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 Na Ka Pu'uwai I Keia Mau Mea - Herzensangelegenheiten

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Roux
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BeitragThema: Re: Na Ka Pu'uwai I Keia Mau Mea - Herzensangelegenheiten   Do Sep 26, 2013 6:47 pm

Sam fühlte nichts. Da war diese Hülle, die ihr Körper war und Signale an ihr Gehirn sandte, aber ansonsten ging nicht mehr in ihr vor. Sie verfolgte wie Steve den Rest seines Teams anrief, wie gleich darauf das Boot der Küstenwache angebraust kam, wie die drei an Bord kamen, um sich den Ausgang der Gefangenschaft anzusehen.
"Ich hätte einen grösseren Leichenberg erwartet", sagte Danny, kaum hatte er die beiden Toten auf dem Boden erblickt.
"Man tut was man kann, aber mehr hatte ich nicht zur Verfügung", war die sarkastische Antwort.
Steve war immer noch oben ohne, weil er ihr während sie gewartet hatten sein T-Shirt gegeben hatte, da ihre Bluse restlos ruiniert war. Nun warf er ihr einen Blick zu. Sie sah es aus den Augenwinkeln und starrte stur nach vorne, während sie über das Deck und auf das Boot der Küstenwache zuging. Ein rundlicher Mann mit einem freundlichen Gesicht half ihr hinein. Sie schenkte ihm ein Lächeln und bemerkte, dass es sich befremdlich anfühlte ihre Züge zu dieser Geste zu bewegen. Langsam liess sie sich auf die Holzbank im Heck sinken, schlang die Arme um sich weil sie fröstelte und wartete ab, bis geklärt war wer wo mitfuhr und die Yacht zum Hafen steuern würde.
Endlich setzten sie sich in Bewegung. Steve stand bei dem Kapitän, oder wer auch immer dieser Mann war, der sich aufführte als gehörte das Meer ihm ganz allein. Sie unterhielten sich in jener rauen, knappen Manier, die Sam mit Angehörigen der Streitkräfte verband und fühlte sich an ihren Stiefvater erinnert. Ben hätte sich prächtig mit Steve verstanden.
Sie sah auf, als sich La Roche neben sie setzte und dieses Mal kam das Lächeln mühelos und natürlich. Er bedachte sie mit einem forschenden Blick, dann legte er den Arm um ihre Schulter und drückte sie an seine Seite. Sie hatten einiges zusammen durchgemacht und erst jetzt wurde ihr klar, wie sehr sie seine Anwesenheit gestärkt hatte. Vielleicht wäre sie ohne ihn, alleine in diesem Raum eingesperrt, vor Angst wahnsinnig geworden. Sam lehnte den Kopf vertrauensvoll an seine Schulter und schloss die Augen, verharrte die ganze Fahrt über so.
Als das Boot mit einem Ruck zu stehen kam, lösten sie sich voneinander, um an Land zu gehen. Sie begegnete Steves Blick und hatte das untrügliche Gefühl, dass er sie und La Roche beobachtet hatte. Da war ein Ausdruck auf seinen Zügen, der von einer gewissen Verunsicherung sprach. Aber sie konnte sich jetzt nicht darum kümmern. Sie wusste nicht einmal wie sie mit sich selbst umgehen sollte, geschweige denn mit dem Mann, der sie gerettet und so viel für sie getan hatte, dass sie sich heillos von der Schuld ihm gegenüber überfordert fühlte. Also ging sie an ihm vorbei und schleppte sich auf den Steg. Aber kaum hatte sie den Fuss auf diesen gesetzt, spürte sie seine Berührung. Er ergriff ihren Oberarm, führte sie schweigend über den Steg und auf den Krankenwagen zu, der da schon bereit stand.
Der Sanitäter nahm sie in Empfang, bedeutete ihr sich auf die Ladefläche zu setzen, was sie dann auch tat. Sie fühlte sich schwach und ihr war kalt.
"Sie war über sechsunddreissig Stunden in Gefangenschaft und wurde gefoltert", erklärte Steve dem Mann, der gerade ihre Augenlider anhob und mit einem Lämpchen hineinleuchtete.
Sam versteifte sich bei dem Wort gefoltert und wünschte sich, er hätte es nicht ausgesprochen. Die Tatsache, dass er da stand und beobachtete wie der Sanitäter die Schnittwunden begutachtete, dann ihren Puls fühlte, tat das Übrige. Sie wünschte sich, dass sie einfach alle in Ruhe lassen würden.
"Wo ist Dee?", fragte sie Steve.
"Beim Gouverneur. Ich habe die beiden bereits angerufen. Sie werden ins Krankenhaus kommen."
"Gut. Danke."
Steve antwortete nichts und als sie den Blick auf ihn richtete, sah sie ihm die Sorge an. Er tat ihr irgendwie leid. Bestimmt hatte er sich das Ende dieser Sache anders vorgestellt. Ihr ging es in einer entfernten Ecke ihres Selbst genauso. Aber sie konnte sich nicht helfen; es konnte sie nicht wirklich berühren. Es war als würde sie das Geschehen und sich selbst aus weiter Ferne betrachten. Als hätte jemand das breite Spektrum ihrer Emotionen durch ein Nadelöhr gepresst, um nur einen winzig kleinen Bruchteil übrigzulassen. Der Rest war einfach nicht mehr da. Der Rest, der sich an dieser Stelle nichts mehr hätte wünschen sollen, als sich in Steves Umarmung zu flüchten. Akute Belastungsreaktion sagte die analytische Stimme in ihrem Kopf. Aber selbst dieses nüchterne Wissen um ihren Zustand half nichts. Der dumpfe Schleier blieb.
Der Mann versicherte Steve, dass sie sich um sie kümmern würden und schickte ihn damit angedeuteterweise weg. Er musterte sie noch einen Moment, dann entfernte er sich vom Krankenwagen. Sam wurde vom Sanitäter in das Innere des Wagens befördert, dann legte er ihr einen Zugang für die Infusion, bevor sie schliesslich in Richtung des Krankenhauses abfuhren.
Dort angekommen musste sie einige Untersuchungen über sich ergehen lassen, bevor sie schliesslich in ein Zimmer gebracht wurde. Sam lag in dem Bett und starrte an die Decke. Sie wartete immer noch darauf etwas zu fühlen, aber nichts passierte. Selbst als Dee, gefolgt von Samuel und der gesamten Five-0 in den Raum geplatzt kam, blieben die Emotionen weg.
Ihre Cousine warf sich ihr quer über die Brust, erdrückte sie beinahe mit einer verzweifelten Umarmung, die von ihrer unendlichen Sorge und Erleichterung sprach. Nach einer geschlagenen Minute löste sie sich von ihr, nur um sich auf die Bettkante zu setzen, ihre Hand zu halten und ihr fürsorglich über die Wange zu streichen. Bei dem Anblick der Schnittwunde an Sams Hals füllten sich ihre Augen mit Tränen.
Während die Dämmerung anbrach und ihre goldenen Strahlen durch das Fenster warf, wurde die Lage besprochen. Steve erklärte, dass Richard den Auftrag gehabt hatte ihn an Wo Fat auszuliefern und dass der Kopf der Verschwörung vermutlich längst ausser Landes war. Der Rückschlag dieser Erkenntnis schwebte für einige Momente im Raum, während alle Anwesenden - ausser Sam - Reaktionen von Enttäuschung bis hin zu Wut zeigten. Letzteres war vor allem bei Steve der Fall. Seine ganze Haltung sprach von dem Widerwillen, diesen Ausgang der Dinge zu akzeptieren und dass er dies als sein ganz persönliches Scheitern ansah.
"Wenn Sie einverstanden sind, Sir, dann beginnen wir diesen Tag damit alle Beteiligten zu verhaften", gab er schliesslich an Samuel gewandt von sich. Seine Augen glühten dabei förmlich.
"Tun Sie das. Ich bleibe mit Amanda bei Sam. Halten Sie mich auf dem Laufenden."
Steve nickte, dann scheuchte er sein Team aus dem Zimmer. Dabei mied er es Sams Blick zu begegnen und ging stattdessen steif von dannen.


"Wann kann ich gehen?"
Der Arzt sah sie über seinen Block hinweg an, unterzog sie einer prüfenden Musterung, dann sagte er: "Wir möchten noch eine Psychologin kommen lassen. Sie haben viel durchgemacht und stehen unter Schock. Ich kann Sie so nicht gehen lassen, also werden Sie noch zwei, drei Tage hier bleiben müssen."
Drei Tage? Diese Aussicht war kaum auszuhalten. Sie dachte nicht daran so lange zu bleiben. Sam richtete sich in dem Bett weiter auf, dann sah sie in die dunklen Mandelaugen des jungen Arztes. "Ich weiss, dass Sie so vorgehen müssen, aber ich versichere Ihnen, dass es mir gut geht. Was ich brauche ist Ruhe und Zeit alles zu verarbeiten. Ich kenne die Symptome und es könnte viel schlimmer sein." Diese Lüge kam erstaunlich leicht über ihre Lippen. "Bitte, ich möchte nur nach Hause und wieder in den Alltag zurückkehren - das wird die beste Medizin sein."
Der Mann schien ihre Worte gegen sein Verpflichtungsgefühl abzuwägen. "Einverstanden, aber nur, wenn Sie heute noch mit unserer Psychologin sprechen. Ich bestehe darauf. Danach können Sie die Entlassungspapiere unterschreiben und am Abend sind sie schon zu Hause." Er machte eine Pause und schob die Augenbrauen zusammen, um streng zuzufügen: "Ich vertraue auf ihre professionelle Einsicht in diese Dinge."
"Danke, Doctor Palea. Ich weiss, was ich tue."
"Das hoffe ich doch. Das hoffe ich..." Mit einem letzten, leicht skeptischen Blick reichte er ihr die Hand und liess sie in dem Raum zurück.
Das Gespräch mit der Psychologin verlief glatt. Sam erzählte ihr das, was sie an ihrer Stelle hätte hören wollen, war jedoch darauf bedacht nicht zu dick aufzutragen. Sie tat das alles mit einer nüchternen Berechnung, die Ihresgleichen suchte und fühlte sich dabei nicht einmal schuldig. Sie wollte nur aus diesem Krankenhaus kommen, auch wenn das hiess sich wieder in Steves Haus zu begeben.
Ihr war klar, dass er nichts anderes zulassen würde und wenn sie ehrlich mit sich selbst war, dann wollte sie das auch. Ein Teil von ihr verlangte danach sich sicher zu fühlen, egal wie schwierig es sein würde in seiner Nähe zu sein. Die Alternative wäre gewesen zusammen mit Dee in Samuels Anwesen zu bleiben und das wollte sie nun wirklich nicht. Das schlecht verhohlene Mitleid in den Augen ihrer Cousine war schon während dieses Morgens kaum auszuhalten gewesen. Steve würde sie wenigstens in Ruhe lassen, wenn sie das von ihm verlangen würde, dessen war sie sich sicher.
Als die Psychologin gegangen war, griff Sam nach ihrem Handy, welches ihr Dee zusammen mit den nötigsten Dingen gebracht hatte und schickte ihm eine Nachricht, in der sie ihm knapp mitteilte, dass sie heute Abend entlassen werden würde. Dann lehnte sie sich zurück und dachte bei sich, dass es wohl Zeit war endlich zu schlafen. Sie war so erschöpft, dass sich die Müdigkeit in einen befremdlich wachen Zustand verkehrt hatte.
Doch diese Idee stellte sich als schlecht heraus. Mehr als schlecht. Kaum hatte sie die Augen geschlossen, drängten sich ihr lebhafte Bilder der vergangenen Stunden auf. Kalter Schweiss brach aus jeder ihrer Poren aus und so setzte sie sich hastig wieder auf, um nach der Zeitschrift auf ihrem Nachttisch zu greifen. Die Zeit bis zu ihrer Entlassung konnte nicht schnell genug vergehen.
Bei Steves Erscheinen, sass sie bereits seit einer vollen Stunde auf dem Stuhl im Gang, wippte nervös mit dem Fuss und versuchte sich mit dem Anblick der vorbeihastenden Schwestern abzulenken. Als sie schliesslich ihre Augen auf seine näher kommende Gestalt richtete, verspürte sie zuerst eine wunderbare Erleichterung, nur um sich dann bewusst zu werden, dass sie nicht wusste, wie sie mit ihm umgehen sollte. Er schien dasselbe Problem zu haben.
"Bereit?", fragte er und rückte irgendwie nervös seinen Waffengürtel zurecht.
Sie nickte und erhob sich, schulterte die grosse Handtasche, die ihr Dee gebracht hatte und einen Bruchteil ihrer Habseligkeiten beinhaltete, um ihm auf den Parkplatz hinter dem Krankenhaus zu folgen.
Im Wagen herrschte ungewohnt bedrückende Stille. Bisher hatte dieses Schweigen während ihrer Autofahrten immer etwas Einträchtiges gehabt, jetzt war es einfach nur unerträglich.
"Habt ihr ... ähm ... alles erledigt?", fragte sie um dem ein Ende zu setzen.
"Wie? Ach, du meinst die verschwörerischen Mistkerle? Ja. Die Haftbefehle sind alle raus. Einen Teil hat das HPD übernommen und wir haben uns die dicken Fische geschnappt. Allen voran Mercer."
"Gut. Wie hat er reagiert?"
"Wie ein Waschlappen", sagte Steve mit einem grimmigen Grinsen. "Sein Veilchen hat nicht dabei geholfen ihn würdevoller erscheinen zu lassen."
"Was für ein Veilchen?"
"Ich habe ihm die Fresse poliert, damit er mir verrät wo du warst..." Er begann bei diesen Worten mit den Fingern auf dem Steuerrad herum zu trommeln, doch als er bemerkte wie sich ihr Blick darauf richtete, stellte er das hastig wieder ein.
Und schon war das Schweigen zurück. Sam hätte nicht gedacht, dass es noch unbehaglicher hätte werden können. Sie wollte ihm danken, wollte irgendetwas sagen, dass ihm die Befangenheit nehmen würde, aber ihr Kopf war leergefegt. Ebenso wie ihre Brust, die sich einfach nur hohl anfühlte. Leer und abwesend.
Endlich war das Haus erreicht und Sam stellte fest, dass sie der Anblick der Veranda, der weiss getünchten Fassade, des friedlich im Wind wogenden Gartens beruhigte. Egal was passiert war, hier hatte sich nichts verändert. Dabei ging es gar nicht um die Äusserlichkeiten, sondern um dieses Gefühl der Sicherheit, dass sein Haus vermittelte. Sie verband es mit einer Zuflucht, die sich ihr niemals entzogen hatte, mit Wänden, die sie im Namen ihres Besitzers immer wieder willkommen geheissen hatten.
"Deine Sachen sind oben, falls du dich einrichten willst", sagte er drinnen angekommen, während er seinen Gürtel und die Waffe auf den Schrank neben der Tür legte. "Ich mache uns ein paar Tacos."
"Danke. Ich gehe duschen."
In Gedanken bei den Tacos erklomm sie die Treppe und fand tatsächlich ihren Koffer am Fussende des Bettes vor. Und ... oh Gott ... er hatte ihr säuberlich gefaltetes T-Shirt auf dem Kissen bereitgelegt. Sie schluckte schwer, aus irgendeinem Grund so sehr von diesem Anblick berührt, dass sie meinte ihr Herz müsste vor Trauer zerspringen. Dass dies der erste Schwall von Emotionen war, den sie verspürte, seit sie der Yacht entkommen war, wurde ihr erst bewusst, als sie sich im Bad hastig ausgezogen und unter den Wasserstrahl gestellt hatte.
Die Tränen wurden fortgespült, aber das schreckliche Gefühl in ihrer Brust blieb. Sie mochte zwar körperlich und äusserlich mit diesem Kapitel ihres Lebens abgeschlossen haben, aber nichts konnte über die Tatsache hinweghelfen, dass sie sich noch gefangener fühlte als während der ganzen Hatz der letzten Wochen. Trockene Schluchzer wanden sich aus ihr heraus, die sie schliesslich mit der Hand zu unterdrücken versuchte, weil sie nicht wollte, dass sie Steve beim Weinen hörte. Sie fühlte sich unendlich alleine, den Bestien, die ihre scharf gestochenen Erinnerungen waren, hilflos ausgeliefert.
Zusammenhanglos, chronologisch völlig ungeordnet sprangen sie die Bilder an. Sie wurde von der Flut weggespült und sank kraftlos auf den Boden der Badewanne, umfasste die Knie mit den Armen, igelte sich ein und spürte wie das Wasser auf ihren Kopf und Rücken prasselte, während es sie schüttelte. Die Zeit verlor an Bedeutung und ihr wurde erst klar wie viel davon vergangen sein musste, als ein eindringliches Klopfen an der Tür erklang.
"Sam? Alles in Ordnung bei dir?"
"Ja. Ich komme gleich raus", rief sie zurück, darum bemüht normal zu klingen.
"Okay", antwortete er in einem Ton, der deutlich von seinem Misstrauen sprach, selbst wenn es nur ein Wort gewesen war, welches er ausgesprochen hatte.
Sam richtete sich auf, rieb sich grob über das Gesicht, welches sie unter den Wasserstrahl hielt und tat das, wofür sie ursprünglich hierhergekommen war. Sie schrubbte sich so heftig ab, als wollte sie ihre Haut loswerden, die für immer befleckt sein würde, dann wusch sie ihr Haar und stieg aus der Wanne. Der beschlagene Spiegel war mit einem Wischen von dem Schleier befreit und verriet ihr, dass ihre Augen gerötet und von dunklen Ringen geziert waren, dass sie so aussah, als wäre sie um zehn Jahre gealtert, seit sie das letzte Mal in einen geblickt hatte. Die Frau, die sich ihr da offenbarte, nackt und von Schnitten übersät, war ihr fremd. Und mit dieser musste sie für den Rest ihres Lebens auskommen. Wie sollte sie das bewerkstelligen? Sie wandte sich entschieden von sich selbst ab. Wenn sie noch länger hier blieb, würde Steve am Ende noch die Tür eintreten.


Profane Dinge, wie Essen oder Fernsehen fühlten sich seltsam an. Nach ihrem Ausbruch unter der Dusche hatte sich der trübe Schleier der Gleichgültigkeit wieder über sie gelegt. Nun lag sie auf dem Sofa, den Kopf auf der Lehne gebettet, die Beine am Körper angezogen und starrte abwesend auf den Bildschirm. Steve sass neben ihren Füssen und zappte so ungeduldig durch die Programme, als hätte er niemals gelernt eine Sendung länger als ein paar Sekunden zu verfolgen.
Die Tacos lagen ihr schwer im Magen. Sie waren köstlich gewesen, aber sie war sich vorgekommen, als hätte sie Styropor gegessen. Ihre Sinne weigerten sich ihr dreidimensionale Signale zu senden. Alles war flach und unbelebt. Nicht einmal dieses rasante Umschalten, welches er seit einer halben Stunde veranstaltete, ging ihr auf die Nerven. Sie überlegte ob sie schlafen gehen sollte, aber dieser Gedanke brachte die Frage mit sich ob sie Steve bei sich im Bett haben wollte oder nicht.
Am besten war es wohl diese Entscheidung ihm zu überlassen. Sie richtete sich in eine sitzende Position auf und betrachtete sein Profil. Es war so vollkommen, dass sie für einen Moment vergass was sie vorgehabt hatte, ihn stattdessen einfach anstarrte, weil ihr jede Ablenkung recht war. Sie fuhr damit fort bis er ihr schliesslich den Kopf zuwandte.
"Ich gehe schlafen. Was ist mit dir?"
Seine Augen schweiften zwischen den ihren hin und her, ganz klar auf der Suche nach einem Hinweis darauf, was von ihm verlangt wurde. "Möchtest du, dass ich mitkomme?", fragte er schliesslich, nachdem er offenbar nicht fündig geworden war.
Sie zuckte mit den Schultern, obwohl ihr bewusst war, dass das nicht besonders taktvoll oder nett war. "Ich weiss nicht was ich will", gab sie tonlos zurück, weil das die Wahrheit war.
Ein kleines, trauriges Lächeln erschien auf seinen Zügen und er hob die Hand um ihr über das Haar zu streichen. Dann verschränkte er seine Finger mit den ihren und führte sie ins Schlafzimmer. Mechanisch streifte sie sich die Kleider ab und zog ihr T-Shirt an, gesellte sich zu ihm ins Bett, darauf bedacht einen gewissen Abstand zu ihm zu halten, der sich bereits darauf ausgestreckt hatte. Sie hatte das Bedürfnis sich wieder einzurollen, also drehte sie sich auf die Seite und igelte sich unter der Decke ein. Steves ruhiger, leiser Atem war in ihrem Rücken, seine stille Anwesenheit beruhigend und befremdlich zugleich. Der Schlaf lockte sie, doch sie hatte Angst davor die Augen zu schliessen.
Wann sie schliesslich eingenickt war wusste sie nicht, aber das Aufwachen kam dafür umso einschneidender. Sie setzte sich mit einem Ruck auf, fragte sich was das für ein Wimmern war, bis ihr klar wurde, dass es aus ihrem Mund kam. Starke Arme schlossen sich um sie und sie zuckte zurück, versuchte sie panisch von sich zu stossen, wand sich nach Kräften, bis Steves Stimme an ihrem Ohr erklang:
"Sam, ich bin es! Beruhige dich!"
"Bitte schalt das Licht ein!", rief sie aus, weil sie die Dunkelheit zu verschlucken drohte.
Das Bett bewegte sich, dann wurde das Zimmer von dem warmen, beruhigenden Schein der Nachttischlampe erhellt. Gehetzt schweiften ihre Augen hierhin und dorthin, weil sie sichergehen musste, dass die Gestalt aus ihrem Traum nicht da war, dann strich sie sich über das Gesicht, versuchte die Bilder zu verscheuchen. Aber sie sah noch immer dieses böse Grinsen, das Blitzen des Messers.
Steves warme Hand strich über ihren Rücken, aber sie schüttelte sie ab, unfähig noch einen weiteren Eindruck zu verarbeiten. Wieder bewegte sich die Unterlage auf der sie sass, als er sich aufrichtete. Sie spürte seinen Blick auf sich und wünschte sich er würde sie alleine lassen.
"Möchtest du darüber sprechen?"
"Nein."
"Soll ich gehen?"
"Nein." Jetzt, da er es angeboten hatte, wurde ihr bewusst, dass sie doch nicht wollte, dass er wegging.
Einen Moment lang schwieg er, dann sagte er leise: "Ich bin da. Egal was du brauchst, ich bin da, Milky."
Die Nennung ihres Spitznamens war zu viel. Sie presste die Hand auf den Mund und wandte sich ab, spürte das Brennen von aufdringlichen Tränen und musste nach Luft schnappen. "Mach, dass es aufhört!", brachte sie hervor, obwohl ihr klar war, wie unsinnig das klang.
Sofort wurde sie von seinen Armen umfangen. Steve zog sie an sich, sodass ihre Seite an seiner Brust zu liegen kam, fasste ihren Körper mit seinen Beinen ein und begann sie sanft zu wiegen, als wäre sie ein Kind. Ihr wurde bewusst, dass er sich nach dieser Nähe gesehnt hatte, seit er sie auf der Yacht gefunden hatte. Sie hingegen wusste nicht, was sie fühlen sollte.
"Es ist vorbei", murmelte er in ihr Haar.
"Ist es nicht", gab sie trotzig zurück und bohrte ihre Finger in seinen Unterarm, der an ihrem Bauch lag. "Diese Scheisse wird nie vorbei sein!"
"Sie sind tot. Es ist vorbei", wiederholte er, als würde sie es glauben, wenn er es nur oft genug sagte. "Du musst dir einfach ein bisschen Zeit geben."
Sam schüttelte den Kopf. "Nicht in tausend Jahren."
"Schsch, schsch." Seine Arme schlossen sich enger um sie.
"Ich kann das nicht, Steve. Ich bin ein verdammtes Wrack..."
"Das bist du nicht. Du bist stark und unbezwingbar. Und du bist nicht allein; du hast viele Menschen, die dich lieben und dich wieder daran erinnern werden, wofür es sich zu leben lohnt."
Sie wollte sein Gesicht sehen, brauchte etwas womit sie diese Fratze vor ihrem inneren Auge verscheuchten konnte. Also blickte sie auf um ihn anzustarren. Er sah ihr offen entgegen, seine Nähe war ruhig und beständig. Er war unbeugsam und für sie da - wie immer. Wie oft hatte er sie schon gerettet? Vielleicht würde er es auch dieses Mal schaffen. Wenn er die äusseren Gegner bezwungen hatte, dann konnte er das doch auch bestimmt mit diesen, ihren inneren Dämonen tun.
"Mach, dass es aufhört", sagte sie wieder, meinte es dieses Mal jedoch auch so.
Kaum war die Aufforderung über ihre Lippen gekommen, verschloss er diese mit einem Kuss. Steve presste sie an sich, während sie sich einfach seiner Umarmung und dem sanften und dennoch irgendwie drängenden Kuss hingab. Sie hatte keine Kraft aus eigenem Antrieb etwas zu tun, aber das war auch nicht nötig. Er schien vollkommen damit zufrieden zu sein ihrer Passivität mit umso mehr Leidenschaft zu begegnen.
Seine Hände glitten unter das Shirt, zogen es ihr über den Kopf, dann legte er sie auf den Rücken und begann ihr Gesicht mit unzähligen Küssen zu bedecken. Er löste sich von ihr, strich unendlich sanft über die Wunde an ihrem Hals. Sam öffnete die Augen und sah den Ausdruck auf seinen Zügen, der von einem gewissen Mitleid sprach, aber auch von der Entschlossenheit sie die Dinge vergessen zu lassen, die sie erlebt hatte. Sie wandte den Kopf zur Seite, presste die Lider aufeinander, als er die Linie mit seinen Lippen nachfuhr, als könnte er sie mit seinen Küssen heilen. Langsam bahnte er sich einen Weg nach unten, liess der Wunde an ihrer Brust dieselbe Aufmerksamkeit angedeihen, um sich schliesslich den Schnitten an ihrem Bauch zu widmen. Steve war so unendlich sanft und hingebungsvoll, dass sie fühlte wie die harte Schale der Gleichgültigkeit zu erweichen begann. Sie spürte nur noch seine warmen, liebevollen Hände, die zarten Lippen, die jeden Zentimeter ihrer Haut mit Küssen bedeckten und dachte an nichts.
Lange Zeit ging das so weiter. Er brachte so viel Geduld auf, wie nötig war um sie aus dem Zustand der Erstarrung herauszuheben, bis schliesslich die Lust Oberhand gewann. Als er ihr den Slip abstreifte, gab sie ein kleines Seufzen von sich, liess die Hände über seine angespannten Oberarme streifen. Sie spürte seine Finger an ihren verborgenen Winkeln, genoss die Tatsache, dass er wusste was ihr gefiel. Er stimulierte sie mit einer bedächtigen Aufmerksamkeit, ohne etwas zu fordern, scheinbar einfach nur glücklich darüber, dass sie sich ihm nicht entzog.
"Komm", sagte sie nach einer Weile, lächelte ihn an und empfing ihn mit einem Kuss, als er an ihrem Körper nach oben glitt und auf ihr zu liegen kam.
Seine Zunge umspielte die ihre mit einer köstlichen Langsamkeit, die anschmiegsamen Lippen wussten ihr den Atem zu rauben. Sie genoss das Gefühl seiner nackten Haut auf ihrer, die Wärme, mit der sie sein Körper umhüllte. Als er behutsam in sie eindrang, fühlte es sich an, als würde sie nach Hause kommen. Seine Bewegungen waren träge, süss und mehr als nur willkommen. Sam schloss die Augen und liess sich von ihm schaukeln.
Er murmelte etwas an ihre Wange, aber sie verstand es nicht. Es klang liebevoll und der genaue Wortlaut war ohnehin egal. Sie schlang die Arme fester um ihn und presste ihre Nase gegen seinen Hals, trank seinen unverwechselbaren Duft, spürte wie er sie bis in den Kern ausfüllte. Seine Bewegungen wurden stetig schneller, so lange bis ihn der Höhepunkt erfasste und ihm ein raues Stöhnen entlockte. Es war der schönste Klang, den sie sich in diesem Moment vorstellen konnte. Wäre es nach ihr gegangen, hätte er die ganze Nacht so weitermachen können. Aber er war keine Maschine, er war ein Mensch, ein wunderbarer, starker und verlässlicher Mensch, der ihr gerade all seine Liebe geschenkt hatte.
Sie hielt ihn mit den Beinen umschlungen, wollte ihn noch nicht loslassen, genoss seine Schwere auf ihrem Körper, das Gesicht noch immer an seinen Hals gepresst.
"Kannst du überhaupt atmen?", fragte er mit einem leisen Lachen in der Stimme.
"Nicht wirklich, aber das ist mir egal", gab sie flüsternd zurück.
Als er sich auf die Ellbogen aufzustützen drohte, drückte sie ihn wieder herab. "Bitte, bleib einfach so liegen."
"Alles was du willst, Milky..."
Irgendwann, als sie glaubte es gerade noch so fertigzubringen, sich ein bisschen von ihm zu lösen, entliess sie ihn aus der Umklammerung. Aber Steve führte die Arme unter ihrem Rücken hindurch und drehte sich mit ihr zur Seite, erfasste ihr Bein um es um seine zu legen. Seine Hand lag warm und bestätigend auf ihrem Oberschenkel, auf den anderen Arm hatte sie ihren Kopf gebettet. Ihre Nasenspitzen berührten sich und Sam spürte seinen Atem, der sich mit ihrem vermischte.
"Danke, mein Herz. Für alles."
Steve rieb seine Nase an ihrer und lächelte sie sanft an. "Du musst dich nicht bedanken."
"Doch. Du hast so unendlich viel für mich getan ... ich weiss nicht wie ich dir das jemals vergelten soll." Ihre Stimme brach und sie drängte seiner Brust entgegen, schlang die Arme so fest es ging um seinen Körper.
"Sei still", gab er zurück, als wollte er das nicht hören. "Da gibt es nichts zu vergelten. Du bist hier; das ist alles, was ich brauche."
Einige Minuten lang schwiegen sie, hielten sich umfangen und genossen die Nähe des anderen. Sam fühlte die schwere Last ihrer Vergangenheit, aber wenigstens für den Moment, musste sie diese nicht alleine tragen.
"Was machen wir morgen? Was ist heute überhaupt für ein Tag?", fragte sie nach einer Weile.
"Mittwoch. Wir bleiben hier und machen uns einen schönen Tag", murmelte Steve und küsste sie.
"Aber der Fall..."
"Welcher Fall? Da gibt es keinen Fall mehr. Es ist vorbei."
Sam kuschelte sich noch näher an ihn. "Kann ich das schriftlich haben?"
"Ist mein Wort nicht genug?", gab er mit gespielter Empörung zurück.
"Verzeihung..."
"Wenn du dich noch ein Mal für etwas entschuldigst oder bedankst, schicke ich dich nach Baltimore zurück!", sagte er und drückte sie so fest an sich, als hätten ihm seine eigenen Worte Furcht eingeflösst.
"Keine Chance. Du hast mich am Hals", murmelte sie an seine Lippen.
"Ist das ein Versprechen?"
"Ja."
Steve küsste sie hart und besitzergreifend. Sam hatte das Gefühl, dass er sie gerade vollständig in seinem Leben willkommen geheissen hatte.


Sie wurde auf die bestmögliche Weise geweckt; Steves Hände waren überall, seine Lippen an ihrem Rücken, die Wärme seines Körpers hüllte sie in einen Kokon der Geborgenheit. Langsam entzog sich ihr der Schlaf, um der Lust nach mehr Platz zu machen. Ergeben liess sie sich von ihm einnehmen, genoss sein unverhohlenes Drängen nach Nähe und überliess ihm die Führung. Den Rücken an seine Brust gepresst, spürte sie seinen begierigen Stössen nach, hörte sein Seufzen an ihrem Ohr, empfing diese neuerliche Begegnung, bis ihr Körper dank seinem geschickten Vorgehen zerfloss.
Aber damit nicht genug. Gleich einem Déjà-vu entführte er sie unter die Dusche, um da weiterzumachen wo sie aufgehört hatten. Alles war ihr recht. Noch immer fühlte sie sich nicht in der Lage selbst jegliche Art von Initiative zu ergreifen, aber das wurde auch nicht von ihr verlangt. Steve schien es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, sie abzulenken indem er ihrem Körper huldigte, bis sie wieder und wieder zitternd in seine Arme sank.
"Was möchtest du heute unternehmen, Milky", fragte er fröhlich, als sie sich einige Zeit später im Schlafzimmer anzogen.
Sam zuckte mit den Schultern. Obwohl er alles getan hatte um sie abzulenken, konnte sie fühlen wie die Gleichgültigkeit wieder von ihr Besitz ergriff. Sie erinnerte sich plötzlich an die bedrängenden Alpträume der vergangenen Nacht, deren Bilder bisher weggeblieben waren. Nun stürzten sie auf ihren Geist ein und dieser reagierte mit dem sofortigen Ziehen des Schleiers. "Keine Ahnung."
"Wir fahren erst mal an den Strand und frühstücken, danach sehen wir weiter", gab er energisch zurück, tat so, als hätte er den Umschwung ihrer Stimmung nicht bemerkt.
Wieder fühlte es sich so an, als würde sie auf geschmackloser Watte herum kauen und stocherte lustlos in dem Karton herum, während ihr die Sonne den Rücken wärmte. Sie hatten sich mit ihrem Loko Moko auf eine Parkbank an der Strandpromenade gesetzt und versuchten so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Aber das war es nicht.
Sam hatte keine Ahnung wie sie sich jemals wieder von den Ereignissen der letzten Wochen würde erholen können. Sie fühlte sich so hoffnungslos, dass selbst die Farben der üppigen, paradiesischen Umgebung gedämpft wirkten. Mit einem tiefen Seufzen schob sie das Essen von sich und stützte das Kinn auf die Hand, um die lachenden, glücklichen Menschen am Strand zu beobachten. Aber eigentlich sah sie diese nicht wirklich. Sie dachte an ihre Zukunft, aber konnte sich diese nicht vorstellen. Alles was gerade präsent war, hatte mit der Vergangenheit zu tun.
"Sollen wir wieder nach Hause gehen?", fragte sie Steve und legte die Hand auf ihren Oberschenkel.
Sie wandte sich ihm zu und versuchte sich an einem Lächeln. "Nein. Es ist schön hier", erklärte sie. "Aber ich bin einfach ... ich weiss nicht ... es tut mir Leid, Steve."
"Du hältst dich tapfer, Milky. Ich bin stolz auf dich. Du brauchst einfach ein bisschen Zeit - setz dich nicht selbst so unter Druck, ja?"
Er küsste sie auf die Stirne, dann zog er sie an sich, worauf sie sich an seine Seite lehnte, die Schwere seines Armes auf ihren Schultern genoss. Sie versuchte sich seine Worte zu Herzen zu nehmen. Wer, wenn nicht sie, sollte besser wissen was in ihrem Zustand angebracht war? Es war eine natürliche Reaktion auf die psychische Belastung. Dennoch war es etwas völlig anderes die Mechanismen des Geistes auf eine professionelle Art und Weise zu betrachten, als sie am eigenen Leib zu erfahren. Zeit, sagte sie sich, ich brauche nur etwas Zeit.
Und überhaupt - alles was sie brauchte hatte sie hier, in Form des Mannes, der sie gerade so bestätigend und vorbehaltlos umfangen hielt.

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Alter : 31
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Anmeldedatum : 13.06.13

BeitragThema: Re: Na Ka Pu'uwai I Keia Mau Mea - Herzensangelegenheiten   Do Okt 03, 2013 5:17 pm

15. Ohana

Family - Familie

Ein Sonnenstrahl fiel direkt auf sein Gesicht. Ausgerechnet. Steve regte sich stöhnend, warf sich auf die andere Seite und streckte den Arm aus, erwartete, dass sich dieser um Sams warmen, schlaftrunkenen Körper schlingen würde. Aber seine Hand traf auf leere, kalte Laken. Wieder seufzte er, dann schlug er die Augen auf. Wo war sie nur abgeblieben? Die letzen zwei Tage hatten sie es zum Ritual gemacht den Morgen mit gewissen Aktivitäten einzuläuten. Wohin hatte sich das kleine Biest also verzogen und ihn damit dieser Freude beraubt?
Bevor er in die Dusche ging, wollte er zusehen, dass sie sich zu ihm gesellte. Das war das Mindeste. Nur in seine Shorts angetan, polterte er die Treppe herab und sah sich im Erdgeschoss um. Gähnende Leere. Eine gewisse Sorge lebte auf; unwillkommene Bilder drängten sich ihm auf. Ihr Zustand hatte sich zwar ein bisschen gebessert, aber sie hatte nach wie vor jede Nacht Alpträume und tagsüber mit Stimmungsumschwüngen zu kämpfen. Hatte sie etwas Dummes angestellt?
Er trat ins Arbeitszimmer und erblickte sie im Garten hinter dem Haus. Die angehaltene Luft wich ruckartig aus seiner Brust, dann strich er sich über das Gesicht und trat auf die Veranda.
"Guten Morgen, mein Herz!", rief sie ihm fröhlich entgegen und deutete auf den Gartentisch, den sie weiter auf den Rasen hinausgetragen hatte.
"Wow! Was ist denn das?"
"Frühstück", gab sie stolz zurück.
Steve kam näher und liess seinen Blick über den reich gedeckten Tisch schweifen. Sie schloss die Arme um ihn und küsste ihn innig, liebevoll, strich ihm dabei über den nackten Rücken. "Ein kleines Danke für alles", murmelte sie an seine Wange und rieb die ihre daran. Er wusste mittlerweile, dass sie es mochte, wenn es kratzte. Tatsächlich gab sie dabei ein kleines, wohliges Seufzen von sich.
"Dabei habe ich es mir noch nicht einmal verdient..."
Als sie verstanden hatte worauf er da abzielte, trat sie rasch von ihm weg und verschränkte die Arme vor der Brust. "Jetzt wird gegessen und nicht herumgemacht!"
"Ach, ist das so?"
"Setz dich und iss! Ich habe mich verfahren als ich einen Supermarkt gesucht habe und das Brot hier lässt zu wünschen übrig ... ich musste Bagels bringen!" Sie gab das Wort von sich, als wäre es eine unaussprechliche Blasphemie sich mit Bagels zufriedenzugeben. "Du wirst jetzt die Anstrengungen deiner Kammerdienerin würdigen indem du alles bis auf den letzten Krümel zu dir nimmst."
"Aye aye, Ma'am!"
Sie setzte sich erst nachdem er das getan hatte und als sein Magen bei diesen Aussichten ein lautes Grummeln von sich gab, lächelte sie zufrieden. Tee oder Orangensaft? Toast oder Bagels? Salzig oder Süss? Zu viele Entscheidungen für einen Morgen.
"Wo ist der Kaffee?"
"Den kannst du selber machen. Hier gibt es Tee, wie es sich gehört", erwiderte sie unbarmherzig, während sie sich selbigen einschenkte.
"Himmel, was bist du streng heute!", grinste er und biss in seine gebutterte Scheibe Toast.
"Willkommen in der Realität. Dein hormonumnebeltes Hirn hat meine dunklen Seiten wohl bisher ausgeblendet."
"Worauf habe ich mich bloss eingelassen..."
"Und nur damit es gesagt sei; das ist eine Ausnahme! Heimchen am Herd und so ... das kannst du dir abschminken", erklärte Sam und sah ihn streng über ihre Tasse hinweg an.
"Verstehe", sagte er mit vollem Mund und bemühte sich um einen enttäuschten Blick. Vermutlich gelang ihm dieser nicht. Seine Brust lief gerade vor Zuneigung über, da fiel es schwer so zu tun, als hätte sie mit diesen Worten irgendwelche Illusionen zerstört.
Eine Weile lang schwiegen sie einträchtig, damit beschäftigt das Frühstück zu geniessen. Steve fiel auf, dass Sam nur wenig ass und mehr darauf konzentriert war ihn dabei zu beobachten.
"Ist das eine Art Fetisch? Mir beim Essen zuzusehen? Wirst du durch den blossen Akt des Betrachtens satt?"
"Erzähl keinen Unsinn! Ich bin nur nicht so der Frühstücksmensch - ich muss mich immer dazu zwingen."
"Ich könnte einer werden, wenn das so weitergeht. Aber du hast diese Möglichkeit ja schon zerschmettert..."
Daraufhin hob sie nur eine Augenbraue, dann tat sie einen tiefen Atemzug: "Wenn wir schon beim Zerschmettern sind; Mercers tiefer Fall ist überall in den Nachrichten. Alle wissen was er abgezogen hat und dass er zu diesen ekelhaften Mitteln gegriffen hat, um den Posten zu kriegen. Samuel ist jetzt offiziell der einzige Kandidat, der noch erwähnenswert wäre. Laut Umfragen sind seine geschätzten Wählerzahlen in den Himmel geschossen wie sonst was."
"Und wieso siehst du besorgt aus? Du solltest erleichtert sein. Ich hätte jedenfalls nicht gedacht, dass sein Ruf diese Anschuldigungen mit der Vergewaltigung überlebt..."
"Ich bin erleichtert. Aber ich werde erst durchatmen können, wenn Mercer bis an sein Lebensende verurteilt und Samuel wiedergewählt worden ist", gab sie zurück, umklammerte ihre Teetasse, als wollte sie diese zwischen ihren Fingern zerbröseln.
Steve legte seine Gabel, mit der er gerade noch Rührei in sich geschaufelt hatte, auf den Teller zurück und ergriff ihre Hand, um fest zuzudrücken. "Es ist vorbei, Sam. Wir haben es geschafft." Zumindest fast, fügte er in Gedanken zu und widmete sich wieder seinem Frühstück.
"Es ist nicht deine Schuld, mein Herz", sagte Sam sanft und lächelte ihn an, als er ihrem Blick begegnete. Sie hatte sofort erkannt was in ihm vorging. "Du hast alles getan. Dass Wo Fat entkommen konnte war einfach Pech ... Schicksal. Du wirst ihn eines Tages kriegen - ich spüre es."
"Ja, vielleicht", gab er tonlos zurück. Er hatte plötzlich keinen Appetit mehr. Das Wissen, dass dieser Mistkerl auf freiem Fuss war, dass er sich der Gerechtigkeit abermals hatte entziehen können, war kaum auszuhalten. Vielleicht war der Zeitpunkt gekommen es Sam zu sagen. Sie hatte nicht gedrängt, obwohl er wusste, dass sie ihn längst durchschaut hatte. Jedes Mal, wenn das Gespräch auf Wo Fat zu sprechen kam, bedachte sie ihn mit einem besorgten und zugleich neugierigen Blick, als wollte sie endlich wissen was das für eine offensichtliche, persönliche Verstrickung war. Er war ihr die Wahrheit schuldig, wollte nicht, dass Geheimnisse zwischen ihnen standen. Nicht jetzt, da sie endlich einfach nur entdecken konnten, wie gut sie zusammen passten und so etwas wie einen Neuanfang gestartet hatten. Er wusste schliesslich nur allzu genau, wie sehr es schmerzte zu erfahren, dass ein geliebter Mensch, etwas vor einem verheimlicht hatte. Mehr als alles andere glaubte er an Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit. Es war nur konsequent diese auch von sich selbst zu verlangen.
Entschlossen ergriff er ihre Hand, führte sie herab zu dem Streifen Sand, dann setzten sie sich hintereinander auf den Boden. Sie kuschelte sich mit dem Rücken an seine Brust und gemeinsam sahen sie für eine Weile auf das Meer hinaus. Schliesslich begann er langsam zu erzählen; angefangen vom Tod seines Vaters, bis über die lange Suche nach Shelburne und dem Entdecken, dass seine Mutter noch am Leben war, um schliesslich bei dem immer noch ungeklärten Mysterium der Verbindung zwischen Doris und Wo Fat zu landen. Sam hörte mehrheitlich schweigend zu, stellte nur ab und zu eine Frage, wenn ihr etwas nicht ganz klar war. Sie liess ihn einfach sprechen und was anfangs noch ein Tatsachenbericht gewesen war, verwandelte sich irgendwann in einen Versuch zu erklären, was in ihm vorging. Er sprach nicht wirklich aus, dass er sich immer noch hintergangen und verletzt fühlte, dass die Geheimnisse an ihm nagten und er Doris einfach nicht verzeihen konnte, dass er sie in einem entfernten Winkel seiner Seele für den Tod seines Vaters verantwortlich machte - aber er deutete diese Dinge an, weil er wusste, dass ihn Sam verstand. Auch sie war hintergangen geworden, auch sie musste mit den offenen Fragen leben.
Es war heilsam. Das Wissen, dass sie nun vollständig eingeweiht war, ihre kraftspendende Anwesenheit, das vorbehaltlose Verständnis - es kam ihm so vor, als wäre ein Teil des Giftes, welches er mit sich herumgetragen hatte, aus ihm geflossen. Er war dankbar und zeigte dies auf die einzige Weise, die ihm richtig erschien; seine Finger umschlossen ihr Kinn und wandten ihr Gesicht in seine Richtung, um ihr einen langen, tiefen Kuss zu schenken.


An diesem Abend sassen sie auf dem Sofa und warteten auf die Übertragung der Pressekonferenz. Denning würde sich im Vorfeld der Wahl, die an diesem Wochenende anstand, wieder an die Öffentlichkeit wenden. Sie wussten nicht genau was anstand, aber das würden sie früh genug erfahren. Endlich setzte die Musik, die den Nachrichten vorausging, ein und Steve spürte wie sich Sams Körper straffte. Sie lehnte an ihm und er schlang den Arm fester um sie, während er den Blick nicht von dem Bildschirm löste.
Denning wurde eingeblendet. Er war wieder vor dem Gerichtsgebäude, stand hinter einem Rednerpult, auf dem das Wappen Hawaiis prangte. Im Laufe dieser letzten Wochen war er in Steves Ansehen gestiegen. Nicht nur, weil er die Frau in seinen Armen offensichtlich liebte wie eine Tochter - sein stoisches Durchhaltevermögen während die Vorwürfe auf ihn niedergeprasselt und beinahe seine Zukunft zerstört hatten, verdienten viel Respekt. Steve war gespannt, was er zu sagen hatte.
"Geschätzte Mitbürgerinnen und Mitbürger Hawaiis. Ich wende mich heute an Sie, um Ihnen mitzuteilen, dass unsere Staatsgewalt, angeführt von der Five-0, dazu beigetragen hat, dass unsere Inseln wieder sicherer sind. Wie Sie sicher bereits wissen hat eine einflussreiche Gruppe von Bürgern Hawaiis versucht die Macht an sich zu reissen. Aber dieses Vorhaben wurde vereitelt. Ich bin stolz zu verkünden, dass sie alle in Untersuchungshaft sind. Um zu zeigen, dass ich mit derlei Verbrechen kein Erbarmen kenne, habe ich die Gerichtsverhandlung des ehemaligen Senators Derek Mercer vorgeschoben. Der Prozess wird bereits in weniger als einem Monat beginnen. Ich hoffe, dass Sie sich von seinem Versuch meinen Ruf zu schädigen nicht beirren lassen. Die Vorwürfe gegen mich wurden offiziell zurückgezogen und dennoch möchte ich Ihnen an dieser Stelle versichern, dass ich es als meine Pflicht ansehe mit gutem Beispiel voranzugehen, dass mir der Wunsch ein unbescholtener Bürger dieses Staates zu sein so sehr am Herzen liegt, wie Ihrer aller Sicherheit und Wohlergehen. Stimmen Sie an diesem Wochenende für den Kandidaten, den Sie für am würdigsten erachten. Ich bin mir sicher, dass Sie die richtige Wahl treffen werden. Zum Abschluss möchte ich noch anmerken, dass es mich mit Freude erfüllt meine Amtszeit mit diesem grossen Erfolg abschliessen zu können; egal was die Zukunft bringt, die Bürger Hawaiis können sich sicher sein, dass es immer jemanden geben wird, der für ihre Sicherheit kämpft. Mahalo."
Sam und Steve tauschten einen Blick, dann lächelte Sam zufrieden. "Er macht das gut. Er hat sich nicht in den Vordergrund gedrängelt und dennoch seinen Standpunkt klar gemacht. Ich wünsche mir so sehr, dass die Leute nicht denken, dass Mercer irgendwie doch noch recht hatte..."
"Ich bin mir sicher, dass er wiedergewählt wird. Bestimmt gibt es Leute, die sich von der Scharade haben täuschen lassen, aber ich glaube die Menschen sind klug genug um zu erkennen, dass er wirklich rechtschaffen ist."
Sie nickte, dann lehnte sie den Kopf gegen seine Schulter. "Wir werden morgen sehen wie er sich hält..."
Tatsächlich schien Denning guter Dinge zu sein. Als sie sich mittags bei Kamekona einfanden, war er bereits da und unterhielt sich mit La Roche. Kono lachte über irgendetwas, dass Dee gesagt hatte, während Chin und Danny vor dem Shrimp-Truck standen und auf ihre Bestellungen warteten. Sam und Steve gesellten sich zu den Wartenden und nur wenig später hatte sich die gesamte Runde um den Tisch versammelt.
Es kam einer kleinen Feier gleich. Der Druck hatte sich von ihnen allen gelöst - zumindest beinahe. Obwohl noch nicht klar war, wie die Ergebnisse der Wahl ausfallen würden, Wo Fat entkommen war und Sam noch immer mit dem Trauma ihrer Erlebnisse zu kämpften hatte; sie hatten es geschafft. Neue Freundschaften hatten sich gebildet, alte verfestigt und der Gerechtigkeit war Genüge getan worden. Noch vor einer Woche hätte Steve niemals gedacht, dass er diesen Tag erleben würde, mit Sam an seiner Seite und der Gewissheit, dass sie ihr Ziel erreicht hatten.
Als das Essen schliesslich aus allen Tellern verschwunden war und sich diese gewisse Trägheit, die mit dem Beenden von üppigen Mahlzeiten einherging, über den Tisch legte, verstummte das allgemeine Gelächter und mehr als ein Kopf der Runde schweifte gedanklich ab. Steve tauchte aus seinem Sinnieren über die Zukunft auf, als ihm Sam einen Kuss auf die Wange hauchte und dann verkündete, dass sie mit Dee ein wenig am Strand entlang gehen würde. Der Heimflug ihrer Cousine stand für den nächsten Morgen an und Steve winkte sie grinsend weg, damit sie noch ein letztes Gespräch unter vier Augen mit der Frau führen konnte. Er hatte Sam bereits vor zwei Tagen vorgeschlagen, dass sie sich für den Rest der gemeinsamen Zeit doch zu ihr auf Dennings Anwesen gesellen sollte, aber sie hatte nichts davon hören wollen. Noch immer war ihm nicht klar, warum sie hatte bei ihm bleiben wollen, aber er vermutete, dass es an Dees offensichtlichem Schmerz lag, den sie nicht verbergen konnte, wenn ihre Augen auf die Schnitte an Sams Körper fielen. Die Rothaarige war nicht gut darin zu verbergen was in ihr vorging - ein Zug, den sie mit Sam teilte.
Er betrachtete wie die beiden Frauen davon schlenderten und ihm wurde erst bewusst, dass er lächelte, als ihn Danny darauf ansprach:
"So muss das sein, mein Freund. Ein festgetuckertes Grinsen auf den Zügen, des Mannes, der sich endlich hat einfangen lassen."
"Einfangen lassen? Ich glaube, ich bin es, der einen Fang gemacht hat."
"Das hast du", gab Danny mit einem Schmunzeln zurück. Steve konnte ihm ansehen, dass er sich ehrlich freute. "Ich wusste es an dem Tag, als sie über der Leiche stand und du ihr deine bösen Blicke zugeworfen hast."
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass du sie über die Leiche hinweg angeflirtet hast", sagte er streng und hob eine Augenbraue in die Höhe, um seinen angeblichen Missmut darüber kundzutun.
Danny winkte ergeben ab. "Ach, man es ja versuchen. Ich hoffe, du bist damit zufrieden mir ständig die Show zu stehlen."
"Ich tue nichts dergleichen."
"Was tust du stattdessen?", fragte Danny und beugte sich näher zu ihm, senkte dabei die Stimme ein bisschen, obwohl das nicht nötig war, da sich die anderen bereits in neuerliche Gespräche versenkt hatten und sie nicht beachteten. "Was ... ähm ... habt ihr beiden denn nun vor?"
"Was meinst du damit?"
"Herrgott, Steve, denk doch ein bisschen mit! Sie wohnt praktisch bei dir, Richard ist vom Tisch, sie wird nächste Woche wieder beim HPD anfangen, was heisst, dass sie Hawaii noch eine Weile erhalten bleiben wird - was hast du vor?"
"Wir werden sehen..." Und als ihm Danny einen ärgerlichen Blick zuwarf, hob er abwehrend die Hände. "Sie ist nicht wirklich in der Verfassung um über solche Dinge zu sprechen, Danno! Sie wurde gefoltert und hat mitangesehen wie ihr Verlobter gestorben ist, nachdem er versucht hat mich an meinen Todfeind auszuliefern. Ich dachte, du seist hier der Experte für feinfühliges, zwischenmenschliches Verhalten..."
"Ist dir vielleicht schon mal der Gedanke gekommen, dass ihr ein bisschen Sicherheit und Klarheit was eure gemeinsame Zukunft angeht, dabei helfen könnte schneller mit der Sache abzuschliessen?"
"Nein. Doch. Ich weiss nicht, verdammt! Ich bin nicht gut in solchen Dingen. Was soll ich ihr schon sagen?" Auf eine Weise war Steve beinahe froh, dass er seine Bedenken aussprechen konnte. "Ich bin nicht wirklich der Typ, der sich jede Woche auf Beziehungen einlässt. Ich habe keine Ahnung, was sie von mir erwartet."
"Für einen Mann, der vorgibt erwachsen zu sein und sich nichts Schöneres vorstellen kann, als mit grossen Waffen herumzuspielen und auf eigene Faust Yachten zu infiltrieren, bist du wirklich ein Baby...", sagte Danny mit einem fiesen Grinsen. "Sag ihr, dass du willst, dass sie bei dir einzieht! Das willst du doch, oder?"
"Will ich das?", sagte Steve leise, mehr an sich selbst gerichtet.
"Die Tatsache, dass du eben nicht abgehauen und dabei die Schallmauer durchbrochen hast, als ich das Wort einziehen fallen gelassen habe, ist doch Antwort genug", gab Danny mit einem wissenden Ausdruck auf den Zügen zurück und prostete ihm mit seinem Longboard zu.
Natürlich hatte er Recht. Noch bevor sich die Fronten zwischen ihnen geklärt hatten, war ihm der Gedanke, dass Sam eines Tages nicht mehr in seinen vier Wänden sein würde, wie ein spitzer Dolch im Herzen gesessen. Er hatte diese Tatsache immer rasch von sich geschoben, aber als sie dann in dem sicheren Unterschlupf gewesen war, hatte sich gezeigt, dass sein Haus ohne sie leer und leblos war. Es war wirklich das, was er wollte. Sie an seiner Seite zu wissen.
"Und? Wann wirst du es ihr sagen?"
"Jetzt gib mir doch einen Moment, das zu verarbeiten, du ungeduldiger Spinner!"
"Keine Zeit! Wer weiss, ob sie nicht schon auf der Suche nach einer eigenen Wohnung ist, um dich nicht unter Druck zu setzen. Deine bindungsphobischen Charakterzüge hat sie natürlich schon am ersten Tag durchschaut und die sind für eine Frau bestimmt nicht besonders vertrauenserweckend, lass dir das gesagt sein."
"Ach, halt die Klappe!"
"Tick, tack, mein Freund, tick, tack..."


***



"Wie sieht es mit Steve aus?"
"Gut", sagte Sam und lächelte Dee breit entgegen. "Er ist einfach goldig ... ich weiss gar nicht wie ich - ich bin so dankbar..."
"Oh, Liebes! Ich bin so glücklich für dich! Für euch! Ihr habt euch das echt verdient."
Sam hielt inne und schlang ihre Arme um die Rothaarige. Einige Momente lang verharrten sie in einer innigen Umarmung, dann hängte sich Sam bei Dee ein und sie schlenderten gemeinsam weiter über den Sand. Der Strand war voller Spaziergänger, spielenden Kindern und Menschen, die sich sonnten.
"Was habt ihr denn jetzt vor?"
"Ich weiss nicht. Vielleicht sollten wir es erst mal langsam angehen lassen - die letzte Zeit war schnelllebig genug. Wir haben uns ein bisschen Ruhe verdient."
"Entschuldige bitte Mal, aber das habt ihr nicht!", gab Dee empört zurück. "Nicht in dieser Hinsicht!"
Sam warf ihr einen erstaunten Blick zu und machte eine fragende Grimasse. "Was ist los mit dir?"
"Wozu nicht Nägel mit Köpfen machen? Du kannst das noch nicht einfach vor sich her dümpeln lassen! Du musst den Mann festhalten."
"Das werde ich doch! Ich will ihn nur nicht erdrücken. Ich denke, ich werde mir eine Wohnung suchen und ihn bestimmen lassen, wann wir den nächsten Schritt tun werden." Sam hatte in der vergangenen Nacht darüber nachgedacht, während sie im Bett gelegen und Steves regelmässigem Atem gelauscht hatte. Normalität war es, was sie jetzt brauchten. Ausserdem hatte sie so ein Gefühl, dass er noch nicht über diese Dinge nachgedacht hatte und wollte ihn nicht mit Gewalt dazu bringen es zu tun.
Dee blieb stehen und starrte Sam entgeistert entgegen: "Du spinnst wohl! Sam, hör mir zu: Diese Art von Mann will erobert werden! Wenn du die Initiative nicht ergreifst, wird er einfach alles schleifen lassen und annehmen, dass du damit zufrieden bist!"
"Was redest du da? Ich werde mich doch nicht selbst in sein Haus einladen und ihn damit zum Teufel jagen! Diese Art von Mann - um deine Worte aufzugreifen, du Bekloppte - will nicht an die Leine gelegt werden. Und ich will, dass er so bleibt wie er ist. Wenn er es ernst meint, dann wird er selbst mit Zukunftsplänen aufkommen. Und wie ich schon gesagt habe: Wir haben genug Stress hinter uns. Ich will es einfach nur geniessen und langsam angehen lassen."
Ihre Cousine sah aus, als würde sie Sam liebend schütteln und zur Besinnung bringen wollen. "Langsam angehen lassen! Pah! Dass ich nicht lache! Wenn dieses Baby so stur ausfällt wie seine Tante, dann schicke ich es dankend wieder zurück!"
Sam stutzte, blinzelte, dann riss sie die Augen auf. "Du bist schwanger?!"
Die Angesprochene blickte ertappt drein, dann verzog sie den Mund und nickte. Sie sah aus wie ein Schulmädchen, das man gerade dabei erwischt hatte, wie sie dem Lehrer einen Kaugummi auf den Stuhl hatte kleben wollen.
"Wieso hast du mir das nicht gesagt, du dumme Nuss?! Ich fasse es nicht!" Sam wusste nicht wie ihr geschah. Jetzt machte das rote Haar auch plötzlich Sinn. Ebenso diese überemotionale Art, die sonst nicht so Dees Art war. Eigentlich war sie das schon, aber sie verbarg diese Seite an sich sehr gut hinter Sarkasmus und energischem Handeln. In den letzten Tagen hatte sie sich seltsam verhalten, aber Sam hatte das auf die Ausnahmesituation geschoben. Ausserdem war sie damit beschäftigt gewesen, den Verstand nicht zu verlieren - kein Wunder, dass ihr das Offensichtliche entgangen war.
"Ich wollte dich nicht ablenken ... du hattest genug am Hals", sagte Dee kleinlaut.
"Was? Ich ... also wirklich! Das wäre die schönste Ablenkung gewesen!" Dann fiel ihr etwas ein und sie stemmte die Hände in die Hüften. "Wieso zum Kuckuck bist du hierhergekommen? Die Aufregung tut euch nicht gut! Himmel, meine Nichte ist noch nicht einmal auf der Welt und ich habe sie schon gebeutelt..."
"Nichte? Wir wissen doch noch gar nicht was es wird."
"Es ist ein Mädchen. Da bin ich mir sicher." Sie betrachtete die Frau vor sich, dann warf sie sich ihr ungestüm an den Hals, als ihr vollständig klar wurde was sie da gerade erfahren hatte. "Oh Gott, Dee! Ich fasse es nicht! Noch ein Paar trippelnder Füsse! Ich bin so glücklich! Das ist so wunderwunderschön!"
"Ja, das ist es", lachte Dee und wiegte Sam hin und her. "Und wir sollten jetzt damit aufhören, die Leute glotzen uns schon an."
"Das ist mir doch egal! Eine weitere Henderson ist auf dem Weg! Oh, was für ein Hoffnungsschimmer in dieser düsteren Welt!"
Dee schob sie von sich und betrachtete sie scharf. "Was für eine düstere Welt?"
"Hab ich das gesagt? Vergiss es..." Wieso nur musste sie jetzt anfangen zu heulen?
"Ach, Liebes..." Wieder schlang sie die Arme um Sams Mitte, dann strich sie ihr über das Haar am Hinterkopf. "Alles ist gut. Es ist vorbei. Du hast uns und du hast Steve, du hast ein neues Leben hier auf diesem wunderschönen Flecken Erde und du hast jedes bisschen dieses Glücks verdient!"
Sam nickte und schluckte schwer. Es war beinahe unmöglich sich dieser Dinge bewusst zu sein, wenn die Angst und Dunkelheit der Vergangenheit noch an einem nagte und alles tat um sich Gehör zu verschaffen. Aber Dee hatte Recht; gerade hatte ein neues Kapitel ihres Lebens begonnen und es versprach sie für all das Leiden zu entschädigen.

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Roux
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BeitragThema: Re: Na Ka Pu'uwai I Keia Mau Mea - Herzensangelegenheiten   Do Okt 03, 2013 5:23 pm

"Wie schaffst du das?"
Sam sah nicht von dem Spiegel weg. Sie setzte gerade den zweiten, tiefschwarzen Strich an ihrem Augenlid, dann besah sie sich das Resultat. "Wie schaffe ich was?", fragte sie abwesend.
"Die Linie wie die auf der anderen Seite hinzukriegen."
"In meinem früheren Leben war ich Kleopatra. Aber du darfst mich Kleo nennen." Schmunzelnd tuschte sie sich die Wimpern und sah im Spiegel wie Steve grinste.
"Ich denke, ich bleibe bei meinem Milky, wenn's recht ist."
"Eigentlich nicht - ich denke immer noch, dass dieser bescheuerte Spitzname eher zu einer Kuh passt. Aber so weiss ich wenigstens was du von mir hältst..."
Dieser Kommentar entfaltete seine Wirkung sofort. "Was ich von dir halte? War das eben nicht Beweis genug, dass ich nur das Beste vom Besten über dich denke?", fragte er empört und hörte auf den Kragen seines blütenweissen Hemdes zu richten.
Sam grinste unwillkürlich und fühlte tief in ihrem Schoss den Nachhall ihrer neuesten Begegnung. Sie hatten vorhin das Sofa eingeweiht. "Wenn es um den Sex geht, vielleicht schon. Aber dass du nicht die Finger von mir lassen kannst beweist gar nichts."
Sie gab einen spitzen Laut von sich, als sie Steve von hinten packte und beinahe erdrückte. "Du bist ein furchtbares Biest, weisst du das?"
"Du ruinierst meine Frisur!"
"Selber schuld. Du hast mich herausgefordert", murmelte er an ihren Hals und begann diesen hingebungsvoll zu küssen.
"Und du willst meinen Vorwurf, dass du nur meinen Körper liebst, damit widerlegen indem du mich vernaschst? Die Logik erschliesst sich mir nicht ganz..."
"Das ist zu hoch für dich, Milky. Weidetiere verstehen die intellektuellen Höheflüge weiterentwickelter Spezies nicht", gab er hinterhältig zurück und legte seine Hand auf ihre Brust, um geniesserisch zuzudrücken.
"Das Weidetier wird dir gleich das Bürstchen der Wimperntusche in die Nase rammen - wie wär's damit?"
Steve lachte an ihren Hals und fuhr damit fort ihre Brust zu bearbeiten. "Du hast keine Chance."
"Vielleicht wird dein schönes, weisses Hemd ruiniert und dann musst du oben ohne am Empfang erscheinen." Sam stellte sich dieses Bild vor und kicherte, dann entwand sie sich seinem Griff. "Und jetzt lass mich in Ruhe - ich muss mein Make-Up vollenden."
Steve beobachtete sie ihm Spiegel, schien die Prozedur faszinierend zu finden, mit der sie ihren tiefroten Lippenstift auftrug. "Das ist unerhört sexy", sagte er schliesslich.
"Hast du noch nie dabei zugesehen, wie sich eine Frau schminkt?", fragte sie ungläubig und wandte sich nach einem letzten prüfenden Blick von dem Spiegel ab und ihm zu.
"Implizierst du gerade, dass da vor dir andere Frauen waren?", gab er unschuldig zurück, dann wurde er beinahe augenblicklich wieder ernst. "Die waren nie so lange da, als dass ich sie bei sowas beobachten konnte. Ausserdem hätte es mich sowieso nicht interessiert."
Sam wusste nicht wirklich ob sie das als Kompliment auffassen sollte, obwohl es ganz klar so gemeint war. Der Gedanke an einen endlosen Strom von gesichtslosen Schnepfen, die sich mit ihm in ebenjenem Bett wälzten, an dessen Fussende er gerade stand, war ungefähr so angenehm wie sich einen Zahn ohne Betäubung ziehen zu lassen. Sie schürzte die Lippen und sagte nichts dazu, griff stattdessen nach ihrer winzigen, schwarzen Handtasche und überprüfte ihren Inhalt, obwohl sie das eben schon gemacht hatte.
"Lass dich ansehen, Milky", verlangte er, vielleicht ein bisschen lauter als nötig gewesen wäre, als hätte er realisiert, dass sein gut gemeinter Kommentar gerade von einem weiblichen Hirn in alle Einzelheiten zerpflückt worden war.
Sie war nicht wirklich geneigt, aber drehte sich dennoch auf der Stelle und stellte ihr cremefarbenes, schlichtes Kleid zur Schau, welches gerade über den Absätzen der schwarzen Highheels endete und im Nacken von dünnen Trägern gehalten wurde, dabei ihren gesamten Rücken freigab.
"Du bist wunderschön - besonders wenn du eingeschnappt bist", sagte er mit einem Grinsen.
"Und du solltest deinen Ansatz, mit dem du Komplimente gibst, überdenken", gab sie finster zurück, dann deutete sie auf die Anzugjacke, die an einem Bügel von der Schlafzimmertür hing. "Schnapp dir den Rest deiner Verkleidung und los. Wir kommen noch zu spät..."
Trotz dieser düsteren Prophezeiung kamen sie nicht zu spät. Tatsächlich kamen sie goldrichtig, denn gerade als Steve den Schlüssel seines Wagens dem Jungen übergab, der diesen wegbringen sollte, um ihn zu parkieren, fuhr Dannys Camaro vor.
Der Blonde stieg aus und kam mit einem breiten Grinsen auf sie beide zu. Er sah sehr schick aus in seinem Anzug, aber Sam kam nicht umhin mit einem stolzen, inneren Lächeln festzustellen, dass der gutaussehendste Mann im Anzug, der war, der neben ihr stand und sie am Ende des Abends mit nach Hause nehmen würde.
"Sieh dich an!", rief er aus. "So herausgeputzt und fantastisch aussehend!"
"Danke, Danny - du siehst auch gut aus", gab Steve zurück.
"Du warst doch nicht gemeint, Einstein", sagte Danny unbarmherzig, dann ergriff er Sams Hand und drehte sie im Kreis herum. "Eine Augenweide!"
Steve mahlte mit dem Kiefer, aber er schien dennoch zufrieden zu sein, denn da war ein verdächtiges Funkeln in seinen Augen, als er die Szene betrachtete.
"Du weisst hoffentlich was für ein unerträglicher, beneidenswerter Glückspilz du bist", schoss Danny Steve entgegen, nachdem er Sams Erscheinung zur Genüge betrachtet hatte.
"Ja, danke", erwiderte dieser und schlang seinen Arm entschlossen um Sams Taille, um sie besitzergreifend an sich zu pressen. "Hast du deine Augen wieder eingesetzt? Können wir jetzt reingehen?"
"Wenn es denn sein muss", war die lustlose Antwort. Danny zupfte an dem Kragen seines Hemdes herum, als könnte er sich tausend Dinge vorstellen, die er lieber machen würde als an einem feierlichen Empfang des Gouverneurs teilzunehmen.
"Ach, Danno!", rief Sam lachend aus, dann löste sie sich von Steve und hakte sich stattdessen bei dem Blonden ein. "Schau nicht so betrübt! Es wird dir Spass machen; Alkohol und Leckereien, für die du nicht bezahlen musst, lauter Frauen in schillernden Cocktailkleidern, die dich liebend gerne mit nach Hause nehmen wollen. Kriege ich ein Lächeln?"
Sie bekam eins. Ebenso wie ein Murren von dem verlassenen Steve, den sie einfach ignorierte. Danny brauchte sie jetzt mehr. "Ich bleibe gerade so lange, dass die Weiber eifersüchtig werden, dann können wir so tun, als hätten wir uns verstritten, damit sie etwas zu trösten haben."
"Das ist ein fantastischer Plan! Ich glaube, ich liebe dich..."
"Ich liebe dich auch und jetzt komm! Mal sehen welche wir uns für dich aussuchen... Blond oder brünett?"
"Das ist mir egal. Ich vertraue auf deinen Geschmack."
Steve murrte ein bisschen mehr, wurde aber konsequent ignoriert. Danny schien das ebenso viel Spass zu machen wie Sam. Sie grinsten spitzbübisch und gingen an der Sicherheitskontrolle vorbei, bevor sie in die grosszügige Eingangshalle traten. Es war schon recht voll; überall standen elegant gekleidete Gäste in kleinen Grüppchen beisammen, während Livrierte ihre Tabletts mit Champagnergläsern und Häppchen spazieren führten.
"Oh, warte! Wie wär's mit der im hellblauen Kleid? Mit den Locken? Ach nein, die hat eine zu grosse Nase..."
"Das wollte ich auch gerade sagen. Ich vertraue immer mehr auf dein Urteil!"
"Ich immer weniger", ertönte es düster von Steve, der hinter ihnen stand.
"Komm wir suchen erst mal den Mann der Stunde, dann können wir uns vollkommen der Jagd hingeben", sagte Sam und tat so, als hätte sie Steve nicht gehört.
Denning stand unweit der Treppe und war damit beschäftigt den Strom der Besucher zu empfangen. Offenbar gelang ihm das nicht allzu gut, denn er schien bei einem älteren Ehepaar hängen geblieben zu sein, während immer mehr Menschen in sein Anwesen strömten.
"Sam! Detective Williams! Commander McGarrett!", rief er aus, als er sie erblickte. Für einen Moment hing sein Blick leicht verwirrt an dem falsch zusammengesetzten Paar, welches da vor ihm stand, dann wurde er von Sam ungestüm umarmt.
"Ich bin so glücklich für dich, Onkelchen! Du hast es dir redlich verdient!"
"Danke, Kleines", gab der Mann mit seiner tiefen Stimme zurück und drückte sie herzlich an sich.
Steves und Dannys Gratulationen zur Wiederwahl fielen da schon um einiges förmlicher aus. In respektvoller und höflicher Manier wurden Hände geschüttelt und Glückwünsche angebracht. Als Steve von dem Gouverneur wegtrat, hakte sich Sam bei ihm ein und schmiegte sich an seine Seite.
"Ach, du hast dich also wieder an mich erinnert?", sagte er ein bisschen beleidigt und sah auf sie herab.
"Ich habe dich nie vergessen, Dummchen. Aber der arme Danno braucht jemanden, der ihm auf die Sprünge hilft. Sonst hängt er schmollend in einer Ecke herum und weist alle potenziellen Kandidatinnen ab ohne es zu bemerkten. Du willst doch, dass dein bester Freund auch was zu knabbern hat, wenn er heute Nacht nach Hause geht, oder?"
"Auch? Was lässt dich denken, dass du etwas zu knabbern kriegen wirst nach deinem schamlosen Verrat?"
"Oh bitte! Du willst mir doch wohl nicht sagen, dass es dich nicht schon die ganze Zeit in den Fingern juckt dieses Kleid am Boden liegen zu sehen?", gab Sam unschuldig zurück und klimperte heftig mit den Wimpern.
Steve schob seinen Kiefer zur Seite und schien auf seiner Zunge zu kauen. Dann konnte er das Grinsen nicht mehr zurückhalten. Seine Hand legte sich auf ihren Hintern und sie schob diese auch gleich aufgeschreckt nach oben, sah sich betreten um.
"Geht's noch? Das ist eine feine, steife Gesellschaft! Willst du deinen Chef blamieren?", zischte sie ihm entgegen.
"Du sagtest doch, dass ich meine Komplimente anders anbringen soll. Ist das auch nicht genehm?"
"Nicht hier und jetzt und das weisst du ganz genau", funkelte sie ihm entgegen und trat von ihm weg. Bestimmt hatte das jemand gesehen. Er war wirklich unmöglich, wenn er herausgefordert wurde. Sie musste sich das für einen nächsten Anlass in der Öffentlichkeit dringend hinter die Ohren schreiben.
"Also? Was ist jetzt mit meiner Eroberung?", verlangte Danny zu wissen, als er seinen kurzen Wortwechsel mit Samuel beendet und sich ihnen wieder zugewandt hatte.
Aber daraus wurde vorerst nichts, denn Chin und Kono waren gerade eingetroffen. Kono sah aus wie eine Königin, die soeben einem Märchen entstiegen war. Das blutrote, seidene Kleid stand ihr so unendlich gut, dass sie es sogar schaffte ihrem herausgeputzten Cousin die Show zu stehlen.
Sie begrüssten sich alle herzlich und Sam ertappte sich bei dem Gedanken, sie alle so sehr zu lieben, dass sie sich gerade nichts Schöneres vorstellen konnte, als mit ihnen allen an diesem freudigen Tag versammelt zu sein. Es fehlte nur Dee, die Sam so vermisste, dass es weh tat. Und Germain, natürlich. Ob er wohl schon hier war? Wenn es um aufgezwungene soziale Pflichten ging war er ungefähr so freudig wie Danny. Sie traute es ihm durchaus zu, dass er im letzten Moment beschlossen hatte blau zu machen.
Dannys Eroberung musste noch länger warten. Bis sie Samuel all den Leuten vorgestellt hatte, die seinen Angaben nach ihre Bekanntschaft unbedingt machen wollten, verging mehr als eine Stunde. Schliesslich riss sie sich in einem günstigen Moment von ihm los und machte sich auf das Team zu suchen. Sie fand die vier neben dem Büffet und griff entschlossen nach Steves Glas, entwand es aus seinem Griff, um es in einem Zug zu leeren.
"Wieso hast du dich aus dem Staub gemacht und mich alleine gelassen?", fragte sie ihn anklagend und schnappte sich ein zweites Glas von einem vorbeischwebenden Tablett.
"Ich war noch nie gut im Smalltalk", gab er ungerührt zurück.
Sam schnaubte. "Dann sind wir jetzt wohl quitt!"
"Mach nur so weiter und das Kleid landet hier und jetzt auf dem Boden", raunte er ihr ins Ohr, als er sie an sich gezogen hatte. "Du bist unwiderstehlich, wenn du wütend bist..."
Sie tat so, als würden sie seine Worte nicht zum Erschauern bringen und leerte stattdessen auch dieses Glas in einem Zug. "Erst ist Danny an der Reihe!"
Der Blonde war schon dabei das Angebot zu sichten, als sie sich zum ihm gesellte und sie schwankten für einige Minuten zwischen zwei Damen hin und her, die dummerweise beide in Schwarz gekleidet waren. Die Wahl fiel schliesslich auf die mit der gewagteren Frisur.
"Schnapp sie dir!", kicherte sie ihm hinterher und beobachtete zufrieden, wie Danny lässig auf sie zuschlenderte um sie in null Komma nichts in ein Gespräch zu verwickeln. Die Frau zeigte für Sams Geschmack zu viel Zähne beim Lachen, aber vermutlich lag das nur daran, dass sie von dem schneidigen Mann so sehr eingenommen war, dass sie ihrer Freude nicht anders Luft machen konnte. Sam grinste über ihr viertes oder fünftes Glas Champagner hinweg und nippte daran, als Danny den nächsten Schritt tat und die Auserwählte am Arm berührte, während sie über etwas lachten. Geschickt, sehr geschickt, wie er das machte. Ihre Arbeit an dieser Front war getan, den Rest würde sein Charme besorgen.
Steve schien sie die ganze Zeit über beobachtet zu haben, denn als sie sich umwandte, begegnete sie sofort seinem Blick. Sie leerte das Glas, stellte es auf den Tisch, dann ging sie an ihm vorbei und verkündete, dass sie etwas frische Luft schnappen wollte.
Mittlerweile kannte sie sich gut in dem Gebäude aus und so erklomm sie die Treppe im Eingangsbereich, um im zweiten Stock angekommen auf einen grossen Balkon zu treten. Die leichte Brise war kaum der Rede wert und vermochte ihre erhitzten Wangen nicht zu kühlen. Dennoch war es befreiend dem Lärm für eine Weile zu entkommen. Sie legte den Kopf in den Nacken und betrachtete den Sternenhimmel, die Hände ruhten auf der Brüstung, die frische Nachtluft wurde tief eingeatmet. In diesem Moment störte sie nicht einmal mehr die Tatsache, dass ihre Wunden an Hals und Dekolletee während der Gespräche mit den wichtigen Leuten so einige entsetzte Blicke auf sich gezogen hatten. Zum ersten Mal seit Tagen konnte sie richtig durchatmen und spürte Hoffnung in sich aufleben. Alle hatten es ständig wiederholt, aber Sam wurde erst jetzt klar, dass es vorbei war. Sie hatten es geschafft. Wirklich und wahrhaftig geschafft.
"Da bist du ja!", erklang es plötzlich hinter ihr und sie schreckte furchtbar zusammen.
"Wieso schleichst du dich so an mich an, du Wahnsinniger? Willst du, dass ich von dem Balkon purzle?"
Steve grinste breit und zufrieden, als hatte er sich nichts sehnlicher gewünscht, als sie so zu sehen, die Hand an die Brust gekrallt, mit vor Schreck aufgerissenen Augen. "Du hättest nicht einfach abhauen sollen."
"Brauche ich deine Erlaub-", schaffte sie noch von sich zu geben, dann verschloss er ihren Mund auch schon mit einem herrischen Kuss.
Himmel, er küsste so gut, dass ihr selbst die spärliche Luft wegblieb, die gerade noch so den Weg in ihre Lungen fand, weil er sie so unbarmherzig an sich gepresst hielt. Sie schmeckte den Alkohol und eine entfernte, salzige Note, von einem der Häppchen, die er zu sich genommen hatte. Er schien irgendetwas vorzuhaben, denn er drehte sie um, ohne den Ringkampf ihrer Münder zu unterbrechen und ging auf die Tür zu. Doch im letzten Moment machten sie einen Schwenker zu Seite und schon presste er sie gegen die Fassade. Da war eine riesenhafte Topfpflanze, die den Eingang flankierte, deren auslandende Blätter sich jetzt in ihrem Haar verfingen. Aber das war ihr egal. Steve war so nah und so überpräsent, dass sie an nichts anderes dachte.

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Sie ging auf den Ausgang zu, doch Steve erfasste ihr Handgelenk und hielt sie zurück. Was denn noch?
"Wir machen das nicht noch ein Mal!", sagte sie entschieden.
"Nein ... ich wollte ... es ist so", stammelte er und schien heillos überfordert.
Was ging hier plötzlich vor sich? Sie trat auf ihn zu und legte ihm die Hand auf die Wange. "Ich hatte Spass daran, Steve. Wirklich! Du darfst meine Kommentare einfach nicht allzu ernst nehmen, ja?"
"Darum geht es nicht. Ich weiss, dass es dir gefallen hat..."
"Was ist denn dann los mit dir?"
Steve erfasste ihre Hände, die auf seiner Brust ruhten und sah sie für einige Augenblicke schweigend an, als müsste er sich für etwas Mut aneignen. Sie wurde immer misstrauischer.
"Zieh bei mir ein", sagte er schliesslich, wobei eine angemessene Intonation komplett wegfiel, weil er den Satz wie ein einziges, langes Wort ausgesprochen hatte.
"Wie bitte?"
"Ich will, dass du bei mir einziehst", wiederholte er langsam und verstärkte den Druck auf ihre Finger.
Das kam so unerwartet, dass sich Sam heillos überrumpelt fühlte. Woher kam das plötzlich? Und wieso ausgerechnet jetzt? War das am Ende ein Impuls aus dem Moment, weil sein Hirn noch von dem Rausch benebelt war?
"Du denkst gerade nicht richtig - lass uns das morgen besprechen", erwiderte sie abwehrend.
"Ich bin vollkommen klar, Sam. Du solltest mich mittlerweile kennen. Solche Dinge sage ich nicht einfach so daher."
Natürlich hatte er recht. Sie dachte an Dees Worte von gestern und konnte sie sich bildhaft vorstellen. Wäre ihre Cousine jetzt hier gewesen, hätte sie ihr gegen das Schienbein getreten und zugezischt, dass sie endlich ja sagen sollte. Aber die Überraschung war zu gross, er hatte sie gerade so sehr auf dem falschen Fuss erwischt, dass sie nicht wusste, was sie antworten sollte.
"Ich verstehe ... du willst nicht", sagte er schliesslich mit einer emotionslosen Stimme, die jedoch nicht deutlicher von seiner Enttäuschung hätte sprechen können.
Seine verletzte Reaktion brachte sie zur Besinnung. Sie schlang aufgeschreckt die Arme um seinen Hals und presste sich an ihn. "Natürlich will ich, Dummchen! Du hast mich einfach damit überrumpelt - und das wo ich doch sowieso schon ganz durcheinander bin von unserem kleinen Abenteuer. Es tut mir Leid. Ich wollte dir keinen Schreck einjagen..."
"Tut mir Leid", echote er von seiner Seite. "Ich musste es loswerden, nachdem ich mich entschieden hatte dich zu fragen."
Seine Hand strich über ihren nackten Rücken und er umarmte sie so drängend, als fürchtete er, dass sie sich plötzlich in Luft auflösen könnte. Langsam drang die Erkenntnis des eben Geschehenen zu ihr durch und sie spürte wie ihr Herz mit unbändiger Freude überflutet wurde.
"Oh Gott, ich liebe dich so sehr", wisperte sie an seinen Hals und presste ihr Gesicht gegen seine Haut.
Er antwortete nicht. Zumindest nicht mit Worten. Stattdessen küsste er sie. So lange und so zärtlich, dass die Zeit stillzustehen schien. Als sie sich nach einer ganzen Weile voneinander lösten, wurde Sam wieder bewusst wo sie waren.
"Können wir uns nicht einfach von dem Balkon abseilen und nach Hause gehen?", gab sie quengelig von sich und bettete den Kopf auf seine Schulter. "Ich mag nicht nach unten gehen."
"Wir gehen einfach. Komm!" Er verschränkte seine Finger mit den ihren, dann betraten sie das Innere des Gebäudes. Bevor sie sich jedoch herab begaben, bestand Sam darauf einen Abstecher ins Bad zu machen. Sie richtete ihr Haar, welches doch nicht allzu schlimm durcheinander gebracht worden war, wischte den verschmierten Lippenstift von ihren Lippen, um ihn schliesslich neu aufzutragen. War es wirklich erst drei Tage her, dass sie sich im Spiegel angesehen hatte und zu dem Schluss gekommen war, dass sie um zehn Jahre gealtert war? Jetzt sah sie einfach nur glücklich und verjüngt aus.
Draussen angekommen, machte sie sich lachend daran Steve die Spuren des Lippenstiftes von Gesicht und Hals zu wischen.
"Wieso beseitigst du die Kampfesspuren, die ich gerade spazieren führen wollte?"
"Weil wir sonst genauso gut ein Plakat an der Fassade anbringen könnten um zu verkünden, dass wir uns versteckt und übereinander hergefallen sind wie die Teenager..."
"Du sagst das, als wäre es etwas Schlechtes", gab er grinsend zurück und versuchte sie zu küssen.
Sie stemmte die Hände gegen seine Brust und schüttelte lachend den Kopf. "Willst du mit roten Lippen vor deinem Team auftauchen?"
"Nein, ich schätze nicht... Also komm. Bringen wir es hinter uns."
Chin und Kono waren noch dort, wo sie sie zurückgelassen hatten. Sam behagten die musternden Blicke nicht, mit denen sie bedacht wurden. Noch weniger das identische Funkeln in diesen beiden Augenpaaren.
"Wir ähm..."
"Gehen jetzt", vervollständigte Steve den Satz, rettete damit die Situation so gut es ging. "Wo ist Danny?"
"Ausgeflogen. Mit seiner neuen Bekanntschaft", erwiderte Chin grinsend.
"Schön für ihn. Bleibt ihr noch?"
"Nein, wenn ihr geht, dann können wir das auch, ohne dass es unhöflich erscheint - oder?", fragte Kono hoffnungsvoll. "Ich muss diese Schuhe loswerden!"
Die Sache war beschlossen. Samuel war jedoch nicht ganz so einfach aufzufinden. Schliesslich entdeckten sie ihn ihm Salon. Er schien darüber enttäuscht zu sein, dass seine Ehrengäste bereits gehen wollten, aber ein Blick auf Steve und Sam reichte, um den offensichtlich anstehenden Versuch sie zurückzuhalten, wieder sausen zu lassen. Sam gratulierte ihm noch einmal und umarmte ihn innig, bevor sie sich schliesslich mit den anderen aus dem Haus begab. Der Abend war ein voller Erfolg gewesen - nicht so, wie sie das gedacht hatte, aber dafür umso überraschender. Mit einem solchen Mann an ihrer Seite war es wohl auch schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit Langeweile zu verspüren.


"Wohin fahren wir denn?"
Steve war falsch abgebogen und hielt nicht mehr auf sein Haus zu. Dass es Absicht war, wurde Sam spätestens dann klar, als sie das leichte Lächeln auf seinem Gesicht sah.
"Das wirst du schon sehen..."
"Deine kryptischen Kommentare sind nicht besonders erbaulich", sagte sie finster. Der Abend war anstrengend gewesen; sie wollte nur noch nach Hause. Es dürstete sie danach das Haar zu entwirren, sich in bequeme Klamotten zu werfen und mit ihm im Bett einzukringeln. Ausserdem drückten ihre Schuhe.
Nach einer Weile begann der Weg anzusteigen und sie meinte zu wissen wohin es ging. Aber sie sagte nichts und grinste einfach in sich hinein. Dann erinnerte er sich also noch? Natürlich erinnerte er sich...
Sie behielt recht. Nur wenig später hielt er auf ebenjenem Ausguck an, den sie vor einigen Wochen zusammen betreten hatten. Damals hatte er sie von dem verzwickten Fall ablenken wollen und das auch geschafft. Sie stieg aus und erinnerte sich an das Wechselbad der Gefühle, welches ihr jener Abend beschert hatte. Es kam ihr vor, als wäre es Jahre her. Grüsse aus einem anderen Leben, von welchem sie nicht glauben konnte, dass es wirklich ihres gewesen war.
Mit einem Lächeln stand sie an der Brüstung und sah auf das Funkeln der Stadtlichter herab. Steve trat hinter sie und umfasste ihre Mitte mit den Armen, schmiegte seine Brust gegen ihren Rücken.
"Die Aussicht vom Tantalus ... weisst du noch?", fragte er leise an ihrem Ohr und drückte seine Wange gegen ihre Schläfe.
"Natürlich weiss ich das noch. Unser erster Kuss. Aber ich wusste nicht, wie der Berg heisst. Tantalus..." Sie rollte das Wort langsam von ihrer Zunge. "Ein guter Name."
"Ein guter Kuss", gab Steve zurück und sie spürte sein leises Lachen mehr als dass sie hörte, weil seine Brust vibrierte.
"Wenn ich ehrlich bin, hat sich mir der Aufruhr danach mehr ins Gedächtnis gebrannt", gab sie kleinlaut zu.
Steve drehte sie herum und sie blinzelte seinem Gesicht entgegen, während er sie festhielt und ihren Blick erwiderte. Der Mann war einfach unbeschreiblich. Dabei ging es gar nicht um seine Attraktivität, sondern um seine innere Schönheit. Er vereinte Dinge in sich, von denen sie nicht zu träumen gewagt hatte; Loyalität, Standhaftigkeit, Mut, Energie und dann auf der anderen Seite Spontaneität, Humor, eine Spur von Verrücktheit. Sie strich über seine ungewohnt glatte Wange und fühlte ihr Herz vor Liebe anschwellen.
"Lass es uns doch noch einmal versuchen. Dieses Mal wird der Aufruhr positiver Natur sein", sagte sie und lächelte flüchtig.
"Du liest meine Gedanken. Deswegen habe ich dich hierher gebracht", antwortete er leise, brachte dabei sein Gesicht dem ihren so nah, dass sein warmer Atem über ihre Lippen strich.
Als er sie schliesslich küsste, hielt sie sich an ihm fest und erwiderte seine Aufmerksamkeit aus vollem Herzen. Sein Mund war so vertraut, sein Geruch versinnbildlichte Zuhause, seine Anwesenheit machte sie lebendig. Sam versank in dem beglückenden Gefühl von ihm geküsst zu werden, von diesen Armen umfangen zu sein. Da war nichts mehr worüber sie sich Sorgen machten musste; sie konnte einfach nur sein und sich darüber freuen, dass er sie ebenso liebte, wie sie ihn. Alles was sie gemeinsam durchgemacht hatten schien auf diesen einen Punkt hinauszulaufen, der Anfang und Ende war und gleichzeitig auch wieder ein neuer Anfang. Der Anfang eines gemeinsamen Lebens.

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Na Ka Pu'uwai I Keia Mau Mea - Herzensangelegenheiten

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