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Admin Admin a.D.

Anzahl der Beiträge: 2380 Alter: 31 Anmeldedatum: 22.05.08
 | Thema: Adventskalender 2008 Di Dez 02, 2008 4:14 am | |
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Zuletzt von Anju am So Jan 04, 2009 10:38 am bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet |
|  | | Admin Admin a.D.

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 | Thema: Re: Adventskalender 2008 Di Dez 02, 2008 4:15 am | |
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|  | | Admin Admin a.D.

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 | Thema: Re: Adventskalender 2008 Di Dez 02, 2008 4:17 am | |
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Die Weihnachtszeit zu zweit
Mick und Beth
Mit zusammengekniffenen Augen zog Beth sich ihre Bettdecke noch ein Stück weiter über den Kopf, als die kalte Winterluft sie frösteln ließ. Mick hingegen stand mit nacktem Oberkörper am Fenster, welches er so eben geöffnet hatte und sog, mit einem breiten Grinsen die Luft ein. „Wie spät ist es?“, hörte er eine verschlafene Stimme unter der Decke brummen. Noch immer lächelnd drehte er sich zu dieser. „Sechs Uhr. Aber es ist so wunderschönes Wetter draußen. Es hat die ganze Nacht geschneit, hier in L.A. und das einen Tag vor Weihnachten. Hast du eine Ahnung, wie oft ich das in den letzten 85 Jahren erleben durfte?“, antwortete er gut gelaunt, ging langsam zurück zum Bett und legte sich zu Beth. Zärtlich zog er die Decke ein Stück tiefer und sah liebevoll in ihr leicht zerknautschtes Gesicht. Sanft küsste er sie auf die Stirn. „Guten morgen!“, flüsterte er gekonnt charmant und schaffte es, dass Beth für einen kurzen Moment ein Auge öffnete. „Hast du überhaupt geschlafen?“ Ihre Stimme klang noch immer merkwürdig fremd in ihren Ohren und bei jedem kühlen Luftzug, der über ihren Kopf fuhr und mit ihrem Haar spielte, wollte sie sich am liebsten wieder ganz tief in die Decke kuscheln. „Ein wenig.“, antwortete Mick knapp und zog Beth nun zu sich heran. Es war nun fast ein halbes Jahr her, als Mick Beth seine Liebe gestanden hatte und sie verbrachten seitdem fast jede freie Minute zusammen und so langsam näherten sie sich ihrem ersten Weihnachtsfest, welches sie gemeinsam verbringen würden. In Micks Augen schien es perfekt zu werden und dafür gab es viele Gründe. Zum einen hatte dieses Wetter für ihn viele Vorteile. Denn er fühlte sich, trotz des mangelnden Schlafes ausgesprochen ausgeruht, was an der Kälte lag. Und dadurch, dass die Sonne nicht schien konnte er den Tag mit Beth richtig genießen, ohne sich geschwächt zu fühlen, oder gar Schmerzen zu haben. Zum anderen fühlte er sich zum (kein Komma) ersten mal an Weihnachten nicht allein. Auch wenn er die letzten Jahre immer mit Josef gefeiert hatte und sie durchaus ihren Spaß hatten, fehlte ihm dennoch immer etwas. Doch dieses Jahr würde er auch das nicht mehr so empfinden. Mick wusste nicht, wann er das letzte Mal so aufgeregt war. Er glaubte fast, dass er sich nicht einmal als Kind so sehr auf Weihnachten freute. „Komm, es wird Zeit aufzustehen. Ich habe dir Frühstück gemacht, der Kaffee sollte auch fertig sein. Wir haben noch viel zu tun heute.“ Wieder zog er die Decke ein Stück tiefer und jeder Versuch von Beth diese wieder an ihren alten Platz zu ziehen war zwecklos. Ein wenig genervt gab sie sich geschlagen, es war zwar definitiv noch nicht ihre Zeit, aber als sie in Micks strahlende Augen sah, konnte sie nicht anders als ebenfalls zu lächeln und ihm in die Küche zu folgen. Als sie das Wohnzimmer betrat stieß ihr der Duft von heißen frischen Brötchen und ebenso köstlich duftendem Kaffee in die Nase. Und als sich ihr der liebevoll gedeckte Tisch präsentierte, glaubte sie kaum, was sie da sah. Mit großen Augen sah sie ihn an. „Wann hast du das alles gemacht?“ Mick antwortete jedoch nicht auf ihre Frage (kein Komma) sondern zog lediglich den Stuhl zurück und wies sie an, sich zu setzen. Er selbst nahm ihr gegenüber Platz, holte aber vorher noch eine Tasse mit Blut aus der Mikrowelle. Ab und an mochte er das Blut doch auf Körpertemperatur erhitzt trinken. „Du warst auch noch zuhause?“ Obwohl Beth Mick schon unzählige Male angeboten hatte, in ihrem Kühlschrank auch ein paar Konserven aufzubewahren, wehrte er sich vehement dagegen. Ihm gefiel der Gedanke einfach nicht und er konnte sich auch nicht daran gewöhnen. „Du hast wirklich nicht viel geschlafen, oder?“, hakte Beth nun noch einmal nach und nahm einen kleinen Schluck von ihrem Kaffee und war erstaunt darüber, wie gut Mick dieser noch immer gelang. „Für mich hat es gereicht. Das Wetter ist angenehm, da brauche ich nicht so viel Schlaf.“, antwortete er und nahm ebenfalls einen Schluck aus seiner Tasse, auch wenn sein Gesicht daraufhin nicht ganz so zufrieden wie das von Beth aussah. Beth griff nach einem Brötchen und belegte es sich mit Aufschnitt. Nach dem ersten Bissen wandte sie sich wieder an Mick. „Nun denn, wo du mich so früh aus dem Bett geworfen hast… Was ist denn dein Plan für den heutigen Tag?“ „Ich dachte wir backen und danach fahren wir in die Stadt. Es gibt dort einen schönen Weihnachtsmarkt und ich wollte ihn mir mit dir ansehen.“ Beth blieb fast das Brötchen im Hals stecken, als sie das hörte. „Wir machen was?“, hustete sie mehr, als das sie sprach. „Du kannst backen?“ Mick sah ein wenig verlegen auf seine Tasse. „Ja…Nein…aber ich kann lesen… Ein paar Rezepte hab ich schon rausgesucht und ich habe dich, die mir hilft!“ (kein Komma) versuchte er möglichst überzeugend zu antworten und Beth konnte bei der Vorstellung, wie sie zusammen mit Mick, dem Vampir, in der Küche steht und Weihnachtsplätzchen buk nicht anders als laut lachen. „Es tut mir leid, aber wie oft hast du mich schon kochen sehen? Ich vermeide es bestimmt nicht, weil ich dir damit einen Gefallen tun will. Ich glaub es gibt in ganz L.A. niemanden der schlechter kochen kann, als ich.“ Aber so schnell wollte Mick nicht aufgeben. „Das kann sein, aber ein Rezept kannst du auch lesen und wie der Backofen funktioniert, weißt du mit Sicherheit auch. Ich habe zwar herausgefunden, wie ich meinen bediene, aber der“, er deutete mit dem Daumen hinter sich, „ist mir doch eine Nummer zu kompliziert.“ Beth hatte noch immer ein Grinsen auf dem Gesicht, wenn sie daran dachte, wie sie beide backen würden, aber dennoch freute sie sich darauf. „Okay, wir können es ja versuchen.“ „Sehr schön.“, gab Mick nun wieder gut gelaunt zurück. „Aber vorher müssen wir noch auf den Weihnachtsmarkt und einkaufen, ich habe eben schon gesehen, dass du fast nichts von dem, was in den Rezepten steht zu Hause hast.“ Sie nickte und nahm einen weiteren Bissen von ihrem Brötchen. Nachdem sie mit dem Frühstück fertig waren ging Beth unter die Dusche und zog sich danach etwas Passendes für das Wetter an, während Mick die Küche aufräumte und dann auf sie wartete. Gemeinsam verließen sie dann ihre Wohnung und fuhren in Micks Auto in die Innenstadt.
Wie immer zu dieser Jahreszeit herrschte dort ein wildes Treiben. Überall liefen Menschen aufgeregt in die Läden, oder waren bepackt mit unzähligen Tüten und Paketen. Mick hatte noch nie verstanden, wieso es Leute gab, die immer alles auf den letzten Drücker erledigen mussten, aber er versuchte sie heute so gut wie möglich zu ignorieren. Er griff nach Beth Hand und zog sie hinter sich her. „Komm, wir haben viel vor.“ Ihr gefiel es Mick so gut gelaunt zu sehen und so langsam ließ sie sich von seiner Laune anstecken. Gemütlich schlenderten sie über den Markt, hielten hier und da mal an, um sie einen der Stände anzusehen. Beth schaffte es nicht, an einem einzigen Bekleidungsgeschäft vorbei zu gehen, doch Mick begleitete sie überall bereitwillig hin. Sie schlenderten weiter verliebt Hand in Hand über den Markt und als sie am Park ankamen, löste Beth sich unbemerkt von ihm. Noch ehe er sich versah hatte er eine, für Beth Hände, riesige Schneeballkugel im Gesicht. Verdutzt sah er sie an, während sie amüsiert über die Grasfläche lief und bereits eine neue Kugel in der Hand hielt, welche sie auch sofort wieder auf ihn warf. „Na warte.“, rief er als der kurze Schreck verflogen war und griff schnell in das sanfte Weiß um ebenfalls einen Ball aus Schnee zu formen. Dann setzte er Beth nach. Diese lief schrill lachend und quietschend davon, aber Mick nutzte seine Vampirfähigkeiten und hatte sie innerhalb von Sekunden eingeholt. Sanft riss er sie zu Boden und drohte ihr spielend mit dem Schneeball vor ihrem Gesicht. Beth warf sich schützend ihre Hände davor. „Ich ergebe mich, ich ergebe mich!“ flehte sie noch immer lachend als Mick schließlich den Ball sinken ließ. Zärtlich sah er sie an und wollte sie küssen. Doch kurz bevor seine Lippen die ihren berührten, stieß sie ihn zur Seite und warf ihm erneut eine Ladung Schnee ins Gesicht. Schnell stand sie auf und lief weiter in den Park. Und gerade als Mick sie wieder eingeholt hatte, stoppte sie und deutete auf die Eislaufbahn, welche dort extra über die Feiertage aufgebaut wurde. Micks Blick nahm einen merkwürdigen Ausdruck an und sah skeptisch zu ihr. „Willst du da wirklich drauf?“ Beth spürte deutlich die Nervosität in seiner Stimme. „Sag bloß du hast in deinen 50 Jahren als Vampir nie Schlittschuh laufen gelernt?“ neckte sie und lächelte ihn viel sagend an. „Wenn ich mit dir backen muss, dann musst du auch mit mir da raus.“ Beth hakte sich in seinem Arm ein und zog ihn zu dem Stand, wo die Schuhe verliehen wurden. Obwohl der Gedanke von ihm auf dem Eis in Mick Unbehagen auslöste, fügte er sich dennoch ihrem Wunsch und bestellte zwei Paar Schuhe in ihren Größen. Zögernd trat er an den Rand der Eisfläche, während Beth sofort elegant auf dieses trat und ihre ersten Runden drehte. „Kann ich nicht doch einfach hier am Rand warten?“, versuchte er sich noch einmal zu drücken. Doch Beth kam auf ihn zu und nahm in bei der Hand. „Ich passe schon auf dich auf.“, gab sie liebevoll zurück und küsste ihn sanft auf den Mund. Mick verdrehte die Augen und ließ sich von ihr auf das Eis ziehen. Mit wackeligen Beinen krallte er sich in Beth Arm und versuchte das Gleichgewicht zu halten. Beth gab ihm den nötigen Halt und schob ihn vorsichtig und langsam neben sich her. Es dauerte nicht lange und Mick fühlte sich sicher genug, um es alleine zu versuchen. Er löste sich von ihr und holte mit Schwung aus. Beth stellte sich vor ihn und fuhr mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. Sie sah wie Mick unbeholfen mit dem Armen wedelte, um wieder das Gleichgewicht zu erlangen. Doch je mehr er mit seinen Armen ruderte, desto schlimmer wurde es und noch ehe Beth ihm zur Hilfe eilen konnte, flogen seine Beine in die Luft und er landete schmerzhaft auf seinem Hintern. Beth hielt sich beide Hände vor den Mund um das Lachen, welches ihrer Kehle entweichen wollte zu unterdrücken. Aber so ganz gelang es ihr nicht. Sie kniete sich zu ihm nieder und grinste ihn weiter breit an. „Aufpassen.“, neckte sie Mick, der sich den schmerzenden Hintern rieb. Bei dieser Bemerkung packte er sie bei den Armen und zog sie auf sich. Er drückte sie fest an seinen Körper. „Dir gefällt es wohl mich so hilflos zu sehen.“, sagte er, ehe er seine Lippen auf ihre presste. Als sie sich wieder von ihm löste, sah sie ihn liebevoll an. „Wenn ich ehrlich bin ja, denn dann kann ich auch mal dein Leben retten.“ Geschickt stand Beth auf und half Mick ebenfalls wieder auf die Beine. Gemeinsam drehten sie noch ein paar Runden, wobei Beth immer darauf bedacht war ihn nicht loszulassen. Als ihr langsam kalt wurde, gaben sie die Schuhe zurück und Mick spendierte ihr einen heißen Kakao. Danach besorgten sie schließlich ihre restlichen Einkäufe und fuhren zu Beth Wohnung zurück.
Mick breitete die Einkäufe auf Beth Küchentisch aus, während Beth in den Schränken nach Schüsseln und weiterem Zubehör suchte. Gemeinsam studierten sie das Rezept und Beth warf Mick ab und an fragende Blicke zu. „Verstehst du alles, was da steht?“ „Ähm…nein, aber wenn wir uns nicht sicher sind, dann machen wir es einfach nach Gefühl.“ Optimistisch nahm er eine Packung Mehl und machte sie etwas zu schwungvoll auf, sodass ein Teil von dem Inhalt durch die Küche wirbelte. Beth stützte die Hände in die Seiten und sah ihn mit mehlweißem Gesicht an. „Du weißt schon, dass das Mehl in die Schüssel gehört?“ Mick begann herzhaft zu lachen, worauf Beth nach der Packung griff und damit drohend vor ihm wedelte. Schützend hob er die Hände. „Erbarmen, aber du siehst einfach zu süß aus!“ versuchte er sie zu besänftigen und strich ihr mit einem Finger etwas Mehl von der Nase. Sie streckte ihm noch die Zunge raus, ehe sie sich die Waage und eine Schüssel nahm und dort die im Rezept ausgewiesene Menge hineinfüllte. Mick beteiligte sich hauptsächlich dadurch, dass er ihr die Zutaten reichte und nach nicht einmal einer halben Stunde hatten sie ihren ersten Teig fertig. Erstaunt über sich selbst, probierte Beth ihn. „Schmeckt gar nicht mal schlecht.“ Zufrieden sah Mick sie an. „Dann müssen wir ihn nur noch in Form bringen.“ Er beugte sich über den Teig und rollte ihn mit einem Glas aus, da Beth nichts anderes hatte. Gemeinsam stachen sie Formen aus und legten sie dann auf das Backblech. Mick stellte sich den Wecker in seinem Handy, sodass sie verhindern konnten, dass die Plätzchen anbrennen. Als er von diesem wieder hoch sah, musste er bei Beth Anblick wieder schmunzeln. Sie hatte noch immer einiges Mehl und Teigreste im Gesicht und ihre Hände waren verklebt von den Zutaten. Zärtlich umarmte er sie von hinten und küsste ihre mehlige Wange. „Als ich noch ein Kind war erzählte meine Mutter mir immer, dass wenn der Himmel zu Weihnachten rosa ist, die Engel dort Plätzchen backen. Und als ich dich gerade angesehen habe, fiel mir wieder ein, dass ich sie mir genau so vorgestellt hatte und mir wünschte einmal einem zu begegnen. Scheinbar hat er sich jetzt erfüllt.“ Beth drehte sich in seinen Armen um und sah ihn liebevoll an. Seine sanften Augen strahlten vor Glück und Zufriedenheit, sodass sich Beth vollkommen in seinem Blick verlor. Sie dachte nicht weiter nach, handelte nur und es platzte einfach aus ihr heraus. „Ich liebe dich.“, sagte sie mit unendlich viel Gefühl, ohne sich ihrer Worte wirklich bewusst zu werden und küsste ihn. Auch wenn sie nun schon so lange zusammen waren und Mick wusste, dass Beth sie liebte, war es doch das erste Mal, dass sie es zu ihm sagte. Und es waren genau die Worte, die Micks Weihnachten nun wirklich perfekt machten. Glücklich schloss er sie noch fester in seine Arme und erwiderte mit derselben Leidenschaft, die sie ihm entgegen brachte, ihren Kuss. ENDE |
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 | Thema: Re: Adventskalender 2008 Di Dez 02, 2008 4:18 am | |
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 | Thema: Re: Adventskalender 2008 Di Dez 02, 2008 5:16 am | |
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Das erste Weihnachten als Vampir Mick und Josef
Ich spürte, wie die kalte Winterluft durch meinen Mantel und meine Haare zog… Aber mir war nicht kalt. Im Gegenteil! Ich genoss jedes Grad, welches durch sein senken auf dem Thermometer die unausweichliche Kälte zeigte. Endlich wurden die Tage angenehmer. Die ständigen Kopfschmerzen, welche die heiße Sonne L.A.’s immer bei mir auslöste wurden erträglicher. Und es gab sogar Tage, da verschwanden sie ganz.
Coraline meint, dass es besser wird mit der Zeit… Dass die Schmerzen nachlassen… Aber will ich das? Will ich, dass mir der letzte Rest Menschlichkeit genommen wird?
Es waren nun schon 162 Tage vergangen seit dem der Tag, welcher der schönste in meinem Leben werden sollte. Sich aber letztlich in einen absoluten Alptraum verwandelte, aus dem ich nie wieder aufwachen würde. Stattdessen scheint er nur noch schlimmer zu werden. Morgen war Weihnachten und es würde mein erstes Weihnachten als Vampir sein. Meine Sinne spielten mir noch immer gern Streiche. Seit meiner Verwandlung reagierten sie viel intensiver auf alles in meiner Umgebung. Es war, als wäre ich jedem menschlichem Wesen nah… Aber nicht, weil ich ihre Nähe wollte. Nein. Jede Zelle meines Körpers verlangte etwas anderes von ihnen.
Ich gab mir keine Mühe meine Sinne zu trainieren, aber jetzt verfluchte ich mich dafür. Ein Teil von mir wollte sie aussaugen, jeden winzigen Rest der roten Lebenskraft, die durch ihre Adern fließt und dessen Wert sich die meisten nicht einmal bewusst sind.
Ich lief durch die Straßen und sah die Menschen hektisch an mir vorbei laufen. Bei jedem hörte ich deutlich den schnellen Herzschlag, das brodelnde köstliche Blut… Roch den kalten Schweiß, der sich durch die Hetzerei auf ihre Haut legte. Fühlte ihre Freude aber auch den Stress, den sie durchlitten. Es war alles so nah und doch konnte ich ihre Gefühle nicht erfassen.
Ich war allein und zurück auf dem Weg zu der Frau, die mich in dieses Monster verwandelt hatte. Ich wollte, dass es aufhört. Der Drang, jeden Menschen der an mir vorbei lief zu beißen, nur um ihn zu kosten. Alles in mir hoffte, dass durch ihr Blut in meinem Körper (kein Komma) ein Teil von mir wieder dieses Gefühl zurückbekam. Diese Freude, dieses unerklärliche Glücksgefühl!
Als ich noch ein Mensch war, gab es für mich nichts Schöneres als Weihnachten. Die Kälte des Winters, die den ganzen Körper prickeln ließ, das Geräusch von Schnee unter den Füßen und ganz besonders die Gerüche. Überall roch es nach Orangen, Plätzchen und Zimt. Jetzt nehme ich diese Gerüche zwar noch viel intensiver wahr, aber die Freude, die mich mit diesen verband bleibt aus. Es ist, als wäre man im Paradies. Du riechst alles noch so viel deutlicher und klarer, aber du bist nicht fähig es zu genießen. Es ist, als wärst du wie ein kleines Kind, das vor dem Schaufenster eines Süßigkeiten-Geschäfts steht und kein Geld hat, sich etwas von diesen köstlichen Leckereien zu kaufen. Nie wieder komme ich in den Geschmack von selbstgebackenen Plätzchen. Nie wieder komme ich in den Genuss eines deftigen Weihnachtsessen.
Frustriert vergrub ich mein Gesicht tiefer in meinen Mantel, versuchte meine Sinne auszuschalten und alles um mich herum zu vergessen. Schnellen Schrittes lief ich weiter und kam endlich bei dem was ich eigentlich mein Zuhause nennen sollte an. Es brannte Licht und die leise Jazzmusik, die im Inneren des Hauses lief, drang in meine empfindlichen Ohren. Das war wohl auch das einzig Positive am Vampirdasein. Ich konnte gute Musik schon aus der Ferne hören und genießen. Lustlos öffnete ich die Tür, trat ein und hing meinen Mantel an die Garderobe. Als ich mich umdrehte stand Coraline vor mir. Ich zuckte zusammen und funkelte sie düster an. „Mach so was nicht. Du weißt, dass ich das nicht mag!“ Ihr fröhliches Lächeln verschwand aus ihrem Gesicht und sie sah mich wieder verständnislos an. Wie ich diesen Anblick hasste. Seit sie mich verwandelt hatte, sah sie mich ständig so an. Sie konnte nicht verstehen, wieso ich das, was ich bin so verabscheute. Konnte nicht verstehen, wieso ich nicht mit derselben Leidenschaft wie sie die Ewigkeit verlebte. Aber wie konnte sie auch? Sie begriff nicht, mit welcher Begeisterung und Freude ich mein Leben als Mensch genossen hatte. Ich war glücklich so wie es war und sie hatte es mir genommen. Die Sterblichkeit… Das angenehme Gefühl der warmen Sonne auf meinem Körper, der Geschmack von allem, was ich gerne gegessen hatte so wie beispielsweise die Rippchen bei Mussous. Das wohlige Gefühl in einem warmen und weichem Bett zu schlafen…
Ich versuchte nicht weiter darüber nachzudenken. Denn mit jedem weiteren Gedanken verabscheute ich diese Frau noch mehr. Ich senkte den Blick, um sie nicht länger ansehen zu müssen und wollte an ihr vorbei gehen. Doch sie stellte sich mir in den Weg. „Was willst du?“ fauchte ich sie an, bemüht meine weiteren Gedanken nicht auch noch auszusprechen. Ich spürte ihre kalte Hand an meinem Gesicht und schob sie sofort wieder weg. „Mick, jetzt sei doch nicht so ein Griesgram. Komm… komm mit ins Wohnzimmer. Wir haben Gäste und ich wünsche mir, dass du sie begrüßt.“ Abfällig sah ich sie nun an. „Wir haben jeden Abend Gäste. Was unterscheidet heute also von den restlichen Abenden? Die meisten deiner Freunde können auf meine Anwesenheit verzichten und wenn ich ehrlich bin, kann ich das auch.“
Ich wollte gerade weiter gehen, als sie mich am Arm festhielt und mich mit ihren großen unschuldigen Augen anblickte. „Bitte! Tu mir doch den Gefallen“, flehte sie nun fast und es war wie die Abende zuvor. Auch wenn ich diese Frau mehr als alles verabscheute und ihre Freunde nicht mochte, schaffte ich es dennoch nicht ihr einen Wunsch abzuschlagen. Noch immer besaß sie diese Macht über mich. Wusste genau, wie sie mich zu etwas überreden konnte, mich willenlos machte und ich ihr letztendlich wie ein Hund hinterher lief. Ich nickte kurz zum Einverständnis und sofort erschien wieder dieses zufriedene Lächeln auf ihrem Gesicht. Sie nahm mich bei der Hand und zog mich hinter sich in das Wohnzimmer.
Diesmal war die Runde sehr viel übersichtlicher als die letzten Tage. Lediglich zwei Personen saßen auf den beiden großen weißen Sofas. Und bei näherer Betrachtung erkannte ich beide von ihnen. Auf dem einen saß eine Frau, groß, schlank, blond und in meinen Augen eine der arrogantesten weiblichen Personen, die ich je getroffen hatte. Ihr Name war Cynthia und ich hatte nie ausgesprochen viel mit ihr zu bereden, denn jedes ihrer Themen war gleichermaßen langweilig. Entweder redete sie über Coraline oder wie sehr sie es liebt ein Vampir zu sein. Oder welchen Menschen sie nun wieder verwandelt oder getötet hat. Und das alles tat sie in einer so hochgestochenen Art, dass mir nach zwei Minuten schon die Ohren von ihrer Arroganz schmerzten. Und auf dem anderen Sofa saß er. Der Mann, den ich wohl am wenigsten von Coralines so genannten Freunden mochte. Josef! Ein Vampir durch und durch. Lebte in Saus und Braus, hatte Geld ohne Ende und ließ seinen Reichtum auch mehr als deutlich heraus hängen. Er war schon fast unerträglich protzig und hatte an jedem Finger mindestens 10 Frauen. Seine Überheblichkeit wurde nur noch von seinem Sarkasmus übertroffen, welcher zu Weilen jedoch ganz unterhaltsam war. Zumindest wurden die Abende mit ihm nicht langweilig. Sie endeten meist in einem Streit, oder eine hitzigen Diskussion zwischen uns. Es versprach also ein anstrengender Abend zu werden.
Ich sah, wie Coraline sich geschmeidig zu Cynthia aufs Sofa gleiten ließ und wie die beiden sofort in einem anregenden Gespräch versanken. Ich fügte mich also meinem Schicksal und nahm auf dem Sofa neben Josef Platz. Natürlich so weit wie möglich von ihm entfernt und ohne ein Anzeichen, mich ernsthaft mit ihm unterhalten zu wollen. Wie immer musterte er mich erst von oben bis unten und ließ abfällig die Augen kreisen. Und wie jedes Mal wenn wir uns trafen, konnte ich mir einen Kommentar nicht verkneifen. „Wie? Habe ich schon wieder nicht deinen Geschmack getroffen? Welch ein Jammer, dabei habe ich mir doch so viel Mühe gegeben“, meinte ich ironisch und lehnte mich gemütlich in das Sofa zurück. Ich sah wie Josef den Kopf leicht schüttelte und mich schief angrinste. „Nein, dass ist es nicht. Ich frage mich grade, wie du es schaffst, in solchen Lumpen so gut auszusehen.“ Der abfällige Ton in seiner Stimme war deutlich zu hören. Aber ich ignorierte ihn einfach und sah auf das Feuer, welches im Kamin leise vor sich hin knisterte und lauschte weiter der Jazzmusik. Doch scheinbar wollte Josef mir meine Ruhe nicht gönnen. Er rückte ein Stück näher an mich heran und sein Blick hatte plötzlich nichts Überhebliches mehr. Er kam mir beinahe freundlich vor. „Das ist schwer, nicht war?“ Fragend sah ich ihn an. „Das erste Weihnachten als Vampir meine ich. Ich weiß wie du dich fühlst.“ „Gar nichts weißt du. Du kennst mich nicht einmal“, gab ich scharf zurück. Josefs Augen verengten sich zu Schlitzen und funkelten mich wütend an. „Wenn du für einen Moment mal aufhörst so ein Idiot zu sein und mir ein bisschen Aufmerksamkeit schenkst, dann wirst du verstehen, was ich meine.“ Ich schloss die Augen, legte den Kopf in den Nacken und sah ihn dann abwartend an. „Wenn es sein muss, dann leg mal los.“ Allem Anschein nach ignorierte Josef den lustlosen Ton in meiner Stimme und ließ spielerisch nachdenklich seine Finger aufeinander klopfen. „Als ich in einen Vampir verwandelt wurde, war Weihnachten noch nicht das, was es heute ist.“ Ich ließ ein schnaufendes Lachen ertönen, da Josef in meinen Augen nicht gerade wie ein alter Vampir aussah. Aber wenn ich genau drüber nachdachte traf das auf Coraline auch nicht zu. Wieder traf mich sein wütender Blick und mein Grinsen verstummte. „Vor über 400 Jahren gab es noch nicht diese bunten Lichter... Diese überschmückten Häuser, geschweige denn diesen enormen Kaufzwang. Die Menschen waren arm und die wenigen, die etwas besaßen behielten es für sich.“ Ich kam nicht umhin zu denken, dass er zur letzten Sorte gehörte. „Aber an Weihnachten gaben sich dennoch alle Mühe, das Fest so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Luft war erfüllt von frisch Gebackenem und dem Duft von Frost und Schnee. Die Menschen waren trotz der Kälte und des Hungers fröhlich und freundlich. Ich war noch ein junger Vampir, gerade mal vor zwei Monaten verwandelt und obwohl mich mein Erzeuger gut gelehrt hatte, kam ich mit den ganzen Geräuschen und Gerüchen nicht zurecht. Ich beneidete die Menschen um ihre gute Laune und sehnte mich nach Christstollen und frischem Marzipan und was am schlimmsten war – Mir fehlte die menschliche Nähe. Tagelang lief ich von einer Kneipe in die nächste, trank Sachen, die ich nicht vertrug und zwang jedem ein Gespräch auf.“ Meine Augen weiteten sich. Josefs Offenheit erschreckte mich, aber gleichzeitig bekam ich ein ganz anderes Bild von ihm. Plötzlich erkannte ich, dass er nicht nur der reiche verwöhnte Snob war, für den ich ihn gehalten hatte. Meine Neugierde und Faszination waren geweckt. Ich wollte unbedingt mehr über ihn erfahren. Glücklicherweise kam er meinem Wunsch auch gleich nach. „Es war Coraline, die mich eines Abends ansprach und mir aus diesem Loch half. Sie zeigte mir, wie man die Vorzüge des Vampirdaseins richtig einsetzen kann und wie man es schafft einen Teil dessen, was man an Weihnachten braucht wieder zu erlangen. Ich ließ mich bereitwillig darauf ein. Erlernte, wie ich Frauen gefügig machen konnte und so immer nach Belieben eine frische Quelle zum Trinken und die Nähe menschlicher Wärme zur Verfügung hatte. Und fand einen Weg die Düfte die zu Weihnachten überall in der Luft liegen mit meinem Vergnügen zu kombinieren.“
Vielleicht hatte ich mich doch geirrt. Das Gespräch nahm nun dieselbe langweilige Richtung, wie die Gespräche mit Cynthia. Ich atmete tief ein und aus, um meinem Gegenüber weiter Neugierde vorheucheln zu können. „Aber bei dir ist es in dieser Sache anders, nicht wahr?“ Nun schaute ich ihn doch wieder irritiert an. „Ich ließ mich freiwillig verwandeln und brauchte zu dieser Zeit nur einen Weg, einen Nutzen aus dem zu ziehen, was ich bin. Ich fand ihn schnell. Aber dich wird das nicht zufrieden stellen, oder? Du hattest keine Wahl und der Gedanke einen Menschen zu beißen missfällt dir. Wie ich hörte hast du deinem Körper tagelang verweigert, wonach er sich sehnte… Was er brauchte… Und als Coraline es dir gab in Form einer jungen Frau, war dein Hunger so groß, dass du dich nicht unter Kontrolle hattest. Du erinnerst dich jetzt nur noch an das ängstliche und schmerzerfüllte Gesicht und die erstickten Schreie, die immer schwächer wurden bis sie verstummten. Du hast keine Ahnung was du mit einem Biss noch alles verrichten kannst.“
‚Was soll es noch anderes geben als Schmerzen und Leid’, ging es mir durch den Kopf, aber Josef ließ mir nicht die Zeit meine Gedanken auszusprechen. „Mit etwas Übung verspüren sie das größte Vergnügen und die tiefste Lust.“ Ungläubig kniff ich die Augen zusammen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie ein Mensch Gefallen daran finden kann, wenn sich zwei spitzstumpfe Zähne gewaltsam durch dessen Fleisch bohrten. „Coraline hat dir wohl noch nicht alles bei gebracht, wie mir scheint? Sagt dir der Begriff ‚Freshie’ etwas?“ Ich schüttelte leicht den Kopf woraufhin Josef sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. „Scheinbar hat die liebe Coraline Angst, dass sie Konkurrenz bekommt. Lass es mich dir zeigen. Du weißt sicher, dass ich morgen eine Weihnachtsfeier gebe. Und wie ich Coraline kenne, erwartet sie, dass du sie begleitest… Nur um dich dann wieder den ganzen Abend stehen zu lassen.“
So langsam wurde mir Josef doch unheimlich. Er kannte nicht nur mich erstaunlich gut, sondern schaffte es, dass ich tatsächlich Gefallen an ihm fand und das obwohl er alles vereinte, was ich nicht leiden konnte. Doch plötzlich wurden wir in unserem Gespräch unterbrochen als Coraline sich plötzlich zu uns gesellte. „Was hörte ich da von einer Party?“ Genervt verdrehte ich die Augen und merkte, dass Josef dies nicht entgangen war. Wieder grinste er breit und wand sich Coraline zu. „Ich habe deinem Mann nur eben persönlich zu meiner Feier morgen eingeladen. Ich hoffe du hast nichts dagegen?“ Er zwinkerte mir zu und ich verstand, dass er ebenfalls nicht vorhatte ihr von unserem Gespräch zu erzählen. „Solange er mich begleitet, habe ich kein Problem damit.“ Sie wandte sich nun mir zu und sah mich viel sagend an. Sofort kam die Wut in mir wieder hoch und der Anflug von Zufriedenheit, der sich in mir breit gemacht hatte war verschwunden. Genervt stand ich auf und trat an sie heran. „Ich habe wohl auch keine andere Wahl“, gab ich kalt zurück. „Wenn ihr mich nun entschuldigt.“ Ich schob mich an Coraline vorbei, kam aber nicht umhin Josef auch noch einmal zu zuzwinkern und verschwand dann auf dem Weg zu meinen Freezer. |
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