch das tosende Geräusch, das die Flammen abgaben, durchzudringen. Inzwischen war er an der Rückseite des Hauses angelangt. Hier war von der großen Panoramafront nichts mehr übrig und die Flammen schlugen heraus. Joe musste erkennen, dass es zu spät war, aus dieser Flammenhölle zu entkommen oder das er selber noch jemanden retten konnte. Wer auch immer sich in diesem Haus noch aufhielt, hatte keine Chance.






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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Mai 13, 2013 4:35 am

Kapitel 13


Es schien ein ziemliches Chaos zu herrschen.
Drei große Löschwagen des Honolulu Fire Department standen so auf der Straße, dass kein weiteres Fahrzeug an ihnen vorbei kam. Noch immer waren einige Feuerwehrmänner dabei, die letzten kleinen Flammen zu löschen. Der Großteil von ihnen war jedoch schon damit beschäftigt, die Schläuche wieder einzurollen. Das Haus war nicht mehr zu retten gewesen. Sie hatten nur noch das Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser verhindern können.
Etliche Polizeifahrzeuge hatten immer noch ihr Blaulicht eingeschaltet.
Ebenso der Krankenwagen. Allerdings würde man diesen hier wohl nicht mehr brauchen. Aus dieser Flammenhölle war niemand entkommen.
Zu beiden Seiten hatte man die Straße inzwischen abgesperrt, HPD Beamte zogen gerade ein weiteres Absperrband um das Haus, oder vielmehr um das, was davon übrig geblieben war: die Grundmauern. Ansonsten ein großer Haufen Schutt und Asche.
Joe stand etwas abseits und beobachtete stumm das Tun der Feuerwehrmänner und Beamten des HPD. Unter ihnen war auch Duke Lukela. Genau wie Joe, wartete auch er auf das Eintreffen von Chin.
Joe hatte, nachdem er den Notruf gewählt und keine Spur von Steve entdeckt hatte, auf das Eintreffen der Feuerwehr und des HPD gewartet und Sergeant Lukela alle Fragen so gut er konnte beantwortet. Auch dass Steve McGarrett sich in diesem Haus aufgehalten und er ihn auch nicht heraus kommen sehen hatte. Weder bevor noch nachdem der Brand ausgebrochen war.
Der Camaro stand nach wie vor an der gleichen Stelle geparkt. Genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite des abgebrannten Hauses.

„Joe was ist passiert? Wo ist Steve?“
Als er sich herumdrehte, sah er sich Chin gegenüber. Doch er konnte ihm seine Fragen nicht beantworten und so zuckte er nur kurz mit den Schultern. „Tut mir leid, aber ich weiß es nicht. Ich bin Steve gefolgt, weil ich ein ungutes Gefühl hatte. Ich habe hier draußen in meinem Wagen gewartet, nachdem er in diesem Haus,“ dabei zeigte er auf die verkohlten Reste, „verschwand. Plötzlich sah ich Feuer und bin sofort hin. Aber es war kein hinein kommen mehr.“
„Und Steve ist nicht herausgekommen?“ Chin konnte und wollte nicht glauben, dass Steve im Haus und nicht herausgekommen war.
„Nein. Er hätte den Camaro wohl auch nicht so einfach hier stehen gelassen.“ Er deutete auf Dannys Auto.
Chin warf nur einen kurzen Blick hinüber zu dem silbergrauen Wagen, der Dannys Heiligtum war, als Duke zu ihnen trat.
„Wer wohnt hier?“, lautete Chin's erste Frage an den HPD-Officer.
„Laura Hills. Von ihr fehlt ebenfalls jede Spur. Die Spurensicherung wartet bereits darauf, die Ruine betreten zu können, um nach eventuellen Leichen und auch Spuren suchen zu können.“
Chins Gesichtsausdruck wurde immer fassungsloser und auch entsetzter. „Laura Hills? Die persönliche Assistentin der Gouverneurin?“
„Genau die“, konnte Lukela nur bestätigen.
“Was wollte Steve bei ihr?“ Für Chin wurde die ganze Geschichte immer undurchsichtiger. Steve hatte nie erwähnt, dass er Laura näher kannte. Was hatte er bei ihr gewollt und warum hatte er daraus ein Geheimnis gemacht? Und wo zum Teufel war er? Er konnte sich eigentlich kaum vorstellen, dass Steve sich und Laura nicht in Sicherheit hatte bringen können. Aber wenn er das getan hätte, müsste er jetzt hier bei ihnen sein.
Joe stand nur daneben. Er konnte zu all dem noch viel weniger sagen. Er wusste nur, dass er Steve nicht hatte herauskommen sehen. Und bei einem Mann wie Steve war dies kaum vorstellbar.

Endlich bekamen sie von einem der Feuerwehrmänner das Zeichen, dass sie nun das Haus betreten konnten.
Sofort setzten sich die Leute von der Spurensicherung in Bewegung. Unter ihnen auch Charlie Fong.
“Ich muss wissen, was den Brand ausgelöst hat und warum er sich so rasend schnell ausbreiten konnte“, teilte Chin ihm mit, als er dabei war seine schwarzen Handschuhe überzustreifen und zusammen mit Joe auf das niedergebrannte Gebäude zuging.

Sie mussten vorsichtig sein und genau schauen, wo sie hintraten. Noch immer herrschte eine ziemliche Hitze, die von den niedergebrannten Trümmern ausging und nach kurzer Zeit lief ihnen der Schweiß die Stirn herunter.
Der größte Teil der Einrichtung war den Flammen zum Opfer gefallen. Von der einstigen Küche waren nur der Herd und der Kühlschrank übrig geblieben. Beides sah reichlich verkohlt aus.
Im ehemaligen Wohnzimmer war das Gehäuse des Fernsehers ziemlich verschmort. Alles, außer dem Mauerwerk, war ein Opfer der Flammen geworden. Hier überhaupt noch irgendetwas zu finden, schien fast unmöglich.

Chin hockte im Wohnzimmer vor einem Berg von Schutt und schob vorsichtig kleinere Metallteile, die zwar verkohlt waren, aber den Flammen getrotzt hatten, beiseite. Joe hatte sich einen Kugelschreiber zu Hilfe genommen und stocherte damit in den Ascheresten herum. Hier und da stieß er auf etwas Festes. Genau definieren, was er da gefunden hatte, konnte man jedoch nicht.
Inzwischen waren die Jungs von der Spurensicherung ebenfalls dabei, fieberhaft nach etwas Brauchbaren zu suchen. Vor allem suchten sie eventuelle Leichenteile.
Chin wollte gerade aus der Hocke hochkommen, als sein Blick auf etwas Schwarzes fiel, das nicht ganz zerstört worden war. Vorsichtig nahm er den kleinen Gegenstand in die Hand. Er war vom Feuer etwas verrußt, aber das konnte Chin mit dem Finger ganz gut abwischen.
„Hey Joe. Sehen Sie sich das mal an.“
Joe schaute zu ihm herüber und als er sah, was Chin ihm da entgegenhielt, ging er sofort zu ihm.
Joe schaute auf das Abzeichen, das zwar nicht mehr so glänzend wie ursprünglich war und auch nicht mehr an einem Band hing, aber er erkannte es sofort.
„Das ist ein Orden der aufgehenden Sonne.“
„Orden der aufgehenden Sonne?“ Chin schaute wieder auf das sternenförmige Gebilde in seiner Hand.
„Ja. Er wurde an die Soldaten der japanischen Armee, die an dem Angriff auf Pearl Harbor beteiligt gewesen waren, verliehen.“
Chin wusste gerade nicht, was er davon halten sollte. Seine Augenbrauen zogen sich etwas zusammen. „Sind Sie sicher? Wie kommt die Assistentin der Gouverneurin an so was?“
Joe nahm Chin den Orden ab und betrachtete ihn sich genauer, dann drehte er ihn herum und wische auch dort den Ruß ab. „Ja. Das wüsste ich auch gerne. Denn dieser Orden gehörte Steves Vater. John McGarrett.“
Bei dieser Aussage guckte Chin noch überraschter. Für einen Moment schien er krampfhaft zu überlegen. Joe entging dies natürlich nicht.
„Was? Chin, was ist? Worüber denken Sie nach?“
Chin nahm ihm den Orden wieder ab und besah ihn sich noch einmal ganz genau. Dann wusste er es.
„Der war in dem Werkzeugkoffer, der aus Steves Haus gestohlen wurde.“
Jetzt war es Joe, der die Augenbrauen zusammenzog und mehr als erstaunt, war.
„Was hat die Assistentin der Gouverneurin damit zu tun?“
„Das wüsste ich auch gerne.“
„Detektiv?“
Beide sahen in die Richtung aus der Chin gerufen wurde. Ein Beamter der Spurensicherung stand in dem Durchgang, der in den hinteren Teil des Hauses führte.
„Ja?“
„Ich glaube, das sollten Sie sich ansehen!“
Chin zog einen kleinen verschließbaren Plastikbeutel aus seiner Hosentasche und steckte den Orden dort hinein. Er drückte ihn zu und verschloss ihn somit. Dann steckte er den Beutel in seine Hosentasche und zusammen mit Joe folgte er dem Beamten, der bereits wieder zurückgegangen war und einige Meter weiter im hinteren Bereich auf ihn wartete. Er zeigte in das, was einmal das Schlafzimmer gewesen war und deutete dort auf den Boden.
Was sie sahen, war kein besonders appetitlicher Anblick.
Dort lag eine völlig verkohlte Leiche. Ob es sich dabei um eine Frau oder einen Mann handelte, konnte man nicht mehr erkennen.
„Gut. Darum wird Max sich kümmern.“
Chin hatte es gerade ausgesprochen, als hinter ihm eine Stimme ertönte.
„Bin schon zur Stelle meine Herren.“
Max schritt durch die Trümmer und schaute dabei weder nach links noch nach rechts. Seine Aufmerksamkeit würde ab sofort der Leiche gelten. In seinem grünen Overall drängte er sich jetzt an Joe und Chin vorbei. „Darf ich mal?“
Die beiden machten ihm bereitwillig Platz.
„Wann können sie uns sagen, um wessen Leiche es sich handelt?“ Chin ging alles scheinbar nicht schnell genug. Aber er wollte einfach nur so schnell wie möglich wissen, dass es sich nicht um Steve handelte. Das konnte und wollte er nicht glauben. Die Vorstellung, dass Steve hier ums Leben gekommen sein sollte, wollte sein Gehirn nicht zulassen.
„Dieser Korpus ist vollkommen verbrannt, wie sie sehen können. Es wird einiges meiner kostbaren Zeit in Anspruch nehmen, bis ich den Körper so weit rekonstruiert habe, um Genaueres sagen zu können. Immer voraus gesetzt, dass sich spezifische Körpermerkmale finden.“
Joe sah ein wenig irritiert zu Chin, als Max sich über den verkohlten Leichnam beugte.
„Übrigens Max. Das ist Ldt. Commander Joe White. Er ist ein guter Freund von Steve. Den wir übrigens vermissen.“
Max drehte sich ein wenig, um zu den beiden zu schauen. „Freut mich Commander White. Ich wunderte mich schon, warum Commander McGarrett nicht anwesend ist. Das ist sonst nicht seine Art. Ein sehr gewissenhafter Mann. Den ich übrigens sehr schätze. Wenn sie mich jetzt meine Arbeit erledigen lassen wollen. Ich habe extra die Neu-Katalogisierung meiner Fossiliensammlung unterbrochen.“ Max wandte sich wieder der Leiche zu und schenkte weder Chin noch Joe weiterhin Beachtung.
Chin gab Joe ein Zeichen, dass sie gehen sollten. Es machte wenig Sinn hier weiter herumzustehen. Die Beamten der Spurensicherung waren dabei, jedes noch so kleine brauchbare Beweisstück einzutüten.
Als sie schließlich die Mauern verließen und wieder auf die Straße traten, konnte Joe sich dann auch nicht länger zurückhalten.
„Ein etwas merkwürdiger Kautz, dieser Max.“
„Ja“, stimmte Chin ihm zu. „Aber er ist einer der besten Gerichtsmediziner den wir hier haben. Wenn jemand herausfinden kann, wer unser Tote ist, dann er.“
Chin sah sich auf der Straße um. Es handelte sich um eine recht schmale Straße, die sich ein paar Meter weiter gabelte. Nach links beschrieb sie eine lang gezogene Kurve, während man nach rechts ziemlich scharf abbiegen musste.
Beamte des HPD hatten bereits die Umgebung abgesucht und mit den Bewohnern der Nachbarhäuser gesprochen. Doch niemanden war etwas aufgefallen oder hatte etwas beobachtet.
„Ich muss zu Danny. Schließlich ist es sein Wagen und der kann nicht ewig hier stehen bleiben. Und bevor ihn ein HPD-Officer deswegen aufsucht, sollte ich ihm lieber sagen, was passiert ist.“

Dass Danny nicht begeistert sein würde, wenn er erfuhr, dass sein Camaro von Steve einfach irgendwo stehen gelassen wurde, war Chin klar gewesen, dass Danny aber so reagierte, hätte er dann doch nicht gedacht.
„Ich hoffe du erlaubst dir keinen Scherz!“ Danny wollte nicht glauben, was Chin ihm da soeben erzählte. Dass Steve hin und wieder zu völlig absurden und unorthodoxen Handeln neigte, wusste er ja. Dass dieser verdammte Freak seinen Camaro einfach stehen ließ, war zu viel.
„Das eine sag ich dir. Wenn ich Steve in die Finger kriege, brech' ich ihm sämtliche Knochen. Der wird nie wieder auch nur einen Trecker fahren!“
Danny schlug die Bettdecke zurück und setzte sich auf. Dann erhob er sich langsam. Er war zwar noch etwas wackelig auf den Beinen und seine Knie fühlten sich an, als wären sie aus Gummi, aber das lag wohl am langen Liegen. Damit würde allerdings ab sofort Schluss sein. Er hatte nicht vor Chin die Sache alleine zu überlassen und so stakste er langsam auf den Schrank zu, in den man seine Sachen verstaut hatte.
„Du musst mir mal helfen“, drehte er sich zu Chin um, als er vor dem geöffneten Schrank stand.
Immerhin hatte er den rechten Arm noch in einer Schlinge.
„Was hast du vor?“
„Nach was sieht das denn aus?“, fragte Danny giftig zurück.
„Als wenn du dich selbst entlassen willst. Danny ich halte das nicht für klug.“
„Das ist mir egal. Ich werde jedenfalls nicht tatenlos hier herumliegen, während Steve da draußen weiter Rambo spielt. Wer weiß, was er noch alles anstellt.“
„Bisher wissen wir doch noch gar nicht, ob Steve nicht doch…“ Weiter kam Chin nicht.
„Du glaubst, dass die verkohlte Leiche, die man in dem Haus gefunden hat, Steve ist? Das glaube ich erst wenn Max auch den kleinsten Zweifel ausschließen kann. Solange bin ich der festen Überzeugung, dass Steve da raus gekommen ist. Und ich will wissen, wo er steckt. Und was zum Teufel er überhaupt bei Laura Hills zusuchen hatte.“
Danny hatte inzwischen seine Kleidung aus dem Schrank genommen und ging damit zurück zum Bett. Er quälte sich aus dem Krankenhaushemd, aber beim Anziehen seines Eigenen hatte er Schwierigkeiten. Chin stand nur daneben und rührte keinen Finger. Bis Danny ihn anfuhr.
„Würdest du dich bitte jetzt endlich dazu herablassen und mir helfen!?“
Chin seufzte kurz auf. Er wusste, dass Danny keine Ruhe geben und sich von seinem Vorhaben auch nicht abhalten lassen würde, also stellte er sich neben ihn und zog ihm zuerst den rechten Hemdsärmel über den Arm.
Gerade als er dabei war, Danny dabei zu helfen die Hemdknöpfe zu schließen, tauchte eine Schwester im Türrahmen auf.
„Was machen sie denn da?“, fragte sie überrascht und entsetzt. Ihre Stirnfalten kräuselten sich dabei bedenklich. So ohne Weiteres würde Danny an ihr wohl nicht vorbei kommen.
„Wonach sieht es denn aus?“, fragte Danny ebenso spitz zurück.
„Es sieht so aus, als wollten sie das Krankenhaus verlassen.“
„Sie haben einen scharfen Beobachtungssinn.“
„Mister Williams, das geht nicht. Sie dürfen noch nicht nach Hause. Die Wunde ist frisch operiert. Also machen sie keine Schwierigkeiten und legen sich sofort wieder in das Bett!“
„Also, meine Eltern haben vor sechszehn Jahren damit aufgehört, mich zu bevormunden und sie brauchen erst gar nicht den Versuch starten dies wieder aufzunehmen. Ich bin ein erwachsener Mensch und tue, was immer ich für richtig halte.“
Für einen kurzen Augenblick herrschte eisiges Schweigen im Raum, dann hatte die Schwester sich wieder im Griff. „Ich werde sofort einen Arzt holen!“ Kopfschüttelnd entschwand sie. So etwas war ihr auch noch nicht untergekommen. “Wie kann man nur so unvernünftig sein“, hörten die beiden sie noch schimpfen.


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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Mai 20, 2013 3:10 pm

Kapitel 14

Natürlich wollte Danny zu allererst seinen geliebten Camaro abholen. Auf keinen Fall würde er ihn irgendwo einfach am Straßenrand stehen lassen.
Leider musste er dann aber doch Chin recht und sich geschlagen geben.
„Du kannst doch so, wieso nicht fahren. Wie willst du denn lenken mit dem ruhig gestellten Arm?“
Gut. Pluspunkt für Chin. Aber seine Laune wurde durch dessen Aussage auch nicht gehoben. Eher im Gegenteil.
„Gut. Ich werde einen Abschleppdienst rufen. Aber das sag ich dir, die Rechnung lasse ich an Steve schicken.“
Nur kurz schauten sie dann rüber zum Tatort, der weiträumig mit einem Absperrband gesichert worden war. Die Feuerwehr, sowie die Kriminaltechniker, waren inzwischen abgerückt. Auf der anderen Seite stand aber noch immer ein Einsatzwagen des HPD. Die Beamten passten auf das niemand unbefugt den Tatort betrat.
„Fong soll sich ein bisschen beeilen. Ich will wissen, wodurch dieser Brand ausgelöst wurde. Und Max ebenfalls. Wir müssen so schnell wie möglich herausfinden, wer der oder die Tote ist, die man in den Überresten gefunden hat.“
„Ich habe da übrigens etwas gefunden, das sehr interessant ist.“ Bei diesen Worten holte Chin den kleinen Plastikbeutel aus seiner Hosentasche und zeigte ihn Danny.
Danny nahm den Beutel in die Hand, ohne den Orden herauszuholen. Er drehte ihn und schaute dann wieder darauf. „Soweit ich mich erinnere, gehörte dies zu den Dingen, die sich im Werkzeugkoffer befanden.“
Chin nickte zur Bestätigung. „Ja. Joe sagte, dass dieser Orden Steve's Vater von einem japanischen Offizier geschenkt worden ist. - Nur wie kommt er in Laura Hills Besitz?“
„Was denn, du hast ihn da drin gefunden?“ Mit dem Beutel in der Hand zeigte Danny auf die Hausruine. Sein Blick dabei war mehr als erstaunt.
Doch Chin nickte nur.
„Was wollte Laura Hills damit? Vor allem, wie ist sie daran gekommen? Wenn du mich fragst, ist das alles mehr als undurchsichtig. Laura Hills war die persönliche Assistentin der Gouverneurin. Nein, nein. Ich weigere mich zu glauben, dass sie in etwas verwickelt war, das mit Wo Fat zu tun hat.“
„Ich denke das werden wir herausfinden müssen.“ Chin ging zurück zu seinem Fahrzeug. Er würde Danny jetzt nach Hause fahren. Ob dieser wollte oder nicht. Danny sollte sich wenigstens noch diese Nacht ausruhen können. Wenn sie keine Gewissheit bekamen, was mit Steve geschehen war, würden sie in nächster Zeit wohl einige Überstunden hinter sich bringen. Bisher standen sie vor einem riesigen Puzzle, das in sämtliche Einzelteile zerlegt worden war. Und sie hatten keine Ahnung, an welcher Ecke sie anfangen sollten, es zusammenzusetzen.

Dass erste was Danny am nächsten Morgen tat, war Charlie Fong, den Forensiker des HPD, aufzusuchen. Trotz seinen noch recht jungen Alters war er schon fast ein Genie auf seinem Gebiet.
„Also Charlie, was kannst du mir zu der Autobombe, die den Pick up in seine Einzelteile zerlegt hat, sagen.“ Denn natürlich war Danny auch davon bereits unterrichtet. Chin hatte ihm das wenige, das sie bisher in Erfahrung gebrachten, erzählt.
„Tja, ich fürchte, dass euch das Ergebnis nicht viel weiter bringt. Es handelt sich um einen selbst gebauten Sprengsatz. Versehen mit einer Zündkapsel, die durch eine Fernzündung zur Detonation gebracht wurde. Verwendet wurde Ammoniumnitrat. Ein Salz, das sich aus Ammoniak und Salpetersäure zusammensetzt. Kann man in jedem Gärtnereibetrieb kaufen.“
Danny verstand nicht ganz, was Charlie damit sagen wollte. „Was denn? Jagt man damit die kleinen Plagegeister, die sich unterirdisch durch den Garten wühlen, in die Luft oder was?“
Charlie musste grinsen. „Nein das nicht. Es wird als Dünger verwendet und man bekommt es in Dosen verpackt. Es erfordert einige Kenntnisse, um es als Sprengsatz zu verwenden und es ist auch nicht ganz ungefährlich. Das Zeug ist hochexplosiv. Wer immer diesen Sprengsatz zusammengebaut hat, er hat es nicht zum ersten Mal getan.“
Jetzt nickte Danny. Er erinnerte sich daran, was sie von Mc Grath wussten und auch was Chin ihm erzählt hatte. „Das würde sich mit dem, was wir über Mc Grath wissen decken.“
„Wer ist das?“
„Ein irischer Terrorrist, der für mehrere Anschläge in Nordirland verantwortlich sein soll. Allerdings ist er inzwischen tot. Aber wohl für den Anschlag auf Steve verantwortlich.“
„Ja. Davon könnt ihr ausgehen, dass dieser Mc Grath den Sprengsatz zusammengebaut hat. Diese Art von Bomben wird von terroristischen Organisationen auf der gesamten Welt bevorzugt. Weil es eben relativ einfach ist, an die benötigten Materialien zukommen.“
Danny nickte etwas geistesabwesend. Die Frage, wer den Pick up von Steve in die Luft gejagt hatte, war damit geklärt. „Was ist mit dem Brand in Laura Hills Haus?“
Charlie kratzte sich etwas gedankenverloren am Kopf. „Also die genaue Ursache haben wir noch nicht herausgefunden. Aber wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen das der Brand hier,“ Charlie tippte auf der Tastatur des PCs herum und es öffnete sich schließlich auf einem größeren Schirm an der Wand ein Bild, welches einen Teil des abgebrannten Hauses zeigte, „ausbrach. Das Feuer hat sich von der Terrassentür ausgebreitet, da hier der größte Schaden entstand. Es muss rasend schnell auf die anderen Bereiche übergegriffen haben. Vermutlich ist ein Brandbeschleuniger benutzt worden. Um was es sich dabei genau handelt, kann ich allerdings noch nicht sagen.“
„Von der Terrassentür aus, sagst du?“, wollte Danny noch einmal bestätigt haben. Charlie nickte jetzt nur.
„Also kann man fast davon ausgehen, das derjenige, der den Brand gelegt hat auch nach dort entkommen ist.“
„Ja. Das war die einzige Möglichkeit zu entkommen. Einen anderen Ausweg gab es nicht mehr.“ Bestätigte Charlie.

Auf dem Weg ins Hauptquartier traf er vor dem Eingang auf Chin.
Dieser hatte bereits Max einen Besuch abgestattet.
„Und was sagt Max?“ Überfiel Danny dann auch gleich seinen Kollegen.
„Eine Identifizierung der Leiche ist nicht einfach. Dadurch, dass die Leiche auf dem Rücken gelegen hat, kann Max aber eine Knochenmarks DNA Analyse durchführen, sollten die Zähne keinen Aufschluss geben. Max braucht dann nur noch DNA zum Vergleich. Was er aber mit Sicherheit bereits ausschließen kann, ist, dass es sich um Steve handelt. Laut Max ist die Leiche wesentlich kleiner. Nach einer ersten Messung, des Skelettes und Knochenschädel müsste es sich um eine weibliche Person handeln.“
Danny war einerseits die Erleichterung anzusehen aber gleich darauf auch so etwas wie Bestürzung. Denn nun konnten sie fast davon ausgehen, dass es Laura Hills war, die bei dem Feuer ums Leben gekommen war.
„Nicht ganz,“ schränkte Chin Danny lauten Gedankengang ein. „Max hat im Schädelknochen ein Einschussloch gefunden. Die Person ist von hinten erschossen worden. Sie war bereits tot, als der Brand ausbrach.“
Inzwischen waren sie oben in der Halle angekommen und Danny blieb stehen und zeigte auf Steve's Büro.
„Was zum Teufel geht hier vor? Und wo verdammt steckt Steve?“

*
Stille, absolute unbarmherzige Stille, war das Erste, das er realisierte, als er langsam wieder zu Bewusstsein kam. Er horchte in sie hinein, in diese Stille, nichts. Er versuchte die Augen zu öffnen und realisierte, dass er eine Augenbinde trug. Und einen Gehörschutz. Und eine Atemmaske über Mund und Nase. Er konnte sich kaum bewegen, da er mit Riemen an gefühlten tausend Gelenken auf ein Bett gefesselt war. Er nahm zumindest an, dass es ein Bett war. Er versuchte zu ertasten, worauf er lag, doch seine Hände waren in etwas eingepackt, das sich wie ein mit Watte gefüllter Luftballon anfühlte. Der Schmerz an seinem Hals strahlte in den ganzen Körper aus, doch hatte er gelernt körperlichen Schmerz auszublenden. Wo war er? Was war geschehen? Er erinnerte sich an Laura's Haus, an den Einbrecher und den zweiten Kerl, den er erst viel zu spät bemerkt hatte. Wie hatte sich der zweite Mann bloß unbemerkt anschleichen können? Das hätte ihm nicht passieren dürfen.
*

Danny und Chin saßen der Gouverneurin in deren Büro gegenüber.
Die Gouverneurin schien zwar sehr mitgenommen und sie rang sichtbar um Fassung, da es fast sicher war, das es sich bei der Toten, die man im Haus gefunden hatte, um Laura Hills handelte, aber trotzdem weigerte sie sich zu glauben, dass ihre persönliche Assistentin tot war.
„Hören sie. Solange ich keinen eindeutigen Beweis dafür in den Händen halte, dass es sich wirklich um Miss Laura Hills handelt, werde ich nicht ihre Familie verständigen. Ich wünsche, dass sie alles andere von ihren Schreibtischen räumen und diesen Fall so schnell wie möglich aufklären. Außerdem finden sie McGarrett!“
„Sie können versichert sein, das wir alles daran setzten Steve zufinden,“ schaltete Danny sich ein.
Chin konnte nur bestätigend nicken. „Ich kann mir vorstellen, dass sie die Sache mit Miss Hills sehr mitnimmt, Ma' am. Aber es wäre hilfreich, wenn wir uns im Büro von Miss Hills umschauen dürften. Es könnte sein, dass wir dort einen Hinweis finden, der uns Aufschluss über die Verbindung von Laura Hills und McGarrett gibt.“
Pat Jameson schien mit ihren Gedanken völlig woanders zu sein, daher brauchte sie einen kleinen Augenblick um Chin's Bitte nach zukommen. „Ja natürlich. Ich werde jemanden rufen, der sie zu Lauras Büro führt.

Laura Hills Büro wies kaum etwas Persönliches von ihr auf.
Das Mobiliar bestand aus einem Schreibtisch, der etwa zwei Meter vor dem Fenster stand. Unter der Fensterbank stand ein kleiner Aktenschrank, der genau wie der Schreibtisch, aus dunkelen Holz gefertigt war.
Vor dem Schreibtisch standen zwei dunkelbraune lederbezogene Sessel. An der gegenüberliegenden Wand stand eine Sitzgruppe. Bestehend aus zwei Couchen und einem Sessel. Alles ebenfalls mit dunkelbraunen Leder bezogen. An der Wand, die sich gegenüber der Tür befand, stand ein kleiner Schrank, darauf stand ein Fernseher. Die Wände zierten einige hawaiianische Landschaftsbilder.
Auf ihrem Schreibtisch stand ein Familienfoto. Es zeigte Laura und offensichtlich ihre Eltern.
Während Chin die Papiere auf Lauras Schreibtisch durchsah, machte sich Danny daran, den Inhalt des Schreibtisches zu untersuchen.
In der obersten Schublade befanden sich nur, ordentlich nebeneinanderliegend etliche Kugelschreiber, eine Schere sowie eine kleine Dose mit Büroklammern, ein Locher und ein kleiner handlicher Tacker.
Danny schloss die Schublade und zog die darunter liegende auf. Hier fand er Schreibpapier und Briefumschläge vor. Er schloss auch diese und zog die untere Schublade auf. Auf den ersten Blick war der Inhalt uninteressant und Danny zog die Schublade noch ein wenig weiter heraus. Aber irgendetwas klemmte.
Die Lade ließ sich nicht ganz herausziehen.
Er hatte bisher auf dem Schreibtischstuhl gesessen, jetzt aber stand er auf und ging in die Hocke und zog noch kräftiger an der Schublade. Chin beobachtete ihn dabei. „Was hast du?", fragte er dann seinen Kollegen.
„Keine Ahnung. Da klemmt was.“ Danny zog jetzt mit Gewalt daran. Die Schublade rutschte jetzt zwar ganz heraus aber gleichzeitig hörte Danny, wie etwas herunterfiel. Er stellte die Schublade auf den Schreibtisch und griff nun in das leere Fach. Er musste sich dafür etwas nach vorne beugen und seinen Arm lang ausstrecken, um den Gegenstand greifen zu können. Chin kam um den Tisch herum und schaute nach unten und auf das, was Danny zutage beförderte. Sein Kollege hielt einen kleinen Schlüssel in der Hand.
„Sieht aus wie ein Schlüssel zu einem Schließfach", schlussfolgerte Chin.
Danny kam hoch und besah sich den Schlüssel genauer, dann nickte er. „Ja. Er hat eine Nummer eingraviert.
Er drehte den Schlüssel und auf der Rückseite konnten sie nun, „Central Pazific Bank“ entziffern.
„Das Schließfach sollten wir uns ansehen,“ entschied Danny und im nächsten Augenblick verließen sie das Büro von Laura Hills.

*
Steve versuchte mit winzigen Bewegungen seine Fesseln zu lockern, ohne Erfolg. Gedanken rasten durch seinen Kopf. Bilder von Gefangenen in Guantanamo, die durch sensorische Deprivation einer Gehirnwäsche unterzogen werden sollten. Sie hatten stundenlang gefesselt im Hof knien müssen, die Augen verbunden, mit Gehörschutz, Atemmaske und Handschuhen, sodass sie möglichst keinen äußeren Reizen ausgesetzt waren. Er hatte die Studien gelesen, die seit dem Koreakrieg regelmäßig von den verschiedensten Behörden verfasst worden waren. Wer auch immer ihn in seine Gewalt gebracht hatte, hatte wohl dieselben Berichte gelesen. Sollte er nun eine Gehirnwäsche bekommen, oder nur gefoltert werden? Wie auch immer, niemand würde ihn klein kriegen. Niemand. Er war ein SEAL, und auch für solche Situationen ausgebildet. Er würde sich seine eigenen Reize verschaffen.


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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Mai 27, 2013 4:38 am

Kapitel 15

Sie befanden sich im Schließfachraum der Central Pazific Bank. Es war für Chin und Danny nicht schwer gewesen, Zutritt zu erhalten. Sie hatten lediglich ihre Dienstausweise gezeigt.
Ein Bankangestellter hatte sie dann hier herunter begleitet und das äußere Schließfach mit einem Schlüssel geöffnet. Nun zog Danny die metallene Kassette heraus und stellte sie auf dem Tisch, der sich vor den Schließfächern befand, ab. Er nickte dem Bankangestellten freundlich zu.
“Danke, aber den Rest schaffen wir alleine.”
“Selbstverständlich.” Der Mann im tadellos sitzenden dunkelblauen Anzug nickte nur kurz mit dem Kopf dann zog er sich auch schon zurück.
Danny steckte den Schlüssel in die dafür vorgesehene Öffnung und drehte ihn herum dann hob er den Deckel an und klappte ihn nach hinten.
Zuoberst lagen einige Dokumente. Er nahm sie heraus, aber sie beinhalteten nur für ihre Ermittlungen Unwichtiges. So befand sich eine Versicherungspolice darunter, die Laura Hills Eltern zu ihren alleinigen Erben erklärte. Nachdem sie einen kurzen Blick auf die restlichen Papiere geworfen hatten, legten sie diese auf den Tisch und Danny nahm ein kleines, in rotes Leder gebundene, Buch aus der Kassette. Es war mit einem Druckverschluss versehen und Danny öffnete diesen. Dann blätterte er ein paar Seiten durch. Chin stand unmittelbar neben ihm und schaute sich die Eintragungen an. Nur wurden sie beide nicht so richtig schlau daraus. Es handelte sich um reine Blankoseiten, auf denen lediglich Buchstaben und Zahlen geschrieben standen.
"Sieht aus, als würde es sich um eine Art Codierung handeln." Chin zeigte auf die Buchstaben und Zahlenkombinationen. "JN 91611M630/745ABR oder hier JW 92011S500/550Hak."
Danny konnte dies nur bestätigen. "Ja sieht so aus. Das soll sich Charlie mal genauer ansehen."
Gleich darauf nahm er einen weißen Umschlag heraus und öffnete ihn. Er war nicht zugeklebt, nur die Lasche war eingesteckt. Danny schaute hinein und zog einen Negativstreifen heraus. Er hielt ihn hoch und gegen das Licht. Sehr überrascht sahen sich Chin und Danny dann an.
"Diese Fotos hat Steve vor vier Tagen anonym erhalten"
Danny erinnerte sich. Steve hatte sie ihm gezeigt, nachdem er davon erzählt hatte. Er hatte seinen Freund noch nie zuvor so geschockt gesehen. Diese Bilder, auf denen seine Tochter abgebildet war, brachten ihn aus der Fassung und veranlassten Steve schließlich dazu, alles vorzubereiten, um Cathy von der Insel zuschaffen. Sie hatten beide die gleiche Vermutung angestellt, wer hinter diesen Fotos steckte und waren sich einig, das es nur, Wo Fat sein konnte. Obwohl dies eigentlich nicht seine Art war. Schließlich hatten sie sich darauf geeinigt, das Wo Fat beabsichtigte Steve dadurch einzuschüchtern und ihn diese Drohung von weiteren Ermittlungen abhalten würde.
Doch sie hatten sich geirrt, wie sich jetzt herausstellte. Nicht, Wo Fat hatte, die Fotos geschickt, sondern Laura Hills. Aber warum?
Darauf fand weder Danny noch Chin eine Antwort.
Ganz unten in der Kassette lag ein weiteres Kuvert. Chin griff jetzt hinein und nahm es heraus.
Es war kleiner als andere und einmal in der Mitte zusammengefaltet. Er klappte es auseinander und Chin ertastete sofort den kleinen Gegenstand, der sich darin befand, und hielt ihn im nächsten Augenblick schon in der Hand.
Ein kleiner goldener Schlüssel.
Chin brauchte nicht lange, bis er wusste, wo er diesen Schlüssel schon einmal gesehen hatte.
"Der war im Werkzeugkoffer. Steve hat ihn mir gezeigt, bevor bei ihm eingebrochen wurde.
Er hatte ihn überall im Haus ausprobiert aber nirgends passte dieser Schlüssel. Steve glaubte, dass er auf einen Schrank oder ein anderes Möbelstück passen müsste."
"Ja gut. Aber wie kommt Laura Hills an ihn? Das ist dann das zweite Beweisstück, das sich in ihren Händen befunden hat." Danny war das alles zu hoch. Aber wenn man eins und eins zusammenzählte, dann konnte all dies, was sie bisher wussten, nur bedeuten, das Laura Hills mit, Wo Fat zusammengearbeitet hatte. "Warte mal. Da ist noch was drin." Danny förderte eine kleine Speicherkarte zutage. Fast hätte er sie übersehen. Jetzt aber hielt er sie zwischen Daumen und Zeigerfinger und drehte sie dabei hin und her, als warte er drauf, dass sie ihm ihr Geheimnis mitteilte.
Chin legte die anderen Sachen zurück in die Kassette und nahm Danny den kleinen Chip ab. "Dann wollen wir doch mal sehen, was da drauf ist."

*
"S-e-n-s-o-r-i-s-c-h-e D-e-p-r-i-v-a-t-i-o-n", buchstabierte Steve nun sicher schon zum vierzigsten Mal in seinen Gedanken. Der Entzug von sensorischen Reizen, von Sinneseindrücken, war schon lange ein Mittel der Folter oder um Gefangene gefügig zu machen. Isolationshaft war nur der Anfang einer endlosen Kette von Möglichkeiten.
".... -. ... --- .-. .. ... ---- . -.. . .--. .-. .. ...- .- - .. --- -.", morste er, indem er mit seinen Zähnen klapperte. Einfach erklärt würden sich seine Sinneszellen beginnen zu langweilen, wenn sie keine äußeren Reize mehr empfingen, und darum würden die Zellen selbst etwas erfinden. Halluzinationen. Doch soweit war es noch nicht. Würde es nicht kommen. Sein Team würde ihn finden, Joe würde ihn finden, der war ihm ja gefolgt bis zu Lauras Haus, das hatte er wohl bemerkt.
"Let the sunshine, let the sunshine in, the sunshine in", summte er leise. Seine Finger kratzten unermüdlich durch die watteähnliche Substanz, die seine Hände umgab. Er kniff die Augen zusammen, bis sich hinter den geschlossenen Augenlidern lustige Muster bildeten. Wie lange er wohl schon hier lag? Er hatte Durst, Hunger, und musste eigentlich ganz dringend aufs Klo. Wie lange würde er noch hier liegen müssen?
*

Chin saß an seinem Schreibtisch, Danny stand hinter ihm und sah ihm über die Schulter.
Chin schob den kleinen Speicherchip in den dafür vorgesehenen Schlitz an seinem Notebook.
Sie brauchten nicht lange warten und der Datenträger öffnete sich. Auf dem Schirm erschienen mehre Icons.
"Das sind alles Audiodateien." Dies erkannte selbst Danny mit einem Blick. Er trug noch immer den Arm in einer Schlinge. So langsam nervte ihn dieses Ding und am liebsten hätte er sie in die nächste Ecke geschleudert. Das hatte er schon Heute Morgen getan, es aber bald darauf bereut, denn der Arm begann nach kurzer Zeit höllisch zuschmerzen. Er wollte gerade China auffordern eine von den Dateien zu öffnen, als sein Kollege schon eine auswählte. Gleich darauf wurden sie Zeuge eines Telefongesprächs, wie unschwer an der Tonqualität zuhören war. Es handelte sich um eine weibliche und eine männliche Stimme. Allerdings gab dieses Gespräch nicht sehr viel her. Hier verabredeten sich lediglich zwei zu einem Schäferstündchen. Also klickte Chin die nächste an. Das, was sie nun zu hören bekamen, war schon interessanter.
>Ich muss mit dir reden< sagte die weibliche Stimme.
>Ja gut<. Dann hörte man etwas leise rascheln. So als wenn jemand in einem Buch blättert. >Nächsten Dienstag hab ich Zeit<. Scheinbar hatte der Mann am anderen Ende in seinem Terminplaner geschaut.
>Nein. Solange kann ich nicht warten. Wir müssen uns jetzt treffen< Behahrte die Frau.
Ein lang gezogener Seufzer war zuhören, dann willigte der Mann ein. >Gut. Aber es geht erst morgen Abend. Acht Uhr. Wie immer<
Dann war das Gespräch beendet.
Danny und Chin sahen sich für einen Moment an. Beiden konnte man ansehen, dass sie fieberhaft überlegten, woher ihnen beide Stimmen bekannt vorkamen.
"Mach die Nächste auf", wies Danny dann seinen Kollegen an und Chin klickte auch schon den nächsten Icon an. Gerade als sie Joe White kommen sahen.
Joe sah in ihre Richtung und Chin winkte ihn heran. Dieser öffnete die Glastür zum Büro.
"Ich glaube Sie kennen sich." Deutete Chin dann auf Danny und Joe nickte, als er bereits Danny seine rechte Hand entgegen streckte. "Ja wir sind uns kurz begegnet. Danny stimmt’s?"
"Ja. Und Sie sind Joe White, McGarretts Ausbilder."
"Genau."
"Wo waren sie Joe?"
"Ich habe versucht, Steve zu finden."
Chin nickte. "Inzwischen wissen wir, dass die Leiche im Haus nicht die von Steve ist."
"Ja, das dachte ich mir. Deshalb habe ich bei ihm zu Hause nachgeschaut und auch an anderen Orten, von denen ich weiß. Aber es fehlt jede Spur von ihm. Darf ich fragen, was das ist?" Joe zeigte auf den Bildschirm des Notebook.
"Das sind Audiodateien. Wir haben den Chip in Laura Hills Bankschließfach gefunden. Vielleicht ist ja was darauf, das erklärt, warum Steve bei ihr war."
Joe nickte. "Darf ich hier bleiben? Vielleicht kann ich ja helfen."
Danny und Chin hatten nichts dagegen. Auch wenn Joe sich mit ihrer Arbeit bei der Task-Force nicht auskannte. Sie konnten jede Hilfe gebrauchen, jetzt wo sie nur zu zweit waren und jede Spur von Steve fehlte.
>Wegen unserem Gespräch gestern Abend,< hörten sie im nächsten Moment wieder die gleiche männliche Stimme, wie auch bei den anderen beiden Malen. Chin hatte die Audiodatei wieder geöffnet.
>Es ist mir ernst.< Antwortete jetzt die Frau. >Karl. Ich will das, das aufhört. Ich kann das nicht länger<
„Scheint als würde da jemand eine Affäre beenden wollen," warf Danny dazwischen. Chin stoppte sofort die Datei, doch Joe bedeutete ihnen, durch eine kurze Handbewegung, dass Danny ruhig sein sollte. "Moment noch. Chin bitte spielen Sie das weiter ab."
>Du hängst genau so mit drin wie wir alle. Also wirst du weiter den Mund halten!< Der Mann hörte sich jetzt schon leicht gereizt an. >In ein paar Monaten werde ich Jameson ablösen. Dann werde ich dieses ganze japanische Gesindel von der Insel jagen. Aber jetzt brauche ich Wo Fat noch<
Alle drei schauten sich mit offenem Mund an, als Chin die Datei jetzt stoppte. Danny fasste sich als Erster. "Das ist Dearing."
"Und Laura Hills", fügte Chin hinzu. Denn inzwischen hatte er die Stimme erkannt. Auch wenn er nicht viele Worte mit Laura gewechselt hatte und sich auch die Stimme etwas verfälscht anhörte, so wie das eben bei Telefongesprächen üblich war, so hatte er sie letztlich doch identifizieren können.
"Dearing? Ist das nicht der Senator, der in die Entführungsgeschichte dieser jungen Mädchen verstrickt ist. Bei, der auch Steves Tochter entführt wurde und den Steve in Halawa aufsuchen wollte?", hakte Joe nach.
"Ja wollte er, aber als Steve dort eintraf, war Dearing bereits tot," berichtete Chin.
Das überraschte Joe jetzt, denn natürlich war er davon noch nicht unterrichtet. Aber er besaß eine sehr schnelle Denkweise. "Wir sollten überprüfen, ob diese Laura Hills den Kerl in Halawa besucht hat. Wenn sie mit ihm zusammengearbeitet hat, wäre dies immerhin eine Möglichkeit."
"Ja gut. Aber was sollte uns das bringen?", fragte Danny nach. "Dearing ist tot und aller Wahrscheinlichkeit nach Laura Hills ebenfalls." Danny war nicht gewillt, seine Zeit mit solchen, in seinen Augen inzwischen unwichtigen Dingen, zu verbringen.
"Das ist zwar richtig. Aber wenn Miss Hills ihn im Gefängnis besucht hat, wäre es doch immerhin möglich, das jemand anders davon Kenntnis hat und sich gezwungen sah, beide zu beseitigen, bevor einer von ihnen auspackt." Joe hatte inzwischen die Arme vor der Brust verschränkt und sah abwartend von einem zum anderen.
Chin pflichtete ihm als Erster bei.
"Da könnte er recht haben. Und irgendwo müssen wir anfangen."
Danny musste sich wohl oder übel geschlagen geben. "Schön. Aber sollten wir nicht auch weiter nach Steve suchen?"
"Sie haben recht. Aber Steve ist ein SEAL. Wer weiß, was er dort im Haus gefunden hat und deshalb untergetaucht ist. Ich bin davon überzeugt, dass Steve, sobald er sicher ist, nicht verfolgt zu werden, versuchen wird Kontakt mit einem von uns aufzunehmen."

*
"28, 29, 30, 31." 31? Jetzt hatte er sich verzählt. Erneut fuhr er mit der Zunge über seine Zähne und begann einmal mehr mit zählen. 32 Zähne hatte ein erwachsener Mensch, inklusive Weisheitszähne, und ihm war kein Einziger entfernt worden. Also musste er 32 Zähne haben. "16, 17, 18..." Er zuckte zusammen, als er den Griff an seinem Arm spürte. Er hatte niemanden den Raum betreten hören, natürlich nicht, aber nun war jemand da. Wut über seine Hilflosigkeit, über das Ausgeliefertsein stieg in ihm hoch, sodass er den Stich in seine Vene kaum spürte. Was wurde ihm jetzt gespritzt? Wollte man ihn bloß ruhig stellen, wurde ihm eine Droge verabreicht, oder vielleicht war das eine Todesspritze? Er fühlte Hände an seinem Gesicht, und für einen kurzen Moment wurde die Augenbinde abgenommen. Er blinzelte ins helle Licht, direkt in ein Gesicht, das ihn herablassend anlächelte. Bevor er realisierte, wer ihn da ansah, saß die Binde wieder über seinen Augen. Langsam begriff er, in wessen Gewalt er sich befand.
Wo Fat.



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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Jun 03, 2013 10:01 pm

Kapitel 16


Cathy saß mit angewinkelten Beinen auf dem schmalen Einzelbett in ihrem Zimmer. Die Hände hatte sie um ihre Knie geschlungen.
Die Einrichtung war zweckmäßig. Bett, Nachttischen, Schrank, zwei Sessel und ein kleiner runder Tisch. Über dem Kopfende des Bettes war noch ein Regal angebracht und an der Wand hinter der Tür bewand sich eine Garderobenleiste mit fünf Haken.
Auf dem Nachtisch neben ihrem Bett standen die beiden Fotografien, die ihr Steve noch eingepackt hatte. Das Bild, das ihren Dad zeigte, besaß allerdings kein Glas mehr, sodass sein Foto jetzt nur noch von dem hellen Holzrahmen gehalten wurde.
Seit einer Woche waren sie jetzt hier und die meiste Zeit verbrachte Cathy auf ihrem Zimmer.
Die Männer hatten sich zwar alle vorgestellt, aber sie hatte sich ihre Namen nicht gemerkt. Es war ihr auch egal. Sie wollte mit keinem von ihnen Kontakt. Sie wollte in Ruhe gelassen werden und bisher hatten sie dies auch respektiert.
Nur wenn es Essen gab, klopfte einer von ihnen an ihre Tür und sagte ihr Bescheid. Bisher war sie allerdings den gemeinsamen Mahlzeiten ferngeblieben und hatte sich dann später alleine in der Küche etwas gemacht, um es mit auf ihr Zimmer zunehmen.
Wenn es das Wetter zuließ, ging sie die Dünen, die direkt hinter dem Haus lagen, hinauf und saß dann stundenlang auf den verwitterten Holzstufen, die hinunter an den Strand führten. Allerdings bestand Mike darauf, dass sie nicht ohne Mütze nach draußen ging und ihre langen Haare dann auch immer darunter versteckte. Außerdem hatte er ihr eine Brille gegeben, die sie aufsetzen musste. An den wenigen Tagen, an denen die Sonne schien, hatte sie eine Sonnenbrille benutzt.
Überhaupt kotzte sie es nicht nur an, das sie auf dieser Insel, meilenweit von zu Hause fern, festsaß. Hinzu kam, dass es hier zwar Sommer war, aber trotzdem regnete es ständig und es war zeitweise ziemlich kühl.
Cathy starrte vor sich hin, als es an der Tür klopfte.
„Essen ist fertig.“ Hörte sie einen der Männer durch die Tür. Eine Antwort gab sie nicht.
Einige Minuten später stand sie auf, nahm sich ihre Jacke, immer noch die schwarze, die Mike ihr in Ramstein übergeben hatte, vom Garderobenhaken, zog sich die Boots an und verließ das Zimmer.
Als sie nach unten ging, hörte sie Stimmen aus der Küche. Die Männer saßen beim Essen. Sie wusste nicht, ob sie, sie bemerkt hatten. Wahrscheinlich, aber keiner von ihnen beachtete sie oder sprach sie an. Also ging sie durch das Wohnzimmer und öffnete dort die Terrassentür, um nach draußen zutreten.
Der relativ große Garten machte einen gepflegten Eindruck. Der Rasen war kurz geschnitten. Nur Bäume gab es nicht. Kein einziger stand hier. Man hatte freien Blick über das gesamte Grundstück. Bei schönem Wetter konnte man grillen. Dafür gab es extra einen Grill, der vor dem Wind geschützt von drei Seiten mit einer Mauer umgeben war.
Cathy ging durch den von einer zwei Meter hohen Hecke eingezäunten Garten und schloss das Eisentor auf. Nur ein paar Schritte und sie stieg die Holzstufen, die auf die Deichkrone führte, hoch.
Oben angekommen musste sie einige Schritte gehen, um an den Rand der Deichkrone zu gelangen. Von dort führten die Stufen dann nach unten an den Strand. Aber sie ging nicht bis nach ganz unten. Sie setzte sich auf die dritte Stufe und starrte auf die Brühe, die man hier Meer nannte.
Immer wieder drifteten ihre Gedanken ab. Zu dem Tag, als ihr Vater nach Hause gekommen war und ihr sagte, dass sie die Insel verlassen musste.
Mit Entsetzen hatte sie gesehen, wie die Kugel, die von draußen irgendwo abgefeuert worden sein musste, in ihrer Zimmerwand einschlug. Voller Angst war sie zusammen mit ihm aus dem Zimmer gerobbt, dann nach unten gerannt und dort gleich nach draußen und in das wartende Fahrzeug gestiegen. Sie hatte den Mann, der das Auto fuhr, zuvor noch nie gesehen.
Sie hatte so viele Fragen. Konnte das alles nicht verstehen. Aber es war niemand da, der ihr Antworten gab. Auch ihr Vater hatte das nicht getan.
Natürlich hatte sie, an dem Abend als er sie allein in seinem Büro zurückgelassen hatte, versucht auf seinem Notebook etwas zu finden. Aber sie war nicht weit gekommen. Sobald sie die Dokumente öffnen wollte, wurde ihr der Zugang verwehrt und sie sollte ein Passwort eingeben. Sie wusste nicht, wie vorsichtig ihr Vater in dieser Beziehung war, und gab es nach dem zweiten fehlgeschlagenen Versuch auf. Nicht auszudenken, wenn nach dem dritten vergeblichen Versuch das Passwort zu knacken, eine automatische Sperre eingetreten wäre. Dann hätte ihr Vater sofort gemerkt, dass sie sich nicht an die Absprache gehalten hatte.
So verging die Zeit, in der sie einfach nur auf die Nordsee hinaus sah. Sie hatte, versunken in ihre Gedanken, nicht bemerkt, wie Mike zunächst einen Moment etwas weiter weg hinter ihr gestanden hatte und dann näher gekommen war. Erst als er sich unaufgefordert neben sie setzte, schaute sie kurz zu ihm herüber, um dann gleich wieder ihren Blick nach vorne zurichten.
„Ich weiß, dass es schwer für dich ist. Aber wir sollten versuchen das beste daraus zumachen. Niemand von uns weiß, wie lange wir hier bleiben werden aber Tatsache ist, wir hängen hier nun mal mehr oder weniger aufeinander. Also sollten wir sehen, das wir einigermaßen miteinander
zurecht kommen. Wenn du uns weiterhin aus dem Weg gehst, machst du uns die Sache nur unnötig schwer.“
Mike hatte seine Worte mit sehr viel Bedacht gewählt. Sie hatten sich darüber geeinigt, dass einer von ihnen versuchten musste, zu ihr durch zudringen. Sie dazu zubringen, mit ihnen zumindest das Nötigste zu reden. Denn wenn sie hier wirklich angegriffen wurden, wovon zwar eigentlich niemand ausging, denn dieses Versteck war bisher noch nie verraten worden, mussten kurze und knappe Anweisungen genügen. Sie hatten dann keine Zeit für großartige Erklärungen. Außerdem war es an der Zeit, ihr die komplette Einrichtung des Hauses zu zeigen. Inklusive Keller, wo die Schaltzentrale eingerichtet war, durch die sie in Kontakt mit ihrer Einsatzleitstelle standen. Außerdem befand sich dort unten auch ein Schutzraum, in den sie Cathy bringen würden, wenn es die Situation erforderte. Im schlimmsten Fall musste sie diesen auch alleine aufsuchen.
„Hör zu. Du musst uns nicht mögen. Wir erwarten auch nicht, das du mit uns Freundschaft schließt aber es ist wichtig, das du zumindest mit uns redest. Es gibt da nämlich einige Dinge, die wir dir zeigen müssen.“
Mike wartete weiterhin geduldig auf eine Reaktion von Cathy. Er erinnerte sich dabei, wie er sie zum ersten Mal gesehen hatte. Vor ein paar Wochen auf dem Tanker in diesem Verlies. Damals war sie völlig apathisch gewesen. Zerschunden und missbraucht hatte sie rings um sich herum nichts wahrgenommen. Dieses Mädchen hier neben ihm hatte damit so gar nichts mehr gemeinsam. Es war Trotz und Wut, die sie zurzeit beherrschten. Auch wenn er selbst keine Kinder hatte, so konnte er sie dennoch verstehen. Es hatte ihm selber wehgetan sie von ihrem Vater fort zureißen. Aber sie hatten keine andere Wahl gehabt.
„Ich hatte auch nicht vor neue Freundschaften zu schließen. Also zeigen Sie mir, was Sie mir zeigen müssen und lassen mich einfach weiter in Ruhe.“
Cathy hatte nicht vor sich länger seine Reden anzuhören. Sie brauchte niemanden, mit dem sie reden konnte. Es würde ja ohnehin kaum einer verstehen und diese Männer schon gar nicht. Es war ihr Job, mehr nicht. Um alles andere brauchten sie sich nicht zukümmern und es interessierte sie höchst wahrscheinlich auch überhaupt nicht.
„Du hast wahrscheinlich eine unbändige Wut auf deinen Vater und das kann ich sogar verstehen. Aber glaub mir, dadurch, dass du es uns schwer machst, ist niemandem geholfen.“
Und obwohl sie es gar nicht wollte, brach es doch aus ihr heraus. „Falsch. Ich bin nicht wütend auf meinen Vater. Ich hasse ihn. Hasse ihn für das, was er getan hat. Dafür, dass er mich einfach wegbringen ließ. Ohne mir eine Erklärung zugeben. Ich habe ihm vertraut und er hat es missbraucht.“
„Nein. Glaub mir, du hasst ihn nicht. Es gehört eine ganze Menge dazu, jemanden zu hassen. Dass was dein Vater getan hat, geschah aus einem einzigen Grund. Er wollte dich in Sicherheit wissen. Weil er es sich niemals verzeihen würde, wenn dir etwas passieren würde.“
„Und woher wollen Sie das wissen, kennen Sie ihn?“
„Was heißt kennen, ich habe mit ihm zusammen einen einzigen Einsatz gehabt. Aber bei diesem einen Einsatz wurde uns allen klar, wie sehr er dich liebt und wie es ihn getroffen hat, als er dich auf dem Tanker endlich gefunden hatte.“
Die letzten Worte ließen Cathy aufhorchen. „Woher wissen Sie ..., waren Sie dabei?“
Mike nickte langsam. Er spürte instinktiv, dass er genau die richtigen Worte gesagt hatte, dass es genau das war, womit er Cathy aus der Reserve locken konnte.
„Ja. Ich war zusammen mit deinem Vater einer der Ersten die diesen Raum, in dem man euch gefangen hielt, betreten haben. Du kannst mir glauben, dass ich noch nie einen SEAL so hilflos und geschockt, wie in diesem Moment gesehen habe, als er dich dort drinnen in den Armen hielt. Er hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt um dich dort rauszuholen und im nach hinein, wussten wir alle, dass es das Richtige war. Zudem sind wir alle wirklich froh dich heute so zusehen. Nichts lässt, zumindest äußerlich, darauf schließen, was dir angetan wurde. Und ich glaube, nein eigentlich weiß ich, dass ihm dieser Schritt nicht leicht gefallen ist. Freiwillig hat er dich sicherlich nicht gehen lassen.“
Cathy hatte die ganze Zeit auf die Nordsee hinaus geschaut. Ihre Haltung ließ vermuten, dass ihr das alles, was Mike sagte, so ziemlich egal war. Aber sie begann zu schlucken.
„Wir hatten gerade angefangen, uns zu verstehen, als ich entführt wurde. Fünfzehn Jahre hab ich nichts von ihm gewusst und es war auch nicht einfach, als ich nach dem Tod meiner Mutter zu ihm zog. Wir haben uns am Anfang fast nur gestritten. Aber jetzt, jetzt kommen, kamen, wir richtig gut miteinander aus. Er wollte mir sogar die Nahkampftechnik beibringen. Wir hatten gerade mit dem Training angefangen. Und jetzt? Jetzt ist alles vorbei. Ich weiß ja nicht einmal, ob ich ihn überhaupt wiedersehen werde. Was ist, wenn ich nie wieder nach Hawaii zurückkehren darf?“
Cathy hatte Mühe die aufsteigenden Tränen zu bekämpfen. Denn ihr kam, zum wiederholten Male, in den Sinn, dass sie, als sie ihren Vater gefragt hatte, ob sie ihn je wiedersehen würde, keine Antwort erhalten hatte. Würde es ihr genauso gehen wie ihm damals?
Als sein Vater ihn fortgeschickt hatte.
Mike entging Cathys innerer Kampf nicht. Aber er wollte auch nicht zu sehr darin herumrühren.
„Mit welchem Training habt ihr angefangen?“
„Kondition, also Laufen und Schwimmen. Aber zu beidem sind wir nur einmal gekommen.“
„Wir laufen jeden Morgen, immer zu zweit. Und schwimmen gehen wir auch. Wenn du willst, kannst du dich gerne uns anschließen. Und wenn du soweit bist und wir immer noch hier sind, können wir dir auch unsere Kampftechnik beibringen.“
Cathy wandte jetzt ihren Blick auf Mike. Er schien das wirklich ernst zu meinen.
„Ist das Ihr Ernst?“ Fragte sie aber doch nach.
„Ja.“ Nickte Mike. „Und noch etwas. Ich heiße Mike.“ Er hielt ihr seine rechte Hand hin. Ohne lange zu zögern, ergriff Cathy diese. Vielleicht waren Mike und die anderen SEALs doch gar nicht so übel.
Sie saßen noch eine Zeit lang nebeneinander und Mike versuchte so weit es ihm möglich war, ihre Fragen zu beantworten. Dass sein Team sich mehr oder weniger freiwillig zu diesem Einsatz gemeldet hatte, weil sie mit Steve eben schon die Mädchen befreit hatten. Auch das Sie solch einen Auftrag bisher noch nicht durchgeführt hatten. Dass es wohl dem Verdienst der Familie McGarrett zu verdanken war, das die Navy diesem Auftrag zugestimmt hatte. Das, Verstecke, wie dieses Haus hier, gewissen Abteilungen der amerikanischen Regierung, auf der ganzen Welt zur Verfügung standen. Immerhin erfuhr Cathy auf Nachfrage, das wohl schon ihr Urgroßvater, ihr Großvater und eben auch ihr Vater der Navy gedient hatten. Und sie erfuhr, dass der Mann, der diese Operation in die Wege geleitet hatte und dafür verantwortlich war, Commander White hieß. Auch, dass sie ihren Einsatzbefehl sehr schnell erhalten hatten, erzählte Mike ihr. Dass niemand, außer ihnen und Commander White wusste, wo sie sich aufhielten.
„Nicht einmal mein Vater weiß, wo ich bin?“
„Nein. Nicht einmal er weiß es.“
„Aber wie soll er mich jemals finden, wenn er mit mir Kontakt aufnehmen will?“ Cathy war einigermaßen entsetzt, über das, was Mike ihr da gerade mitgeteilt hatte.
„Keine Angst. Er wird dich schon finden.“




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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Jun 10, 2013 10:35 pm

Kapitel 17

Chin und Danny waren in Halawa gewesen.
Wie sich herausstellte, hatte Laura Hills, Dearing tatsächlich besucht. Allerdings war sie nur ein einziges Mal im Besucherverzeichnis eingetragen. Das war gleich kurz nach dem Dearing verhaftet worden war. Ihr Besuch hatte auch laut Unterlagen nicht lange gedauert. Sie war gerade mal fünfzehn Minuten dort gewesen.
Die Besucherräumlichkeiten waren zudem kameraüberwacht.
Sie hatten sich die Aufzeichnung noch im Gefängnis angesehen. Zu ihrem großen Leidwesen, waren die Bänder allerdings ohne Ton. Sie konnten lediglich sehen, dass Dearing und Laura Hills heftig diskutierten.
Chin hatte sich das Band trotzdem aushändigen lassen, denn sie konnten zwar nichts damit anfangen, aber er war sich fast sicher, dass Joe jemanden kannte, der sich mit Lippenlesen auskannte.
Sie waren dann noch nicht ganz im Hauptquartier angekommen, als sich Max bei Danny meldete.
„Max. Was gibt es?“
„Also ich kann nun mit Sicherheit sagen, dass es sich bei der toten Frau um Laura Hills handelt. Das hat ein Vergleich der Zahnstellungen ergeben. Außerdem habe ich das Projektil aus dem Schädelknochen analysiert.
Es handelt sich um ein neun Millimeter Kaliber. Abgefeuert mit einer P8. Also mit Sicherheit nicht aus der Waffe von Commander McGarrett. Ich habe bereits Gouverneur Jameson davon unterrichtet.“
„Max, kannst du uns sagen, mit welcher Waffe dieser Mc Grath erschossen wurde?“
„Einen kleinen Moment. Ich schaue nach.“
Stille trat für einen kurzen Moment ein. Dann meldete sich Max wieder. „Das Kaliber ist ein 357 Magnum Geschoss, abgefeuert mit einem Revolver. Aller Wahrscheinlichkeit nach einer Smith and Wesson.“
„Danke Max.“, sagte Danny noch, bevor er das Gespräch beendete.
„Also wären diese Fragen geklärt“, sagte Chin, als sie den Eingang zum Iolani Palace betraten.
„Ja aber nicht wer sie erschossen hat. Und auch nicht die Frage, wo Steve ist und was er bei Laura wollte.“

*
Durst. Quälender Durst. Seit wann war sein Mund so trocken? Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare und sah sich um. Wo blieb bloß Cathy mit dem Bier? Cathy? Cathy war irgendwo, wo wusste er nicht. Er war gefangen, geknebelt, gefesselt, unter Drogen gesetzt von Wo Fat. Und nun hatte er wohl auch noch Halluzinationen. Erschreckend echt wirkende Halluzinationen. Welche der sogenannten Vergewaltigungsdrogen hatte man ihm gespritzt? GHB? Rohypnol? Scopolamin? Oder gar BZ? Hätte er es gekonnt, hätte er jetzt den Kopf geschüttelt, um diesen freizubekommen. Er würde sich nicht mehr lange gegen die Halluzinationen wehren können. Doch davor hatte er nicht wirklich Angst. Was aber hatte Wo Fat mit ihm vor, wenn er völlig willenlos war? Nach all den Zweifeln, die er gehabt hatte, war er nun aus tiefstem Herzen froh, dass er Cathy rechtzeitig weggeschickt hatte, und dass er keine Ahnung hatte, wo sie sich befand. Zumindest seine Tochter war in Sicherheit.
*

Inzwischen hatte Chin, Joe angerufen und ihn gebeten ins Hauptquartier zukommen.
„Also meine Herren, was gibt es?“, fragte Joe, als er Dannys Büro betrat.
„Wir haben eine Aufnahme aus Halawa, die Laura Hills mit Dearing zeigt, als sie ihn dort besucht hat.“
Joe nickte. „Das ist gut.“
„Ja, nur ist dieses Überwachungsband ohne Ton“, erklärte Danny.
„Das ist weniger gut.“
„Joe, kennen sie jemanden der, anhand der Lippenbewegung, sagen kann, was gesprochen wird?“
Chin wollte so schnell wie möglich wissen, was Laura mit Dearing verband. Sobald sie das in Erfahrung bringen konnten, würden sie auch herausfinden, warum Steve bei Laura gewesen war und vor allem wo er jetzt steckte. Dessen war sich Chin sicher.
Joe brauchte nicht lange überlegen. Er kannte genug Leute bei der Navy, die dafür ausgebildet waren, solche tonlosen Videoaufnahmen zu entschlüsseln. Nur wen sollte er damit beauftragen? Er musste sichergehen, dass derjenige absolut verschwiegen war. Doch schließlich nickte er. „Ja ich kenne in der Tat jemanden.“
„Gut. Dann sollten wir keine Zeit verlieren. Wer weiß, was da drauf ist und ob es uns nicht zu Steve führt. Irgendwas muss er doch mit Laura Hills zutun gehabt haben.“ Danny ging es wieder einmal nicht schnell genug. Um genau zu sein, machte es ihn schier wahnsinnig nicht zu wissen, was mit seinem Freund, Partner und Boss geschehen war. Steve konnte sonst wo sein. Vielleicht sogar schwer verletzt.

Schwer verletzt war Steve nicht, aber inzwischen völlig kraftlos. Er hatte vollkommen die Orientierung verloren, konnte sich nicht selbst auf den Beinen halten.
Man hatte ihn aus seiner Isolation befreit. Ihm die Fesseln abgenommen und aus dieser Watte ähnlichen Verpackung geholt. Allerdings den Ohrschutz und auch die Augenbinde trug er immer noch, als er jetzt von zwei starken Händen praktisch über den Boden geschliffen wurde. Unsanft drückte man ihn auf einen Stuhl, auf dem er sofort in sich zusammensackte. Seine Arme wurden ihm auf den Rücken gedreht und wieder wurde er an den Händen gefesselt. Dann wurden auch seine Knöchel an die Stuhlbeine gekettet. Langsam konnte er sich wenigstens halbwegs aufrichten.
Er hatte keine Ahnung was nun mit ihm geschehen würde. Dass man ihn töten wollte, konnte er sich nicht vorstellen. Dazu hatte Wo Fat schon längst die Gelegenheit gehabt. Überhaupt, dass er noch einen einigermaßen klaren Gedanken fassen konnte, verdankte er nur seiner Ausbildung und der Höllenwoche, durch die jeder Soldat gegangen war, der später zu den SEAL's ging. Jeder andere wäre an dieser völligen Isolation schon zugrunde gegangen und dem Wahnsinn verfallen.
Jetzt wurde ihm zuerst der Ohrschutz abgenommen. Aber es drangen keine Stimmen zu ihm. Er hörte lediglich, dass mehrere Personen atmeten. Er hörte dies überdeutlich. Durch den langen Informationsentzug waren seine Sinne nun viel schärfer ausgeprägt. Dann wurde ihm die Augenbinde abgenommen und er kniff erschrocken die Augen zu. Das Licht war entsetzlich grell und es brannte sich förmlich in seine Augen.
Als er sie öffnete, sah er in das widerlich triumphierende Gesicht von Wo Fat.
„Willkommen in meinem bescheidenen Reich, Steve.“
Erst wollte er Wo Fat entgegenschleudern, dass er für alles bezahlen würde, dann aber besann er sich eines besseren. Er musste wissen, was Wo Fat im Schilde führte, was er mit ihm vorhatte. Und im nächsten Moment sollte er es erfahren.
„Also Steve, erzählen Sie mir von Shelburne. Wo ist er?“
„Shelburne? Ich hab keine Ahnung. Wer ist Shelburne?“
„Komm schon. Du brauchst mir nichts vormachen. Wir sind Freunde. Also sag mir, wo ich Shelburne finde.“
Wo Fat's Lächeln war kalt und trügerisch.
„Ich weiß nicht, wer Shelburne ist.“
Es war Wo Fat anzusehen, das er die Geduld verlor aber noch hatte er sich unter Kontrolle.
„Also gut. Versuchen wir es mit etwas Leichteren. Deine Tochter.“
„Cathy,“ Steve musste aufstöhnen, als er ihren Namen hörte.
„Ja. Cathy. Ich weiß du willst sie wiedersehen. Willst, dass sie bei dir ist. Sag mir, wo ich sie finde und ich bringe sie zu dir.“
„Ich weiß nicht.“
„Doch du weißt, wo sie ist. Also sag es mir. Quäl dich nicht länger.“ Wo Fats Stimme umschmeichelte ihn. Wollte ihn Weich machen. Doch Steve schüttelte den Kopf.
„Ich weiß nicht, wo sie ist.“
Wo Fat beugte sich jetzt zu Steve hinunter und griff unter sein Kinn, zwang ihn somit, ihn anzusehen.
„Wo ist Cathy!“
„Ich weiß es nicht.“
Wo Fat ließ, ihn los und stellte sich Kerzengerade hin. Dann sah er zu seinen beiden Gehilfen. Stämmige und finster drein blickende Gestalten, die aus dem asiatischen Raum stammten. „Bringt ihn zurück! Er ist noch nicht soweit. Er braucht wohl doch etwas länger.“
Er war sich sicher, dass Steve ihn in diesem Zustand keinesfalls anlügen würde, also ging er davon aus, dass Steve einen sehr starken Willen hatte und dieser durch die Isolationshaft noch nicht vollständig gebrochen war.
Wo Fat selbst, setzte ihm wieder die Augenbinde auf und anschließend auch den Ohrschutz. Nun umfing Steve wieder völlige Dunkel- und Gehörlosigkeit
Gleich darauf beeilten sich die beiden, seine Fußfesseln zu lösen und er wurde vom Stuhl hochgerissen.
Man führte ihn zurück. Zurück in sein Gefängnis. Doch auf dem Weg dorthin spürte Steve, dass es unter seinen Füßen leicht schwankte.

Joe saß in seinem Auto und suchte eine Nummer auf seinem Iphone heraus.
Endlich fand er, was er suchte.
Er hielt das Gerät an sein linkes Ohr gedrückt und wartete darauf, dass sich der Teilnehmer am anderen Ende meldete.
„Hier spricht Commander Joe White. Lieutenant Rolins ich brauche ihre Hilfe.“
Er hatte damit gerechnet, das Lieutenant Cathrine Rollins überrascht war.
„Das kann ich ihnen schlecht am Telefon erklären. Können wir uns treffen?“
Wieder hörte er kurz zu, bevor er antwortete. „Ja. Ich weiß, wo das ist. In einer Stunde. Ich werde da sein. - Ach und noch eins. Das muss absolut vertraulich bleiben.“
Gleich darauf berührte er den Bildschirm und das Gespräch war beendet.

Nachdem Joe das Büro verlassen hatte, ging Danny noch einmal alles durch.
Angefangen bei dem Treffen mit Mc Grath im Top of Waikiki.
„Mc Grath hat kurz zuvor eine SMS erhalten. Gleich darauf zog er seine Waffe. Also können wir sicher sein, dass er mit dieser Nachricht gewarnt wurde.“
Chin nickte bestätigend. „Ja. Aber wir haben weder das Handy noch sonst etwas in seinem Besitz gefunden, das uns zu dem anonymen Hinweisgeber führt.“
„Die Autobombe, mit der Steve's Pick up in die Luft flog, stammt von Mc Grath. Daran dürfte ebenfalls kein Zweifel bestehen. Dearing starb durch die Hand von diesem Gefängnisaufseher Bryce. Soweit alles klar.
Bryce ist genau so tot wie Mc Grath und Laura Hills. Und auch wenn Laura und Mc Grath nicht mit
der selben Waffe erschossen wurden, bin ich sicher, dass alle diese Morde auf ein Konto gehen.“
Wieder konnte Chin nur nicken. „Wo Fat!“
„Genau. Aber wie passt Steve da rein? Ich meine, hat er gewusst, das Laura Hills mit Dearing und Wo Fat zusammengearbeitet hat? Hat er herausgefunden, dass Laura Hills ihm die Bilder von Cathy geschickt hat?
Wenn ja, warum hat er uns nichts davon gesagt?“
„Vielleicht war es nur eine Vermutung von ihm und er hatte noch keine handfesten Beweise. Wahrscheinlich wollte er sie zur Rede stellen und mit dem, was er hatte, konfrontieren“, überlegte Chin laut.
Danny nickte geistesabwesend. Sein Blick fiel auf den kleinen goldenen Schlüssel, den sie im Schließfach gefunden hatten. Jetzt nahm er ihn in die Hand und drehte ihn und her.
„Dieser Schlüssel befand sich in dem Werkzeugkoffer. Er muss also irgendwas mit den Dingen zutun haben, an denen Steve's Vater dran war. Chin ich glaube, wenn wir herausfinden, was es mit diesem Schlüssel auf sich hat, kommen wir ein ganzes Stück weiter.“
„Ja. Aber wie sollen wir herausfinden, zu welchem Möbelstück der Schlüssel passt? Steve hat bei sich zu Hause alles ausprobiert.“
Danny nickte wissentlich. „Ja. Aber er hat sicherlich nicht im HPD nachgesehen. Der alte McGarrett war Police Officer. Also könnte der Schlüssel dort irgendwo passen.“
„Du meinst, wir sollten den Schüssel an sämtlichen Schränken und Schreibtischen ausprobieren? Danny das kann Tage dauern.“
„Hast du eine bessere Idee?“ Danny wartete erst gar nicht auf die Antwort seines Kollegen. „Na also.“

Joe parkte seinen Jeep gegenüber dem Gelände der Universität von Hawaii auf dem Maile Way.
Er stieg aus und sah sich kurz um. Der Kamanele Park lag auf der gegenüberliegenden Seite.
Joe musste ein wenig suchen, bis er Ltd. Rollins abseits auf einer Bank sitzen sah. Von dem Baseball Feld, das hinter dem Park lag, drangen hin und wieder Geräusche herüber.
Joe ließ sich neben Rollins auf der Bank nieder. Auf eine förmliche Begrüßung verzichtete er. Beide trugen sie zivile Kleidung. Von daher war ein Salutieren nicht notwendig.
„Ltd. Rollins. Freut mich sie zusehen und danke das Sie gekommen sind.“
Cathrine nickte nur leicht. „Gleichfalls. Commander White. Wissen sie inzwischen, wo Steve ist?“
Joe hatte natürlich auch bei Cathrine Rollins nach Steve gesucht. Beziehungsweise telefonisch nachgefragt, ob sie etwas von ihm gehört hatte. Er wusste um die Beziehung der beiden. Auch wenn diese in den letzten Monaten doch eher distanziert gewesen war, wie Steve ihm selbst erzählt hatte. Die beiden hatten sich beim Nachrichtendienst der Navy kennengelernt und es war mehr entstanden als bloße Freundschaft. Aber aus Rücksicht auf seine Tochter hatte Steve die Beziehung etwas einschlafen lassen.
„Nein. Er ist immer noch verschwunden oder untergetaucht. Cathrine, ich habe hier ein Überwachungsvideo, auf dem der Ton fehlt. Können sie das jemanden geben, der uns sagen kann, was darauf gesprochen wird?“
Er hielt ihr die Chip Karte entgegen.
Cathrine sah auf den Chip. „Ich nehme an, dass dies eine inoffizielle Bitte ist.“
Joe musste leicht lächeln. „Ja, und ich muss sie auch bitten mit niemandem, außer dem, den sie den Chip geben, darüber zureden. Also haben sie jemanden der verschwiegen genug ist?“
„Ja. Ich denke schon. Aber es wird einige Tage dauern.“ Cathrine hielt die ausgestreckte Hand hin und Joe legte den Chip hinein. Sofort schloss Cathrine die Hand.
„Gut. Aber bitte nicht allzu lange, wenn es geht. Es könnte sehr wichtig sein.“

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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Jun 17, 2013 11:52 am

18 Kapitel




Danny und Chin standen mit Duke Lukela im HPD zusammen.
Duke, dieser Schlüssel gehörte John McGarrett. Er muss auf irgendein Möbelstück passen, einen Schrank oder Schreibtisch.“
Duke nahm Chin den Schlüssel ab und besah ihn sich genauer. Dann schüttelte er den Kopf.
Den hab ich noch nie gesehen. Ihr glaubt der passt hier,“ dabei machte er eine Handbewegung durch das Großraumbüro, „irgendwo drauf?“
Könnte immerhin möglich sein. Im Haus von McGarrett passt er jedenfalls nicht.“
Kann ich mir zwar nicht vorstellen aber wenn ihr beiden genug Zeit habt, seht euch ruhig um.“ Damit gab Duke den Schlüssel zurück.
Beide nickten nur kurz und machten sich dann an die Arbeit.
Sie sahen sich die Schreibtische und Schränke in jedem Büro genau an. Sie brauchten nicht überall probieren, ob der Schlüssel passte. Nur auf den Möbelstücken, an denen sich ein älteres Schloss befand, denn der Schüssel besaß eine auffällige verschnörkelte Form, die darauf schließen ließ, dass es sich um ein sehr altes Möbelstück handeln musste.
Sie verbrachten fast drei Stunden beim HPD. Am Ende mussten sie resigniert feststellen, dass es eine Sackgasse war.
Immerhin meldete sich Charlie Fong bei ihnen und teilte mit, dass es sich bei dem Brandbeschleuniger um Benzin handelte, das im gesamten Haus verteilt worden war und sich dann von der Terrassentür aus, wie eine Feuerwalze ausgebreitet hatte.
Wirklich weiter brachte sie dies allerdings auch nicht.
Einzig und allein das Fahndungsfoto von Mc Grath hatte in Erfahrung bringen können, in welchem Hotel er abgestiegen war. Natürlich hatten Chin und Danny sofort das Zimmer das Mc Grath bewohnt hatte durchsucht. Aber außer den Resten, die der Ire zur Herstellung der Autobombe, besorgt hatte, seinen Koffer und im Safe verschiedene Reisepässe, immer auf andere Namen ausgestellt, fanden sie nichts. Außerdem war im Safe auch sein Rückflugticket nach Paris deponiert. Offensichtlich wollte Mc Garth über Frankreich wieder nach Irland einreisen. Telefoniert hatte er anscheinend nur von einem Handy aus. Sie konnten seine Gespräche also nicht zurückverfolgen.
Es war wie verhext. Sie drehten sich im Kreis.
Nirgends eine Spur von Wo Fat. Auch der Verbleib von Steve lag weiter im Dunkeln. Blieb ihnen nur, dass Joe's Kontakt die tonlose Videoüberwachung entschlüsseln konnte und sie dadurch einen Hinweis erhielten, der sie in ihren Ermittlungen ein Stück weiterbrachte.
Darauf mussten sie jedoch volle vier Tage warten. Die Gouverneurin saß ihnen obendrein mächtig im Nacken. Sie wollte den Mord an Laura Hills so schnell wie möglich aufgeklärt haben. Am besten noch vor der Beisetzung. Danny und Chin atmeten daher auch erleichtert auf, als Joe sich endlich bei ihnen meldete.


Wo Fat saß hinter einem Schreibtisch. Vor ihm ein aufgeklappter Laptop. Seine Mine verriet seine Gedanken nicht. Sie war kalt und ausdruckslos. Doch plötzlich schlich sich ein kleines, kaum sichtbares Lächeln auf seine Lippen.
Er fängt an. Bald haben wir ihn soweit.“
Seine beiden asiatischen Handlanger verzogen keine Mine. Sie standen nur stumm etwa zwei Meter vor dem Schreibtisch.


*
Sie standen ihm gegenüber, diese Männer und Frauen, von denen er nicht so recht wusste, was sie von ihm wollten. Dann sah er die Messer in ihren Händen. Sang Min war der erste, der zustach. Dann Hesse. Senator Dearing und die Gouverneurin wechselten sich ab. Laura Hills lachte irre, als sie das Messer in seinen Oberschenkel stach. Er stöhnte auf. Kawika und Kono stachen zu, Kamekona hatte sogar einen Säbel. „Chin? Danno? Ihr auch? Dad? Wieso du, Dad? Wieso du?“
*


Sie trafen sich mit Joe bei Kamekona im Hinterzimmer von dessen Shave Ice Bude.
Joe saß bereits an dem kleinen Tisch. Einen Becher Kaffee vor sich, der Chip sowie einige zusammengeheftete DinA 4 Seiten beschriebenes Papier.
Chin und Danny setzten sich und sahen auf das Geschriebene.
Sieht aus, als wären sie erfolgreich gewesen,“ deutete Chin auf den flachen Stapel.
Joe legte nur kurz seine Hand darauf, „ja und es dürfte sehr aufschlussreich sein.“ Dann schob er die Blätter zu Danny rüber, der ihm am nächsten saß.
Dieser nahm die Blätter und schnell hatte er die ersten Sätze studiert. Sie enthielten allerdings nichts, was sie nicht schon wussten. Laura hatte Dearing gefragt, wie es hatte passieren können, das Five-0 seine Beteiligung an der Entführung der Mädchen aufdeckte und das sie ihn von Anfang an gewarnt hätte, sich daran zu beteiligen. Dearing hatte dann gesagt, dass er keine andere Wahl gehabt hätte. Ab da wurde es interessant und Danny las nun laut vor:
>>Du weißt genau so gut wie ich das, wer einmal mit Wo Fat Geschäfte macht, da so schnell nicht wieder rauskommt.<< „Darauf Laura,“ >>was glaubst du, passiert nun mit dir? Denkst du im Ernst, es rührt auch nur einer von denen einen Finger um dich hier raus zuholen? Im Gegenteil. Du kannst froh sein, wenn du die Zeit hier drin überlebst. Du weißt doch selbst, was mit dem alten McGarrett passiert ist. Willst du ihm unbedingt Gesellschaft leisten?<<
Danny ließ kurz die Blätter in seiner Hand auf den Tisch sinken und schaute zu Chin.
Also hat Laura gewusst, dass Wo Fat hinter der Ermordung von John McGarrett steckt.“ Chin war sich bewusst, dass sie nun den Beweis in den Händen hielten, dass Laura Hills gemeinsame Sache mit Wo Fat und Dearing gemacht hatte.
Ja, aber es geht noch weiter.“ Danny nahm die Blätter wieder hoch.
>>Du brauchst dir um mich keine Sorgen zu machen. Die wissen, dass ich nicht reden werde. Und nachweisen können sie mir auch nichts. Keine andere, außer diese kleine McGarrett Göre hat mich gesehen. Die haben nichts außer ihrer Aussage und genau darum wird sich Wo Fat kümmern. McGarrett kann sein Töchterchen nicht auf Schritt und Tritt bewachen lassen.<<
>> Das ist nicht dein Ernst! Hast du denn gar kein Gewissen mehr? Nein Karl da mache ich nicht länger mit.>>
>>Ach, was willst du denn tun? Zu Five-0 gehen und denen alles erzählen? Du hängst genau so mit drin. Glaubst du, McGarrett wird dich verschonen?<<
>>Nein. Aber es ist die Sache nicht wert. Es sind genug unschuldige zu Schaden gekommen. McGarrett wird dahinter kommen, wer die Dinge aus dem Werkzeugkoffer hat.>>
>>Verdammt Laura, was hast du getan?<<
>>Dass was ich schon lange hätte tun sollen. Karl es ist vorbei. McGarrett wird über kurz oder lang alles herausfinden.>>
>>Du bist wahnsinnig. Du wirst uns alle umbringen<<
>>Besser als so weiter zumachen<<
Danny legte die Blätter zurück auf den Tisch. „Das war's.“
Für einen Moment herrschte Schweigen.
Dann war es Joe, der als Erster das Wort ergriff. „Also haben wir jetzt das Motiv, weshalb diese Laura Hills umgebracht wurde. Ihr könnt davon ausgehen, dass dieser Dearing, ihre Absichten weitergegeben hat.“
Ja, und das Steve alles erfuhr, musste auf jeden Fall verhindert werden.“ Bestätigte Chin.
Gut. Nehmen wir einmal an, das Laura, Steve an dem Abend zu sich bestellt hat, um ihm die ganze Wahrheit zusagen. Nur wurde Steve nicht alleine von ihr erwartet. Wo Fat war bereits von Dearing, auf welchem Weg auch immer, darüber informiert. Also hat man ihm dort aufgelauert. Als er im Haus war, wurde er überwältigt, keine Ahnung wie die das geschafft haben, aber entweder war Laura zu diesem Zeitpunkt bereits tot oder sie wurde gezwungen, ihn herein zulassen und dann erst erschossen. Auf jeden Fall wurde Steve beiseitegeschafft und dann der Brand gelegt. Das erklärt, warum von ihm jede Spur fehlt.“
Chin und Joe konnten nur bestätigend nicken.
Ja und es würde bedeuten, das wir entweder irgendwann Steve's Leiche finden oder er sich noch immer in der Hand von Wo Fat befindet.“ Man konnte Chin ansehen, das er über diesen Gedankengang geschockt war. Wie um alles in der Welt sollten sie Steve finden? Wo Fat war schlimmer als jede Katze. Er schlich sich unsichtbar und lautlos heran und verschwand dann ebenso. Sie hatten bisher nicht in Erfahrung bringen können, wo Wo Fat auf Hawaii seinen Unterschlupf hatte.
Auch Joe behagte der Gedanke nicht, dass Steve sich in den Händen seines Erzfeindes befand. Denn im Gegensatz zu Chin und Danny, und auch zu Steve, wusste er erheblich mehr über diesen Mann. Er wusste, wie gefährlich er war und was Wo Fat antrieb. Aber bisher hatte er geschwiegen.
Es war das einzig Richtige, was er hatte tun können. Zuviel stand auf dem Spiel.


*
Ein übler Gestank aus Schweiß, Blut und Urin schlug ihm entgegen. Auch Steve hatte solch ähnliche Szenen schon gesehen aber trotzdem erfüllte ihn dieser Anblick mit Entsetzten. Er sah auf die Mädchen, die dort auf Matratzen kauerten, völlig zerschunden, zitternd , halb nackt und sich nur zögerlich wagten, in Richtung Tür zu blicken. Sein Blick wanderte schnell von einer zur anderen.
Und dann sah er sie. Ganz hinten in dem kleinen Raum. Auf ihrem schoss Jasmins Kopf liegend, sah sie nicht einmal zur Tür.
„Oh mein Gott.” kam es Steve leise über die Lippen. Er riss sich seinen Helm runter, reichte ihn und seine MK 14, Brian und war mit fünf schritten bei Cathy. Er ging neben ihr in die Hocke, aber selbst darauf reagierte sie nicht. Erst als er leise „Cathy, Schatz. Ich bin’s,“ sagte, wandte sie langsam ihr Gesicht ihm zu. Er versuchte, sich seinen Schock nicht anmerken zu lassen. Ihre Augen waren völlig leer. Ihr Blick schien durch ihn hindurchzugehen.
Nein, nicht dies. Nicht dies schon wieder. Wie oft würde er diesen schlimmsten Moment seines Lebens noch durcherleben müssen? - Ein übler Gestank aus Schweiß, Blut und Urin schlug ihm entgegen...

*


Während am nächsten Tag Chin und Danny gezwungenermaßen an der Beisetzung von Laura Hills teilnahmen, fuhr Joe noch einmal zu Kamekona.
Steve's Kollegen hatten den Hawaiianer gestern gebeten, Augen und Ohren offen zuhalten.
Im Anschluss hatten sie ihm erzählt, dass Kamekona über sehr gute Kontakte zur Unterwelt verfügte. Es bestand die Möglichkeit, das irgendetwas zu ihm durchsickerte, was ihnen helfen konnte, Steve zu finden.
Kamekona war ein wenig überrascht als Joe vor ihm stand.
Er wartete noch bis die beiden Kinder, die der Hawaiianer gerade bedient hatte, sich weit genug entfernten, dann trat er ganz nahe an den Tresen heran, hinter dem Kamekona stand.
Sie erkennen mich wieder?“, fragte er ihn.
Kamekona nickte und beugte sich dann ein wenig vor um einen kleinen Überblick zu bekommen. Aber er konnte weder Chin noch Danny ausmachen.
Ja sicher. Commander White. Ein Freund von Steve.“
Nennen sie mich Joe.“ Er setzte ein Lächeln auf, bevor er sein Anliegen vortrug. „Ich habe eine Bitte. Wenn Sie etwas hören, das uns zu Steve führen könnte, lassen Sie es mich als Erster wissen.“
Kamekona sah ihn jetzt überrascht an. Er kratzte sich mit der rechten Hand am Hinterkopf. Ein sicheres Zeichen, das er nicht so recht wusste, was davon zuhalten war.
Ich weiß nicht. Immerhin kenne ich Chin und Danny schon ein wenig länger und sie sind Freunde von Steve. Warum sollte ich also zuerst Ihnen bescheid geben?“
Weil ich befürchte, wenn die beiden es zuerst erfahren, Steve nicht wirklich in Sicherheit ist.“
Sie meinen die beiden würden ihren Freund verraten? Nein. Niemals. Auf keinen Fall würden sie das tun.“
Nein, nein. Sie haben mich falsch verstanden. Irgendwo ist ein Leck und ich will nur verhindern das dadurch noch mehr passiert.“
Man sah Kamekona die Erleichterung an und im nächsten Moment war er wieder ganz der gewiefte Geschäftsmann.
Also gut. Sie könnten sich für diese kleine Gefälligkeit an meinem nächsten Projekt beteiligen.“
Joe hob den Kopf und streckte dabei sein Kinn leicht nach vorne. „Und das wäre?“
Ich werde meinen Geschäftsbereich erweitern und demnächst meinen ersten Shrimps Truck eröffnen. Ich biete Ihnen ganz exklusiv eine Beteiligung an. Na was sagen Sie?“
Joe musste sich ein Lachen verkneifen. „Ich werde es mir überlegen“, meinte er dann lächelnd, bevor er sich verabschiedete und dabei mit seinem Zeigefinger leicht an die Stirn tippte.


Die weiße, zwanzig Meter, lange Yacht lag ruhig an ihrem Platz in der Hanapepe Bay auf Kaua'i.
In dem großen Salon unter Deck, saß Wo Fat an seinem Schreibtisch und hatte den aufgeklappten Laptop vor sich. Sein, zwar kaltes, heimtückisches Lächeln sprach Zufriedenheit aus.
Nur noch ein paar Stunden und McGarrett war ein gebrochener Mann. Dessen war sich Wo Fat sicher, denn er sah, wie Steve sich wand, auch wenn er sich nicht bewegen konnte. Er halluzinierte.
Dann endlich war er am Ziel. Doch bevor er McGarrett endgültig vernichtete, würde er ihn sich noch Zunutze machen.
*
"Machs gut mein Großer!" Seine Mutter verwuschelte sein Haar. "Bis heute Abend dann!" Sie setzte sich in ihr Auto. Er sah hinunter auf das kleine schwarze Kästchen in seiner Hand. Ein letzter Blick auf seine Mutter, dann drückte er den großen roten Knopf des kleinen schwarzen Kästchens. KAWUMM.



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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   So Jun 23, 2013 10:02 pm

19 Kapitel


Danny und Chin trugen ihre schwarzen Anzüge. Sie hatten sich etwas abseits gestellt.
Über dem Greenhaven Memorial Park wehte ein leichter Wind. Aber den schien niemand so wirklich wahrzunehmen. Es war eine recht große Trauergesellschaft, die sich heute hier zur Beisetzung von Laura Hills zusammengefunden hatte. Es schien, dass sämtliche Regierungsmitglieder anwesend waren. Außerdem einige wenige Freunde von Laura, sowie ihre Eltern. Mr. Hills musste seine Frau stützen. Ihre ohnehin recht zierliche Gestalt wirkte noch zerbrechlicher. Es musste eine unvorstellbare Qual für beide sein, hier zu stehen und das eigene Kind zu Grabe zutragen.
Chin und Danny hatten die Gouverneurin bereits von ihren Ermittlungen unterrichtet. Zunächst wollte sie ihnen keinen Glauben schenken, erst als sie ihr das Überwachungsvideo vorspielten und die dazu gehörende Niederschrift des Gesprächs zwischen Laura und Dearing vorlegten, musste sie akzeptieren, dass Laura falsch gespielt hatte. Zunächst hatte sie sich schockiert gezeigt, doch dann zwang sie sich das Ganze nüchtern zu betrachten. „Ich will nicht, das davon irgendetwas an die Öffentlichkeit gelangt. Ich werde nicht zulassen, dass das Ansehen von Miss Hills in den Dreck gezogen wird, bevor ihre sterblichen Überreste beigesetzt sind. Unvorstellbar was dies für ihre Eltern bedeuten würde.“
Also hatten sich Chin und Danny dem Willen der Gouverneurin gebeugt und bisher über ihre Ergebnisse stillschweigen bewahrt.
Gerade hielt die Gouverneurin ihre Trauerrede. Sie erwähnte, dass Laura eine absolut zuverlässige Mitarbeiterin war. Ihr Verlust würde nicht zu ersetzen sein. Sie lobte Laura für ihre Loyalität. Wertschätzte sie als liebenswerte Person.
„Wie kann sie so ruhig über die Tatsachen hinwegsehen?“ Raunte Danny, Chin zu. Der konnte nur kaum sichtbar mit dem Kopf schütteln. „Die Gouverneurin hat in jeder Situation die absolute Kontrolle über sich. Das zeichnet sie aus.“
Der Sarg wurde geräuschlos in das ausgehobene Erdloch hinunter gelassen.
Trotz das Danny und Chin relativ weit hinten standen, konnten sie sehen das Lauras Mutter haltlos weinte. Ihr ganzer Körper erzitterte jetzt, als Pat Jameson auf sie zutrat und einige leise Worte an sie richtete.
Dann umarmte sie Mrs. Hills und reichte anschließend Mr. Hills die Hand.

Dadurch das Chin und Danny etwas abseitsgestanden hatten, erreichten sie als eine der Ersten, den breiten Gang, der die beiden Bestattungsfelder voneinander trennte. Sie waren jeder mit dem eigenen Wagen hergekommen. Danny hatte sich seiner Armschlinge entledigt. Den Schmerz betäubte er mit Tabletten. Er war es einfach leid, ständig nur den Beifahrer abzugeben.
Chins schwarzer Chevy stand dem Friedhof am nächsten und die beiden wollten sich gerade trennen, als sie von hinten angesprochen wurden.
„Verzeihung die Herren.“
Sie drehten sich gleichzeitig um und sahen sich Mr. und Mrs Hills gegenüberstehen. Beide hatten sie rot geweinte Augen. Während Mrs. Hills eher eine kleine und zierliche Person war, überragte ihr Mann sie um fast zwei Köpfe. Seine Erscheinung war von kräftiger Natur.
„Ja", antwortete Danny dann sogleich und schob gleich hinterher: „Mein aufrichtiges Beileid.“
„Danke,“ brachte Mrs Hills leise hervor, während ihr Mann nur kurz nickte und gleich auf den Grund zusprechen kam, weshalb sie die beiden Detektivs aufgehalten hatten.
„Einer von Lauras Kollegen sagte uns, dass Sie beide von Five-0 sind. Einer Spezialeinheit hier auf Hawaii.“
„Das ist richtig,“ bestätigte Chin. „Auch mein aufrichtiges Beileid.“
Wieder nickte Mr. Hills nur. „Wir würden gerne mit Steven McGarrett sprechen.“
Überrascht sahen Chin und Danny sich an.
„Das geht im Augenblick leider nicht. Aber vielleicht können wir Ihnen weiter helfen.“ Danny bemühte sich um einen ruhigen und professionellen Ton. Auf keinen Fall wollte er das irgendjemand Fremdes erfuhr, das Steve noch immer vermisst wurde.
„Ich weiß nicht. Nein eigentlich nicht. Es ist wohl eher etwas Persönliches.“ Erwiderte Mr. Hills doch seine Frau mischte sich nun ein. „Laura hatte uns einen Brief geschickt. In dem bat sie uns einen Umschlag, der diesem Brief beilag, an Mr. McGarrett hier in Honolulu zuschicken. Wir wollten von ihm wissen, was ihn mit unserer Tochter verband und warum sie wollte, dass wir diesen Brief an ihn schicken. Laura hätte ihn doch auch von hier aus versenden können oder Mr. McGarrett gleich persönlich geben können.“
„Ja und eigentlich wollten wir Mr. McGarrett auch nur fragen, ob er den Brief erhalten hat“, fügte Mr.Hills zum Abschluss hinzu.
Ungläubig ging Chin's Blick, der bis jetzt auf Mr. und Mrs Hill geruht hatte, zu Danny.
Auch dieser war zunächst völlig perplex und sprachlos. Warum sollte Laura Steve einen Brief schicken? Und dann auch noch über den Umweg New York, wo die Hills wohnten? Das ergab doch keinen Sinn. Oder doch? Chin war es der den Hills einigermaßen ruhig antwortete.
„Wir werden Steve McGarrett ausrichten, das sie sich nach dem Brief erkundigt haben.“
„Danke. Vielleicht meldet er sich ja einmal bei uns, wenn er und Laura sich ja näher kannten.“ Mr.Hill reichte erst Danny dann Chin die Hand. Auch Mrs. Hills verabschiedete sich auf die gleiche Weise, bevor sie am Arm ihres Mannes auf einen schwarzen SVU zugingen und schließlich einstiegen.
Zurück blieben zwei verblüffte Detektivs.
„Wir müssen Steve's Post durchsehen.“
„Ja, aber was ist, wenn der Brief nicht zu Steve ins Büro geschickt wurde?“, fragte Chin.
„Dann wird er hoffentlich bei ihm zu Hause liegen. Der Brief war der Grund, warum Steve zu Laura gefahren ist. Wir müssen wissen, was da drin steht.“
„Dann können wir nur hoffen, dass der Brief bei ihm im Büro liegt. Denn Steve hat keinen Ersatzschlüssel mehr in seinem Schreibtisch liegen, seit er die Bilder von Cathy zugeschickt bekam. Es war ihm einfach zu riskant.“
„Das werden wir sehen. Wenn nicht müssen wir uns Zutritt zu seinem Haus verschaffen.“
„Und wie willst du das anstellen? Einen Schlüsseldienst rufen?“
Nur kurz überlegte Danny. „Nein. Ich mach es wie Steve. Ich trete die Tür ein.“

*
Cathy in seinen Armen. Er lächelte glücklich. Endlich hatte er sie wieder! Wo sie bloß so lange gewesen war? Sie drückte sich an ihn, er spürte, wie sie wuchs. Jetzt wurde sie also groß und erwachsen, ja so war das mit Töchtern! Und sie wuchs und wuchs, jetzt war es sie, die ihn festhielt. Wo war ihr glückliches Lächeln hin? Wieso schaute sie so böse, was hatten sie mit ihr gemacht, dort, wo er nicht wusste, wo es war? Wieso drückte sie seine Schulter nun so fest, dass sein Schlüsselbein in tausend Stücke brach?
„Cathy? Was ist denn los mit dir, mein Schatz?“
Schatz? Ich bin nicht dein Schatz! Du hast mich weggeworfen wie ein Stück Dreck, als ich dich am Meisten gebraucht hätte! Es hätte mich nicht gegeben, wenn dein Dad dich nicht ebenso behandelt hätte! Oh hätte es mich doch nie gegeben, dann wärst du jetzt glücklich, nicht? Wie konntest du mir das antun! Ich hätte nie existieren sollen, und dann stößt du mich auch noch fort? Du bist ein Monster, und ein Monster hast du aus mir gemacht! Stirb, Elender, stirb unter Qualen! - „Cathy... Cathy... Ca... thy...“
*

Wo Fat war zufrieden. Äußerst zufrieden.
„Holt ihn raus“, wies er seine beiden Handlanger an, die sich sofort auf den Absätzen herumdrehten und aus seinem Blickfeld verschwanden. Er klappte das Notebook vor sich zu und stand auf.
Auch er verließ nun den großen Salon, um sich in eine andere Kabine zu begeben.
Wo Fat öffnete die Tür. Seine Mimik war völlig ausdruckslos und nur an seinen kalten Augen, konnte man seine Gefährlichkeit erkennen.
Die Kabine war karg eingerichtet. Nur ein Stuhl und an einer Schiffswand ein Vitrinenschrank. Hier bewahrte er seine “Hilfsmittel“ auf. Ein paar Packungen Tabletten, einige kleine Flaschen, Mulltupfer und Spritzen.
Wo Fat öffnete die Vitrinentür und nahm eine kleine Flasche heraus. Er hielt sie gegen das Licht. Viel war noch nicht daraus entnommen worden. Hinter sich hörte er wie die Tür geöffnet wurde und stellte die Flasche vorerst zurück. Vielleicht würde er sie später noch brauchen.
Als er sich herumdrehte, sah er seine zwei Handlanger, wie sie gerade McGarrett auf den einzigen Stuhl platzierten. Er trug, wie schon zuvor noch die Augenbinde und hatte den Gehörschutz auf.
Sie fesselten ihm wieder die Hände auf den Rücken und wollten auch gerade seine Fußknöchel an die Stuhlbeine ketten, aber Wo Fat hielt sie davon ab.
„Das wird nicht nötig sein.“
Und wirklich, Steve war vollkommen wehrlos. Hätte man ihm nicht die Hände hinter der Rückenlehne des Stuhls zusammengebunden, wäre er wohl zur Seite gekippt und vom Stuhl gefallen.
Die Isolationshaft und auch das Scopolamin hatten seine Wirkung nicht verfehlt.
Es hatte zwar länger gedauert, als Wo Fat gedacht hätte, aber letztlich erreichte er immer sein Ziel. So auch diesmal.
Er nahm Steve zuerst den Ohrschutz ab und reichte ihn einem der beiden Asiaten. Er wartete einen Augenblick. Ihm entging nicht, das es McGarrett wohl Schmerzen verursachte, als plötzlich wieder Geräusche zu ihm durchdrangen. Dann nahm er ihm auch die Augenbinde ab. Auch diese reichte er an seinen Helfer weiter.
Steve's Kopf hing kraftlos nach unten. Sein Kinn auf der Brust. Er war außerstande sich zubewegen oder irgendeine Reaktion zu zeigen.
Wo Fat fasste sein Kinn und hob McGarrett's Kopf an. Steve's Augenlider waren geschlossen.
„Haltet ihn fest!“
Der kleinere der beiden trat vor und nahm von hinten seinen Kopf in die Hände. Wo Fat hob jetzt Steve's Augenlider an. Die Pupillen flackerten. Ein Zeichen, das sie das Licht wahrnahmen, welches sie umgab.
Wo Fat schaute mit kaltem Blick auf Steve.
„Wo ist Shelburne?“
„Ich weiß nicht.“ Kam es leise von Steve.
„Doch du weißt es. Dein Vater hat es dir gesagt. Also, wo ist Shelburne?“
„Ich weiß nicht. Kenne keinen Shelburne.“
Wo Fat sah seinen Gehilfen an. Das konnte doch nicht wahr sein! Unmöglich das McGarrett ihm etwas vor machte. Dieser einst so starke Mann war ein Wrack. Ein hilfloses Häufchen Elend, der sich nicht mal auf seinen eigenen Beinen halten konnte.
„Dann sag mir, wo Cathy ist.“
„Ich weiß nicht.“
„Komm schon. Du kannst mir vertrauen. Wo ist Cathy?“
„Ich weiß nicht. Sie ist weg.“
„Ja ich weiß, dass sie weg ist. Sag mir, wo Cathy ist.“
„Ich weiß nicht.“
Wo Fat's Mine verfinsterte sich noch mehr. McGarrett wusste tatsächlich nicht, wo man seine Tochter hingebracht hatte. Obendrein hatte der Alte McGarrett seinen Sohn wirklich über Shelburne im Unklaren gelassen. Er hatte ihm nichts von den Familiengeheimnissen erzählt.
Das hatte er sich anders vorgestellt. Er wollte, nachdem er hier fertig war, sich mit Shelburne beschäftigen oder besser gesagt, ihn ausschalten.
„Bringt ihn vorerst zurück.“ Dann setzte er ihm wieder Ohrschutz und Augenbinde auf.
Steve wurde von seinen Handfesseln befreit und im nächsten Moment vom Stuhl hochgezogen und aus der Kabine geschliffen.

Sie standen in Steve's Büro. Danny durchsuchte die Schubladen des Schreibtisches, während Chin sich die Papiere und Post auf dem Schreibtisch vornahm.
„Nichts!“, stellte Chin resigniert fest, als er den letzten Umschlag zurücklegte.
„Hier drin ist auch nichts.“ Danny schloss die Schublade wieder.
„Dann bleibt nur noch sein Haus.“
„Genau. Also los,“ Danny musste endlich wissen, was Laura Steve in dem Brief mitgeteilt hatte. Er hoffte, dass sie darin Namen nannte.
Gerade als sie Steve's Büro verließen, klingelte Chin's Handy.
„Charlie was gibt’s?“, fragte er im Gehen, nach dem er einen kurzen Blick auf das Display geworfen hatte und den Lautsprecher eingeschaltet hatte, damit Danny mithören konnte.
„Das kleine Buch mit den Codierungen. Ihr solltet euch das ansehen.“
Sie tauschten einen kurzen Blick aus dann stimmte Chin zu.
„Okay wir sind auf dem Weg.“ Und an Danny gewandt. „Muss der Brief wohl noch warten. Wer weiß, was Charlie herausgefunden hat.“

Kurze Zeit später standen sie bei Charlie im Forensik Labor des HPD.
„Also Charlie, was gibt es so Wichtiges?“ Danny fiel wie immer mit der Tür ins Haus.
Charlie nahm das kleine in Leder gebundene Notizbuch und hielt es hoch.
„Ich denke das wird euch interessieren. Nur konnte ich es leider nicht vollständig entschlüsseln.“
„Was heißt das?“ Danny wurde immer ungeduldiger. Warum zum Teufel ließ Charlie sich alles aus der Nase ziehen? Konnte er nicht einfach sagen, was er herausgefunden hatte?
„Also es ist eigentlich immer ein und dieselbe Buchstaben- und Zahlenkombination, von daher recht einfach zu entschlüsseln, wenn man einmal weiß, was derjenige mitteilen will. Fangen wir bei den Zahlen an. Hier, 91611, das ist das Datum. Der sechzehnte September 2011. Dann folgt der Tag. Montag. Die Uhrzeit sechs Uhr dreißig bis sieben Uhr fünfundvierzig. Und zum Schluss vermutlich der Ort des Treffens. Die ersten beiden Buchstaben dürfte der Name sein, mit dem Miss Hills sich getroffen hat.“ Charlie zog zufrieden die Mundwinkel nach oben, als er sah wie überrascht Chin und Danny waren. Doch dann hob Danny die Hand.
„Moment, wenn ich das richtig verstehe, hat Laura ihre Treffen, mit wem auch immer codiert in ihr Buch eingetragen?“
„Ganz genau.“ Charlie nickte.
„Und die ersten beiden Buchstaben, also hier JN sagen, mit wem sie sich getroffen hat?“
„Ja.“
„Na fabelhaft. Wie viele Einwohner hat Honolulu dessen Initialen mit JN beginnen oder mit JW?“ Danny zeigte dabei auf den nächsten Eintrag in dem Buch, das Charlie noch immer in den Händen hielt.
Chin neben ihm seufzte. „Das dürften einige sein. Es könnte Monate dauern, bis wir das
herausgefunden haben.“

In der Hanapepe Bay wurden die Leinen der weißen Yacht vom Pier gelöst.
Kurz darauf startete der Motor und die Yacht bewegte sich langsam vom Pier fort.
Unter Deck bereiteten sich Wo Fat und drei weitere Männer, darunter seine beiden Handlanger, auf ihr Vorhaben vor. Sie alle waren in Schwarz gekleidet. Schwarze Jeans. Schwarze T-Shirts und schwarze Schuhe und standen mit dem Rücken zur Kabinentür. Wo Fat, seine beiden Helfer, sie waren ganz klar von dem vierten Mann zu unterscheiden. Selbst von hinten. Während Wo Fat und die beiden Asiaten schwarze Haare hatten, war der Haarschopf des anderen etwas heller. Er war deutlich größer, auch seine Figur schien nicht so bullig, wie die der beiden Asiaten und unter den kurzen Ärmeln blitzten vorwitzig zwei Oberarmtattoos hervor.
Auf einem Tisch lagen nebeneinander aufgereiht vier Kalaschnikow MGs.
Jetzt nahmen sie jeder eine der Waffen in die Hand und überprüften sie.
Alles fiel zu ihrer Zufriedenheit aus.
„Also ihr wisst, was zu tun ist.“ Wo Fat brauchte keine große Erklärung mehr abgeben. Er wandte sich an den großen Mann. „Du bleibst bei mir!“, wies er ihn an und der Angesprochene nickte gehorsam.
„Sobald wir durch sind, muss alles sehr schnell gehen. Wir haben genau zehn Minuten.“
Wo Fat sah auf seine Armbanduhr. „In zwanzig Minuten legen wir an. Um Mitternacht brechen wir auf.“
Alle drei Männer zeigten keinerlei Regung. Die Worte ihres Boss erzeugten Wirkung. Sie wussten, dass es eine Aufforderung war, ihn allein zulassen und so drehten sie sich herum und verließen die Kabine. Die beiden Asiaten und der athletische Mann.

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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Jul 01, 2013 4:41 am

20 Kapitel


„Also gut. Fahren wir endlich zu Steve's Haus.“ Danny hatte es scheinbar ziemlich eilig. Seiner Meinung nach hatten sie eh schon viel zu viel Zeit verstreichen lassen. Wer wusste schon, was in diesem Brief stand und ob er Steve nicht in höchste Gefahr gebracht hatte und dieser womöglich in Lebensgefahr schwebte.
Genau in dem Moment, als er die Türentrieglung zu seinem Auto betätigte, meldete sich sein Iphone.
„Detektiv Willams.“
Nur kurz hörte er, wer sich in der Leitung befand, dann schaltete er den Lautsprecher ein.
„Wie wir bereits wissen, hat sich Martin Mc Grath, ein international gesuchter Terrorist hier in Honolulu aufgehalten und auch den Tod gefunden. Ursprünglich wollten wir auch mit Commander Steve McGarrett sprechen, aber man sagte uns das Sie zurzeit die Task-Force mit einem ihrer Kollegen leiten.“
„Das ist richtig. Commander McGarrett ist im Augenblick leider verhindert. Wie also können wir Ihnen weiterhelfen?“
„Nun zunächst würden wir uns gerne die Leiche von Mc Garth anschauen und uns selbst davon überzeugen, dass es sich wirklich um unseren Mc Grath handelt. Und dann haben wir Informationen, die für Sie höchst interessant sein dürften.“
Danny schaute auf seine Uhr. „Ja gut. Treffen wir uns morgen früh um acht Uhr in der hiesigen Gerichtsmedizin.“
„Jetzt gleich wäre uns lieber.“
„Wieso? Haben sie Angst, der Tote könnte flüchten?“
Sie hörten ein kehliges Lachen. „Glauben Sie mir, der Hang zum Scherzen wird Ihnen sehr bald vergehen. Also wann können wir mit Ihnen rechnen?“
„Meinetwegen. Wir treffen uns in fünfzehn Minuten vor dem Gebäude der Gerichtsmedizin. Ich werde Dr. Bergman unser Erscheinen ankündigen.“ Damit war für Danny das Gespräch beendet.
„Wer war das?“, wollte Chin dann auch gleich wissen, denn das hatte er ja nicht mitgehört.
„Ein Agent Miller aus London. Er ist mit noch einem von Interpol hier und will sich mit uns treffen, wie du ja gehört hast.“
„Dann wird der Brief wohl noch ein bisschen länger warten müssen. Auf jeden Fall klang das da gerade ziemlich dringend.“
„Das sollte es auch. Wenn nämlich nicht, erfahren diese beiden Figuren sehr schnell, was es heißt, uns von der Arbeit abzuhalten.“

Max zog das Tuch wieder über die Leiche von Mc Grath und schob sie dann zurück ins Kühlfach.
„Ich nehme doch sehr stark an, dass Sie, meine Herren, das Opfer demnächst nach Großbritannien überführen lassen. Schließlich ist unsere Kapazität, was die Unterbringung betrifft, doch sehr begrenzt.“
„Also ich würde bei Mc Grath nicht unbedingt von einem Opfer sprechen.“ Widersprach der größere der beiden Agent, der sich als Agent Miller vorgestellt hatte. Sein Partner, Agent Westcliff, der einen ganzen Kopf kleiner und auch untersetzt war, stimmte ihm nur nickend zu. Überhaupt übernahm Miller die Führung. Sein Kollege schien lediglich schmückendes Beiwerk zu sein. Im Gegensatz zu Westcliff war Miller von drahtiger Statur. An seinem Körper befand sich kein Gramm Fett zu viel. Der Altersunterschied war zudem nicht zu übersehen. Miller musste nach Dannys Schätzung ungefähr in seinem Alter sein, während Westcliff wohl schon jenseits der fünfzig war.
„Also um Sie beruhigen, die irische Regierung legt großen Wert darauf, die Leiche von Mc Grath höchstpersönlich zu bestatten. Die wollen nämlich sichergehen, dass er auch wirklich unter der Erde liegt,“ beruhigte Miller, Max, bevor er sich an Danny und Chin wandte. „Wäre es möglich, dass wir uns in ihrem Büro weiter unterhalten?“
Chin und Danny machten gute Mühe zum bösen Spiel. Denn sie wären natürlich viel lieber endlich zu Steve's Haus gefahren. Aber wie es aussah, würden sie damit wohl doch bis Morgen warten müssen. Immerhin rückte der Zeiger immer weiter gegen Abend und bisher hatten die beiden Agent keinerlei Andeutungen gemacht, was so außerordentlich wichtig war, dass es nicht bis zum nächsten Tag warten konnte.

Und so standen sie alle vier um den Surftable im Hauptquartier herum.
„Also, was ist so wichtig für uns, das es nicht bis morgen warten kann?“ Danny war die Ungeduld nicht nur anzusehen. Nein es war auch nicht zu überhören. Etwas herausfordernd stand er mit vor der Brust verschränkten Armen da und wartete.
„Also sie scheinen nicht gerade das Aloha Feeling zuverbreiten, das man den Menschen auf dieser Insel gerne bescheinigt, zu verkörpern. Sie scheinen eher von der eiligen Sorte zu sein. Oder liegt es daran, dass sie ursprünglich aus Jersey stammen?“ Natürlich hatte sich Miller vorher genau informiert, mit wem er es zutun hatte.
„Den Aloha Spirit leben wir in unserer freien Zeit. Im Dienst können wir ihn nur schwer umsetzen, denn oft geht es um Leben oder Tod und da bleibt leider keine Zeit“, fiel Chin ein, bevor Danny einen Spruch ablassen konnte. Chin wollte, genau wie sein Partner, diese beiden Clowns hier wieder los werden und auf die Suche nach Steve gehen.
„Also schön“, begann Miller. „Es dürfte sie interessieren, was einen international gesuchten Terroristen, hier,  auf ihre wundervolle Insel verschlagen hat. Wir sind jetzt bereits seit fünf Jahren an Mc Grath dran gewesen.
Aber immer wenn wir glaubten, wir hätten ihn, entwischte er uns in letzter Sekunde. Natürlich verstand Mc Grath es hervorragend, seine Spuren zu verwischen. Mehrere Informanten, die in seine unmittelbare Nähe eingeschleust werden konnten, sind bereits aufgeflogen. Trotzdem ist es uns jetzt gelungen den nächsten Anschlag, der von seiner Organisation geplant worden ist, aufzudecken.“
Miller machte absichtlich eine Pause und beobachtete Chin und Danny. Diese aber zeigten sich bisher wenig beeindruckt von seiner Schilderung sondern sahen ihn nur an.
„Einen Anschlag auf den irischen Premierminister.“
„Ja also das wäre zwar bedauerlich gewesen, erklärt aber immer noch nicht, was ihr irischer Terrorist hier bei uns wollte.“ Danny war deutlich anzumerken, dass es ihm gehörig auf die Nerven ging, wie Miller ihnen seine Ausführungen schilderte. Der Typ sollte endlich auf den Punkt kommen.
„Genau. Soweit ich weiß ist kein Besuch des irischen Premierministers hier auf Hawaii in nächster Zeit vorgesehen.“ Auch Chin wollte endlich wissen, auf was die beiden Interpol Figuren hinaus wollten.
„Das nicht. Aber wir wissen, mit wem Mc Grath zuletzt in Kontakt gestanden hat. Mit einem gewissen Wo Fat.“ Miller ließ seinen letzten Satz absichtlich einige Zeit im Raum stehen, damit er seine volle Wirkung entfalten konnte. Allerdings erzählte er damit den beiden nichts wirklich Neues.
„Ja das haben wir uns schon gedacht. Nur warum? Das konnten wir bisher nicht in Erfahrung bringen. Wo Fat gehört der japanischen Yakuza an und die haben nicht das mindeste mit der Irischen RAF oder den Red Hand Defenders zutun.“ Erklärte Chin jetzt.
„Nein das nicht. Aber er ist auch im internationalen Waffenhandel tätig. Und genau aus diesem Grund hat er diesen Wo Fat kontaktiert und sich mit ihm hier getroffen. Denn dieser Wo Fat hält sich nach unseren Informationen hier bei ihnen auf einer der Inseln auf. Jedenfalls führt seine Spur hier her.“
„Wäre schön, wenn sie uns auch sagen könnten, wo genau.“ Danny's leichter Sarkasmus war mal wieder nicht zu überhören, denn er bezweifelte, dass diese beiden Clowns in ihren billig aussehenden Anzügen über weiterreichende Informationen verfügten.
„Nein das können wir leider nicht“, meldete sich jetzt ausnahmsweise Agent Westcliff zu Wort.
„Aber sie sollten vielleicht einmal beim hiesigen Militär nachfragen, ob dort in letzter Zeit irgendwelche Waffen gestohlen wurden. Es ist nämlich davon auszugehen, das Mc Grath nach Hawaii kam, um hier eine geeignete Waffe für den Anschlag von diesem Wo Fat zu erwerben.“
Jetzt schauten Chin und Danny doch einigermaßen überrascht drein.
„Moment das haben wir gleich,“ Chin machte sich sofort auf den Weg in sein Büro, um von dort den entsprechenden Anruf zu tätigen.
Nach einigem hin und her, zuerst wollte man ihm darüber keine Informationen geben, erhielt er schließlich doch die gewünschte Auskunft.
Bisher war auf Nanakuli, dem Waffendepot der amerikanischen Streitkräfte, alles unauffällig und man vermisste auch keinerlei Waffen.

Es war kurz vor Mitternacht, als sich an der Leeward Coast bei Waianae ein Dingi mit vier Männern an Bord von einer weißen Yacht lösten und langsam auf die Mündung des Mailiilii Kanals zusteuerte. Nur etwa 300 Meter landeinwärts vertäuten sie das Dingi an einer Leiter, die sie auf die Mailiilii Road brachte. Mit dem schwarzen Pickup, der am Straßenrand auf sie wartete, fuhren sie etwa drei Kilometer weiter nach Osten. Am Ende der Puuhulu Road wendeten sie den Pick up und parkten ihn im Schatten der Baumgruppe, die das kleine unscheinbare Tor überragte.
Mit Hilfe eines wie zufällig hier abgestellten Gabelstaplers der benachbarten Gärtnerei stiegen die vier Männer mit ihrer Ausrüstung über das Tor, ohne dies zu berühren. Die Männer waren gut informiert über die kaum sichtbaren aber durchaus strengen Sicherheitsmaßnahmen, die das vor ihnen liegende militärische Gelände vor unbefugtem Betreten schützen sollten.

Nach einem zweiminütigen Dauerlauf durch das bewaldete Gelände entlang des schmalen Pfades, der vom Tor direkt zu den Munitionsbunkern führte, die in Reih und Glied stramm auf dem Gelände des Waffenlagers zu stehen schienen, erreichten die Vier die Fence Road, die von Norden nach Süden quer durch das Naval Magazine führte. Die Wachpatrouille sollte erst in ein paar Minuten hier wieder durchkommen, sodass das Team die Straße ungesehen überqueren konnte. Noch ein paar Schritte durch die Vegetation, und sie standen vor dem Mittleren der neun Bunker, die der 12th Street entlang angelegt waren.

Von nun an musste alles schnell gehen. Einer der Männer beschäftigte sich mit dem gut gesicherten Tor des Bunkers. Mit einigen technischen Hilfsmitteln gelang es ihm ziemlich schnell, die Türe aufzuschließen, und die vier Eindringlinge betraten den Raum, der dahinter lag. Vom stillen Alarm, den dies, wie sie wussten, auslöste bis zum Eintreffen der Wachmannschaft, hatten sie etwa vier Minuten Zeit. Der Anführer schien gut informiert zu sein und hatte innerhalb von Sekunden gefunden, was er gesucht hatte. Alle packten an und luden vier Kisten und sechs Rohre auf die stabilen Rückentragen, die sie alle montiert hatten. Nur knapp zwei Minuten nach dem Öffnen der Türe schlichen die schwarz Gekleideten wieder über die Straße.

"Stehen bleiben!", schrie plötzlich eine Stimme, und wie aus dem Nichts wurden die Straße und die vier schwer beladenen Männer in gleisendes Licht getaucht. Ohne zu überlegen eröffneten die Männer das Feuer in Richtung der Lichtquelle. Unter dem Feuerschutz des Größten der Einbrecher erreichten die anderen drei die schützenden Bäume, wo sie wiederum ihrem Komplizen durch Sperrfeuer ein Entkommen ermöglichen konnten. So schnell sie konnten trabten die vier Männer mit ihrer schweren Last zurück zu dem Tor, bei dem noch immer der Gabelstapler stand. Mit vereinten Kräften hievten sie die Kisten und Rohre auf die Gabeln und kletterten dann selbst darauf. Während der Anführer den Gabelstapler bediente und Richtung Pick up fuhr, um das Diebesgut abzuladen, empfingen die anderen drei Männer die Wachmänner, die ihnen gefolgt waren, mit erneuten ungerichteten Salven aus ihren Gewehren und Pistolen. Nur der große Mann nahm sich Zeit zum Zielen, als er seine SIG abfeuerte, fiel der Wachmann, den er anvisiert hatte, mit einem Loch zwischen den Augen zu Boden. Als er das nächste Ziel ausgesucht hatte, erhielt er jedoch vom Anführer den Befehl zum Rückzug. Etwas widerwillig gehorchte er dem Befehl, kletterte als Letzter auf die Pritsche des Wagens und hielt die Männer der Base mit erneuten Kugelsalven auf Abstand, bis der Pick up in halsbrecherischem Tempo der Puuhulu Road entlang im Dunkeln verschwunden war.
Vom ersten Übersteigen des Tores bis zum Verschwinden des Pick ups waren gerade mal acht einhalb Minuten vergangen.

Auch wenn sie davon ausgehen konnten, dass auf der Base, sehr schnell alles in Alarmbereitschaft versetzt worden war, erreichten die Vier unbehelligt ihr Dingi.
Den Pick up ließen sie einfach in der Parkbucht am Farrington Highway stehen. Ohne ihre Beute liefen sie schnell die wenigen Meter zur Bucht, wo sie zuvor das Dingi soweit aus dem Wasser gezogen hatten, das es nicht von den Wellen auf das Meer hinausgezogen werden konnte.
Die Waffen und Munition, die sie zuvor erbeutet hatten, lagerten nun in einem alten vergessenen Container, aus dem zweiten Weltkrieg, von denen es hier auf der Insel genug gab.
Zu viert zogen sie das Dingi ins Wasser, sprangen schnell hinein und wenig später warf der große Mann den kleinen Motor an und sie verschwanden ungesehen in die Nacht.

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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   So Jul 07, 2013 10:00 pm

Kapitel 21

Endlich trafen sie sich vor Steve's Haus in Aina Haina.
Wie zu erwarten, waren alle Türen verschlossen aber ohne lange zu überlegen, trat Danny einen Schritt zurück und stieß mit dem rechten Bein vor. Die Haustür hielt jedoch seinem Tritt stand. Chin stand daneben, gerade als er vorschlagen wollte, doch lieber einen Schlüsseldienst zurufen, holte Danny erneut aus.
Diesmal hatte die Tür dem nichts mehr entgegen zusetzen.
Chin wusste noch nicht so recht, ob er Danny's Tat nun anerkennen oder doch mit dem Kopf schütteln sollte, als sein Blick auf die Umschläge fiel, die auf dem Boden lagen.
Die McGarretts hatten von jeher darauf verzichtet, einen Briefkasten vorne am Eingang zu ihrem Grundstück aufzustellen. Daher wurde die Post unter der Tür durchgeschoben, wenn niemand zu Hause war, um diese entgegen zunehmen.
Chin bückte sich und hob die Umschläge auf. Viel war es nicht. Lediglich drei Briefe. Zuoberst befand sich ein Brief, dessen Absender ein Abschleppdienst war.
„Du hast Steve wirklich die Rechnung geschickt?“ Fragte Chin ungläubig und hielt Danny den Brief vor die Nase.
„Ja. Hatte ich das nicht erwähnt?“ Danny ging einfach an Chin vorbei und nahm ihm dabei die anderen beiden Umschläge aus der Hand.
„Und wer zahlt die Rechnung für das neue Schloss?“ Chin zeigte auf den Türrahmen. Danny hatte ganze Arbeit geleistet. Sie würden eine komplette neue Schließanlage einbauen lassen müssen. Schließlich konnten sie das Haus nicht einfach offen stehen lassen.
Danny besah sich den Schaden und gab schließlich klein bei.“Okay. Die Rechnung für das neue Schloss geht an Steve und ich zahl den Abschleppdienst.“ Er nahm Chin nun auch noch den Brief mit der Rechnung ab und steckte ihn, einmal zusammengefaltet, in die hintere Hosentasche.
Nun besah er sich die anderen Briefe. Der oberste schien die Telefonrechnung zu beinhalten. Ohne ihn zu öffnen, legte Danny den Brief auf den Tisch, der vor der Couch stand. Dann besah er sich nur kurz den verbliebenen Umschlag in seiner Hand. Die Adresse war mit der Hand geschrieben worden. Danny drehte den Umschlag. Kein Absender. Aber er war in New York abgestempelt. Es musste sich um den Brief handeln, von dem die Hills gesprochen hatten.
Kurzerhand riss Danny den Umschlag auf und holte ein Blatt Papier heraus. Er faltete den Din A4 Bogen auseinander und begann zu lesen. Chin stand neben ihm und schaute ebenfalls auf die geschriebenen Zeilen.
>> Steve,
sie wundern sich sicherlich, warum ich ihnen diesen Brief zukommen lasse. Noch dazu ohne Absender und von New York aus verschickt. Allerdings sehe ich mich aus Gründen, die ich ihnen in diesem Brief erklären werde, dazu gezwungen.
Als mich Gouverneurin Jameson vor einem Jahr zu ihrer persönlichen Assistentin berief, ahnte ich nicht, worauf ich mich damit einließ.
Anfangs verlief alles völlig normal und ich ahnte nicht, in welche Machenschaften die Gouverneurin verstrickt war. Erst als ich zufällig erfuhr, dass sie sich mit Hiro Noshimuri traf und Nachforschungen über diesen Mann anstellte, begann ich zu begreifen, dass die Gouverneurin Geschäfte mit der Yakuza tätigte.
Pat Jameson ist bereits seit einigen Jahren im Amt, wie sie sicher wissen werden. Dass sie das Gouverneursamt bekleidet, verdankt sie der Yakuza. Noshimuri war es, der ihren Wahlkampf finanzierte. Im Gegenzug verhalf Jameson, Hiro Noshimuri seine Hotels, Bars und andere Geschäfte als legal zu tarnen. Ich brauche ihnen nicht zu sagen, das Noshimuri in nahezu alle dunkeln Geschäfte hier auf Hawaii verwickelt ist. Er kontrolliert nicht nur das Glücksspiel. Er hat zahlreiche Nebenbuhler ausschalten lassen. Ebenso Polizeibeamte, die gegen ihn ermittelten. Inzwischen ist Noshimuri jedoch untergetaucht und niemand weiß, wo er sich aufhält oder ob er überhaupt noch am Leben ist.
Der Grund für sein plötzliches Untertauchen dürfte Wo Fat sein. Er hat in letzter Zeit immer mehr die Kontrolle über die Yakuza an sich gerissen und ist dabei, Noshimuri zu verdrängen.
Die Gouverneurin hat sich schon seit geraumer Zeit Wo Fat angeschlossen.
Pat Jameson wird bekanntlich für die nächste Amtszeit nicht mehr kandidieren. Zusammen mit Wo Fat, hatte sie mit Senator Dearing, den nächsten Gouverneur von Hawaii aufgebaut. Dearing konnte jedoch mit Hilfe ihrer Tochter des Menschenhandels überführt werden. Allerdings befürchte ich, dass Dearing seinen Prozess nicht mehr erleben wird. Er weiß einfach zu viel, als das Wo Fat und die Gouverneurin riskieren könnten, das Dearing auspackt.
Wo Fat ist nicht nur gefährlich, sondern auch äußerst vorsichtig. Er vertraut nur sich selbst. Aus diesem Grund hat er das Büro der Gouverneurin verwanzt. Er erfährt somit von allem, was in ihrem Büro gesprochen wird. Als ich zufällig eine dieser Wanzen entdeckte, bat ich einen Freund, der sich mit solchen Dingen bestens auskennt, sich in diesen Abhör Kanal zu hacken und alles aufzuzeichnen.
So erfuhr ich, dass Wo Fat, sie über ihre Tochter ausschalten will. Er wird sie in seine Gewalt bringen, um ihnen dann einen Austausch vorzuschlagen. Ihr Leben gegen das ihrer Tochter.
Ich flehe sie an: Sorgen sie dafür, dass ihre Tochter in Sicherheit ist.

Ich habe vor einiger Zeit eine intime Beziehung mit Karl Dearing begonnen. Dadurch bin auch ich in diesen Sumpf geraten.
Der Gouverneurin wurde die ganze Sache anscheinend zu heiß und sie begann, Beweismaterial gegen Wo Fat und Dearing beiseite zuschaffen. Wo Fat und Dearing überzeugten mich, dass es besser für mich sei, nicht gegen sie, sondern für sie zu arbeiten. Also hinterging ich Jameson und versorgte die beiden mit allen Informationen über die Gouverneurin und ihre Geschäfte mit der Yakuza. Ich fotografierte die geheimen Unterlagen und übermittelte sie an Dearing, der diese an Wo Fat weitergab. Diese Unterlagen werden in dem alten Sekretär, der im Gouverneursbüro steht, aufbewahrt. Ebenso alles, was sich in dem roten Werkzeugkoffer befand, der ihrem Vater gehörte. Er war der Wahrheit über den Tod ihrer Mutter sehr nahe.
Als Wo Fat den Auftrag gab, ihren Vater zu ermorden, hatte er nicht daran gedacht, dass der Schlüssel zu allem in dem Werkzeugkoffer lag. Er hatte wohl auch keine Ahnung, dass ihr Vater alle Beweisstücke dort aufbewahrte. Als ihre Schwester dann eigenhändig Nachforschungen anstellte, brachte sie damit ungewollt Noshimuri darauf, das alle Beweisstücke, die ihr Vater zusammengetragen hatte, sich in diesem roten Werkzeugkoffer befanden. Nachdem Noshimuri in Besitz dieses Beweismaterials war, übergab er diese an Jameson.
Ich weiß, wo die Gouverneurin den Schlüssel zu diesem Sekretär aufbewahrt und habe ein Duplikat anfertigen lassen. Wann immer ich die Möglichkeit hatte, habe ich ihnen daraus die Dinge zukommen lassen, die sich in dem Koffer befanden. Ich hoffte dadurch, dass sie die Nachforschungen ihres Vaters fortführen.
Warum ich das tat?
Ich kann einfach nicht länger damit leben, mich an Verbrechen zu beteiligen oder davon zu wissen, bei denen Menschen ums Leben kommen.
Aus diesem Grund habe ich auch diesen Brief geschrieben. Habe ihn aus New York abschicken lassen, damit  niemand ihn, anhand des Umschlags zurück verfolgen kann. Ich weiß, das Wo Fat mich beschatten lässt.
Eines sollten sie noch wissen, bevor sie die Ermittlungen ihres Vaters fortführen. Wie ich bereits erwähnte, habe ich die Abhör Protokolle aus dem Gouverneursbüro. Als Noshimuri, Jameson die Beweisstücke ihres Vaters zur Aufbewahrung übergab, tat er dies mit folgenden Worten:
„Wo Fat ist hinter dem Mörder seines Vaters her. Er wird von Rache angetrieben. Aber dieser Idiot hat nicht daran gedacht, dass er durch die Ermordung von John McGarrett, sich darum gebracht hat, die Wahrheit über Shelburne, den Mörder seines Vaters, zuerfahren. Es ist von äußerster Wichtigkeit, das Wo Fat nie erfährt, wer Shelburne ist.“

Bitte nehmen sie mit mir keinen Kontakt auf.
Ich werde mich bei ihnen melden.

Laura Hills <<

Danny und Chin schauten sich an.
Zum einen wussten sie nun, das Laura Hills tatsächlich mit Dearing und Wo Fat zusammengearbeitet hatte, wenn auch nicht ganz freiwillig und sie konnten sich jetzt auch denken, das Wo Fat hinter dem Mord an Laura steckte.
„Laura hat Kontakt mit Steve aufgenommen, bevor er diesen Brief gelesen hat. Das erklärt auch, warum Steve in eine Falle gelaufen ist.“
„Ja,“ pflichtete Danny seinem Kollegen bei. „Nach diesem Brief bin ich mir sicher, dass Wo Fat, Steve bei Laura aufgelauert hat und ihn irgendwie überwältigen konnte. Deshalb fehlt jede Spur von ihm.“
Chin nickte nur. Der Gedanke, dass Steve sich in den Händen von dessen größtem Feind befand, jagte ihm Angst ein. Sie alle wussten, wie gefährlich Wo Fat war und das er, um sein Ziel zu erreichen, ohne Skrupel über Leichen ging. Dass ihr Boss und Freund, eventuell nicht mehr am Leben war, diesen Gedanken wollte er jedoch nicht zulassen.
„Wir müssen so schnell wie möglich in Erfahrung bringen, wo Wo Fat sich auf der Insel versteckt hält. Wenn wir dieses Versteck ausfindig machen, werden wir auch Steve finden.“
„Und das sollte verdammt schnell passieren. Ich hoffe, dass es noch nicht zu spät ist. Und wer könnte uns darüber als Erstes Auskunft geben?“ Danny hielt dabei den Brief, den er noch immer in der Hand hielt, ein klein wenig hoch.
„Die Gouverneurin!“ Chin wusste, dass sie dieser jetzt sofort einen Besuch abstatten mussten.
„Genau. Also los. Ruf das HPD an. Die sollen zur Gouverneursresidenz kommen. Denn nachdem Jameson uns verraten hat, wo Wo Fat sich verkriecht, lass ich die Gouverneurin verhaften.“
Chin und Danny verschwendeten nun keine Zeit mehr. Schon fast im Laufschritt verließen sie McGarretts Haus. Noch bevor Chin bei seinem Wagen ankam, rief er beim HPD an und forderte eine Einheit zur Gouverneursresidenz in der Beretania Street an.

Ohne Zwischenfall hatten sie die Yacht erreicht, die einige Meilen vor der Küste O'ahus ankerte. Noch war es Nacht, aber schon bald würde sich der Sonnenaufgang über das Meer legen. Bis dahin mussten sie verschwunden sein.
Denn bisher waren sie unentdeckt geblieben und so sollte es auch bleiben.
Auf Wo Fat's Gesicht, legte sich ein kaltes, zufriedenes Lächeln. Besonders mit einem war er äußerst zufrieden.
„Das war gute Arbeit. Du hast deine Feuertaufe mit Bravour bestanden. Willkommen im Team.“ Anerkennend klopfte er dem großen Mann auf die Schulter.
Dieser nickte nur, bevor er mit den beiden anderen sich anschickte unter Deck zugehen.
Wo Fat blieb allein zurück und schaute den Dreien nach.
Er hatte sein erstes Ziel erreicht. Sobald sie wieder in der Hanapepe Bucht festgemacht hatten, würde er sich allein zu seiner nächsten Mission aufmachen. Von seinem Plan brauchten die anderen nichts zu wissen.
Erst wenn er diesen erfolgreich umgesetzt hatte, würde er sich weiter um Steve kümmern.

Sie waren ohne Umwege direkt zur Residenz der Gouverneurin gefahren.
Auf Sirenen und Blaulicht hatten Danny und auch Chin dabei allerdings verzichtet.
Ebenso der Streifenwagen des HPD, der vor ihnen in die Einfahrt einbog.
Danny kam direkt hinter diesem zum Stehen. Chin hielt hinter Danny's Camaro.
Unterwegs hatte Danny per Handy mitgeteilt, das sie die Gouverneurin keinesfalls in deren Büro verhören durften. Sie würden Jameson durch ihre Vorzimmerdame bitten lassen, nach draußen zu kommen. Dort waren sie einigermaßen sicher, nicht abgehört zu werden.
Die Beamten des HPD stiegen sofort aus und drehten sich nach hinten um. Sie sahen wie Detektiv Williams und Leutnant Kelly jeder aus seinem Auto ausstiegen, als alle durch ein zischendes Geräusch aufgeschreckt wurden. Die Köpfe drehten sich und sie sahen, wie ein schmaler Flugkörper auf das Gebäude zuschoss.
Noch ehe sie wirklich realisierten was dies bedeutete, schrie Danny auch schon: „alles in Deckung. Los weg hier!“

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dvosen
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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   So Jul 14, 2013 10:06 pm

Kapitel 22


Nach dem sie zurück auf die Yacht gekehrt waren, hatte Wo Fat sich in seine Eignerkabine zurückgezogen.
Während die anderen drei sich ebenfalls in ihre Kabinen begeben würden und schlafen legten, verschwendete er keinen Gedanken daran sich von ihrem nächtlichen Unternehmen auszuruhen.
Dazu würde er später noch genügend Zeit haben, jetzt jedoch musste er den nächsten Schritt erledigen.
Dearing und Laura Hills hatte er bereits zum Schweigen gebracht. Er wusste, dass sie früher oder später geredet hätten, das konnte er nicht zulassen. Aber die beiden waren schnell auszuschalten gewesen. Bei der nächsten Mitwisserin war dies schon schwieriger. Er musste vorsichtig sein. Ohne Personenschutz verließ sie nie das Haus. Außerdem waren da noch die Abhörmikrofone, bis bisher unentdeckt geblieben waren. Auch diese mussten beseitigt werden, bevor jemand anders sie entdeckte.
Auch wenn er sich keine Pause gönnte, auf eine Dusche wollte er nicht verzichten.
Keine fünfzehn Minuten später trat er aus dem Bad, das seiner Kabine angeschlossen war, heraus.
Seine schwarze Kleidung hatte er gegen eine helle, beigefarbene Hose und ein weißes Hemd getauscht. So würde er weniger Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Man würde ihn an seinem Standort nicht so schnell ausfindig machen können. Jede Sekunde, die er unentdeckt blieb, zählte.
Wo Fat verlies die Kabine, ging hoch an Deck und verließ die Yacht, um einige Meter weiter in einen schwarzen Wagen zu steigen. Er setzte sich hinter das Lenkrad und entfernte sich zügig vom Hafen.
Die Straße führte fast ausschließlich an der Küstenlinie von Kauai entlang.
Am Horizont ging die Sonne auf und tauchte das Meer in ein buntes orange bis violettes Farbenspiel. Wo Fat hatte dafür jedoch keinen Blick übrig.

Zwei Stunden später:
Ein Helikopter näherte sich den Dächern des Queens Medical Center.
Nichts Ungewöhnliches für Patienten und Mitarbeiter. Aber auch die Passanten auf dem angrenzenden Parkplatz schenkten diesem keinerlei Beachtung, denn ein eigener Hubschrauberladeplatz befand sich auf dem Dach des größten von dem drei Gebäuden umfassenden Komplex.
Zielsicher und punktgenau setzte der Heli auf dem Dachlandeplatz auf.
Als die Cockpittür geöffnet wurde, entstieg Wo Fat dem Pilotensitz. Die Cockpittür ließ er offen, als er die hintere Tür öffnete und einen röhrenförmigen, etwa ein Meter langen Gegenstand vom Rücksitz nahm und damit in gebückter Haltung die knapp drei Meter bis zum Rand des Daches lief.
Dort ging er, mit dem linken Knie auf dem Boden, in die Hocke und legte sich die Röhre auf die rechte Schulter. Durch das rechteckige Visier, das sich an der linken Seite der Röhre befand, suchte er sein Ziel, das sich in etwa 300 Meter Entfernung schräg vor ihm befand.
Er hatte einschlägige Erfahrungen mit Panzerabwehrsystemen verschiedener Art, weswegen es für ihn kaum eine Herausforderung darstellte, das Objekt innerhalb kurzer Zeit anzuvisieren. Wo Fat brauchte jetzt nur noch das erfasste Ziel eingeben dann war er bereit zum Abschuss. Als er den Abzug betätigte, schoss der Flugkörper mit einem zischenden Laut nach vorne auf das eingegebene Ziel zu. Am hinteren Ende trat eine weiße Gaswolke heraus.
Mit rasender Geschwindigkeit fand der Flugkörper sein Ziel und nur Sekunden später gab es eine gewaltige Explosion.
Wo Fat war zufrieden. Er hatte sein Ziel, die Gouverneursresidenz nicht verfehlt.
Er kannte die Gewohnheiten von Pat Jameson nur zu gut und wusste, dass sie sich um diese Zeit in ihrem Büro aufhielt. Sie würde keine Gefahr mehr für ihn bedeuten.
So schnell er Position bezogen hatte, so schnell kam er jetzt hoch und lief zurück zu dem Hubschrauber. Er legte die Panzerabwehrrakette zurück auf den hinteren Sitz, kletterte dann auf den Pilotensitz und schloss die Tür. Kurz drauf begannen die Rotorblätter sich zu drehen und der Heli hob vom Landeplatz auf dem Dach des Medical Center ab und verschwand in Richtung Nordwest.

Sie schafften es gerade noch, sich mit einem Hechtsprung auf die hinter ihnen befindliche Rasenfläche zuretten, als der Flugkörper auch schon im oberen Stockwerk der Residenz einschlug und im Bruchteil einer Sekunde ein riesiger Feuerball in die Höhe schoss. Gleich darauf regneten Trümmerteile auf sie herab. Alle hatten schon vorher schützend ihre Arme über den Köpfen verschränkt und sie blieben in ihrer Haltung so liegen, als jetzt das halbe Mauerwerk auf sie einprasselte. Erst als keine Trümmerteile mehr auf sie niederfielen, wagten Danny, Chin und die Polizisten aus ihrer Deckung hoch zukommen. Gott sei Dank hatte keiner von ihnen ernsthafte Verletzungen davon getragen. Bis auf Danny, dessen rechte Schulter, durch den Aufprall auf den Rasen, nun wieder höllisch schmerzte.
Wie benommen sahen sie zu dem, was einmal die Gouverneursresidenz gewesen war.
Der linke Gebäudeteil war vollkommen zerstört und die Reste brannten gerade nieder. Vom rechten Flügel des Gebäudes war ebenfalls nicht mehr viel übrig, hier aber standen immerhin noch die Mauern und er war nicht vollends zerstört. Auch wenn das Feuer jetzt auf diesen überzugreifen begann.
Schreie und Hilferufe drangen an ihre Ohren und ohne lange zu überlegten, rannten jetzt alle zu dem verbliebenen Teil des Gebäudes, um den Menschen die dort eingeschlossen und verletzt waren zu helfen.

Sie hatten die Verletzten, so gut sie konnten, versorgt. Jetzt wurden sie mit Krankenwagen in das nahe gelegene Queens Medical Center gebracht.
Die Feuerwehr war sehr bald danach eingetroffen und man löschte noch immer die letzen kleinen Brände.
Auch Charlie Fong war bereits eingetroffen. Nachdem er Dannys und Chins Beschreibung zugehört hatte, wusste er, dass es sich nur um einen Lenkflugkörper eines Panzerabwehrsystems handeln konnte, der in die Gouverneursresidenz eingeschlagen war. Er schaute sich suchend um. Der Schütze konnte von überall im Umkreis von 2000 Metern das Ziel anvisiert haben. Es würde schwer werden den genauen Standort zu bestimmen. „Könnt ihr mir sagen, in welchem Winkel der Flugkörper auf das Gebäude zuschoss?“
Danny, dessen Schulter noch immer schmerzte, sich aber weigerte, sich erneut ins Krankenhaus einliefern zu lassen, überließ Chin die Antwort. Chin zeigte in die Richtung aus der sie den Flugkörper heran nahen sahen. „Ich würde sagen er kam in einem schrägen Winkel geflogen.“
Charlie folgte Chin's beschriebene Richtung. In einiger Entfernung konnte er die Dächer des Medical Center ausmachen dann nickte er auch schon. „Der einzige Ort, der zum Abschuss einer solchen Waffe geeignet ist, wäre das Dach des Medical Center. Das würde mit euerer Beschreibung des Flugwinkels übereinstimmen.“
Danny und Chin folgten Charlie's Blick.
„Worauf warten wir dann noch?“ Danny setzte sich schon in Bewegung.
„Was ist mit deiner Schulter? Solltest du die nicht doch untersuchen lassen?“ Wurde er von Chin aufgehalten.
Danny brauchte nicht überlegen. „Nein. Das hier ist wichtiger.“

Sie standen auf einem der Dächer des Medical Center und schauten in Richtung der ehemaligen Gouverneursresidenz. Charlie Fong war ebenfalls bei ihnen und nickte. „Ja. Das könnte hinkommen. Von hier aus hat man freie Sicht und kein Hindernis steht im Weg.“
Sie suchten den Boden des Flachdaches ab. Aber es gab keine Anzeichen, dass von hier aus eine Panzerabwehrrakette abgefeuert worden war.
„Auch wenn das hier der ideale Ort zu sein scheint. Ich glaube kaum das der Schütze hier abgedrückt hat.“ Charlie sah jetzt hinüber auf das andere Dach, auf dem sich auch der Hubschrauberlandeplatz befand. Es war zwei Etagen höher und überragte somit das Gebäude, auf dem sie sich befanden.
Also drehten sie sich um und begaben sich wieder nach unten.
Einige Minuten später standen sie auf dem Helikopterlandeplatz.
Sie schritten das Dach ab und standen auch an der Dachkante, an der nur eine Stunde vorher Wo Fat den Auslöser der Waffe betätigt hatte aber irgendeine Spur konnten sie nicht finden.
Wo Fat hatte, wie schon so oft, keinerlei Spuren hinterlassen.
Nur mit der Erkenntnis, dass dieser Ort infrage kam, um einen Lenkflugkörper abzufeuern, verließen sie das Dach.
Sie fragten noch das Personal, wie Ärzte und Schwestern, ob sie etwas bemerkt hätten, ob jemand mit einem großen länglichen Gegenstand gesehen worden war, aber niemand konnte ihnen eine Auskunft darüber geben. Schließlich kamen sie zu dem Schluss, dass derjenige wirklich mit einem Hubschrauber direkt auf dem Dach gelandet sein musste. Aber auch darüber konnte ihnen niemand Auskunft geben.
Täglich landeten Hubschrauber dort oben und brachten Kranke und Verletzte ins Medical Center. Das war hier Alltag und niemand achtete mehr darauf.
Schließlich fuhren Danny und Chin zurück ins Hauptquartier. Danny brauchte seine Tabletten um die Schmerzen in seiner Schulter zubetäuben.

Nachdem Danny gleich zwei Tabletten mit einem Glas Wasser geschluckt hatte, steckte er diesmal die Packung in seine Hosentasche, anstatt sie wieder in der Schublade seines Schreibtisches zu deponieren.
Chin stand ebenfalls in Danny's Büro.
Beide sahen mehr als ratlos aus. Sie wussten nur eins, beziehungsweise waren sich sicher, dass es Wo Fat höchstpersönlich gewesen sein musste, der die Gouverneursresidenz in Schutt und Asche gelegt und damit Pat Jameson zum Schweigen gebracht hatte.
Es war zum verrückt werden. Jedes Mal wenn sie auch nur einen Schritt näher an dem Fall waren und somit auch auf der Spur zu Steve, wurden ihnen Knüppel zwischen die Beine geworfen und sie standen erneut mit leeren Händen dar.
Danny machte das fast rasend und so fegte er plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung einfach alles, was sich auf seinem Schreibtisch befand, mit der Hand runter. Nur das Bild von Grace blieb davon verschont. Wohl auch deshalb, weil es sich außer Danny's Reichweite befand.
„Verdammte Scheiße! Dieser Mistkerl von Wo Fat beseitigt einen nach dem anderen, praktisch vor unseren Augen und wir wissen immer noch nicht, wo Steve steckt.“
„Du hast ja recht. Aber dadurch wird es auch nicht besser,“ Chin wollte sich gerade bücken, um einen Stapel Papiere vom Boden aufzusammeln, als Danny's Bürotür aufging.
Danny und Chin blieb vor Erstaunen der Mund offen stehen, als sie Kono in der Tür stehen sahen.
„Was machst du denn hier?“ Chin vergaß die Papiere auf dem Boden und tat einen Schritt auf Kono zu.
„Wie ich sehe, komme ich gerade richtig, bevor hier das endgültige Chaos ausbricht.“
„Du solltest im Krankenhaus sein,“ belehrte Danny dagegen seine junge Kollegin. Deren Schulter war bandagiert und der Arm in einer Schlinge fest an den Oberkörper gebunden.
„Du auch“, erwiderte Kono und fügte gleich hinzu, „und es sieht so aus, als könnte man euch wirklich nicht alleine lassen. Oder ihr ward beide eindeutig zu lange mit McGarrett zusammen.“
„Cousinchen, das siehst du völlig falsch. Wir haben hier alles unter Kontrolle.“
„Ja das sehe ich,“ Kono konnte sich ein Grinsen dabei nicht verkneifen, wurde dann aber gleich darauf wieder sehr ernst, denn sie war nicht ohne Grund vom Krankenhaus aus, auf eigene Gefahr direkt hier her ins Hauptquartier gefahren.
„Also wo ist Steve? Und wer hat die Gouverneursresidenz in die Luft gejagt“?
„Ja das sind zwei gute Fragen, auf die wir auch gerne eine Antwort hätten“. Danny begann nun doch die Utensilien von seinem Schreibtisch vom Boden auf zuklauben und sie einigermaßen sortiert wieder auf dem Tisch abzulegen.
„Gut, dann sollten wir hier nicht länger rumstehen.“ Damit drehte Kono sich herum und schritt aus Danny's Büro in die Halle und auf den Surftable zu.
Sie hatte nicht die Absicht weitere wertvolle Zeit zu vertrödeln. Als sie im Krankenhaus durch die Nachrichten erfahren hatte, das es einen Anschlag auf die Gouverneursresidenz gegeben hatte und das dabei mehrere Personen den Tod fanden, unter ihnen auch die Gouverneurin, stand für Kono sofort fest, das sie keinen Tag länger im Krankenhaus bleiben würde. Obendrein wusste sie bereits von Chin, dass Steve seit nun mehr sechs Tagen vermisst wurde.
Danny und Chin konnten ihr nur mit offenem Mund hinterher starren. Dann sahen sie sich kurz an und zuckten beide mit den Schultern, bevor sie Kono folgten, die bereits am Surftable darauf wartete, was ihre Kollegen, ihr bisher über den Fall sagen konnten.
Viel war es nicht.

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Zuletzt von dvosen am Mo Jul 22, 2013 4:30 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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dvosen
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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Jul 22, 2013 4:30 am

Kapitel 23


„Ist das alles, was ihr bisher herausgefunden habt?“ Kono konnte nicht glauben, dass Danny und ihr Cousin Chin, der ihr Vorbild und auch der Grund war, warum sie Polizistin geworden war, nicht den geringsten Ansatzpunkt hatten.
„Was sollen wir denn machen, wenn ständig alle, die wir befragen wollen, praktisch vor unseren Augen aus dem Verkehr gezogen werden?“ Danny reagierte leicht ungehalten auf die Vorwürfe seiner jungen Kollegin. Auch ihm behagte dies alles nicht und er machte sich mehr Sorgen um Steve als um sein eigenes Leben.
Er hatte alle Hoffnungen, endlich einen Hinweis auf Steves Verbleib zu bekommen, auf die Gouverneurin gelegt, nachdem sie Laura Hills Brief gefunden hatten. Aber wieder einmal war ihnen Wo Fat zuvor gekommen.
Das McGarretts Erzfeind hinter dem Anschlag steckte, daran bestand weder für Danny noch Chin ein Zweifel.
„Wir drehen uns im Kreis“, unterbrach Chin Dannys Gedanken. „Alle Yakuza Mitglieder schweigen. Da ist keiner unter denen, der mit uns redet. Eher lassen sie sich die Zunge rausschneiden, als Wo Fats Versteck zu verraten.“
„Also müssen wir die Sache anders angehen.“ Nur wie wusste Danny noch nicht.
Kono, brauchte nicht lange überlegen. „Ihr sagt, dass ein Lenkflugkörper die Gouverneursresidenz getroffen hat. So eine Panzerabwehrfaust bekommt man nicht mal eben unter der Ladentheke. Also wie ist Wo Fat an die Waffe gekommen?“ Kono schaute fragend in ihre kleine Runde, doch Chin schüttelte bereits den Kopf.
„Ich habe bereits bei der Navy angerufen. Dort sind keinerlei Waffen abhanden gekommen.“
„Sagt man,“ Kono war davon nicht überzeugt. „Also wen kennen wir, der Zugang zu geheimen Informationen der Navy bekommt, außer Steve?“
Danny sah nur kurz zu Chin. Ihre Blicke trafen sich. Beide dachten das Gleiche. „Joe!“
Schon griff Chin zu seinem Handy und suchte Joes Nummer heraus.
Nachdem Chin, Joe die Ereignisse in Kurzform erzählt hatte, kam er zu seinem eigentlichen Anliegen. „Joe, dieses Panzerabwehrsystem muss von einer Waffenbase entwendet worden sein. Nur wird die zuständige Ermittlungsbehörde der Navy uns kaum darüber informieren, dass ihnen solch eine Waffe fehlt.“
„Verstehe. Ich werde sehen, was ich in Erfahrung bringen kann und melde mich dann.“
Wieder hieß es warten.

Wo Fat landete den Hubschrauber sicher auf dem Hubschrauberlandeplatz des kleinen Flughafens auf Kaua'i.
Die Rotoren liefen weiter als er ausstieg und den Wurfspeer vom hinteren Sitz nahm. Ein anderer Pilot, ebenfalls asiatischer Herkunft, erwartete ihn bereits und bestieg dann den Pilotensitz um den Hubschrauber an einen anderen Ort zu fliegen.
Diesmal hatte Wo Fat darauf verzichtet die Waffe wieder zurück in den alten Lagercontainer zubringen, in denen sie die anderen Waffen und Munition lagerten. Er lief die wenigen Meter wieder zu dem schwarzen Auto, legte die Waffe in den Kofferraum, wo er sie unter einer Decke verbarg.
Das alles ging wie immer sehr schnell und Wo Fat stieg in das Auto und startete den Motor. In ganz normalem Tempo entfernte sich der Wagen vom Flughafen und fuhr Richtung Hafen, wo er wieder an Bord der weißen Yacht ging.
Bevor Wo Fat sich dann seiner nächsten Aufgabe widmete, würde er sich aber zunächst ausruhen und einige Stunden Schlaf gönnen. Dann erst würde er sich der Person entledigen, die zu viel an Bord war.

Zwei Tage hörten sie nichts von Joe.
In der Zwischenzeit nahmen sie jeden noch so kleinen Unterschlupf der Yakuza hoch.
Duke Lukela vom HPD begann die Augen zuverdrehen, wenn sie die nächsten Yakuza Angehörigen zum HPD brachten und sie dort einbuchten ließen. Allerdings mussten sie nacheinander wieder
freigelassen werden. Länger als 48 Stunden konnten sie niemanden ohne hinreichenden Tatverdacht und Haftbefehl festhalten. Aber sie scheuchten dadurch alles auf und einige begannen, unruhig zu werden. Es formierte sich langsam Widerstand gegen Wo Fat in den eigenen Reihen, denn durch die Razzien von Five-0 konnten sie kaum mehr ihren Geschäften, wie Geldwäsche, Schutzgeld Erpressung, Drogenhandel und Prostitution in Ruhe nachgehen.
Danny verschaffte dies zwar in gewisser Hinsicht Genugtuung, aber es beruhigte ihn nicht. Mit jedem Tag, der verging, wurde er übellauniger. Sobald er das Hauptquartier betrat, ging er gleich in sein Büro durch. Zweimal hatte er bereits selbst bei der Naval Criminal Investigation angerufen, um in Erfahrung zu bringen, ob die Panzerabwehrfaust aus dem hiesigen Waffendepot stammte. Doch beide Mal hatte man ihn freundlich aber bestimmt abgewimmelt.
Dann endlich kam Joe zur Tür herein.
Als Danny ihn von seinem Schreibtisch aus erblickte, sprang er sofort auf und lief förmlich nach draußen.
„Und Joe haben Sie etwas herausgefunden?“, überfiel er den Commander sogleich.
Doch Joe White hatte wie immer die Ruhe weg und ganz gelassen, stand er zunächst am Surftable, wo Chin und Kono zum hundertsten Mal alles durchgingen, was sie bisher zusammengetragen hatten.
„Also wenn bei der Navy Waffen entwendet werden, hält man sich dort äußerst bedeckt und es ist sehr schwer an Informationen heran zukommen. Eigentlich redet niemand mit einem außerhalb der internen Ermittlungsbehörde.“
„Sie haben also nichts in Erfahrung bringen können?“, schloss Chin aus Joes Rede.
„Das hab ich nicht gesagt, nur dass es sehr schwierig ist, etwas zuerfahren“. Joe setzte dabei sein ihm ganz eigenes verhaltenes Lächeln auf. Die Mundwinkel zogen sich dabei nur minimal nach oben. Doch Danny hatte für solche Wortspielchen, wie er sie eigentlich selbst gern führte, jetzt nicht die Nerven. „Bitte Joe, sagen Sie uns einfach ob Sie was herausgefunden haben!“
„Okay,“ Joe nickte, „vor drei Tagen wurde das Waffendepot in Nanakuli überfallen. Man spricht von vier Tätern. Was sie im einzeln haben mitgehen lassen, darüber schweigt man sich aus. Aber alles muss sehr schnell gegangen sein. Die waren in nicht einmal zehn Minuten rein und wieder raus.“
„Was denn niemand dort hat etwas bemerkt?“ Danny konnte und wollte dies nicht glauben und er sollte recht behalten.
„Doch, aber die waren nicht aufzuhalten. Entkommen sind sie mit einem dunkeln Pic up.“
„Die Zufahrtstraßen sind doch sicherlich Kameraüberwacht?“, hegte Danny eine leise Hoffnung, die auch von Joe bestätigt wurde. „Ja. Aber an diese Bänder werden weder Sie noch ich heran kommen. Die Navy hält diese streng unter Verschluss.“
Noch ehe einer von ihnen etwas sagen konnte, hörten sie schwere Schritte hinter sich. Alle drehten ihre Köpfe herum und sahen den neuen Gouverneur Denning in Begleitung eines Ranghohen Offizier der Navy die Halle betreten.
Mit Denning hatten sie bereits Bekanntschaft gemacht. Er zeigte sich wenig erfreut über die mageren Ermittlungsergebnisse. Nicht nur seine imposante Statur war beeindruckend. Das autoritäre Auftreten und sein durchbohrender Blick ließen keinen Zweifel daran, dass er den Fall so schnell wie möglich aufgeklärt haben wollte. Inzwischen sprach die ganze Welt von dem unfassbaren Anschlag auf die hawaiianische Regierung bei dem die Gouverneurin einschließlich zahlreicher Mitarbeiter ums Leben gekommen waren.
„Meine Herren, Miss Kalakaua, das ist General Brixton.“
Der General nickte ihnen nur zu dann wandte er sich direkt an Joe, der militärmäßig den General grüßte.
„Commander White, es erstaunt mich nicht, Sie hier zu treffen. Und ich kann mir auch denken, warum Sie auf der Base Fragen gestellt haben bezüglich eines, offiziell nicht stattgefundenen Überfall auf das Waffendepot in Nanakuli. Die einzige Frage, die mich beschäftigt ist, ob Sie wegen einer bestimmten Person diese Fragen gestellt haben.“
Chin, Kono, Danny und auch Joe standen Fragezeichen auf den Gesichtern. Sie hatten keinen blassen Schimmer, was der General damit meinte. Oder doch? Hatte man bei der Navy eine Spur zu Wo Fat? Wusste man dort, dass Steve als vermisst galt und Wo Fat seine Finger wohl im Spiel hatte.
Immerhin war Wo Fat nicht nur ein Ranghohes Yakuza Mitglied. Er war ein international gesuchter Waffendealer.
Der General und auch Gouverneur Denning blickten sich in der Runde um.
„Ich denke, dass hier dürfte äußerst interessant und aufschlussreich für Sie alle sein.“ General Brixton hielt einen kleinen USB-Stick in der Hand, den er jetzt an Kono weitergab.“Bitte öffnen Sie die darauf vorhandene Datei.“
Kono nahm den Stick und steckte ihn in die dafür vorgesehene Buchse an der Seite des Surftable. Dann tippte sie mit dem Finger auf das aufleuchtende Symbol und gleich darauf erschien ein tonloser Film auf einem der drei, an der Wand angebrachten, Bildschirme.
Gespannt sahen sie das Video, das aus einer der Überwachungskameras der Waffen Base stammen musste. Sie wurden Zeuge des Überfalls. Die Kamera zeigte das Tor zur Base, über das vier Gestalten stiegen. Durch ihre schwarze Kleidung verschmolzen sie fast mit der Dunkelheit.
„Sie können den Schnelldurchlauf betätigen. Ich sage Ihnen, wann es soweit ist,“ wurde Kono vom General angewiesen. Als der Film an der entsprechenden Stelle angekommen war, hörte man General Brixton, „jetzt. Passen SAie genau auf, was passiert!“
Und was sie dann sahen, schockte sie. Einer der Gestalten, die eindeutig alles Männer waren, zielte scheinbar sehr genau, während die beiden anderen nur wahllos ihre Magazine abfeuerten.
„Halten Sie an. Dieser Mann hat einen der Wachleute erschossen. Mit einem gezielten Schuss genau zwischen die Augen.“
„Also ein geübter Schütze.“ Schlussfolgerte Danny.
General Brixton nickte. „Ja und er dürfte Ihnen nicht unbekannt sein. Bitte vergrößern Sie den Bildausschnitt.“ Völlig emotionslos gab der General seine Anweisung, die Kono umgehend ausführte. Schließlich wollten auch sie wissen, wer den wachhabenden Offizier erschossen hatte.
Allerdings sollte das Standbild, das zwar durch die Dunkelheit ein wenig unscharf geriet, ihnen das Blut in den Adern gefrieren lassen denn trotz, dass es etwas verschwommen aussah, erkannten sie alle den Schützen.
„Oh mein Gott! Das ist Steve!“ brachte Kono schließlich tonlos hervor.
Danny trat sogar ganz nah an den Bildschirm heran, während Chin und Joe sich über den Surftable beugten, um dort das Bild besser in Augenschein nehmen zu können.
„Ganz recht. Das ist Ltd. Commander Steven McGarrett, der da den Abzug betätigt und den wachhabenden Offizier erschießt,“ bestätigte General Brixton, „ inzwischen wurde auch das Fluchtfahrzeug gefunden. Zwar fanden sich keine Hinweise auf die Täter. Weder hinterließen sie Fingerabdrücke noch sonst irgendwelche brauchbaren Spuren aber es wurde eine Handfeuerwaffe sichergestellt. Eine Sig Sauer P 226. Die Ballistikuntersuchung hat ergeben das mit dieser Waffe der wachhabende Offizier erschossen wurde und diese Waffe gehört McGarrett.“  
Gouverneur Denning fügte hinzu: „Zumindest wissen wir jetzt, wo er sich aufhält beziehungsweise bei wem.“
Danny riss sich von dem Bild auf dem Schirm los und drehte abrupt seinen Kopf herum und schaute in Dennings emotionslose Augen.
„Sie glauben doch nicht im Ernst, das McGarrett dabei freiwillig mitgemacht hat?“ Danny spuckte ihm die Frage förmlich entgegen. Er konnte nicht glauben, dass sein Freund freiwillig auf einen Soldaten geschossen und diesen getötet hatte. Nein das konnte und durfte nicht wahr sein. Irgendwer musste ihn dazu gezwungen haben. Aber wie zum Teufel hatte man dies angestellt? Das Feuer in Laura Hills Haus, sein spurloses Verschwinden und jetzt dies. Das alles ergab keinen Sinn.
„Kono kannst du von den anderen auch einen vergrößerten Bildausschnitt bekommen?“ Wollte nun Chin wissen.
„Sie können natürlich den anderen Dreien hinterher jagen aber ich will McGarrett!“ Machte Denning ihnen unmissverständlich klar und fügte gleich hinzu. „Und Sie können sicher sein, das ich ab jetzt über jeden Ihrer Schritte informiert sein werde. Sollten Sie also etwas wissen und mir dies jetzt noch verschweigen, seien Sie sich gewiss, dass ich es herausfinden werde.“
Ohne sich zuverabschieden, drehte Denning sich herum und verließ die Halle des Hauptquartiers. General Brixton grüßte nur kurz Joe, nickte dann den anderen zu und folgte Denning.
„Sir. Der USB-Stick,“ rief Kono ihm noch nach, aber Brixton winkte nur ab. „Sie können ihn behalten. Das ist nur eine Kopie.“
„Natürlich“, murmelte Chin, sodass nur Danny, Joe und Kono ihn hören konnten.
Sie brauchten einen Moment, bis sie sich einigermaßen gefasst hatten.
„Könnt ihr euch dass vorstellen? Ich meine, dass Steve wirklich an dem Überfall beteiligt war und das er auch noch jemanden absichtlich und gezielt erschossen hat?“ Genau wie alle anderen konnte Kono nicht glauben, das sie wirklich Steve auf dem Bild sahen. Aber es bestand kein Zweifel. Das dort auf dem Wandschirm zeigte Steves Gesicht.
Doch statt eine Antwort zu geben, wies Joe Kono jetzt an. „Können wir von den anderen ebenfalls einen Ausschnitt bekommen?“
Kono nickte nur und bald erschien ein anderes Gesicht auf dem Schirm. Es handelte sich um einen der beiden Asiaten. Der kleinere und schmalere. Gleich darauf vergrößerte Kono das nächste Standbild. Der andere, etwas stämmigere Asiat erschien auf dem Wandschirm. Fehlte noch der Vierte. Kono musste ein wenig zurück in der Aufnahme, bis sie auch dieses Gesicht hatten. Es gehörte Wo Fat.
Wirklich überrascht war keiner von ihnen. Irgendwie hatte jeder damit gerechnet und doch schüttelte Danny den Kopf.
„Irgendwas stimmt hier nicht. Steve würde niemals freiwillig mit Wo Fat gemeinsame Sache machen.“
„Richtig. Aber das da,“ Chin warf erneut den Ausschnitt, der Steve zeigte auf den großen Schirm, „ist eindeutig Steve.“
Joe konnte nur zustimmend nicken. „Außerdem hat man seine Waffe in dem Fluchtfahrzeug gefunden. Mit dieser wurde der Soldat erschossen.“
„Gut,“ entschied Danny schließlich, „Schauen wir uns mal das Gelände außerhalb des Waffendepots an. Vielleicht können wir ja noch irgendwelche Spuren sichern.“
„Der Überfall ist drei Tage her. Glaubst du wirklich, dass wir da noch was finden?“ Chin schaute Danny fragend und ungläubig an.
„Möglich. Immerhin hat es nicht geregnet.“
„Okay. Ich werde mal versuchen, heraus zu bekommen, wo man das Fluchtfahrzeug gefunden hat. Könnte ja sein, dass wir dort was finden, das uns endlich zu Steve führt.“ Entschied Joe und machte sich zusammen mit Kono, Chin und Danny auf den Weg.

Er hatte nicht lange geschlafen. Wo Fat brauchte nie lange um sich zu regenerieren. Er verschwendete auch keine Zeit, sondern ging gleich an Deck wo die anderen schon beisammen. saßen. Seine beiden asiatischen Helfer spielten Backgammon, während der andere, größere, ihnen nur dabei zuschaute.
Wo Fat legte ihm nur kurz die Hand auf die Schulter. „Komm mit.“
Er sah Wo Fat an, nickte und folgte ihm dann stumm.
Sie verließen die Yacht. Die beiden anderen blieben zurück und widmeten sich weiter ihrem Backgammonspiel.

Wo Fat lenkte den schwarzen Toyota über den Interstate Highway 550. Die Straße führte ins Landesinnere von Kaua'i. Immer höher kamen sie, bis Wo Fat den Wagen schließlich am Straßenrand anhielt und ausstieg. Ohne Aufforderung folgte ihm sein Begleiter.
Sie gingen ein ganzes Stück zu Fuß, um noch höher zu gelangen. Dann endlich blieb Wo Fat stehen und überblickte das Tal unter sich. Von hier oben hatte man einen fantastischen Blick über die Insel und bis weit auf den Pazifik.
Sie standen nebeneinander. Bis Wo Fat zwei Schritte zurückging. Er stand jetzt hinter dem anderen, unter dessen T-Shirt Ärmeln wieder die beiden großen Tattoos hervorblitzen.
„Man hat eine grandiose Aussicht von hier. Genieß sie, so lange du kannst.“

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dvosen
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BeitragThema: Re: Ungewisse Zukunft - Eine H50 FanFiction (fertiggestellt)   Mo Jul 29, 2013 9:25 am

Ich weiß nicht, ob ich euch nun warnen oder raten soll, Beruhigungstropfen, Baldrian oder gar stärke Beruhigungsmittel griffbereit zu haben. *big smile*
Ich sag das auch nur, damit ihr uns hinterher nicht ankommt, das wir euch da völlig unvorbereitet hinein haben schliddern lassen.


Kapitel 24

Chin, Danny und Kono standen an dem hinteren Tor zur Waffenbase.
Man hatte sehr viel Wert darauf gelegt, dass man von hier aus nicht sofort erkannte, um welche Art Gelände es sich hinter dem Zaun handelte.
Nirgends war ein Warnschild zusehen. Nicht weit vom Tor entfernt befand sich eine Gärtnerei.
Allerdings hielt sich Nachts dort niemand auf und so hatte man von dort aus keinerlei Beobachtung gemacht, als der Überfall auf das Waffendepot stattfand.
Alle drei gingen den Weg, der aus Sand und Kies bestand ab und suchten konzentriert nach Spuren.
Doch nach drei Tagen ließen sich keine Fußabdrücke mehr finden. Zwar konnten sie verschiedene Reifenabdrücke entdecken aber es waren zu viele, als dass sie einen vernünftigen Abdruck hätten machen können.
Zumal hier inzwischen auch schon die Ermittlungsbehörde der Navy ihre Untersuchungen durch geführt hatte und dadurch auch die Spuren bereits verfälscht waren.
Zu dem Gelände selbst hatten sie keinen Zutritt und so blieb ihnen nur, resigniert den Rückzug anzutreten.
Gerade als Chin in seinen Wagen steigen wollte, erhielt er einen Anruf.
„In Ordnung Joe. Wir sind hier sowieso fertig.“
„Joe hat die Stelle, wo der Fluchtwagen gefunden wurde. Er wartet auf uns!“, rief er Danny zu, der ebenfalls gerade in seinen Camaro einsteigen wollte. Kono hatte sich bereits in Chins Chevy auf den Beifahrersitz gesetzt. Selbst fahren war ihn ihrem Zustand unmöglich.

Joe hatte sich bereits umgesehen, als Danny in der Parkbucht am Farrington Highway hielt. Gleich hinter ihm kam auch Chins Wagen zum stehen und alle Drei, Danny, Chin und Kono kamen jetzt auf ihn zu.
„Und wie sieht es aus? Irgendwas brauchbares gefunden, Joe?“ Danny ging alles nicht schnell genug. Besonders jetzt, wo sie sicher sein konnten, dass Steve an dem Überfall auf die Waffenbase beteiligt gewesen war.
„Ja und nein“, antwortete Joe zunächst. „Die haben sich ganz bewusst diese Stelle ausgesucht. Zwischen den anderen Fahrzeugen, die hier jeden Tag parken, fällt es nicht auf, wenn ein Auto längere Zeit hier abgestellt wird.“
Sie sahen sich auf dem kleinen Parkplatz um.
In der Tat konnten sie auch jetzt mehrere Fahrzeuge ausmachen, die hier parkten, weil die Besitzer einen Spaziergang in der näheren Umgebung unternahmen. Außerdem stellten auch etliche Besucher des auf der gegenüberliegen Seite gelegenen Strandabschnittes ihre Autos hier ab.
„Die Frage ist, warum sie den Wagen ausgerechnet hier abgestellt haben?“
„Wahrscheinlich haben sie hier das Fahrzeug gewechselt, da sie davon ausgehen konnten, dass nach dem Pick up sehr schnell eine Fahndung herausgegeben werden würde“, beantwortete Kono Joes Frage. Dieser schüttelte allerdings den Kopf.
„Nein das glaube ich nicht. Bei dem, was sie auf der Waffenbase erbeutet haben, hätte das bedeutet, das sie eine gewisse Zeit mit dem Umladen der Waffen und Munition beschäftigt waren. Das wäre viel zu riskant gewesen.“ Joe ging jetzt ein Stück weiter nach vorne. Am Rand des Mailiilii Kanals blieb er stehen und schaute nach unten, dann nickte er. Joe hatte offenbar gefunden, was er gesucht hatte. Er winkte die anderen zu sich und zeigte dann nach links unten. Dort sah man eine Leiter, über die man vom Kanal aus auf die Straße gelangte. „Ich denke, sie sind hier in ein Boot gestiegen und übers Wasser entkommen.“ Dabei zeigte er den Kanal entlang, der nach etwa 300 Metern in den Pazifik mündete.
„Mit den ganzen Waffen? Das muss aber ein verdammt großes Boot gewesen sein?“ Bemerkte Chin. Zustimmung bekam er von Danny. „Genau. Das glaube ich nicht, das die von hier mit einem Boot, das etliche Waffen und noch dazu Kisten mit Munition, an Bord hatte, weitergefahren sind.“
„Nein das nicht,“ gab Joe ihnen recht. „Sie müssen ihre Beute vorher wo anders hingebracht haben.
Von hier aus sind sie höchstens mit einem Dingi entkommen.“
„Mit einem was?“ Danny war dieser Begriff absolut unbekannt und er hatte keinen blassen Schimmer, wo von Joe gerade sprach.
„Das ist ein kleines Beiboot. Größere Yachten haben so eines oft an Bord. Es ist schnell zu Wasser gelassen und wird mit einem kleinen Hilfsmotor angetrieben.“
„Das würde bedeuten, dass sie da draußen von einer Yacht erwartet wurden.“ Chin zeigte dabei auf den Pazifik, dessen Wellen heute nicht ganz so hart ans Ufer aufschlugen.
„Richtig. Was wir jetzt tun müssen, ist nach Möglichkeiten alle Yachten, die entweder hier auf O'ahu oder auf einer der anderen Inseln in den letzten Tagen festgemacht haben, zu überprüfen und heraus finden, wo hier in der Umgebung die Möglichkeit besteht, eine größere Menge an Waffen unauffällig zulagern.“
„Oh das dürfte kein Problem sein. Hier dürften einige Tausend Yachten gemeldet sein. Und einen Unterschlupf finden, der abseits genug gelegen ist, damit man dort unbeobachtet ein und ausgehen kann, dürfte auch nicht allzu schwierig sein.“ Danny hob dabei theatralisch die Arme in die Luft.
Chin verdrehte angesichts Dannys Ausbruch die Augen. „Hast du einen besseren Vorschlag? Ich meine, Steve scheint wirklich an diesem Überfall beteiligt gewesen zu sein. Aber ich glaube einfach nicht, dass er dies freiwillig getan hat. Und wir wissen alle, dass Wo Fat es auf Steve abgesehen hat. Er wird ihn irgendwie dazu gebracht haben, dabei mitzumachen. Und wenn er ihn nicht mehr braucht ...“ Chin vermied es, seinen letzten Gedanken auszusprechen. Sie hatten schon viel zu viel Zeit verschwendet und so langsam schien es für ihren Freund und Boss eng zuwerden. Kono nickte zustimmend. „Lasst uns ins Hauptquartier zurückfahren. Dort können wir am Computer die Gegend hier nach geeigneten Unterschlüpfen absuchen. Außerdem haben wir dort Zugriff, auf die Verkehrsüberwachung an den Yachthäfen.“

Die Verkehrsüberwachung brachte sie jedoch nicht weiter. Sie würden also jeden Yachthafen aufsuchen und sich dort die Eintragungen ins Hafenmeisterbuch ansehen müssen.
Dies übernahmen Danny und Kono, während sich Chin und Joe die Karte von O'ahu auf dem Surftable anschauten und dabei vor allem die Gegenden genauer in Augenschein nahmen, von denen Chin wusste, das dort alte Bunker oder Versorgungscontainer aus dem Zweiten Weltkrieg noch so weit intakt waren, das sie als Lagerstätte dienen konnten.
„Hier in der Nähe von Lanikai gibt es jede Menge alter Versorgungsbunker, die als ideales Versteck dienen.“
Joe besah sich die Karte etwas näher, bevor er den Kopf schüttelte. „Das ist zu weit von der Waffenbase und dem Fundort des Pick up entfernt. Es müsste in diesem Radius sein.“ Er zog mit dem Finger einen etwas größeren Kreis um die Waffenbase und schloss den Abschnitt am Farrington Highway, wo der Fluchtwagen abgestellt wurde, mit ein.
Chin zoomte den Abschnitt etwas größer heran und suchte dann das Gelände im Umkreis von drei Meilen rund herum ab. Schließlich fand er, was er suchte.
„Hier im Makaha Valley gibt es einige solcher alter Container. Zum größten Teil verfallen oder zumindest sehr stark von Rost zerfressen.“
„Das dürfte es sein. Wir sollten uns da mal etwas genauer umsehen.“ Auch Joe war sich inzwischen bewusst, dass Steve sich wohl kaum selbst aus seiner Lage befreien konnte. Sie mussten jetzt alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, um Wo Fat auf die Spur zukommen und somit auch Steve zufinden.
Bevor sie aufbrachen, holte Chin noch eine vergrößerte Karte vom Makaha Valley. Die würden sie brauchen, wenn sie mit dem Auto nicht mehr weiterkamen.

Es war bereits der dritte Container, dem sie sich näherten.
Chin hatte neben der Karte auch ein großes Brecheisen dabei, womit sie die Container aufbrachen, die sie verschlossen vorfanden.
Auch wenn diese seit Jahrzehnten offiziell nicht mehr genutzt wurden und einige auch ziemlich verbeult und verrostet waren, dienten sie einigen dunkeln Gestalten als Unterschlupf jeder Art.
Nachdem sie die Ersten beiden unverschlossen vorgefunden hatten, hing an diesem nun ein großes Vorhängeschloss.
Schnell hatte Chin das Brecheisen angesetzt und das Schloss gab schließlich nach und sprang auf.
Joe half ihm die schweren Riegel erst nach vorne und dann zur Seite zudrehen.
Dieser Container war, wie sie schon vermutet hatten, als sie das Schloss sahen, nicht leer, allerdings beherbergte er nicht das, was sie sich erhofft hatten. Hier baute jemand verbotenerweise Marihuana an. Sie zählten dreißig Pflanzen, die in Kübeln wuchsen. Derjenige, der hier tätig geworden war, hatte sich große Mühe gegeben und unzählige Löcher in die Decke des Containers gebohrt. So wurden die Pflanzen mit Wasser und Licht versorgt.
Normalerweise wäre dies ein kleiner Erfolg für Chin gewesen aber heute interessierte er sich für diesen kleinen Fisch nicht. Zusammen mit Joe verschloss er den Container wieder, indem sie die Riegel wieder in ihre Position drehten. An dem kaputten Schloss konnten sie nichts ändern.
Sie fanden vier weitere Container.
Vor dem letzten Container konnten sie schließlich verschiedene Fußabdrücke sichern. Das Gebiet hier war mit unzähligen Sträuchern, Büschen und Farnarten bewachsen. Nur ein schmaler Trampelpfad führte sie zu dem Container, sodass sie Joes Wagen einige Meter weiter vorne stehen lassen mussten.
„Hier scheint ziemlich viel Bewegung gewesen zu sein in der letzten Zeit,“ zeigte Joe auf die Abdrücke.
Chin besah sich das Ganze genauer. Einige Spuren lagen übereinander und es lohnte sich kaum, davon einen Abdruck zu machen. Aber drei waren zu gebrauchen und so nahm er den Rucksack von seinen Schultern, öffnete diesen und holte drei Beutel mit einer zähen weißen Flüssigkeit heraus.
Er öffnete den ersten und schüttete den Inhalt in die Ausbuchtung eines Fußabdrucks. Mit den beiden anderen verfuhr er ebenso. Da es sich um eine schnell abbindende Maße handelte, konnte er schon nach wenigen Minuten die Abdrücke herausnehmen und sie vorsichtig in seinem Rucksack verstauen.
Den Container selbst fanden sie offen vor. Sie konnten nur vermuten, dass aufgrund der Spuren hier die Waffen gelagert worden waren.
Was sie nicht wissen konnten, war, dass sie nur drei Stunden zu spät gekommen waren und die Waffen, sowie die Munitionskisten sich bereits auf dem Weg in den Nahen Osten befanden.


Danny und Kono konnten keinen Erfolg verbuchen.
Nicht weniger als sechs Yachthäfen mit Hunderten von Liegeplätzen gab es auf O'ahu. Hinzu kamen die freien Liegeplätze vor der Küste.
Sie waren dann nach Kaua'i geflogen und hatten sich auch dort die gemeldeten Yachten in der Hanapepe Bucht angesehen.
Was sie nicht wussten, war, dass sie nur zwei Stunden zu spät gekommen waren und die weiße Yacht, mit dem Namen „Sundancer“ auf den Namen eines guten Geschäftspartners von Wo Fat eingetragen war. Sie befand sich zu diesem Zeitpunkt weit draußen auf dem Pazifik.

Alles, was ihnen blieb, war alles wieder und wieder durchzugehen, in der Hoffnung irgendetwas übersehen zu haben.
Im kriminaltechnischen Labor hatte man inzwischen, anhand der gefunden Reste des Lenkflugkörpers, herausgefunden, dass es sich tatsächlich um die gestohlene Panzerabwehrwaffe handelte, die zuvor von der Waffenbase in Nanakuli gestohlen wurde.
Und noch etwas hatte ihnen Charlie Fong mitteilen können, allerdings versetzte dies ihnen einen weiteren Tiefschlag.
Einer der Fußabdrücke, die Chin im Makaha Valley sichergestellt hatte, passte zu den Schuhen, welche Steve zutragen pflegte.
Damit stand für den neuen Gouverneur Denning nun endgültig fest, dass Ltd. Commander Steve McGarrett einer der Gesuchten war und er sehr wahrscheinlich in den Anschlag auf die Gouverneursresidenz  involviert war. Er zog sogar in Betracht, dass Steve selbst auf den Knopf gedrückt hatte. Auch als Chin und Danny ihm den Brief von Laura Hills an Steve zeigten, ließ er sich nicht davon abbringen. Für ihn stand fest, dass alles ein lang gehegter Plan gewesen sein musste.
Joe wollte man dazu bringen, das Versteck von Cathy preiszugeben. Aber er schwieg. Ärger hatte er wegen seiner Nachfragen so wieso und außer ihm, wusste nur Admiral Hunter, wo Cathy und das SEAL-Team sich aufhielten. An den Admiral aber kam Denning nicht heran. So weit reichte sein Arm dann doch nicht.
So verstrichen die Wochen, ohne dass sie ein Lebenszeichen von Steve erhielten.
Die Ungewissheit, was aus ihrem Freund und Boss geworden war, zerrte an ihren Nerven. Es fiel ihnen schwer sich zu konzentrieren aber sie mussten inzwischen auch anderen Fällen nachgehen.

Dann eines Morgens, Chin hatte sich gerade einen Kaffee geholt, als sein Handy klingelte.
Als er hörte, was der Anrufer ihm mitteilte, stand er gerade vor Dannys Büro und der Becher mit dem heißen Kaffee fiel ihm aus der Hand.
Ohne auch nur ein Wort zu sprechen, berührte er das rote Feld auf dem Touchscreen seines Iphone.
Danny war nicht entgangen, das Chin soeben unmittelbar vor seiner Bürotür eine schlechte Nachricht erhalten haben musste und so stand er auf, bevor Chin die Tür aufstoßen konnte.
„Was ist?“, fragte er, doch im nächsten Augenblick wünschte er sich nur noch, aus diesem Albtraum zu erwachen denn Chins tonlose Antwort katapultierte ihn geradewegs in ein tiefes Loch.
„Wildschweinjäger haben auf Kaua'i eine Leiche gefunden. Es ist Steve.“

Nachdem sie einen Hubschrauber bestiegen hatten und nach Kaua'i geflogen waren, wurden sie bereits von einem Officer der Polizei erwartet. Er fuhr sie mit einem Jeep hinauf nach Hanalei.
Auf dem Weg zum Fundort der Leiche erfuhren sie, dass diese bereits seit einigen Wochen dort gelegen haben musste und nur durch Zufall von zwei einheimischen Jägern entdeckt worden war.
„Woher weiß man, dass es sich dabei im Steve McGarrett handelt?“ Wollte Danny verständlicherweise wissen.
„Der Tote hat alle seine Ausweispapiere bei sich. Außerdem auch seine Dienstmarke von Hawaii Five-0“, antwortete der Polizist. „Ansonsten wäre eine Identifizierung so schnell nicht möglich gewesen.“
Wie recht der Polizist mit seiner Aussage zur Identifizierung hatte, sollten sie wenig später am Fundort der Leiche selbst sehen.
Der Zersetzungsprozess war bereits weit fortgeschritten. Etliche Tiere hatten sich an dem toten Körper bereits bedient. Auch die Bodenbeschaffenheit und die hohe Luftfeuchtigkeit hatten ihren Teil dazu beigetragen, dass man kaum mehr erkennen konnte, um wen es sich handelte.
Kono ertrug den Anblick nicht und musste sich gleich, nachdem sie einen ersten Blick auf die Leiche geworfen hatte, umdrehen.
Chin ließ sich die sichergestellten Ausweispapiere von einem der Polizisten geben. Es handelte sich um Steves Brieftasche, so wie seine Dienstmarke.
Nachdem Danny sich von seinem ersten Eindruck erholt hatte, zog er ein paar Handschuhe aus seiner Hosentasche hervor und streifte sich diese über, dann ging er neben der Leiche in die Hocke. Der Tote war mit einem dunkelblauen T-Shirt, Cargopants und Boots bekleidet. Durch die Zersetzung des Gewebes hingen diese jedoch nur noch lose an dem Korpus. Danny schaute am linken Handgelenk auf die Armbanduhr. Sie gehörte eindeutig Steve. Sein Blick ging weiter nach oben hinauf zu den Oberarmen. Er schaute sich kurz um, bis er fand, was er brauchte. Er angelte sich einen kleinen Stock und schob damit den Ärmel des T-Shirts ein klein wenig nach oben. Auch wenn bereits die oberen Hautschichten nicht mehr vorhanden waren, konnte Danny deutlich das Tattoo erkennen.
Chin stand auf der anderen Seite der Leiche und schaute auf diese hinunter. Obwohl weder das Gesicht noch sonst ein Merkmal zu erkennen waren, bestand kaum ein Zweifel, dass es sich nicht um Steve handelte. Größe, Statur und Kopfform, soweit zu erkennen war, stimmten überein.
Danny hielt Chin den kleinen Stock entgegen. „Hier sieh an dem anderen Arm nach.“
Chin nahm den Stock und ging nun ebenfalls in die Hocke. Genau wie zuvor Danny schob er mit Hilfe des Stockes den Ärmel des T-Shirts nach oben. Und auch hier kam blass das Tattoo zum Vorschein.
Chin kam wieder hoch und warf den Stock beiseite. Auch Danny stand inzwischen. Sagen konnte keiner von beiden etwas. Die Fassungslosigkeit stand ihnen in den Gesichtern geschrieben.
Etwas abseits sahen sie Kono stehen. Ihr Blick starr geradeaus gerichtet, stand sie regungslos dar.
„Die Leiche muss nach Honolulu in die Gerichtsmedizin zu Doktor Bergman gebracht werden!“, sagte Danny nur kurz zu dem ihm am nächsten stehenden Polizisten dann ging er zu Kono, drehte sie kurzerhand zu sich herum und schloss seine Kollegin in die Arme.
Konos Hände legten sich an seine Brust, ihr Kopf ruhte an seiner Schulter und sie begann, haltlos zu schluchzen.

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